In deine Aura legt sich das Bedürfnis nach seltenen Wörtern. In deiner neuerfundenen Qual tropft dein Morgenauge noch ein einziges Mal auf mich. Ab da quellst du dich. An den Zäunen des Lichts vorbei. Das davongelogene Gras schraubt sich hoch. An einzelnen Stäben erinnert dich das Angelebte ans Entfesseln. Wir haben alles viel zu wenig berührt. Alles viel zu wenig verschlungen. Uns verschlungen. Deine sanfte Berührung beim Vorbeigehen musste ich erst mit der Zunge begreifen. Mir war selten nach Vernunft. Ein einziges Tröpfeln, ohne dass die Haut einufert, bricht in Gewalt aus.
im durcheinander der zeit
Im durcheinander der zeit
brachte uns die liebe
in verwirrung
– siehst du den anfang?
Sie löst sich auf, die zeit
um uns
nur abwarten hilft
auf was
– ahnst du warum?
Die zeit, verlorengegangen ist
das warum war das so
ein sehnen nach dem
anderen
mut sich fallen zu lassen
– findest du ihn ?
Der tisch ist gedeckt
Kurze Kulturgeschichte einiger Völker der Erde
Am Feuer versengten sie sich
Das Fell und lernten
Aus Fackeln Spieße, aus Steinen Messer zu
Machen; wie alle – die Erfindung
Der Jagdgeographie
Ließ sie Löwen, Wölfen & Elefanten
Ebenbürtig werden. Dann
Felder, Rausch & Flucht
Ins Offene, bis hinter den Horizont:
Erfindung des Jenseits
Aus der Sprache und dem Kuss.
Kreise & Quadrate, das Labyrinth: –
Aus den Wäldern in die Steppe
Und wieder zurück; ewige Erinnerungen -:
„Das Pferd furzt (laut). Die (Groß-)
Katze kotzt den Frühling.“ – „Das Schaf mäht die Aue ab.“ – Wie
Die alten Römer. Und alle scharf auf Cleopatra. Wie
Der Sonnenwagen den Himmel durch-
Pflügt und den nächtlichen
Acker der Sterne umwirft.
Und der Mond schwimmt am Grunde
Des Sees, geopferte
Sonnenscheibe.
Das Rad mit dem Dolch.
Mund mit Lippen.
Alle Finger sind gleich, außer zwei.
Die gehören zusammen
Wie Augen.
Ohren.
Alles fließt, alles ist eins.
Der Mensch & sein Kind,
Das Kind & sein Stern.
Aus den Kornaugen der Pferde
Kommt nichts als der Blick
Wenn sie alles Blend-
Werk zum Teufel jagen
Mit der Stimme im Nacken,
Zaumzeug all-der
Menschlichen Fahrzeuge,
Es war einmal die Sprache Zaum.
Adria
verlockendes Meer : Pleonasmus
welches Meer lockt nicht : den nordalpinen
Erdwürmern ist alles recht : Hauptsache
Süden : hier stürzt der Fels steil ins Wasser
der Wind dreht tags mit der Sonne : zärtliche
Wellen : im Schatten der Steine erwartet der Priester
den Knaben : das Ornat abgelegt für ein verdientes
Schläfchen : drückend ist dieser Mittag : bei Gott
ein bißchen Regen wäre ein Segen : vergeblich
gebetet : das Knistern der Palme verrät die Geduld
des Herrn : dieser Archipel grenzt an Italien
flaschenpost
ein 28. märz
liebste virginia. vor 80 jahren hast du geträumt. von der „immunität“. davon, fern von reibungen zu existieren. außerhalb der reichweite der pfeile zu sein; genug zum leben haben, ohne um schmeicheleien und erfolg zu buhlen. herrin deiner zeit sein.
9 jahre später warst du tot. bist in den fluss gestiegen. gründe gab es genug. gibt es immer. die welt ist aus den fugen. zu allen zeiten. und zu allen zeiten wagt es wer, trotzalledem, zu singen und zu bleiben.
Ich versprech dir.
Nur in deiner Freitagskunst bist du unerhört geblieben. Danach die ewige Wiederholung: in deinem Kopf stopft es sich von selbst. Also will dein Leben sich nicht mal ausfarben. Hast du Herzvergessen. Rhythmisches Nachtfluten. Hast du mich vergessen wollen. Dein Schweigen umdonnert mich. Nicht lange. Wir warn uns so nah: du der Schweiger nimmst mich an deine so geklebte Hand, nimmst mich mit in deine Genügsamkeit Ausbrechen in dein bald letztes Lächeln: über dich hinaus werd auch ich nie sterben, Paul, ich schrei schreib schnei dich ein, so wie wir uns immer Geschichten erzählen ohne je unsern Blick voneinander zu lassn / ich versprech dir, hinter deine Übermalung zu kriechen.
abgründ.ig
Pass auf, Klumpen, geh mir auf den vorübergehenden Sack oder entdeck dich. Aus dem Betrüben sticht wie ein Säuferfisch ein grosses Maul. Spricht eine hohle Blase, die ich dir überlasse. Mir sind da zu selten authentische Votzen über den Weg gelaufen. Weil ich selbst so war. Unwahr war. Aus meinen Ohren kriechen wollte bei jedem Wort, das ich sprach. Unterquartiert. Aus der weltweiten Sehnsucht hab ich nun den Abgrund gewonnen, der mich das Blaue des Himmels schmecken lässt. Ich werd noch im Scheitern blühn. Von Dorn zu Dorn sagen wir mal beim Rosen ein Tänzeln mir gestatten. Ich lass nichts mehr weg. Meine Ellipsen sind krumm genug gedreht. Um meinen Kopf herum. Das war verhimmelt genug. Du weisst, da oben steckt die Lüge (fest). Ich konnte mich von ihr mit einem Fuss, einer Herzklappe befrein. Ein Erleichtern. Wie auf das, was du sagst, scheissen (schreiben). Mich lächerlich machen, gelingt seitdem immer weniger. Lass mich wieder den Dung der Felder riechen. Danach orangenes Abrosen. Wieso müssen diese Dinger eigentlich immer mitten auf dem Tisch stehen?
Nerv gedrehe.
Wir waren mal so entlanggefegt, entlanggefegefeuert. Vielleicht nach den Aufmittagen verloren. Weisst du, was mit dir geschieht. Träumst du noch von deiner Affaire. Ich hätte mein Gelächter früher hören solln, viel früher. Jetzt gehen wir immer öfter ans Licht. Bei zugezogenem Vorhang, der das ganze Zimmer einsonnt, wenn sie mal an irgendeiner Wolke vorbeiblinzelt. Ich hab mein Mass verloren, von den allen geliebt zu werden. Ich will nur noch: nie wieder vergessen. Also hast du hin und wieder eine Herzklappe zwischen die Lippen genommen. Nachdem du überbetrunken am Feldrand aufgefunden wurdest, fandst du deine Sprache. Nie wieder. Das Gestammel vom sich Mitteilen. Sie war mit dir ausgelaufen. Ich will alles, hast du zu mir gesagt, einschränken, bis aufs Äusserste einschränken, alles, damit ich mich nicht auf deinem Nerv drehe.
Umkopft.
Ihm dein verliebtes Verlorenseyn gezeigt. Sanft anklingendes Vermächtnis. So schon dann. Mitten im Gespräch. Aufsaufen aus inspiriertem Gefühl, dass ich ihm seine längst verlorene Gelassenheit wie eine erlegne Wiedergeburt serviere. Umkopfter Mut, allein mein mich Verpflanzen in eine ungeahnte unbemannte Sprache, mein mich Verausgeben in deine mögliche Sekunde, auf die umvollendete Genugtuung des Überlesens des m schon wieder.
aus haut suchen …
Dann tut er wieder wie ein in sich kreisender Adalbert Stifter, mehr fiel mir für ihn nichts ein, als hätte er sich nicht zu verlieren. Wer sich nicht verlieren will, gehört nicht zu meiner Welt: 7 Bücher und das, was ich anhabe.
Wir vergöttern unsre Angst. Das ist mittlerweile aus uns geworden. Da wurden sie erfundn, um die Angst von uns zu nehmen. Da haben sie uns das Herz vergöttert. Deinen Stein trägst du mit dir umher. Verglaub dich. Und mach dich zum Untertan. Wenn’s wenigstens deine Entscheidung wäre. An jedem Tag. In jener Nacht. Aus dem Geborenwerden zuvor zu fliehn. Dem dir dann die Haut suchen. Unter dem Baum hast du gelegen.
ohne titel
BEGEGNUNG
BEGEGNUNG:
und?
muss!
weiter.
german boy
alles was ich fühle ist vorbei die nachgedunkelte nacht ein rückwärtstastender pinselschlag am hellsten das gute und das böse inkarnat blindlings auf augenbetäubende kraftlackerln die krumme trinkerin oh judenbraut in der kopfmaschine der grosse schöne magische mensch monstranzenbraun frisst seine bilder nichts als die glorie zur bleiche
ohne …
ohne am Mund im Grunde am Grabe also nach aussen auf deinen Mond zu landen mit allen blumenverblickten gestickten Einsaamkeiten, dachtest du, als du mich scheinbar retten wolltest mit deinem erotischen Blick durchs Dach wie zu Himmels Zeiten nach unseren oder vielmehr deinen Absätzen, lila Velour, wie seine Sinne verliern, die wir uns ins Gesicht gemalt haben … hörst du dann auch die schwarzen Glocken?
wie sich dein leben.
Als ich damals fortging, klopfte ich ein letztes Mal auf deine heruntergelassene Rolllade. Die oberen Lamellen waren leicht geöffnet, damit der Nächte klare Luft auf dich segelt. Morgens mit weisser Haut erwacht. Dein letztes Gesicht – will sich auch mir nicht mehr einfädeln. Ohnverbündet. In der Nähe seines Ansichseyns. Wort für Wort aus seinem Abgrund gezerrt. Wie verkehlter Leichtsinn, wenn du oben ankommst. Und über den Boden kriechst. Als wär’s dein Zuhause. Wie in die Möse einer Schlampe. Danach, jetzt von aussen, ohne erschüttert oder verwirrt zu sein, die Erkenntnis missa solemnis grandioses Worteverschlingen mitten im Satz, eher Ausatmen … die Fremde in meiner Stimme … es findet das Leben sich mit einem Abdröhnen, eigentlich immer dasselbe, zurecht.
Erwartung
Auf zwei Etagen bewegte ich mich am Nachmittag, Schatten suchend, während die Sonne Fußböden und Teppiche mit blauen Mustern in Streifen zu zerteilen begann. Draußen Moos, das grün, anstelle des Rasens, in Sichtweite wuchs. In den Bäumen hockten Ehepaare, mit der gegenseitigen Gefiederpflege beschäftigt. Hier, hinter dem Vorhang, setzte ich mich. Nachmittag in blau, könnte er mir nur Zeit lassen. Die Zimmer der ersten Etage zielten in gerader Linie auf einen Punkt am Ende des Korridors, der durch ein weiß verhängtes Fenster markiert war. All diese Zimmer sollten zu später Stunde Aufenthaltsort für zahlreiche extreme Naturen sein, die ich entweder liebte, oder die mir verschlossen und fremd blieben. Ich lud sie ein, da man allerorts ihre klangvollen Namen nannte. Ich war blass, trotz der Hitze um mich herum. Und der Feind der Erkenntnis ist die Indolenz. Erwartungen blieben selten und flüchtig. Meine erste Begegnung mit Eduard und Vyvyan geschah hingegen so unerwartet, dass ich sie für eine Szene in einem Traum hielt, die bei dem Versuch, sie zu erfassen, bleicher und bleicher wird. Sie nahm jedoch Gestalt an. Denn sie hatte eine Stimme. Das Haus mit den vielen Ecken voll fächerartiger Geschichten hatte Bewohner bekommen.
VOLKSLIED
– wenn wir schreiten –
Was wenn wir und streiten
bitte mehr
lass uns streiten seit an seit
dann kommen wir zusammen
wie wir zusammen kämpfen
wie wir uns auseinander setzen
wie wir verhältnisse
gemeinsam nicht aushalten
und zusammen andere
gestalten
So können wir
du mich
ich dich
uns
alles!
Herzflimmern
Es wird langsam dunkel
in meinem herzen nicht
ach wie ist das schön
Wie es tapfer schlägt
und eine kerze angezündet
die brennt, ein ewig licht
Immer immer wieder
nicht allein
für Dich
laut lachen
den geist gestört
den atem getanzt
die abfälligkeiten des alltags
munter verputzt
der eine liegt im gras
und träumt vom mond
der andre wohnt im mond
und träumt vom gras
der eine hört den takt
der andere macht sich darauf
einen reim
unhörbar
Laut sprechen
Sie läuft hinunter zu der kleinen betonierten Promenade. Ja, alles war wie immer. Und schon von weitem sieht sie ihn. Den Kapitän. Wie immer ist er ganz allein. Der wunderliche Mann, der jeden Morgen dort am Meer steht und die Sonne preist. Und sollte die einmal nicht scheinen, dann würde es der Himmel sein, den er so lautstark lobt, für all das zauberhafte Grau. Breit ist der Mann und kurz. Wie ein Stempel. Kein einzig Haar auf seinem Kopf. Und immer im Sakko. Ein Stempel im Sakko. Geht am Ufer entlang und deklamiert. Verse Worte Wunderfetzen. In einer Sprache, die ihr fremd ist. Geht Runde um Runde. Die eine Hand, die auf dem Rücken ruht, die gibt ihm Halt und Form, die andere gestikuliert, als gälte es die Fliegen fernzuhalten. So spricht er laut und läuft. Stempelt Kreise in den Sand. Manchmal bleibt er stehn und schweigt. Streicht sich über die Glatze. Betrachtet die eigene Spur.
Laut singen
Eine Melodie kreist in seinem Kopf. Sie entsteht aus dem Rhythmus des Atems, während er durch die Stadt läuft. Sie kommt nicht von ihm und nicht aus dem Nichts. Vielleicht von dort, wo sich ohne sein Zutun Honig in Sehnsucht verwandelt, die Sehnsucht in Bewegungen der Füße. Vom Boden unter seinen Füßen, den er nicht sieht. Eine kleine Melodie, Anfang und Ende passen genau ineinander, das treibt ihn vorwärts. Als er sie halblaut zu singen beginnt, blicken sich die Leute nach ihm um. Wahrscheinlich rufen sie bald die Polizei oder den Rettungswagen. Er könnte jemanden verprügeln oder um sein Vermögen bringen, er könnte im Frauenkleidern herumlaufen oder bewaffnet und in Uniform. Alles kein Problem. Aber laut singen?
Niemand kommt und verhaftet ihn.
lücke
unser argwohn
wurde lautlos
überholt
für einen moment
gleitet das stetige
wachstum ohne unsere
hektischen blicke
voran
unbeachtet von uns
während wir ängstlich
unser gefieder ordneten
erschien etwas neues
still und gewaltig
das kind das mich anblickt
hat keinen namen
Verschmiert.
Ohne Nacherzählung, Nachgeburt.
Halbe Verlassenheit. Ich glaube, mit deiner Nachwehe, also diesem Strang, der abgeschnitten wird, stimmte von Anfang was nicht: endlich bist du irgendwo anders angelangt: in deiner für immer an anderen Orten Verführung.
Hab bisher alles falsch verstanden.
Unserweich.
Dscheraldos Stimme ist so weich, sein Ohr klangsanft. Über die Wellen treib ich seine Sätze, bis sie mir entschlüpfen.
Nun geht es um nichts mehr, wenn wir uns treffen: dein Eigelb in der Nähe des Jüdischen Museums sollte wieder mal unberührt bleiben.
Ich wollte derweil die Welt versäumen. Im Atem mit mir zunächst. Doch deiner drang gleich dazwischen. Obwohl wir uns noch gar nicht in Würfel
geschnitten hatten.
Das hohe Wasser.
Mit meinem Haus hab ich meine Sprache verlassen. Im Garten schrien mich die Pinienzweige an; kaum noch wagte ich einen Blick in ihre Nähe. Überspitzt ihr Zukunftsabrutschen. Nun ist nun mal das Unbegreifliche in dich hineingebrochen und zerschmettert all deine Angst und leist sie aus: wie wenn man zusieht, dass das hohe Wasser davonschmilzt.
Das Studium
Am Anfang, so heißt es dort, gab es nichts. „Da war nicht Erde unten noch oben Himmel, Gähnung grundlos, doch Gras nirgend.“ Nördlich und südlich des Nichts erstreckten sich eisige und feurige Welten, Nebelheim und Muspellheim. Die von Muspellheim ausgehende Hitze brachte das Eis von Nebelheim zum Schmelzen, und aus den herabfallenden Tropfen entstand ein Riese namens Ymir. Wovon ernährte sich Ymir? Außer ihm gab es offenbar noch eine Kuh namens Audhumla. Und wovon ernährte sie sich? Nun, es gab außerdem salzige Steine. In diesem Sinne geht es in dem Mythos weiter.
Die ersten drei Minuten, S. 13
* *
„Ja, das ist der Roman – das Epos von heute: kein magischer Realismus, sondern Hölderlinsche Erzählung über Landschaften, Leute in ihrem Kampf um Frieden, um ein glückliches Leben. Auf Erden die bekannten Erzählungen, keine Allegorien mehr
nötig außer, was dem Hintersinn des Dichters schweigend sich entwindet; auf dem Olymp aber die sich ganz familiär globalisierende Wolke aus Liebe, Haß, Verschwörung…“
Florett oder Degen?
verfrühter frühling
lautverschiebung
lichtverwirrung
zu viel zu schnell
vogelgeschrei und kinderlärm
schmerzten
ich wollte ins dunkle fliehen
der auftrieb war stärker
auftauchen
und noch ganz
winter sein
als ich bei mir war
wurde klar dass ich
im kreis lebte
ich breche erneut auf
ins dunkle
„Deine Poesie macht mir Angst“
zerschneiden deine Worte
die hauchdünne Luft
meine Augen verschließen sich
ich verschwinde in mir
oben auf dem Berg blicke ich
in die Schlucht
Wind umweht mein Haar
ich tippe meine wieder zu findende Ruhe
als sms in mein Telefon
„Schreiben Sie an Gott?“
überrascht mich eine Stimme
Ich lasse mich fallen
Die Luft trägt
Lavendel umrankt meine Gefühle
Wir überreichen uns geschenkte Gedanken
Wir landen in unseren Körpern
auf sanftem Hauch
„Hat er geantwortet“, fragt mich dieselbe Stimme.
Gut, dass wir drüber geredet haben!
manche reden viel drüber und machen nichts
manche reden viel und machen aber auch viel
andere reden nicht und machen viel
und manche reden nicht und machen nicht.
Die pissenden Nelke.
Schrie ich oder hörte sich das alles nach einem falschen Inneren an. Meine Sorge gehört seit Tagen der lachsfarbenen Pissnelke, von der ich dir schon mal erzählt habe. Sasst du da nicht sogar im Streifenanzug wie ein Streifenanzug vor mir und wolltest mir so was wie gute Laune verkaufen und in der beiläufigen Erwähnung deiner Freundin und ihres Namens so was wie ewige Liebe einhauchen – und wenns nicht bei ewiger Liebe bleiben sollte, so doch unendliche Nähe. Jetzt erst begreif ich, dass sich unsere Blicke so heftig aneinandergeheftet hatten, weil sie unterm Blatt das Geheimnis eines Stalkers verrieten. Auch wir werden uns lebenslang verfolgen und dann wie zufällig in der Nähe der lachsfarbenen … wiedertreffen.
Grammatik.
* Du sahst letztens aus wie ein geheimer Gedanke: wie ein aufklatschter Spermafleck, so weich, salbend, kaum verloren(er). Wie können manche Tage einem Menschen nichts anhaben. Ich verlass mich auf dein Verlangen. Zeigst mir, dass ich nicht dazugehöre. Zu eurer Grammatik. Immer wieder. Ein Fortgewordensein. Ich hab in meinem Leben noch nie wirklich eine Entscheidung getroffen. Ich bin ja nicht wahnsinnig. Will ja aus der Macht schlüpfen. Wie Kierkegaard nach seinem Satz. Aus dem Interesse gerutscht. Aus dazwischen. Und nun lebst du im Gelüft/Gelüst. Meine letzten Silben häng ich immer auf – so ne Leine: zum Trocknen. Es tropft da noch so viel Galle ab. Bin noch nicht so weit. Mein Aufwachen ist nie eins mit der Welt.