Offene Zimmer

Von | 15. September 2010

Tritt näher,

lass mich mein Haus mit dir teilen.
Und sind auch Zweifel und Angst deine Begleiter,
du darfst sie mit hereinbringen,
– sie sind hier nicht fremd.

Ich muss mich entschuldigen,
es ist alles etwas
durchgesessen, die Ideale,
die Zeit, die süßen Versprechen.

Ich kann dir nicht mehr bieten
als den Schrecken und die Lust
dieser offenen Zimmer.

Wenn du magst, tanzen wir hier
Pirouetten um unser Leben,
ein sinnliches Verhängnis
wie Motte und Licht.

Doch zum Abschied

schenke meinen Spiegeln dein Lächeln
und ehe du gehst,
erleichtere mich
um ein paar Einsamkeiten.

Kategorie: Realitätsschatten

Über Flo

Kurzvita Jahrgang 1985 Nach dem Abitur zunächst Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Essen. Danach eine knapp zweijährige Odyssee durch den Niedriglohnsektor; schließlich Studium zum staatl. anerkannten Sozialarbeiter. Seitdem in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe tätig.

3 Gedanken zu „Offene Zimmer

  1. raspel

    Ich schäme mich der herausgerissenen Matrazen, ich schäme mich der Sägespäne, die wie geraspelte kleine Maden durch das Sonnenlicht im Raum tanzen.

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  2. im seltsamen Wein

    Vor dem Haus: Seltsamer Wein, & Mutter hatte immer Angst, dass ich die Viecher mitesse.

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  3. tztag: Variante

    Unter dem Wein: das Abdeckgitter zum Kellerfenster. Und Mutter klebte blaue Folie darüber, damit die Viecher nicht reinkommen.

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