Ein Hintern, der „dezente Zurückhaltung“ ankündigt?

[…] Tapeten und den Landschaftsbildern umher, die er
für eine größere Seminararbeit sezierte, und dennoch entging
ihm nicht dieser Hintern, der ihm im Grunde dadurch auffiel,
dass er zunächst nichts Besonderes an sich hatte, dezente
Zurückhaltung ankündigte – ja sogar ein wenig dafür sorgte, […]

[…] Er war Gast in der Bibliothek, hielt hier und da Vorträge, schritt mit den Alten einher. Sortierte Karteikästen, nur um gesehen zu werden. Er hatte einen Schrank gemietet. Schrank, so nannten wir die Kabinette, in denen man allein für sich arbeiten konnte. Wer hierzu den Schlüssel besaß, hielt sich für einen Grundbesitzer. Wir, in den Reihen an den Tischen dagegen, wir waren das Fußvolk, waren die Knechte, die Lakaien.

crysantheme
Vyvyan. Der Name allein war schon eine Pose, ein Kostüm. Ich dachte an die Dandys des 19. Jahrhunderts, jene Männer, die sich nicht kleideten, sondern inszenierten. Baudelaire hatte sie als Priester der Schönheit beschrieben, Wilde als Märtyrer der Eleganz. Und während Eduard sprach, sah ich in Vyvyan genau dieses Erbe.

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