Fundus

Ich schlafe nicht mehr unter
freiem Himmel: das Holz,
Aus dem meine Seele einmal
zusammengezimmert worden,
Umgibt nun meinen Körper; da-
zwischen so viel Luft, daß
Es zum Atmen reicht. Die
Die Luft strömt durch die Haut-
Beutel, in denen ich ganz & gar
gefangen bin, so wie das Erz
Erkaltet, eingeschlossen die Erinnerung
an die Sonne bewahrt. Ich
Höre es rauschen im Innern,
das ist die vergängliche
Wirklichkeit, das Wispern der Ge-
danken, von der ein Weiser
Einstmals sagte – “Alles fließt.”
Stattdessen lebe ich nun
Inmitten alter Kleider, ein Hofstaat
aus Augenfreude und dem
Blinzelnden Blick ein Anlaß zum
Träumen. In mir selbst ist
Es ein anderer, der ich sagt
zur Welt; eine Wolke
Bunter Fetzen, aus denen der
wüste Odem der Jahrhunderte
Hervorkriecht und mit nichts,
ja mit nichts außer der
Leichten Brise unmittelbar vor
Sommergewittern zusammen
Bleibt in Umarmung der Lüfte.
Es staubt, wenn draußen
Die Schneeflocken tanzen. Auf
dem Scheitel dieses Gebäudes,
Knapp neben dem Bild des Polar-
sterns – ein Fenster, das
Immer einmal wieder von wirren
wandernden Gesellen, ruhlosen
Kometen des Kosmos geöffnet wird.

Dieser Beitrag wurde von Kraba vel Jop am 3. September 2007 um 10:34 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar