An Engel0311

der hinkefuß

der lahme vers

der faule zahn

botschaft der erde

grüß mir das A

und grüß mir das O

Poetischer Planet

Was hat sich Franz Kafka dabei gedacht? Hat er sich was gedacht, als er hämisch-abweisend von der „Kuh vom Kurfürstendamm“ sprach? Die Zurückgewiesene war die Dichterin Else Lasker-Schüler. Nicht nur Kafka wich der Frau gern aus.
Was hat sich Kerstin Decker dabei gedacht, die abfällige Bemerkung Kafkas in ihrem Buch „Mein Herz – Niemanden“ zu zitieren? Die Autorin offeriert das Buch nicht als Biographie. Es ist eine Biographie. Keine simple chronologische Darstellung eines Lebens. Sich über „Das Leben der Else Lasker-Schüler“ zu äußern, bedeutete der Autorin, darauf zu achten, was maßgeblich die Biographie bestimmte, um alle Achtsamkeit auf die bestimmenden Aspekte zu lenken. In der Beschäftigung mit der Anderen, hat sich die Autorin ihre Autonomie als Schreiberin bewahrt. Das Buch über und zu Else Lasker-Schüler ist die Biographie einer ausgewiesenen Biographin. Eigenes in der Entdeckung des Fremden nicht zu unterdrücken heißt, sich der Absicht und des Auftrags der biographischen Darstellung bewußt zu sein. Kerstin Decker schreibt: „Es ist die Pflicht der Biographen, Rätsel zu lösen“. Welches Leben ist ohne Rätsel? Das der Lasker-Schüler ist eines der Rätselhaftesten in der deutschen Literatur. Die Verfasserin hütet sich, Lösungen für ausgemachte Rätsel anzubieten. Alle Geheimnisse der Lebensgeschichte der Dichterin und ihre Dichtungen aufzulösen hieße, sie auf die Realität zu reduzieren, der sie sich entzogen hatte. In der Annäherung an die Dichterin bleibt Decker in der nötigen wie respektablem Distanz. Sie biedert sich der Dichterin nicht an. Sie artikuliert Zweifel, wenn immer Zweifel in ihr sind, ohne die unverhohlene Zuneigung in Zweifel zu ziehen.
Die in Wuppertal als Else Schüler Geborene war ein Wesen, das Manchem als ein Wesen aus einer anderen Welt erschien. Die Einen sahen sie als wandelnden Schmuckkasten, Andere als eine überkandidelte Orientalin. Sie wurde verdächtigt, eine stille Opiumnascherin zu sein. Nicht auf Äußerliches aus, kann Kerstin Decker über die auffällige Äußerlichkeit der Frau nicht hinwegsehen. „Sie ist eine, auf die man mit dem Finger zeigt“, stellt die Biographin fest. Das praktische Leben überforderte Else Lasker-Schüler. Sie war eine Forderin, die fortwährend überforderte. Im Leben wie in der Literatur. Als ließen sich Leben und Literatur trennen! Vor allem, wenn von Lasker-Schüler gesprochen wird, die nie langweilig leben konnte. Nun vom Leiden und den Leidenschaften im Sein und Schreiben reden? Das wäre zu einfach. Decker macht sich nichts einfach und nichts Einfaches. Wissen will sie, warum die Dichterin wie war. Sagen will sie, was ihr zum Warum und Wie zu sagen möglich ist. Sagen also, was nicht, was so noch nicht gesagt wurde!
Kerstin Decker nimmt wahr, welches die seelischen Wahrheiten der Dichterin waren, die die Wahrheiten ihrer Dichtung wurden. Wieder und Wieder wird Lyrisches zitiert, um Beziehung und Bindung des Literarischen zum Leben nicht nur anzudeuten. Das Authentisch-Lyrische gilt. Die Autorin muß nicht analysieren. „Diese Frau ist heimatfühlig“, ist lakonisch notiert. Die Bedeutung dieser Bemerkung begreifbar zu machen, ist eine Aufgabe von „Mein Herz – Niemanden“. Ihre Einsichten formuliert die Verfasserin formelhaft knapp, sobald sie die passenden biographischen Ereignisse aufruft oder aufgerufen hat.
„Heimatfühlig“ zu sein bedeutet, Wuppertal und dem Bergischen Land willig wie unwillig verbunden zu bleiben. In Berlin Charlottenburg, wo Lasker-Schüler ihr vitales Vagabundenleben Jahrzehnte lebte. In Jerusalem, wo die jüdische Emigrantin 1945 starb. Wo sich Lasker-Schüler, in des Wortes Sinne, durchs Leben schlug, sie war die Verletzte, die in ihrer Existenz gefährdete, die nie eine verbindlich Unverbindliche sein konnte. Im Verlangen, Selbst zu sein, war sie eine Spielerin, die keine Grenzen kannte. Alles war ihr das Möglich-Unmögliche oder Unmöglich-Mögliche. Gelebte Individualität verlangte ihren Preis. Else Lasker-Schüler zahlte, zahlte und zahlte. In ihren Lieben und Freundschaften. In ihrer Mutterschaft, die durch den Tod des 27jährigen Sohnes Paul tief verletzt wurde. Wenn, dann gehörte Paul das Herz der Lasker-Schüler. Keiner Konvention verbunden, allem Konventionellen widerstehend und widerstrebend, existierte die Dichterin in ihrem poetischen Planetensystem, in dem sie auf Entdeckungen aus war, um die phantastischsten Entdeckungen zu machen. Um sich lebenslang als ewig 14jähriger Knabe zu fühlen. Um als Tino, Prinz von Bagdad, als Jussuf, Prinz von Theben, durch die Tage zu ziehen. „Der Nur-Mann, die Nur-Frau wären keine Schöpfer. Das Schöpferische ist zweipolig“, ist einer der Schlüsselsätze zu Leben und Werk der Dichterin.
Substanzielle Sätze dieser Art sind Teil der Qualität des Buches, die nicht das Selbstverständliche ist. „Mein Herz – Niemanden“ ist keine bloße Fleißarbeit. Es ist die fleißige Arbeit der Autorin, die sich aufs Verstehen und Verständigen versteht. Das Prinzip der Collage, die geschickt Angeeignetes und Eigenes vereint, von Sigrid Damm seit Jahrzehnten praktiziert, ist auch das verbindliche Prinzip für die Lebensdarstellung der Lasker-Schüler. Beide Schriftstellerinnen, die aus Ost-Deutschland kommen, bringen der deutschsprachigen Literatur das Schreiben von Biographien neu bei. Das ist ein Ereignis, wenn Seele Seele erkennt wie in „Mein Herz – Niemanden“. Es ist ein frohes Aufatmen, wenn man durch das Buch ist. Es muß ein Aufatmen in Kerstin Decker gewesen sein, als der letzte Arbeitszettel ad acta gelegt wurde und der letzte Satz geschrieben. Welch eine Biographie! Welch eine Biographin!

Kerstin Decker: Mein Herz – Niemanden. Das Leben der Else Lasker-Schüler. Propyläen Verlag: Berlin 2009. 473 Seiten, Geb., 22,90 Euro

Miniatur getanzt

Wiederholt
Gedreht
Gedehnt
Gefangen

Miniatur wiederholt

Getanzt
Nachts

steifer iro auf kahlem kopf

Schleußig : scheußlich
Sollte es heißen : denn geschleußt
Wird hier niemand mehr : die schieber
Haben sich verkrochen : stehkragenproletariat
Bevölkert die jugendstilhütten & weiß
Nichts davon : weiß vor allem nichts von sich
Von der allgegenwärtigen angst vorm abstieg
In schleußigs hinterhöfen sitzt es sich
So schön im grünen : die kinder
Können sicher spielen zwischen den zäunen : hier
Brüllt niemand in die idylle : weil fern
Irgendwo ein tor fällt : die säufer
Klammern sich still ans tägliche bier
Am stromkasten & vermeiden es
Auf den gehweg zu kotzen : denn der ist heilig
Den heiligen autos vorbehalten : die hier ungestraft
Parken & kleine kinder anfahren : morgens
Auf dem weg zur arbeit : wenn alles schnell
Gehen (sprich fahren) muß : selbst der punker
Mit seinem steifen iro auf dem kahlen kopf
Beschwert sich & ruft das ordnungsamt
Nach schleußig : wenn einmal im jahr zu lange
in die nacht gefeiert wird mit gedichten : musik & wein

goldammer fliegt

Am see : hinter den städten
Verlassen : die goldammer
Fliegt davon : nebenan
Warten die Highländer
Auf ihren schlächter : verlassen
Schläft der see : nach kohle
Wird anderswo gegraben

Träumte sich die Welt als Ball, der von der Mauer zurückprallt?

Lag sie im Flugzeug, um die Schallmauer zu durchbrechen?

Tauchten wir hinab mit geschlossenen Augen?

Wo der Flieder blüht, hausten Sirenen –

Holundertunnel – gefrorene Milch eines Sommers,

Und es gleiten die Gletscherkühe aus der hohen Krone der Berge.

noch unbekannte welt

gefahren sind wir bis ans ende einer welt die uns

bis gestern noch unbekannt schien der mond hell

am himmel und ich sank dir in die arme überrascht

von neugier über dich und mich wie wir gemeinsam

begonnen haben loszugehen jeder auf seine ganz

eigene weise beherzt beglückt beängstigt von der

gegenwart eines anderen den man sucht

und ebenso scheut

losgegangen sind wir um eine welt zu finden die

obwohl neu uns doch vertraut ist und die farbe der

sonne dem licht gleicht das in uns dringt bei der

berührung des anderen tief und warm schien

der mond vom himmel und lachte uns an

 

 

gecken brausen

Sie hocken hinter hohen hecken : wie friedlich
Diese welt : die kinder spieln verstecken
Hinterm grün : der rasenmäher brummt
Sie fühln sich wohl bis zum verrecken : schaurig
Grüßt im fernsehn ein verbrechen : hier ist es ruhig
Nur die wilden gecken brausen auf motorrädern
Vorbei : so geht der lange tag im sommer
Schnell vorüber & sie lecken ihre eis-
Kugeln : es bleibe rund die welt & voller ecken

sommernachtsball

sommer is nich, wende war schon, hohe zeit der spiele, ein tor ein tor und noch ein tor, das sind schon ziemlich viele, der nachbar schlägt die latte platt, die platte matt am bunten zaun steht ungeschminkt ein andrer clown und kotzt in die rabatte, so wird der längste tag verkürzt, sechs achtel – drei zu vier, maria kron der korken fliegt und lau ist hier das bier, mittsommernacht, das feuerwerk, vertanzt, ein glimmen nur, aber so ist das nun mal, was dem einen sein leuchtkäfer – is dem andern sein glühweinchen. darauf einen asbach.

* * *

Wäre die Welt
Ein ewiges
Gemurmel von Flächen
Und Linien

Farben gäbe es nur
Zerfließend, Regen-
Bogenhaut nahe

Der schweigenden Donnerbrücke
Ins Gedächtnis; immer-
Hin hat der Himmel
Seine Lücken im Dunkel

Am frühen morgen

Seit wochen habe ich das erste mal die nacht

Inmitten des schnarchens meiner frau

& meiner tochter zugebracht : mein schnarchen

Mischte sich mit ihrem : gemeinsam schnieften wir das frühjahr

Herbei : sag einer : es gebe kein glück

nun, doch

Nun, doch

Die Zeit anhalten, den Augenblick verschieben

das wollten wir, so lange wie möglich.

Nun, doch, es ist soweit. Plötzlich.

Und ändert dein Sein, bisher so gediegen.

Der Faden bricht, das Licht erlischt.

Unsagbares, so bedeutend.

Untastbares, so berührend.

Erwecken, in mir, ein neues Ich.

der alte boden

deine lippen

scheinen

meine zu küssen

so nahe stehen

unsere

wahrnehmungen

bei ein ander

 

der alte boden

trägt

unsere

angst

vor nähe & ferne

 

wir halten

die bücher

wie unsere leben

umklammert

und vergessen

zu sprechen

Bankräuber der Nation

In jungen Jahren juckten ihn fallen-
Des Obst, eine Allergie gegen die
Pflicht geduldigen Wartens & immer
Wieder jenes Hecheln über dem
Herzen, worin sich Türen wie Augen
Ins Blinde öffnen, den Brustkorb voller
Universen; später vergötterte er
Den Wind, sich allseitig
Bildendes Wesen & begann
Im Strudel der Sintflut die zwei
Richtungen zu unterscheiden

* * *

Des Obstes Baumwurzel aber
Schwärt neben dem anderen
Schwer sich bäumenden

Hinterm Joy c’etick

Gururummeln die! Karabanausen Iren maymaybelosen Ovvaheddgigg, Underkilltmich in Weitahwahtahweh.

(Hinsetzung folgte demweitest … wehnn

rosen im badezimmer

es gab

und es gibt nicht mehr

einen strauss roter rosen

im badezimmer

 

das wasser ist abgekühlt

die kerzen herabgebrannt

 

ich öffne das fenster

frischer wind soll die rosen

heraus und wind herein pusten

 

dich soll er bringen

und mir in den schoss legen

 

ich werde dir den kopf kraulen

und mich nicht wehren

gegen das auftauchen

aus der vergangenheit

 

Credo

Im Innern der Berge drehen sich Erzadern
zu unwahrscheinlichen Sonnen, die ihre Bestimmung
erst nach Öffnung des Raumes erfahren werden.

Ich wollte immer auffliegen wie ein Vogel aus der Schlucht; nun lebe ich außen im Kristall. Aber nun geben Sie mir bitte den Weg frei, ich schwinge wieder – ich war so müde – auf Flügeln geht dieser Gang – mit meinem blauen Anemonenschwert – in Mittagsturz des Lichts – in Trümmern des Südens – in zerfallendem Gewölk – Zerstäubungen der Stirne – Entschweifungen der Schläfe.

(Rosch : Featuring : Benn : Gehirne : Auszüge)

laut und leise

winde dich heraus

aus den seilen der

gesellschaft

betrachte das laute

& falle hinein

in die bedeutung

. leise

für Volker S.

Das Rauschen im Ohr des Sprechenden –
Eine Tonspur
Im Schnee; die Worte
Wohnen im Gedächtnis,
Ankerplätze mitten im Ozean,
Wo alle Wellen zerbersten.
Zerbersten. Der Wind
Hat dazu keine Meinung,
Die Muschel verlangt nach Lippen

Einsamkeiten I


Auf dem Rücken einer lauen Sehnsucht
gen Himmel steigen
und nicht mehr sein wollen
als eine flüchtige Kontur
in jenem klaren Einfaltsblau

Dann, auf den Wolken,
mit dem Ballett des kleinen Horizonts
eine traurige Polonaise tanzen

Schlafsucht

Ein Mann ging die Straße vor meinem Fenster auf und ab. Er sah aus wie Bryan, aber ich hörte ihn rufen: Laß die Finger von mir, ich bin infiziert. Ich bin Konrad Schmett …  Grell schien die Märzsonne ins Zimmer, geblendet hob ich die Hand. Schwach von den Medikamenten, mit denen sie mich vollgepumpt hatten, war ich nur fähig, den Kopf zu heben.

Der Hörer lag schwer auf der Gabel. Ich nahm ihn ab, wählte … niemand meldete sich. Draußen schneite es. Ich zog die Vorhänge zu. Flüchtig glitten sie mir durch die Hände. Ich öffnete sie wieder. Bryan lag auf dem Bett, auffallend hager. Sein Haar stach dunkel von der blassen Haut ab. Etwas kroch über das Parkett, träge und zäh. Ich hob den schwarzen Mantel vom Boden auf, zog ihn an und legte mich wieder ins Bett.

Später, im Badezimmer, drehte ich das Wasser an. Als ich nach der Seife greifen wollte, löste diese sich vor meinen Augen auf. Ich nahm ein frisches Stück aus dem Schrank, hängte auch gleich ein sauberes Handtuch an den Handtuchhalter. Dann seifte ich mir wie gewohnt die Hände ein, spülte sie mit heißem Wasser ab. Schließlich knipste ich die Deckenbeleuchtung aus und schloß die Tür.

Tags verpaßte ich die Straßenbahn und ging zu Fuß nach Hause. Auf halbem Weg hielt ich ein Taxi an, das plötzlich aus dem Schneegestöber auftauchte, stieg ein und ließ mich auf den Rücksitz plumpsen.

Auferstanden

Nicht aus der Asche, suche ich _ Flügel

Nach den Ruinen / diesem Ort

Da es noch ist wie es ist…

Die Sender senden ihre Sendungen

Bewegungsdifferenz von Energiebilanzen

Offenheit des Meers

Eingeschlossen im Eis bleiben
Zwei zwei, Drei viele und
Alle Weiteren nur
Phantasien
Im Hochseilzirkus der Objekte

Ohne Netz und doppelten Boden
Turnen sich die Gedanken
Von gestern nach heute
Hier zu den Sternen,
Dazwischen
Nichts als Schwärze und Traum

überall sein lächeln

die prinzessinnenwohnung ist leer.

Sie, die Prinzessin, hat die Erbse

auf das Fensterbrett gelegt.

Ein Vogel

pickt sie auf.

Verliert sie im Flug.

* * *

So träumen sich die Dinge

Immer neu durch den Menschen hindurch,

Und das große Auge der Seele

Schaut zu.

Lückenbüßer

in der partiellen

sonnen

finsternis

eine platonische

nacht

schonkost, schonungslose

tauwettererotik

skurrile gesichter

kreuzen einander

herzkönig sticht

pikdame

ein ausgeklügeltes system

von blutstürzen

amputation einer

beherrschten frau.

Du willst : es ist

In diesem frühjahr ist das holz vermoost : die flüsse
Sind gestiegen : wie dieses feld
Noch grünen kann : ein kalter sumpf
Zieht sich am gleis entlang : die schwellen
Modern : daß ich friere
Ein kalter hauch hat mich gestreift : sag
Was du willst : es ist nicht
Zu verstehen : was hält uns
Noch : wir sind nur reif
Zu fallen : ich bin nicht frei
& du bist ungebunden : bindest
Dich nicht & mich nicht & hältst mich
Für gebunden : denn meine freiheit
Hängt von andren (kindern) ab : wie grün
Wir sind : in diesem frühjahr
Setzt das moos uns zu : hölzern
Sind wir unbeschnitzt : wir biegen uns
Im kalten sumpf : wir lieben das erstarren

Hey Roy,

Die Worte tropfen auf den Asphalt

Als hätte jemand seinen Senf dazu gegeben,

Die Blätter rauschen ihren Sound

Als wär‘ der Wind der Wind ein echtes Baumblätterleben,

Die Wolken wollen heute hoch hinaus

Und ich kann sie wohl verstehen,

Ich sitze hier ruhig unterm Baum

Und versuch‘ einfach ‚mal nich‘ hinzusehen –

Hey Roy, noch zwei Umdrehungen

Und der ganze Mist fängt wieder ganz von vorne an,

Die grünen Blätter werden gelb

Damit man sich schon ‚mal aufs Rot freuen kann,

Und nach dem Rot nicht mehr lange

Kommt auch schon bald der Weihnachtsmann,

Hey Roy,

Hey Roy,

Lass‘ uns einfach ‚mal ruhig bleiben dann

Immerhin kommt auch ohne uns bald der Weihnachtsmann,

Hey Roy, hey Roy,

Hey Roy, hey Roy…

Wenn ich ’ne Wolke wär‘, ich würd’s auch nich‘ anders machen,

Ich würd‘ frech überm Pflaumenbaum hängen und später drüber lachen,

Und nach’m siebten Kind würd‘ ich sagen: So das wär’s –

Alte Hippe, Mary-Lou, such dir

Such dir jetzt so langsam mal wieder so’ne Krippe,

Haben die heute auch so Klappen mit Henkeln dran,

Machste einfach so auf & wieder zu

Und das war’s dann,

Hey Roy, hey Roy

Lass uns einfach nur’n Weilchen hier unterm Baum sitzen,

Lass uns morgen mal in die Sauna gehen und da ’ne Weile rumsitzen,

Hey Roy

Hey Roy

Könn’wer auch mal rauswandern

vor die Tore, die’s nich‘ mehr gibt,

Da erzählste mir dann, wie man gut schöne Reden tippt –

Hey Roy

Ich  werd‘ einfach zuhören und vielleicht leise summen

Und wenn’s gut kommt hab‘ ich vielleicht auch ‚was dazu zu brummen –

Hey Roy,

Kennste Gott Tod, der wollt‘ den Menschen helfen,

Aber seine Werke war’n dann doch eher was zum Schuldenüberhelfen,

ach Roy

ach Roy

lass‘ uns hier einfach noch ’ne Weile so sitzen

Pen>g>>ramm

Angenommen man habe sich nicht geirrt. Tatsächlich recht gehabt: der erste Irrtum, das letzte größere Wollen – nichts wäre geschehen. Man würde es heute noch sehen können: Du verlangst zu sterben, ich weigere mich zuzuhören. Nun sieht man in Dir nur das Opfer. Und ich weiß noch immer nicht, was aus Dir geworden ist. Unsichtbar hängt die Zukunft in nichts, Deine Züge lagern sich an immer neue Wolken an, von Zeit zu Zeit bricht hier ein Vulkan aus. Hätten wir uns nicht geirrt, könnte man sich wohl dran gewöhnen. Das erste kleinere Müssen – und nichts Schlimmes daran. Und nun so ein riesiger Stein. Ich will hier weg, weg