Leipzig. Zum Hundertausendsten

Von | 24. April 2015

Auf der Plattform des Trümmerberges züngelt
Feuer : Gitarrenmusik : Grillwürste : so läßt es
Sich zähmen : die Männer lernen mit Äpfeln
Jonglieren : Blues hält die Kinder wach : kreischend

Laufen sie den Hang hinab : in der Stadt
Lebt das Volk auf der Straße : nachts treten
Die Bosse aus den Büros : schlabbrige
Bluejeans umwehen die Lenden : Brüste

Werden enthüllt : apfelgroß : in den Kellern
Zu Kokoslikör : der klebt am Tag noch beim Kauen
Ununterbrochen rauscht entlang des Auwalds
Nach Süden die Kabriolett-Karawane : italienische

Blicke : schwarz hinter der Brille versteckt : Leipzig
Der Freuden : flüchtig : das ewige Abgehängtsein
Kennen die Bewohner der Gartenparzellen : Krankenhäuser
Einraumwohnungen : Doppelhafträume : genug

Hast du davon : auf Sumpf gebaute Stadt

Kategorie: Gemütstiefe

Über Theodor Holz

geb. in Dresden im Herbst 1989, hab die Wendewirren mit der Muttermilch aufgesogen, Pflastersteine wurden aus dem Bahnhofsvorplatz gerissen und flogen knapp an meinem Kinderwagen vorbei, meine Mutter konnte ihren Beruf als Jungpionierleiterin auf dem Albrechtsberg nicht mehr ausüben, sie nahm an einer Umschulung zur Altenpflegerin teil, während ich brav die Kreuzschule besuchte.

Ein Gedanke zu „Leipzig. Zum Hundertausendsten

  1. die flamme

    die einen sehen das schmelzende wachs, die vergänglichkeit, die anderen die ewige flamme…

    Antworten

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