Lachfalter. Sie blitzen aus Vorblätterhängen. Klappen ihre Flügel zusammen und wieder auseinander. Nachtgespinste. Ich liege auf dem weißbezogenen Bett. Die Knie angewinkelt, bilden ein verkehrtes V auf der Bettdecke, ziehen Faltenstreifen ins Leinen. Der Kopf auf dem gerollten Kissen ein wenig gehoben. Mein Haar, wie es sich schon wieder wellt. Ziehe Strähnen davon als Lichtfilter vor die Augen. Lachfilter. Licht trifft meine Augenwinkel, die violette Iris, im Schattenkreis wiegt die zweite Augenkugel mit der schwarzblauen schwerer, die auf die mein Kissen drückt, das ich mit gebogener Hand knicke und das gegen mein Nasenbein liegt. Die andere Hand langt nach dem auf dem Boden liegenden Röllchen mit der Medizin. Mein Kopf sinkt nach hinten. Aus der Lichtkugel heraus. Hoffe, das Röllchen greifen zu können. Hoffe, sie sendet dabei einen Gruß an mich, sie, die noch immer in feinen, zu langen Flanellhosen hier herkommt, sich aus Prinzip in die angrenzenden Räume setzt und sie beherrscht. Sie ahmt die Vergänglichkeit nach. Einen halben Meter über mir, drei Meter unterhalb der Decke trifft mich ein dunkler ausgefranster Fleck. Feucht setzt sich etwas auf meinem Gesicht ab. Ich hebe den Arm, in dessen Hand das Röllchen liegt, nur liegt, unumklammert. Sie lebt in einem gesunden Körper. Sie hat die Welt der Worte im Planquadrat geschultert, weiße Platten mit Linien, auf die sie täglich treten kann, ganz selbstverständlich.
Du hast sie nicht zu dir gebeten. Sie hat dich aufgesucht, gelacht, dir ins Gesicht, sie hat sogleich Tee für dich bestellt. Mit Sahne für sich, mit Zitrone für dich, so wie du es gern magst. Es beherrscht sie kein Zwang, dir Kalorien zuführen zu müssen. Wieviel Gramm Eiweiß du täglich zu dir nimmst, bleibt dir überlassen. Sie lebt in einem gesunden Körper.

