Ein Diléttant

Das Metall,
kälter als Luft.

Der Himmel grau,
noch weiß

fast fahren Baugerüste

in ihn hinein, die Kirche
schießt dünnste Türme
nach oben, ihn
zu berühren.

Sie schafft nicht, die tief-
fliegende Wolke
zu stechen.

Der Himmel
bedeckt, was darunter hängt,

da reißt er  auf
und stellt sich bloß.

*

Länger als eine Stunde
wird ihr Weg sein.

In die nächste Bahn
hinein, gegen das Fenster
im fast leeren Zug

sitzt sie
mit Kopien in der Mappe
gepresst an ihren Mantel.

“Was beschäftigt dich?”

Die Lichtscheine von kaltem Gelb,
die schwarzpunktierten Blicke
der zwei Älteren, wer

war Musil, ein Diléttant?

Den Raum verschließt
sie nicht, das darf sie
nicht, da sitzt noch jemand.

Dieser Beitrag wurde von crysantheme am 18. Oktober 2020 um 14:37 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

3 Kommentare »

  1. Ein Diléttant auf welchem Gebiet?
    Oder ist die Frage rhetorisch und gebietet keine Antwort?

    Comment by Kontext — 18. Oktober 2020 @ 19:15

  2. Ein Diléttant des Lebens?

    Comment by Nur Fragmente — 18. Oktober 2020 @ 21:21

  3. Leibniz sprach es aus, als er “das Papier oder die Tunika” anführte. Alles faltet sich auf seine Art und Weise, die Schnur und der Stab, aber auch die Farben, welche sich nach der Konkavität und der Konvexität des Lichtstrahls aufteilen, und die Töne, die desto höher sind, “je kürzer und gespannter die schwingenden Teile sind”. So hängt die Textur nicht von den Teilen selbst ab, sondern von den Schichten, die ihre “Kohäsion” bestimmen: der neue Status des Gegenstands, das Objektil, ist untrennbar von den verschiedenen sich erweiternden Schichten, als ebenso viele Gelegenheiten zu Umwegen und Faltungen. (…) Das Problem ist jedoch, daß die materialen Komponenten der Falte (die Textur) nicht das formale Element (…) verdunkeln dürfen.

    Comment by des Denkens — 19. Oktober 2020 @ 06:32

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