marmara

1
der abend hat die straßen
weggespült
die stadt ist nur noch ein meer
aus lichtern stimmen
auch deines ist unter ihnen deine

du bist auf dem weg
in die nacht die stille
menschen
autos
aus einem schacht der luftzug einer u-bahn

am morgen tummeln sich überall fische
delphine

2
gestern erwachte ich
auf der insel
wo der marmor wächst
weißer marmor und
die rehe schlafen bis weit in den tag
unter den kastanienbäumen
wollen wir uns lieben
vom mittag zum mittag
wenn dein atem in der nacht
einen gleichklang bildet
mit dem wind vom meer
will ich ablassen von dir und lauschen
wie du geheimnisse tauschst
mit den stimmen den sternen
den ahnen der fische

3
das geheimnis deiner gedichte
ist ihr verschwinden
über den fischgründen des marmarameeres
die schiffe sultan süleymans versanken dort
mit gold edelsteinen und gewürzen an bord
seitdem leuchtet das meer und funkelt
und sein duft kommt aus fernen ländern

und deine gedichte geben dem meer seine stimme

Dieser Beitrag wurde von Werner Weimar-Mazur am 15. Oktober 2020 um 21:09 Uhr geschrieben.

Genre: Gemütstiefe

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