Zwischen den Sonnenstrahlen
Nichts als
Das ausgelöschte Meer
Zwischen den Sonnenstrahlen
Nichts als
Das ausgelöschte Meer
Wiederholt
Gedreht
Gedehnt
Gefangen
Miniatur wiederholt
Getanzt
Nachts
Schleußig : scheußlich
Sollte es heißen : denn geschleußt
Wird hier niemand mehr : die schieber
Haben sich verkrochen : stehkragenproletariat
Bevölkert die jugendstilhütten & weiß
Nichts davon : weiß vor allem nichts von sich
Von der allgegenwärtigen angst vorm abstieg
In schleußigs hinterhöfen sitzt es sich
So schön im grünen : die kinder
Können sicher spielen zwischen den zäunen : hier
Brüllt niemand in die idylle : weil fern
Irgendwo ein tor fällt : die säufer
Klammern sich still ans tägliche bier
Am stromkasten & vermeiden es
Auf den gehweg zu kotzen : denn der ist heilig
Den heiligen autos vorbehalten : die hier ungestraft
Parken & kleine kinder anfahren : morgens
Auf dem weg zur arbeit : wenn alles schnell
Gehen (sprich fahren) muß : selbst der punker
Mit seinem steifen iro auf dem kahlen kopf
Beschwert sich & ruft das ordnungsamt
Nach schleußig : wenn einmal im jahr zu lange
in die nacht gefeiert wird mit gedichten : musik & wein
Am see : hinter den städten
Verlassen : die goldammer
Fliegt davon : nebenan
Warten die Highländer
Auf ihren schlächter : verlassen
Schläft der see : nach kohle
Wird anderswo gegraben
Träumte sich die Welt als Ball, der von der Mauer zurückprallt?
Lag sie im Flugzeug, um die Schallmauer zu durchbrechen?
Tauchten wir hinab mit geschlossenen Augen?
Wo der Flieder blüht, hausten Sirenen –
Holundertunnel – gefrorene Milch eines Sommers,
Und es gleiten die Gletscherkühe aus der hohen Krone der Berge.
gefahren sind wir bis ans ende einer welt die uns
bis gestern noch unbekannt schien der mond hell
am himmel und ich sank dir in die arme überrascht
von neugier über dich und mich wie wir gemeinsam
begonnen haben loszugehen jeder auf seine ganz
eigene weise beherzt beglückt beängstigt von der
gegenwart eines anderen den man sucht
und ebenso scheut
losgegangen sind wir um eine welt zu finden die
obwohl neu uns doch vertraut ist und die farbe der
sonne dem licht gleicht das in uns dringt bei der
berührung des anderen tief und warm schien
der mond vom himmel und lachte uns an
Sie hocken hinter hohen hecken : wie friedlich
Diese welt : die kinder spieln verstecken
Hinterm grün : der rasenmäher brummt
Sie fühln sich wohl bis zum verrecken : schaurig
Grüßt im fernsehn ein verbrechen : hier ist es ruhig
Nur die wilden gecken brausen auf motorrädern
Vorbei : so geht der lange tag im sommer
Schnell vorüber & sie lecken ihre eis-
Kugeln : es bleibe rund die welt & voller ecken
sommer is nich, wende war schon, hohe zeit der spiele, ein tor ein tor und noch ein tor, das sind schon ziemlich viele, der nachbar schlägt die latte platt, die platte matt am bunten zaun steht ungeschminkt ein andrer clown und kotzt in die rabatte, so wird der längste tag verkürzt, sechs achtel – drei zu vier, maria kron der korken fliegt und lau ist hier das bier, mittsommernacht, das feuerwerk, vertanzt, ein glimmen nur, aber so ist das nun mal, was dem einen sein leuchtkäfer – is dem andern sein glühweinchen. darauf einen asbach.
Wäre die Welt
Ein ewiges
Gemurmel von Flächen
Und Linien
Farben gäbe es nur
Zerfließend, Regen-
Bogenhaut nahe
Der schweigenden Donnerbrücke
Ins Gedächtnis; immer-
Hin hat der Himmel
Seine Lücken im Dunkel
Seit wochen habe ich das erste mal die nacht
Inmitten des schnarchens meiner frau
& meiner tochter zugebracht : mein schnarchen
Mischte sich mit ihrem : gemeinsam schnieften wir das frühjahr
Herbei : sag einer : es gebe kein glück
Nun, doch
Die Zeit anhalten, den Augenblick verschieben
das wollten wir, so lange wie möglich.
Nun, doch, es ist soweit. Plötzlich.
Und ändert dein Sein, bisher so gediegen.
Der Faden bricht, das Licht erlischt.
Unsagbares, so bedeutend.
Untastbares, so berührend.
Erwecken, in mir, ein neues Ich.
deine lippen
scheinen
meine zu küssen
so nahe stehen
unsere
wahrnehmungen
bei ein ander
der alte boden
trägt
unsere
angst
vor nähe & ferne
wir halten
die bücher
wie unsere leben
umklammert
und vergessen
zu sprechen
In jungen Jahren juckten ihn fallen-
Des Obst, eine Allergie gegen die
Pflicht geduldigen Wartens & immer
Wieder jenes Hecheln über dem
Herzen, worin sich Türen wie Augen
Ins Blinde öffnen, den Brustkorb voller
Universen; später vergötterte er
Den Wind, sich allseitig
Bildendes Wesen & begann
Im Strudel der Sintflut die zwei
Richtungen zu unterscheiden
* * *
Des Obstes Baumwurzel aber
Schwärt neben dem anderen
Schwer sich bäumenden
Gururummeln die! Karabanausen Iren maymaybelosen Ovvaheddgigg, Underkilltmich in Weitahwahtahweh.
(Hinsetzung folgte demweitest … wehnn
es gab
und es gibt nicht mehr
einen strauss roter rosen
im badezimmer
das wasser ist abgekühlt
die kerzen herabgebrannt
ich öffne das fenster
frischer wind soll die rosen
heraus und wind herein pusten
dich soll er bringen
und mir in den schoss legen
ich werde dir den kopf kraulen
und mich nicht wehren
gegen das auftauchen
aus der vergangenheit
Im Innern der Berge drehen sich Erzadern
zu unwahrscheinlichen Sonnen, die ihre Bestimmung
erst nach Öffnung des Raumes erfahren werden.
Ich wollte immer auffliegen wie ein Vogel aus der Schlucht; nun lebe ich außen im Kristall. Aber nun geben Sie mir bitte den Weg frei, ich schwinge wieder – ich war so müde – auf Flügeln geht dieser Gang – mit meinem blauen Anemonenschwert – in Mittagsturz des Lichts – in Trümmern des Südens – in zerfallendem Gewölk – Zerstäubungen der Stirne – Entschweifungen der Schläfe.
(Rosch : Featuring : Benn : Gehirne : Auszüge)
winde dich heraus
aus den seilen der
gesellschaft
betrachte das laute
& falle hinein
in die bedeutung
. leise
Das Rauschen im Ohr des Sprechenden –
Eine Tonspur
Im Schnee; die Worte
Wohnen im Gedächtnis,
Ankerplätze mitten im Ozean,
Wo alle Wellen zerbersten.
Zerbersten. Der Wind
Hat dazu keine Meinung,
Die Muschel verlangt nach Lippen
Auf dem Rücken einer lauen Sehnsucht
gen Himmel steigen
und nicht mehr sein wollen
als eine flüchtige Kontur
in jenem klaren Einfaltsblau
Dann, auf den Wolken,
mit dem Ballett des kleinen Horizonts
eine traurige Polonaise tanzen
Ein Mann ging die Straße vor meinem Fenster auf und ab. Er sah aus wie Bryan, aber ich hörte ihn rufen: Laß die Finger von mir, ich bin infiziert. Ich bin Konrad Schmett … Grell schien die Märzsonne ins Zimmer, geblendet hob ich die Hand. Schwach von den Medikamenten, mit denen sie mich vollgepumpt hatten, war ich nur fähig, den Kopf zu heben.
Der Hörer lag schwer auf der Gabel. Ich nahm ihn ab, wählte … niemand meldete sich. Draußen schneite es. Ich zog die Vorhänge zu. Flüchtig glitten sie mir durch die Hände. Ich öffnete sie wieder. Bryan lag auf dem Bett, auffallend hager. Sein Haar stach dunkel von der blassen Haut ab. Etwas kroch über das Parkett, träge und zäh. Ich hob den schwarzen Mantel vom Boden auf, zog ihn an und legte mich wieder ins Bett.
Später, im Badezimmer, drehte ich das Wasser an. Als ich nach der Seife greifen wollte, löste diese sich vor meinen Augen auf. Ich nahm ein frisches Stück aus dem Schrank, hängte auch gleich ein sauberes Handtuch an den Handtuchhalter. Dann seifte ich mir wie gewohnt die Hände ein, spülte sie mit heißem Wasser ab. Schließlich knipste ich die Deckenbeleuchtung aus und schloß die Tür.
Tags verpaßte ich die Straßenbahn und ging zu Fuß nach Hause. Auf halbem Weg hielt ich ein Taxi an, das plötzlich aus dem Schneegestöber auftauchte, stieg ein und ließ mich auf den Rücksitz plumpsen.
Nicht aus der Asche, suche ich _ Flügel
Nach den Ruinen / diesem Ort
Da es noch ist wie es ist…
Die Sender senden ihre Sendungen
Bewegungsdifferenz von Energiebilanzen
Eingeschlossen im Eis bleiben
Zwei zwei, Drei viele und
Alle Weiteren nur
Phantasien
Im Hochseilzirkus der Objekte
Ohne Netz und doppelten Boden
Turnen sich die Gedanken
Von gestern nach heute
Hier zu den Sternen,
Dazwischen
Nichts als Schwärze und Traum
die prinzessinnenwohnung ist leer.
Sie, die Prinzessin, hat die Erbse
auf das Fensterbrett gelegt.
Ein Vogel
pickt sie auf.
Verliert sie im Flug.
So träumen sich die Dinge
Immer neu durch den Menschen hindurch,
Und das große Auge der Seele
Schaut zu.
in der partiellen
sonnen
finsternis
eine platonische
nacht
schonkost, schonungslose
tauwettererotik
skurrile gesichter
kreuzen einander
herzkönig sticht
pikdame
ein ausgeklügeltes system
von blutstürzen
amputation einer
beherrschten frau.
In diesem frühjahr ist das holz vermoost : die flüsse
Sind gestiegen : wie dieses feld
Noch grünen kann : ein kalter sumpf
Zieht sich am gleis entlang : die schwellen
Modern : daß ich friere
Ein kalter hauch hat mich gestreift : sag
Was du willst : es ist nicht
Zu verstehen : was hält uns
Noch : wir sind nur reif
Zu fallen : ich bin nicht frei
& du bist ungebunden : bindest
Dich nicht & mich nicht & hältst mich
Für gebunden : denn meine freiheit
Hängt von andren (kindern) ab : wie grün
Wir sind : in diesem frühjahr
Setzt das moos uns zu : hölzern
Sind wir unbeschnitzt : wir biegen uns
Im kalten sumpf : wir lieben das erstarren
Die Worte tropfen auf den Asphalt
Als hätte jemand seinen Senf dazu gegeben,
Die Blätter rauschen ihren Sound
Als wär‘ der Wind der Wind ein echtes Baumblätterleben,
Die Wolken wollen heute hoch hinaus
Und ich kann sie wohl verstehen,
Ich sitze hier ruhig unterm Baum
Und versuch‘ einfach ‚mal nich‘ hinzusehen –
Hey Roy, noch zwei Umdrehungen
Und der ganze Mist fängt wieder ganz von vorne an,
Die grünen Blätter werden gelb
Damit man sich schon ‚mal aufs Rot freuen kann,
Und nach dem Rot nicht mehr lange
Kommt auch schon bald der Weihnachtsmann,
Hey Roy,
Hey Roy,
Lass‘ uns einfach ‚mal ruhig bleiben dann
Immerhin kommt auch ohne uns bald der Weihnachtsmann,
Hey Roy, hey Roy,
Hey Roy, hey Roy…
Wenn ich ’ne Wolke wär‘, ich würd’s auch nich‘ anders machen,
Ich würd‘ frech überm Pflaumenbaum hängen und später drüber lachen,
Und nach’m siebten Kind würd‘ ich sagen: So das wär’s –
Alte Hippe, Mary-Lou, such dir
Such dir jetzt so langsam mal wieder so’ne Krippe,
Haben die heute auch so Klappen mit Henkeln dran,
Machste einfach so auf & wieder zu
Und das war’s dann,
Hey Roy, hey Roy
Lass uns einfach nur’n Weilchen hier unterm Baum sitzen,
Lass uns morgen mal in die Sauna gehen und da ’ne Weile rumsitzen,
Hey Roy
Hey Roy
Könn’wer auch mal rauswandern
vor die Tore, die’s nich‘ mehr gibt,
Da erzählste mir dann, wie man gut schöne Reden tippt –
Hey Roy
Ich werd‘ einfach zuhören und vielleicht leise summen
Und wenn’s gut kommt hab‘ ich vielleicht auch ‚was dazu zu brummen –
Hey Roy,
Kennste Gott Tod, der wollt‘ den Menschen helfen,
Aber seine Werke war’n dann doch eher was zum Schuldenüberhelfen,
ach Roy
ach Roy
lass‘ uns hier einfach noch ’ne Weile so sitzen
Angenommen man habe sich nicht geirrt. Tatsächlich recht gehabt: der erste Irrtum, das letzte größere Wollen – nichts wäre geschehen. Man würde es heute noch sehen können: Du verlangst zu sterben, ich weigere mich zuzuhören. Nun sieht man in Dir nur das Opfer. Und ich weiß noch immer nicht, was aus Dir geworden ist. Unsichtbar hängt die Zukunft in nichts, Deine Züge lagern sich an immer neue Wolken an, von Zeit zu Zeit bricht hier ein Vulkan aus. Hätten wir uns nicht geirrt, könnte man sich wohl dran gewöhnen. Das erste kleinere Müssen – und nichts Schlimmes daran. Und nun so ein riesiger Stein. Ich will hier weg, weg
Meine Herren! Ich möchte zu fryxells Ausschweifungen, die hier völlig unangemessen sind einen Ausschnitt aus Moravias “ Der Konformist“ wiedergeben .
„Angenommen ich habe mich geirrt. In diesem Fall war mein erster und größter Irrtum der, daß ich – um aus der Abnormität herauszukommen und in die Gemeinschaft meiner Mitmenschen aufgenommen zu werden – unglücklicherweise eine Durchschnittlichkeit anstrebte, die im Grunde anormal, nichts anderes als eine leere Form ist, und bei der ersten Bewährungsprobe in Stücke brechen mußte. Und so machte mein menschlicher und mächtiger Instinkt aus mir den Schlächter jenes Opfer, das es gab. „
He, was ist hier los, wieso erscheinen die Kommentare nicht, die man zu Roy Kral abgibt ? Genießt der Königliche irgendeine besondere Immunität oder versagt die Technik ?