Solveig

Ohne bücher und ohne das lesen hätte ich meine kindheit und jugend nicht überlebt, besonders nicht die zeit, als es zuhause so schlimm war.
Solveig drehte den kopf und starrte durch den raum. Auf dem tisch lag ein angebissener apfel, schon ganz braun.
Die kräche zwischen vater und mutter, meist nachts, die schläge und die tränen. Bücherlesen war keine flucht, sondern die einzige rettung!
Sie erhob sich vom stuhl und ging zum fenster.
Hörst du mir überhaupt zu, fragte ich.
Sie öffnete das fenster und stieg auf das sims.
Ich beobachtete sie genau.
Sie sprang. –

Gut, dass wir parterre wohnen.

Die türklinke ging nieder, Solveig trat ein.

Was hättest du getan, wenn wir im achten stock gewohnt hätten? fragte sie und setzte sich wieder auf den stuhl.

Dieser Beitrag wurde von Werner Weimar-Mazur am 18. Mai 2011 um 08:32 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

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