(eine hommage)
eigentlich waren wir immer wie maulwürfe. wir ernährten uns von würmern und humus, trugen glasbausteinartige brillen oder kontaktlinsen, wühlten nah am oder gar unter dem boden herum, waren handwerker mit angewachsenen schaufeln und hatten bei all unseren aktionen immer nur die nase vorn. bis ein halbgott erschien etwas oberhalb der tulpenblätter (für uns schon die weite des himmels) und uns nachhalf. uns lehrte, dass wir eine doppelsförmige wirbelsäule besäßen und uns auch mal aufrichten dürfen. dass unser gehirn nicht nur zum brüten, sondern auch zum denken, vielleicht sogar zum spontanen spinnen geeignet ist. dass wir hände statt schaufeln haben, deren gelenkige finger, sofern nicht durch diverse küchenunfälle beschädigt, tastatur und stift bedienen können. in der finsteren und kühlen jahreszeit, das jahr lag an der mutterbrust, nichts schien von bedeutung, schrieb er sich eines tages ein. ein neuer, wie wir früher in der schule zu sagen pflegten. neue werden ja meist kritisch beäugt oder gar mit schnitzeln aus der papiertröte bespuckt. kein schöner zug. und der neue erwies sich als gar nicht zimperlich. er baute die größten papierflieger und -tiger, warf die weitesten bälle und schaffte jede stange. mit einer eleganz, die unsere labberigen poesiealben in wahre verbale straffumzüge verwandelte, wandte er sich beiden geschlechtern zu, als waffe besaß er nur füllfederhalter und schwarze tinte. die weiber neckten nicht mehr, die jungen dröhnten nicht mehr. sie beteten ihn, den prinzen, an. beehrten ihn mit ihrer soeben erlernten, während er an ihnen seine altehrwürdige romantische ironie erprobte. keine erotik könnte je planvoller, kein spiel je erfundener sein, literarischer genuss im hochformat.