Duzen Part 2

Sie wuchs von Innen nach Außen, sie klebte wie eine Fliege im Sonnentau. Fest und unerbittlich. Öffnete ihr Maul und zeigte ihre Zähne. Wild geworden, die Zeiger an der Uhr. Ich in der untergeordneten Rolle. Teil dieser sandigen Bewegung. Von oben durch ein schmales Rohr nach unten geronnen. Gehst du mit mir an den Strand, eine ins Leere gestellte und banale Frage, die sich zu dir verhält wie ein Mutterstern zu seinem Planeten, gerade weit genug entfernt, dass noch Leben möglich ist. Saß in der Erinnerung am Hochstrahlbrunnen in Wien. Einer schob die Brille nach oben. Tat, als würde er mich sehen. Freiwillig legte ich den Reiseführer zur Seite, stand auf vom Brunnenrand. Vor einiger Zeit hatte ich eine Münze in den Trevibrunnen geworfen. Wer das sagt, kehrt zurück. Und wenn ich dich kehrt machen hieß. Wenn selbst die Abwesenheit deiner langwelligen Haare klingt wie Eiswürfel, die ins Glas fallen.

crysantheme
Vyvyan. Der Name allein war schon eine Pose, ein Kostüm. Ich dachte an die Dandys des 19. Jahrhunderts, jene Männer, die sich nicht kleideten, sondern inszenierten. Baudelaire hatte sie als Priester der Schönheit beschrieben, Wilde als Märtyrer der Eleganz. Und während Eduard sprach, sah ich in Vyvyan genau dieses Erbe.

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