Land unter

Von | 8. August 2011

die koordinaten geraten ins wanken

worte verlassen die insel

vokabeln die sicheren boote

ein gespräch mit dir anna ach anna verläßt

beim spaziergang fällt mir was ein

sagen reporter, die rentner von morgen

verlassen das land (nur eine ahnung)

kennen und glauben die sichere nachricht, wer weiß

von ard+zdf+ ntv+phoenix sat1+ noch heute

die nachricht, die lügt (rtl nicht vergessen)

wer weiß ach noch gestern

berichten reporter erwähnten

(am rande pakistan : die flut : russland : das feuer

amerika : der hurrikan) + deshalb in klammern

verlieren verlässliche rahmen

vergessen, versessen, sie wissen

: den boden unter den füßen

wer den verliert, frag ich dich anna

sagst du: war gestern, ich weiß

wer was sagte und wusste & schwieg

die börse, die krise, du weißt?

sie sagten „die rente ist sicher“

überleben ist wer + überhaupt + wie ?

ach anna und du

wer wußte gestern & wer soll nicht

heut aber zu spät wie ein tzumanie

: überflutet + überall wasser

ja genau da, wo heute zuviel war es pakistan gestern

war gestern zu wenig                           ist es russland, das brennt

hinter dem wasser ägypten                 (wann kommt denn der frühling)

während wir aber spazieren

wussten sie alles

:reporter von gestern

und ahnten + meinten nur so

:land unter

Kategorie: Realitätsschatten

Über Niko

Kurzvita, Niko Skrotzki „Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand. Komm, reiß auch du ein paar Steine aus dem Sand" (Schneewittchen) Wer bin ich und überhaupt: warum ich geboren wurde weiß ich manchmal nicht aber ich bin glücklich darüber, da zu sein. Geboren 1952 in Lüdenscheid, zum größten Teil aufgewachsen in Dortmund, wo ich Sozialarbeit studiert und bis 1996 auch gelebt und gearbeitet habe. Bin 1996 vor der Arbeitslosigkeit nach Flöha geflohen und habe mich kurze Zeit später von meiner Familie getrennt. Heute wohne ich in Leipzig und zwar seit Dezember 1999. Ich werde auf jeden Fall hier bleiben. Diese Stadt mag ich, die Leute hier, meinen Freundinnenkreis, die Gegend und überhaupt: hier habe ich Wurzeln geschlagen. Ich selbst schreibe seit Jahrzehnten und trete regelmäßig öffentlich auf. Beispielsweise in der„Pfeffermühle", einem über die Grenzen von Leipzig bekannten Kabarett oder in diversen Kneipen und Lese-Cafés. Da ich politisch engagiert bin (attac, Bürger- und Antikriegsinitiativen, Sozialforen), schlägt sich das selbstverständlich auf meine Text nieder. Weil aber, - frei nach Brecht - die Empörung über die Ungerechtigkeit der Welt, die Gesichtszüge verzerrt - suche ich auch nach Worten, die kleine Glücksseligkeiten beschreiben. Also schreibe ich auch über Befindlichkeiten, gelungene und gescheiterte Beziehungen, kurze Begegnungen, die Augenblicke des Glücks beinhalten. Manchmal blühen Blumen am Ende des Elends und hinter Brandmauern bauen einfache Bauern ihre Bastionen des Glücks ... Was ich möchte? Lyrik, nicht im Elfenbeinturm sondern Gedichte, mit denen man Fensterscheiben einschmeißen kann. Gebrauchslyrik. Wahrlich, wahrlich wir leben in schlechten Zeiten. Laßt uns deshalb den Strand finden unter dem Pflaster ….

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