13.09.2010 – 21 Uhr, f. H.R.

Von | 14. September 2010

Hinterm Weiß
Das pulsierende Spektrum –
Kanäle voller Mondwasser
Tunnel im Trichter des Tages
Darin das letzte Licht
Kurz aufschäumt
Und dann verstummt –
Die letzten gewisperten Worte
Verglühen am Horizont
Bevor die Ferne ganz
Besitz von ihm ergreift
Hinterm Weiß
In der dunklen Mischung des Abends

Kategorie: Realitätsschatten

Über Zhenja

Künstlername des aus Südrußland stammenden Dichters Jewgeni Sacharow; hob unter nickname Zhenja 2007 gemeinsam mit Gesche Blume und Viktor Kalinke den literarischen Blog www.inskriptionen.de aus der Taufe. Das seit 2009 verwendete Pseudonym stand dabei zunächst Pate für eine Reihe von Versuchen, sich zugleich die Bild- und Klangsprache des 1922 verstorbenen futuristischen Dichters Viktor Vladimirovic Chlebnikov und die Ausdrucksmöglichkeiten des Deutschen als literarischer Nichtmuttersprache zu eigen zu machen. Zunehmende Vermischung eigener Sprachschöpfungsprozesse mit dem Ideenfundus des russischen Avantgardisten bis zur „non-rem-fusion“. Sacharow lebt und arbeitet seit 2008 als Garderobier und freischaffender Autor in Frankfurt am Main. Projekt der beiden in Deutschland ansässigen russischen Dichter Jewgeni Sacharow und Sascha Perow, „Brüder im Namen“. Jewgeni beschäftigt sich seit 1990 mit Drama in - wie er es nennt - Außenprojekten, ich dagegen (Perow) versuche mich gelegentlich an Übersetzungen aus dem Russischen; mein Ziel: Erschaffung eines neuen Dialekts der Weltpoesie, der „Sternensprache“. Wichtig war für unser Inskriptionen-Doppelleben die Begegnung mit der deutschen Dichterin Hanna Fleiss im Winter 2012 in Berlin.

3 Gedanken zu „13.09.2010 – 21 Uhr, f. H.R.

  1. fryxell

    weiß
    wände sind – weiß – laken sind – weiß – kittel sind – weiß – stille ist – weiß –
    nicht was ich sagen soll aber wer schon – weiß –
    wie schnee

    Antworten
  2. chlebnikov

    Wissen ist weiß, wenn die Grenze von Tag und Nacht darüber hinweg gegangen ist und die Stille im Kopf sich selbst erkennt – als Geschrei – manchmal ist es ein Geheul wie von Dichtern, das die nächtlichen Wälder füllt, meist aber nur ein unscheinbarer Traum, erwacht im Körper eines Menschen, um dann so schnell wie möglich wieder zu verschwinden aus ihm; schwarz ist die Nacht, wenn es schön wird, schön, die allbekannte Gestalt nicht mehr zu sehen und wenn dann selbst der Atem – seiner kosmischen Dehnung gewärtig – aus dem Restlicht verschwunden, ist da die seltene Gelegenheit, wirklich einmal etwas zu fragen … Wer? – Wenn die Grenze von Nacht und Tag über alle möglichen Antworten hinweg gegangen ist, dann ist da – vielleicht – eine Landung irgendwo in einem Leben, das sich sich selbst als einzig erscheint und nicht heraus kann aus diesem Schmuck, obwohl doch Raum und Zeit jeden Abend verschwinden mit der Not, ein Wesen zu sein wie – ein – ist Wissen nicht schwarz – Wie?? Und wenn die Drei dann geboren ist

    Antworten
  3. alien

    Die Aliens sind da. Und wie wir wissen, fließt viel Dreck die Pleiße runter, bis sie wieder abreisen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.