Zum Mund.

Von | 15. Juli 2012

    * Der freche Junge aus dem anderen Grün, der Spiegel, der sich so wölbt, schwarz bemalte Haut vom Süsschen, deren herausbrechende Tränen alles abwaschen, aus Wut zögern wir noch, uns in weisse Holzrahmen zu zwängen und vor lauter Selbstwelt aus den Weihwassern der frischen Inseln zu saufn, verschluckn wir uns an Gelächter übers Verzweifeln, wie vor der Zeit, als ich mich ohne deine Nacht durchschlagen musste, als du dein Herz noch nicht vor mir versteckt hast, mit all deinem zarten Fleisch, wie schöhn, wenn du nicht aufwachen willst, uh du bist mir längst auf den Atem geschlagen, schleifst mich ein und spuckst mich aus, ohne Hals, auch wenn du dich schämst vor dir selber: dem Güllegeruch neben deinen Zungen. Du wolltest gestern nach dem Schatten greifn. Nun leg ich mich in deine aufgeniederten Gründe. Mit meinem andern Grün. So wie morgen früh, wenn ich mich wieder in deinen Mund grabe.

Kategorie: Trauersymmetrie

Über van hengel

Willi van Hengel: geb. 1963 in Oberbruch, hat Philosophie, Politik und Germanistik in Bonn studiert, Abschlußarbeit über Nietzsche und Derrida, anschließende Dissertation gescheitert, lebt in Berlin. Veröffentlichungen: Lucile (Roman, Berlin 2006), Morbus vitalis (Roman, Schweinfurt 2009), Wunderblöcke (Prosastücke, Schweinfur

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