Gojim : Goitzsche

Von | 28. Juli 2018

Da haben sie das Paradies für sich
Ausgehoben : dem Schluff und Tuff
Entrissen : mit Wasser aufgefüllt

So daß sie segeln könnten : davon-
Schweben : im Rausch
Stattdessen hängen sie sackig

In ihren Höhlen und lamentieren
All das ist nicht genug : all das
Reicht ihnen nicht : sie wissen

Nicht : was sie zufrieden stellt
Was ihre Sehnsucht stillt : daher
Meckern sie fröhlich drauflos

Blicken sie dich verächtlich an
Fremder : Gast hier : benimm dich
Sei froh : daß sie dich nicht hassen

Kategorie: Realitätsschatten

Über Theodor Holz

geb. in Dresden im Herbst 1989, hab die Wendewirren mit der Muttermilch aufgesogen, Pflastersteine wurden aus dem Bahnhofsvorplatz gerissen und flogen knapp an meinem Kinderwagen vorbei, meine Mutter konnte ihren Beruf als Jungpionierleiterin auf dem Albrechtsberg nicht mehr ausüben, sie nahm an einer Umschulung zur Altenpflegerin teil, während ich brav die Kreuzschule besuchte.

Ein Gedanke zu „Gojim : Goitzsche

  1. Jutta v. Ochsenstein-Nick

    Der Text spricht mich an. Die Aussagen sind klar und werden in der Dynamik der Syntax und der Zeilenbrüche sehr lebendig. Zuerst stolperte ich über die gehäuften Doppelpunkte; sie kommen mir aber inzwischen plausibel vor.

    HG Jutta

    Antworten

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