das meer schwingt
in den küstengelenken,
rippt den sand
mit schwerewellen
die wirbelsäulen der
inselketten zeugen
sich fort bis zum kalkigen hirn
der korallen:
weg-arterien, evolutionäres
vorspiel der ankerfilamente
das meer schwingt
in den küstengelenken,
rippt den sand
mit schwerewellen
die wirbelsäulen der
inselketten zeugen
sich fort bis zum kalkigen hirn
der korallen:
weg-arterien, evolutionäres
vorspiel der ankerfilamente
kriecht das ich in die mohnhaut:
mendelt & mandelt sich fort in der
hirnachse
das bild entsteht erst
im umkehrschluß
auf der netzhaut,
auf dem äquator der
schädeltangente,
dem knochenpanzer
aus fahrenden wänden,
an dem sich der blutfluß
der schallblasen bricht,
vielwendige teilchenbewegung
amphibischen denkens,
echofrakturen,
die das auge
fältelt, in der konjunktion von
pupille und lidrand
nach außen
zurückflunkert
nachts denkt das auge farbig,
atmet das ohr lautverschiebungen,
ißt die stille die zunge.
mit schwimmhäuten
genabelt ans mark
der sproßachse:
zelluläre erosionen des
schoßwarm gedoppelten
u-boots
fugenlose vokalisierung des lichts
das sich eingräbt
im krausen auswurf des sandes
sich fortmurmelt
zwischen schaum und brandung
das schlagadernhelle streulicht
auf der netzhaut des himmels
sirrt in das plasma
der augenkammern,
tätowiert sie mit unschärfen
und elektrisch zuckenden
umkehrbildern
jeder sonnenuntergang ein sex flush
mit irisverschluß
ich bin eine kosmopolitische pflanze
ein chromatischer fächer aus wind
rücken an rücken
sonde, bereit zu verschwinden
in meerischer haut.
mit meinem weißen schweigen
trinke ich die nacht
im proleptischen sprossenspalier
ist die nacktheit des himmels aufgegabelt:
antennenskelette empfangen
den kundigen rundfunk
des windes
ungeflügelt der
leichteste zweig,
der langsam
wegwandert
ins zopfholz
ich pflanze meine zunge in die erde
um zu vergessen
um die zeit zu verwandeln
in lebendige Hecken
in die falten des alphabets
in das asymmetrische spektrum
des windes
stets gleiche wege im kopf
an türen die orakeln
durch flure insgeheim
vorebei an sehnsüchtig blickender fenster
durch türen die fragen
in räume wie taub.
ich schwelg in dämmerungsnuancen
trete leise
zeiten der inkontinenz
da gibt es kein halten
kein zurück
affekte daten
dreck auf raten
halbe ganze garnicht
zahlen zeugen nicht vom zeug
zungensalat
an der theke gibt es cirka 400 sorten käse
reden
kann jeder
und pampers gibts im angebot
schweigen ist auch nicht besser
aber den mund halten
halt
zurück
es hält nicht mehr
warum also aufhalten
mit zurückhaltung
reden oder nicht reden
das ist keine frage
beides ein weg
flaschen
gehören in den müll
wohin sonst
mit überfluss
und stussverdruss
get out !
meiner laune wirren gegenwart,
nebelschwaden,sinnesrausch,
alter kreise-zunft,
verirrter lichterwege tierischer gewalt.→ weiterlesen
wir alle sehen mit an,
wie unsre seele geschunden.
wir alle tragen daran,
wie unsre hände gebunden.
es scheint ein haufen kalter leiber,
der weltenbühne ausgespiehn,
darunter gütige, vor allem weiber,
der menschenwürde-boden selbst entziehn.
das kapital die erdenhure,
trägt vor den längsten totentanz.
es lahmen die herden im schwure,
untergang vom menschenglanz.
Es gibt einen Ort in dieser Welt
Da träumt sich Pythagoras
Zurück in den Tod: 1 + 1,
In sich selbst verharrend
Was fehlt wird kurz sichtbar
In der Dämmerung,
Zu verteilender Rest auf dem Weg
Zwischen den Tresoren
Mit langer Brennweite, mit
Spiegelblick auf die Häuser
Am Rande des
Gleiscarré, kleidet sich
Die Phantasie neu ein
In der grellbunten, blinkernden Welt:
Entlang der Mittelsenkrechten
Zwischen deinen Augen
Suche ich
Meine Bestimmung, Nicht-
Ich weil Du wie Er
Willkommen, Freund
Freundin, ich liebe dich!
bin ein schöner junger mann,
der nicht laufen kann.
ERDE NEIN, ich flehe
bitte lass mich wehe.
SONNE SONNE SONNE
bin ein schöner junger mann,
der das fliegen kann.
SONNE MEIN, ich strebe
bitte lass mich lebe.
SONNE SONNE SONNE
grüße dich paolo,
bitte zeige mir!
welch künstler werd ich sein?
über felder schreiten? ganz allein?
im Triasland?
das natürlich gegebene nutzen und chiffrieren:
CÄSAR ZESAN
flüstre mir zu,
ein maler ich bin
um meiner hände
vor dir nicht scheu
stumm orakelnd
ja ich bins!
ich geh so neben her,
neben meinem ich.
im garten ich spazier,
im schatten nun erkenn ich mich.
die zweig noch kahl,
es weht die klare milde luft.
ein vöglein spricht zu mir,
es ist der frühlingsduft.
all künstler sind allein,
schaffend in ihrm kämmerlein.
fliegen über stadt und feld,
ein jeder sich fürn könig hält.
sie träumen tage-nächte lang,
vom königreich-das niemand bezwang.
die welt verlockend wie sie scheint,
der künstler-der verneint.
– Na wie jehts denn so?
– Frach mich ma hartz4.
– Un deiner Frau?
– Iss jetz mit nem Spielbankbankfutzi zusamm. Nächste Woche redn wa tepco.
– Aber deine Kinder?
– Ja scheiße, grüß ma Harald schön von Knut.
Im Fundus ist es still; ausgebreitet
Über die Pläne der Inszenierungen liegt
Nicht der Staub, nicht was man Erinnerung nennen mag –
Nur körniges Licht steigt aus der schwer lädierten
Pracht des Parketts & legt sich knisternd
Ins entleerte Gedächtnis
Die Verwandtschaft der Sprachen erzeugt die Illusion einer gemeinsamen Kultur. Doch die Geschichte und konfessionelle Gebundenheit der ehemals jugoslawischen Teilrepubliken könnten kaum unterschiedlicher sein. Jugoslawien war im Auge eines Ostblockbewohners die Alternative schlechthin: der Bruch mit Stalin, die Bewegung der paktfreien Staaten, auf Partizipation zielende kollektive Eigentumsformen und die beibehaltene Reisefreiheit – all dies erschien den Reformern von 1956 und 1968, die den Sozialismus bewahren und in ein menschenwürdiges System verwandeln wollten, geradezu anstrebenswert. Daß die Vorgeschichte einen tiefen Riß durch den Balkan getrieben hatte und daß Serbien dabei eine ganz eigene Rolle spielte, geriet in der Begeisterung für das föderative Jugoslawien aus dem Blick.
Das Morgenländische Schisma projizierte die Alleingeltungsansprüche des geplünderten Roms gegenüber dem kaiserlichen Konstantinopel auf den Balkan. Slowenien und Kroatien, die sich Venedig und den Habsburgern unterwarfen, um nicht dem osmanischen Reich eingegliedert zu werden, schienen aus Sicht der Orthodoxie an den Katholizismus verloren. Von der türkischen Herrschaft befreiten sich die Serben im Laufe des 19. Jahrhunderts selbst. Seitdem können sie nicht genug bekommen an Unabhängigkeit, Größe und Freiheit. Daß Serbien seine Unabhängigkeit ohne Unterstützung des Westens errungen hatte, war dem Westen gar nicht recht. Auf dem Berliner Kongreß 1878 wurde den Österreichern die Besetzung Bosniens erlaubt, nicht zuletzt, um den serbischen Plänen zuvorzukommen, sich einen Zugang zur Adria zu verschaffen. Im zweiten Balkankrieg, in dem Serbien und Griechenland gegen ihren einstigen Verbündeten Bulgarien kämpften, beanspruchte Serbien die Territorien des heutigen Mazedonien und des Kosovo. Nach dem Attentat von Sarajevo vermutete Österreich – im Einklang mit den Nachbarn Bulgarien, Rumänien und der Türkei – die Drahtzieher in Belgrad. Die Angst vor großserbischen Ambitionen diente als Vorwand, um den Ersten Weltkrieg vom Zaun zu brechen. Später, im Königreich Jugoslawien, beanspruchte Serbien die Hegemonie und provozierte damit die kroatischen und slowenischen „Brüder und Schwestern“.
Serbien blieb ein unberechenbarer Partner. Während des Zweiten Weltkrieges versuchte es lange, neutral zu bleiben. Erst unter dem Eindruck akuter Kriegsgefahr wandte sich die serbische Regierung den Achsenmächten zu, was vom Volk nicht honoriert und mit Demonstrationen für England beantwortet wurde, so daß Hitler Serbien kurzerhand bombardieren, erobern und zerstückeln ließ. Auch Stalin war der serbische Unabhängigkeitswille nicht geheuer. All das verschwand hinter der schillernden Kulisse des Tito-Kommunismus, des dritten Weges und der Illusion von der Realisierbarkeit einer Utopie.
Erst die Kriege der 1990er Jahre trübten den Glanz der jugoslawischen Idee. Die Nationalismen sind wie schwelende Wunden wieder aufgebrochen, scheinbar aus dem Nichts. Heute werden die Unterschiede zwischen den Sprachen betont und zum identitätsstiftenden Politikum. Die ungelösten Konflikte – die auch Konflikte des Westens sind – brachen wie ein Geschwür hervor: Nirgendwo prallen römische Kirche, Orthodoxie und Islam so dicht aufeinander wie auf dem Balkan. Die Hegemonie über die unter Tito formell selbständig gewordenen Teilrepubliken der SFRJ ließ sich militärisch nicht herstellen. Es scheint, als sollte dieser schöne Landstrich ausbaden, was in der Geschichte von Ost- und Westeuropa nur durch Abschottung in einem spannungsvollen Gleichgewicht gehalten wurde. Seit den Befreiungskriegen des 19. Jahrhunderts will Serbien mit dem Kopf durch die Wand. Ob es sich nach den Zerfallskriegen stärker dem Osten (Rußland) oder dem Westen (EU) zuwenden würde, blieb lange Zeit unklar.
Wenn Serbien literarisch in den Mittelpunkt rückt, dann geht es um Anerkennung: Literatur als Botschafter einer fremd erscheinenden Lebenskultur, einer trennenden religiösen Verwurzelung und einer pochenden Idee der Autonomie. Natürlich ist die Literatur am Ende machtlos. Sie ähnelt, um mit Paul Celan zu sprechen, einer Flaschenpost, und es ist ungewiß, ob sie den richtigen Adressaten erreicht. Serbien ins Zentrum zu stellen, bedeutet für den Westen eine Nachholestunde: Nur die Anerkennung des Eigenständigen kann zu dem Grad an Verständnis führen, der die Konflikte entschärft, die Serbien stellvertretend für den Westen und den Osten, gegen den Islam wie auch gegen den Katholizismus ausgefochten hat. Die serbischen Dichter greifen dieses Spezifikum ihrer Geschichte auf, aber sie beschränken sich nicht auf ein Nachdenken über Serbien. Dort, wo sie über den nationalen Tellerrand hinausblicken, wird ihre Dichtung für uns interessant. Crnjanski sammelt seine Beobachtungen über Deutschland am Ende der Weimarer Republik in Berlin. Pavlovi? fragt nach der Rolle der Religion in unserem postmodernen Leben und blickt dabei auch nach Indien als Wiege des Buddhismus. Lazi? interessiert die Mündigkeit der Frauen in einer vom orthodoxen Patriarchat geprägten Kultur. Tri?kovi? geht es um die universelle Funktion der Sprache und Tomaševi? fragt nach dem Hinterherhinken der Menschlichkeit hinter dem technischen Fortschritt – eine Frage, die sich gerade dem Westen in Zeiten der Krise ökonomischen Wachstumsdenkens stellt.
das baguette bleibt
heute kalt:
die apathie der moleküle
hält nichts von bewegung.
der backherd ist zu bekweem,
seine Stäbe auf „275“
zu heizen:
ab in den steinofen mit der brotsorte,
im toaster rösten
selbst diese teigblättchen.
Nennt man es Weltschmerz
oder sehnsucht oder liebe oder was
als ich Deinen Dicken Bauch sah
träumte ich mich hinein
und hoffte,
es würde noch einige Tage dauern
bis zur Geburt.
Niko 4.03.09
Endlich wird
der Staub entzündet,
in grauer Zelle,
chemisches Begehren, der
Mann sucht gähnend nach
der Post, wo stand denn
geschrieben
:
„…“
100 Seiten, engmaschig, liest er zum letzten Mal.
– Was wäre wenn –
er sein Denken dem Auditorium zeigte –
es enthüllte, wie unter cremefarbenen Wolken,
sich die Fläche der Venus.
Home, sweet home
Manchmal wenn ich zuhause bin in meinem gehäuse wo ich manchmal nicht weiß ob ich zu hause bin in dieser wohnung,
mit meinen katzen die hier zu hause sind und sich auch so benehmen –
manchmal schau ich dann auf das thermometer um zu wissen wie kalt oder warm es mir sein darf.
Manchmal friere ich.
Manchmal bekomme ich einen brief von den gaswerken, worin enthalten sind verschiedene zahlen und werte, die ich nicht immer & alle
verstehe.
Manchmal verstehe ich mich und friere, obwohl ich nicht darf & bin anschließend froh, wenn ich kein blut sehe auf meiner haut & lege die klinge beiseite.
Manchmal – aber immerhin
:meine katzen fühlen sich wohl.
niko
Der erste Schnee!
Er liegt schwer auf den Blüten
der Narzissen…
Dainichi
Gongen Sonnenfrau –
darf ich mit Dir sprechen?
Geliebte Pflaumenblüte kam dem Verbannten nachgeflogen, zu erhellen künftig die Hochzeit des Menschen. Bald wird es dunkel. Über der Lagunenstadt braut schwer sich der Abend zusammen. Weiter müssen wir, bleiben dürfen wir nicht. Es ist der Berg nun, von woher wir gerufen sind, o Azaleenhügel, alle Tränen von unter dem Baumdach strömen zu dir empor.
Wie wird es sein, wenn der Regen nach oben fließt??
Blaue Irisblüten mögen
die Füße stärkend umschnüren –
als Strohsandalenbänder!
sprach der streng wegetaurische Rechtskater Schnurrbu aus Schorrba
(endgültig aus: Die Dialektik der Körperhälften in der Nähe des Erdkerns, Chanty-Mansijsk: Glaja 2011, S. 49)
Von denen du leben kannst in verschlungenen Gassen
Vor niedrigen Häusern schmort Fleisch über Holzkohle
Fladen aus Mehlteig werden mit Kräutern gemischt
Nudeln werden aus Knetrollen geschnitten
Auf vier Rädern hastet der Fortschritt vorbei
Heidrun Hegewald war wer in der DDR. Sie war eine beachtete, anerkannte wie abgelehnte Künstlerin. Sie war im Vorstand und Präsidium des Verbandes Bildenden Künstler der DDR. Und das nicht nur einer ausgerufenen Frauenquote wegen. Hegewald war eine Gefragte, weil sie eine Fragende war. Eine, die nicht nur hinnahm, eine, die etwas hinzuzugeben hatte. Das Unbequeme machte sie zur Unbequemen.
In der Kunst der Malerin und Graphikerin, die ihr Denken ist, in ihrem Denken, das Geisteskunst ist, artikuliert sie die unterschiedlichsten Dinge, die ihre Unruhe ausmachen. Es ist die Unruhe der Unbequemen. Lebenslang! Im Kunstmachen autonom, äußert sich ihre Autonomie auch in der Kunst des Schreibens. „Ich bin, was mir geschieht“ ist der Titel einer Sammlung mit Schriftstücken der Schreiberin. Das Buch ist ein breiter und hoher Damm gegen die „Diktatur der Dummheit“. Eine Autorin spricht, die keine Anstrengung scheut, die Leser anzustrengen. Sätze stehen da wie Säulen. Auch als Denk – mal. Derartiges kennt man im Ost-Deutschen von Bildhauern wie Wieland Förster und Werner Stötzer. Heidrun Hegewald ist die Dritte im Bunde.
Hegewald, 1936 in Meißen geboren, ist ein gebranntes Kind. Sie hat das brennende Dresden des 13. Februar 1945 gesehen, gerochen, gefühlt. Das hat sich eingebrannt in Herz und Hirn der Heidrun Hegewald. Sie kann nicht umhin, in der Helle das Dunkel, im Dunkel das Helle wahrzunehmen und in ihrer Kunst, in ihrem Schreiben Wirklichkeit werden zu lassen. In einigen Schriftstücken formuliert die Autorin Erinnerungen an die Kinderzeit. Einer der persönlich-privaten Texte, „Dresden“ überschrieben, bringt eine der bittersten Lebenserfahrungen auf den Punkt: „Ich habe meine Kindheit an den Krieg verloren.“ Das war Prägung. Das ist zum Brandmal fürs Leben geworden. Das Leben einer Frau, die von sich sagt: „Ich war und blieb eine fanatische Beobachterin.“ Und die kann nicht anders: Sie muß auf das Wesentliche, das Eigentliche, also stets auf das Existentielle achten. Jederzeit, überall, in allem.
Es könnten sämtliche Texte biographische Schriftstücke genannt werden. Denn, welcher ist nicht ein Text von und für Heidrun Hegewald? Biographisch ist das Schreiben, indem es ein Schreiben wider bleibende Selbstzweifel ist. Schreiben bedeutet für Hegewald, sich Mut anzuschreiben, sich Gewißheiten anzuschreiben, sich Stabilität anzuschreiben. Schreiben bedeutet desweiteren, die Sprache vor Schändung zu schützen. Die Texte trotzen der Verelendung, Verarmung der deutschen Sprache. Wort für Wort. In den persönlichsten Äußerungen ebenso wie in den politischen. Der Wille zum Denken fördert und forciert die polemisch-philosophischen Äußerungen. Die werden am deutlichsten in der assoziativen Sprache. Vor allem wenn die apodiktische Formulierung begünstigt wird. Ihr ist Hegewald so zugeneigt wie den schön geschmirgelten Sätzen. Jeder gute Gedanke ist der philosophisch, politisch Ambitionierten einen guten Satz wert. Gedanken und Gedankensatz sollen stimmen. Dicht an Dicht drängen sich die Gedanken. Jeder Gedanke der Leser wird sofort in den Hintergrund geschoben, da der nächstfolgende Gedanken-Satz der Vor- und Nach-Denkerin vorübersaust. Das macht atemlos. Egal, ob die Kunst, die Gesellschaft, die Person Gegenstand der Gedanken sind.
Ihre Gedanken-Linien aufs Papier zu bringen, hat sich Heidrun Hegewald nichts leicht gemacht. Wieso den Lesern das Lesen erleichtern? Zumal, wenn Leben nicht leichtfertig als leichtfertige Angelegenheit gesehen wird. Was viel, was alles über die Verfasserin von „Ich bin, was mir geschieht“ sagt. Was auch sagt, dass sie ist, was sie geschehen läßt. Heidrun Hegewald ist wer: Heidrun Hegewald!
Heidrun Hegewald: Ich bin, was mir geschieht. Verlag Neues Leben: Berlin 2011. 159 Seiten. Geb.
Just call on me and I’ll send it along
With love from me to you
Ihrem Kind einen Rausch; drei Gespräche
Rechte Brust – Ahnung Theater
Inmitten des Lebens; drei Blicke
Linke Brust, und da stand mein
Geliebter Cesar, Cesar
Vallejo – Schwarzer Stein
Auf weißem Stein, und kein Donnerstag
Urplötzlich
Vor Ihr, weiße Creme aus
Schwarzem Becher – ja – da das Kind
Nun den Sinn – da – erlebte
Und die Atome, die Atome aus
Nietzsches
Knochen sich des Glücks