Die ausgewilderten Worte

Den Dingen gleich betreiben sie ihr Spiel
mit der Gleichheit, die ausgewilderten Worte

Den Dingen gleich ernähren sie in der Seele
die Illusion und leben gut davon, die

den Dingen durch Ähnlichkeit verwandten
Worte, die sich fein säuberlich getrennt

immer in einem wortreichen Sicherheits-
abstand zu ja und nein erhalten (diesen Wächtern unser

aller
Kindheit,

Zone Märchenland & Plappergaumen, aus dem es

herausbricht wie Muttermilch aus dem Überfluss

der unter dem Fluss sein Bett und nicht sein Bett

weil er niemandes Fluss ist

Dieser Beitrag wurde von Zhenja am 3. Oktober 2020 um 17:08 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

8 Kommentare »

  1. das bild des flusses ist darum recht passend, weil es die erosion der endlichen dinge durch den nicht minder endlichen, aber sie in der stabilität seiner selbsterneuerung schier unendlich übersteigenden wind zeigt

    Comment by unterm himmel — 4. Oktober 2020 @ 15:28

  2. Wildniß

    Comment by Grammatograhie — 8. Oktober 2020 @ 13:45

  3. “Wildniß” – d.i. wieder mal so typischer Quatsch, der mir seit fünfzehn Jahren – “seit ich nicht mehr ganz dicht bin” – wöchentlich dreimal begegnet:

    die Stimme von hinter dem Sehfeld, meist

    nachdenklich schreiend

    “gemurmelt”

    Was sagt die DichterIN dazu?

    “Da will will jemand auf sein Gesicht aufmerksam machen, indem er Stimme vortäuscht.”

    Aber Stimme bleibt nie stumm, wo es drauf ankommt.

    Comment by Graphoschatterinchen — 10. Oktober 2020 @ 13:15

  4. Ja, liebe Graphoschatterinchen, Sie sprechen mir aus dem Herzen. “Wildniß” ist so bescheidenes rhetorischen Mittelchen, mit dem rhetorischen Ziel, wahnsinnig bedeutend zu erscheinen. Ist aber nur wahnsinnig lächerlich.

    Glücklicherweise ist Inskriptionen – fern vom Lyrikbetriebchen – weitgehend rhetorikfrei.

    Hier werden die Worte nicht für die eigenen Zwecke benutzt. Hier sind sie noch ausgewildert.

    Comment by Rhetorik im Gedicht — 13. Oktober 2020 @ 14:40

  5. Weil er niemandes Fluss

    ?

    Comment by Praxis ohne falsche Theorie — 15. Oktober 2020 @ 09:36

  6. Verbiß.

    Comment by Gedichtförsterei — 16. Oktober 2020 @ 16:44

  7. Nee, eher “Verb iss”.

    Comment by Prüfung — 16. Oktober 2020 @ 17:58

  8. C’est genial! C’est la b) deutung.

    Comment by La differance (mit einem a) — 18. Oktober 2020 @ 19:02

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