Busfahrer

Weißt du noch, als wir über den Busfahrer redeten? Es war eine Kontaktanzeige, und der Busfahrer meldete sich. Mit fliehenden Fahnen stellte er sich vor: bunt und unkonventionell versuchte er, von seinem langweiligen und kurvenreichen Beruf abzulenken. Hut auf, Brille hinter den Ohren, Bart angeklebt. Farbiges Shirt, hochgeklappte Schuhe, weite Hose mit engem Bund. Das Jackett: Gelb und viel zu eng. Wir freuten uns: Dank dieses Kuriosums kam etwas Leben in unsere Bude, unter anderem bestand die Gelegenheit, zu Geburtstagen einen Bus zu chartern und mit den Gästen darin zu feiern. Später erfuhren wir von seiner Lieblingslektüre. Diese Lektüre gab auch Aufschluss darüber, weshalb unser Freund sich so seltsam kleidete. Er hatte Stefan Zweig gelesen, diese Geschichte, in der ein Typ vorkommt, der von sich erzählt, dessen extravagantes Arbeitszimmer beschrieben wird, starkriechende Blumen, eine Kordel um die Decke und ähnliche Kinkerlitzchen. Also, der Busfahrer, er war der Typ mit der Kordel.

Was können wir tun, damit aus dem Busfahrer wieder ein Radfahrer wird?

Ein Kommentar

  1. Ich glaube, das ist hier nicht ganz genau beschrieben. Meiner Meinung nach trug der Busfahrer eine gelbe Weste, einen blauen Frack mit güldenen Messingknöpfen, dazu Lederhosen und Stulpenstiefel. Das Haar trug er locker fallend, ungepudert, und darauf einen Filzhut. So ungefähr.

Schreibe einen Kommentar zu Monsieur Bivouac Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert