{"id":16205,"date":"2023-05-13T10:37:45","date_gmt":"2023-05-13T09:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/inskriptionen.de\/?p=16205"},"modified":"2023-08-06T16:57:24","modified_gmt":"2023-08-06T15:57:24","slug":"das-gedaechtnis-ist-ein-amethystfarbenes-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/inskriptionen.de\/?p=16205","title":{"rendered":"\u201eDas Ged\u00e4chtnis ist ein amethystfarbenes Meer\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Erinnerungen an die Triestiner Lyrikerin Lina Galli<\/p>\n\n\n\n\n\n<p>War es das Caf\u00e9 Stella Polare oder das Danubio gewesen, so frage ich mich, wo Giorgio Voghera mich an einem Februartag des Jahres 1979 mit einer \u00e4lteren Dame bekannt gemacht hatte, der, wie es bei ihrem Tod 1993 in der Lokalzeitung <em>Il Piccolo<\/em> hie\u00df, \u201eletzten Dichterin der Stadt Triest\u201c? Die \u00e4ltere Dame war damals bereits 80 Jahre alt und ich hatte von ihr bis dato noch kein einziges ihrer Gedichte gelesen. Als wir uns am n\u00e4chsten Tag ohne unseren Vermittler trafen, hatte sie mir ein Buch mitgebracht, das ein paar Jahre zuvor, 1973 erschienen war: <em>Eppure ancora un mattino<\/em>, eine Auswahl ihrer Gedichte von 1934 bis 1972, herausgegeben von Nora Baldi, die eine wesentliche Rolle in ihren sp\u00e4ten Lebensjahren spielte. Au\u00dferdem das Typoskript eines langen Gedichts, das sie unter dem Eindruck des furchtbaren Erdbebens in Friaul (Mai 1976) verfasst und im Radio vorgetragen hatte. Dieses Erdbeben, d.h. das Schicksal der davon betroffenen Menschen bewegte sie damals noch immer stark und so sprach sie fast ausschlie\u00dflich dar\u00fcber zu mir. Bei Giorgio Voghera sollte ich sp\u00e4ter \u00fcber die Dichterin lesen:<\/p>\n\n\n\n<p>Lina ist heute als eine von ganz wenigen Triestiner Dichterinnen auch im \u00fcbrigen Italien bekannt. Zweifellos kann sie nunmehr neben den Gro\u00dfen der Triestiner Literatur bestehen. Unsere Gro\u00dfen haben jedoch, vielleicht ohne es zu bemerken, eigent\u00fcmliche Haltungen eingenommen. Lina hingegen bewahrt weiterhin eine m\u00fctterliche und gleichzeitig, so m\u00f6chte ich sagen, beinah m\u00e4dchenhafte Haltung. Unsere Gro\u00dfen waren alle ein wenig egoistisch: vielleicht ein \u201asakrosanter\u2018 Egoismus. Lina hingegen ist immer gro\u00dfz\u00fcgig, vor allem gegen\u00fcber jungen Schrifttellerinnen und Dichterinnen, denen sie hilft, sich durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lina Galli war im letzten Jahr des neunzehnten Jahrhunderts geboren, stammte aus Istrien, aus dem venezianisch gepr\u00e4gten St\u00e4dtchen Parenzo mit der ber\u00fchmten Basilika. Die Mutter starb, als Lina vier Jahre alt war. Gemeinsam mit ihrem Bruder wurde sie von der Gro\u00dfmutter aufgezogen, die eine Pension gef\u00fchrt, in der auch viele \u00f6sterreichische Beamte verkehrten; einer von ihnen erm\u00f6glichte es dem begabten jungen M\u00e4dchen das Gymnasium in Gorizia zu besuchen. Mit dreiunddrei\u00dfig Jahren kam sie als Lehrerin nach Triest, wo ihre f\u00fcr Kinder geschriebenen Reime, <em>Filastrocche cantate col tempo<\/em> noch im gleichen Jahr als Buch erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen dem darauffolgenden schmalen Gedichtband <em>Trieste citt\u00e0<\/em> (1938) und dem ersten Band einer Trilogie, in der sie die traumatischen Jahre des Weltkriegs in einer sehr pers\u00f6nlichen, autobiographisch gepr\u00e4gten Weise zu bew\u00e4ltigen suchte, waren 12 Jahre vergangen. Die alte Heimat war inzwischen jugoslawisches Staatsgebiet geworden, Parenzo hie\u00df jetzt Pore?, und dort f\u00fchlte sie sich als eine Person, die zur Fremden geworden war. (Und an Lina Galli konnte sich in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als ich dort den Spuren ihrer Gedichte nachging, selbst in der Stadtbibliothek niemand erinnern.)<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Im Antiquariat Misan in Triest, Fundgrube f\u00fcr meine eigene kleine Triestiner Bibliothek, hatte ich inzwischen den dritten Band der oben erw\u00e4hnten Trilogie erworben, <em>Notte sull\u2019Istria<\/em>, 1958 herausgegeben vom Movimento Istriano Revisionista; in Zeiten des sogenannten Kalten Krieges waren die Fronten verh\u00e4rtet, zigtausende Italiener hatten Istrien verlassen (nach der Unterzeichnung des Pariser Friedensvertrages am 10. Februar 1947, auf den der 48. Geburtstag der Dichterin f\u00e4llt, als Istrien an Jugoslawien fiel und Triest vor\u00fcbergehend zur \u201afreien Stadt\u2018 erkl\u00e4rt wurde). Sie alle waren zu <em>esuli <\/em>geworden, zu Fl\u00fcchtlingen, Menschen, wie seit jeher, Opfer der \u201agro\u00dfen\u2018 Politik. \u201eNostalgia e dolore, tu li comprendi\u201c, \u201eNostalgie und Schmerz, Du verstehst sie\u201c stand in diesem Exemplar als Widmung f\u00fcr einen (mir) Unbekannten in Gallis gestochener Handschrift, die bis ins hohe Alter die gleiche blieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich diesen Band zum ersten Mal las, wusste ich nicht, dass das Drama der <em>Foibe<\/em> auch ihre eigene Familie erfasst hatte, ihr Bruder und ein Schwager Opfer einer grausamen Rache geworden waren, die auch unschuldige Menschen nicht verschonte:<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[1]<\/a>\u201eDu bist jetzt ein Schatten\/ auch in meiner Erinnerung\u201c, beginnt das Gedicht \u201eFratello\u201c, in dem es gegen Ende zu hei\u00dft:<\/p>\n\n\n\n<p>Man hat mir gesagt, sie haben euch hingestellt<\/p>\n\n\n\n<p>an den Rand eines Steilhangs<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &#8211; Gott hatte seine Hand zur\u00fcckgezogen &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Tief unten pl\u00e4tscherte das Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Horizont war noch immer pr\u00e4chtig<\/p>\n\n\n\n<p>\u00fcber den duftenden Buchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Maschinenpistole haben sie euch niedergem\u00e4ht<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ufer des Aurania.<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autorin von <em>Vita di mio marito <\/em>und Dichterin der Nostalgie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1942 machte Lina Galli der Witwe von Italo Svevo, mit der sie befreundet war, den Vorschlag, eine Biografie \u00fcber ihren Mann zu verfassen \u2013 was diese \u201abegeistert\u2018 aufgenommen haben soll. <em>Vita di mio marito<\/em> erschien 1950 in dem von Anita Pittoni gegr\u00fcndeten Verlag Lo Zibaldone; als Verfasserin fungierte Livia Veneziani Svevo und darunter war in Klammern vermerkt: \u201eStesura di Lina Galli\u201c, \u201eFassung von Lina Galli\u201c. Was jahrzehntelang nur als Mitarbeit gegolten hatte, sollte erst vor wenigen Jahren durch die akribischen Nachforschungen der Triester Literaturwissenschaftlerin Daniela Picamus bewiesen werden: \u201eDie Biografie von Svevo war von der Ehefrau gewollt, wurde aber g\u00e4nzlich von Lina Galli strukturiert und geschrieben.\u201c<a href=\"#_edn3\" id=\"_ednref3\">[3]<\/a> In den langen Listen von Fragen, die die \u201aMitarbeiterin\u2018 an die Witwe stellte, befindet sich auch diese: \u201eWas wurde aus der \u00dcbersetzung von <em>Senilit\u00e0<\/em> von Piero Rismondo? \u2013 sowie die Antwort von Livia Veneziani Svevo: \u201eDie \u00dcbersetzung von Piero Rismondo ist in Wien vor dem letzten Krieg verloren gegangen\u201c.<a href=\"#_edn4\" id=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Noch in Parenzo hatte Lina Galli Nike Clama kennengelernt, die in der Pension ihrer Gro\u00dfmutter wohnte und in der dortigen <em>Scuola elementare <\/em>ihre Kollegin war. Nike Clama war 1896 in Graz geboren, \u201edi padre icognito\u201c, \u201eVater unbekannt\u201c, wie es in den Dokumenten hie\u00df; Lina Galli erz\u00e4hlte mir, dass er ein \u201enobile tedesco\u201c \u2013 womit ein \u00d6sterreicher gemeint war \u2013 gewesen sei. Nike hatte in Graz die Universit\u00e4t besucht und sprach flie\u00dfend deutsch (verfasste sogar eine <em>Grammatica di Lingua tedesca<\/em>); ihre Heimat war jedoch Istrien, von wo ihre Mutter stammte. So wie Lina Galli selbst, hatte sie erste Gedichte in der G\u00f6rzer Zeitschrift <em>Squille isontine<\/em> ver\u00f6ffentlicht. Die beiden Frauen blieben ein Leben lang eng befreundet, und als Nike 1962 starb, gab Lina in den folgenden Jahren einige B\u00e4ndchen mit Nikes verstreuter Prosa heraus (und widmete ihr u.a. das sch\u00f6ne Gedicht \u201eSei fuggita\u201c, \u201eDu bist entflohen\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit Nike und einer anderen Freundin, der Dichterin Maria Milcovich Oliani (deren Leben 1941 durch Selbstmord endete), nahm vor allem Lina fr\u00fch am literarischen Leben der Stadt Triest teil; schon 1933 ver\u00f6ffentlichte sie eine Rezension von <em>I nostri simili <\/em>des jungen Schriftstellers Pier Antonio Quarantotti Gambini (geboren 1910) und wurde nicht m\u00fcde, auch nach seinem Tod (1965) immer wieder die Erinnerung an den Freund, der so wie sie aus Istrien stammte und mit dem sie die Liebe zu der \u201averlorenen Heimat\u2018 verband, wachzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eDu bist meine Stadt der verschwiegenen Worte\/ im Netz der verlassenen Stra\u00dfen\/ und jener lebendigen im Get\u00f6se\u201c beginnt \u201eCitt\u00e0-Acipelago\u201c, das 1968 in <em>La mia citt\u00e0 di dolore<\/em>, einer erweiterten Sammlung ihrer Triest-Gedichte, aufgenommen wurde. Eine Stadt mit vielen in sich geschlossenen Inseln und Inselchen, mit Gegens\u00e4tzen, die oft hart aufeinanderprallen, mit Menschen, gefangen \u201ein contorti conflitti\u201c, \u201ein verworrenen Konflikten\u201c. Eine Stadt, die jedoch immer wieder neu ist, \u201emit ihrem Wind\/ und den wei\u00dfen Felsen mit dem Fu\u00df im azurblauen Meer\u201c: der Wind, das Meer, und der Himmel \u00fcber Triest \u2013 das sind Tr\u00f6stungen, die die Dichterin \u00fcber alle Unbilden hinweg unerm\u00fcdlich zu variieren wei\u00df \u2013 selbst als sie schon in ihre letzte Jahreszeit, in den \u201eWinter des Lebens\u201c eingetreten ist. Doch da war bereits eine neue Zeit angebrochen, die nicht mehr die ihre ist, in der die Generationen auseinanderdriften, \u201edie Stimme der Menschen\/ metallen geworden ist\/ nur mehr Ziffern skandiert.\u201c Die Dichterin notiert auch den Beginn dessen, was uns erst Jahrzehnte sp\u00e4ter mit voller Wucht treffen wird, die Zerst\u00f6rung der Umwelt, den Verlust von Solidarit\u00e4t und Empathie.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in ihren Altersgedichten hat Lina Galli einen seltenen H\u00f6hepunkt erreicht, ist ihre Sprache immer konziser, lapidarer, treffender geworden. In kleiner Auflage, aber sorgf\u00e4ltig editiert, erschien 1989, noch zu Lebzeiten der Dichterin, ein letztes Buch, <em>I Sogni<\/em>.<a href=\"#_edn5\" id=\"_ednref5\">[5]<\/a> Darin sind 55 Traumnotizen versammelt, Fragmente aus ihrem Leben, verwandelt wiederkehrend, in poetischen Stenogrammen beschrieben: \u201eMein zerst\u00f6rtes Haus ist noch da\/ Die Fassade ist neu gemalt\/ die Fensterscheiben gl\u00e4nzen.\u201c An Bilder von Giorgio de Chirico mag man bei der Lekt\u00fcre von \u201eLa citt\u00e0\u201c denken, ein surreales Triest, in dem die Tr\u00e4umende durch antike, verlassene Stra\u00dfen wandelt, in denen sich architektonische Versatzst\u00fccke \u201emultiplizieren\u201c, als ob die \u201eMauern sich selbst gezeugt h\u00e4tten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich Lina Galli im April 1992 in der Casa di Riposo Anna in der via San Lazzaro besuchte, war ich zutiefst bewegt von der Aufnahme, die sie mir dort bereitete: Obwohl ihr Leben auf wenig mehr als auf ein Bett reduziert war, das in dem Mehrbettzimmer nahe an einem Fenster stand, und ihren Blick nur mehr auf den Himmel \u00fcber der belebten Piazza Goldoni frei gab, hatte sie sich auf dieser Insel ein letztes poetisches Reich eingerichtet, in dem sie, einer alterslosen Fee gleich, noch immer Gedichte schrieb. Aus diesem Reich schickte sie mir danach noch drei Gedichte \u00fcber jene Orte, die ihre Schicksalsst\u00e4dte waren: \u201eParenzo\u201c, \u201eTrieste\u201c, \u201eVenezia\u201c; letzteres sei noch unver\u00f6ffentlicht, hatte sie dazu notiert; die erste Zeile lautet(e): \u201eNella tua bellezza la morte.\u201c \u201eIn Deiner Sch\u00f6nheit der Tod.\u201c Als h\u00e4tte sie vorausgesehen, dass ein au\u00dfer Rand und Band geratener Tourismus eines Tages im Begriff sein w\u00fcrde, \u201aihr\u2018 Venedig zu zerst\u00f6ren, \u201esommergersi\u201c, untergehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re hoch an der Zeit, aus dem umfangreichen Nachlass von Lina Galli auch ihren Briefwechsel mit den (nicht nur inzwischen ber\u00fchmten) Mitgliedern (und nicht nur) des \u201eArchipels Triest\u201c herauszugeben; ihre, in so vielen Zeitungen und Zeitschriften verstreute Prosa \u00fcber Pers\u00f6nlichkeiten und Orte in ganz Italien; und, endlich, auch einen Band mit einer Auswahl ihrer Gedichte in deutscher Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Lina Galli<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gedichte ausgew\u00e4hlt und \u00fcbersetzt von Ilse Pollack <a href=\"#_edn6\" id=\"_ednref6\"><strong>[6]<\/strong><\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. Februar 1947<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Finsterer Februar<\/p>\n\n\n\n<p>gepeitscht vom Wind.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu jener Stunde<\/p>\n\n\n\n<p>h\u00f6rte man Schreie.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Schl\u00fcnden<\/p>\n\n\n\n<p>erhoben sich fleischlose Arme<\/p>\n\n\n\n<p>taumelten fluchend<\/p>\n\n\n\n<p>fluchend.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie die Ermordeten<\/p>\n\n\n\n<p>schwanken stumm die Lebenden:<\/p>\n\n\n\n<p>zu Stein geworden jedes Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00e4user atmen nicht mehr,<\/p>\n\n\n\n<p>der Himmel ist begraben im tiefen Meer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ersch\u00f6pft biegt ums Eck ein vorsichtiger Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein \u00dcberlebender, und er zittert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Esuli \u2013 Die Gefl\u00fcchteten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An Bord des Schiffes, von Pola getrennt<\/p>\n\n\n\n<p>dachten sie angstvoll an die St\u00e4dte<\/p>\n\n\n\n<p>die sie erwarteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus ihrer Heimat gerissen<\/p>\n\n\n\n<p>die an bildsch\u00f6nen K\u00fcsten vor\u00fcberglitt<\/p>\n\n\n\n<p>auf ein unbekanntes Morgen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>In Venedig empf\u00e4ngt sie ein Schwarm von Leuten<\/p>\n\n\n\n<p>mit abweisenden Schreien, verweigert ihnen Nahrung<\/p>\n\n\n\n<p>und in Bologna kann der Zug nicht halten<\/p>\n\n\n\n<p>wegen der feindseligen Menge.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder schauen verwirrt um sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eltern k\u00f6nnen ihnen nichts mehr geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Morgen \u2013 ein Albtraum.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Italiener empfinden sie nicht als Br\u00fcder<\/p>\n\n\n\n<p>sie sind Leute, die es abzuweisen gilt, Gefl\u00fcchtete.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese betrachten alles stumm<\/p>\n\n\n\n<p>mit weit aufgerissenen Augen<\/p>\n\n\n\n<p>in denen die Tr\u00e4nen stocken.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schmerz, alles verloren zu haben<\/p>\n\n\n\n<p>kommt dieser neue Schmerz hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ganz leise sprichst du mit den Toten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt wehen von den Bergen<\/p>\n\n\n\n<p>die grausamen Winde, es st\u00f6hnen die Pinien<\/p>\n\n\n\n<p>gekr\u00fcmmt \u00fcber dem Meer<\/p>\n\n\n\n<p>unter dem Dach der grauen Wolken.<\/p>\n\n\n\n<p>Vater, weit weg, lebender und verlorener Vater,<\/p>\n\n\n\n<p>so alt sehe ich dich und kenne nicht<\/p>\n\n\n\n<p>dein letztes Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengekauert in der stillen K\u00fcche<\/p>\n\n\n\n<p>neben dem Feuer,<\/p>\n\n\n\n<p>gegen\u00fcber dem Feuer, das dir den Frost nicht vertreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00e4lte schneidet in die gipsernen Knochen<\/p>\n\n\n\n<p>und du wartest und wartest, und schaust doch nicht hin zur Schwelle<\/p>\n\n\n\n<p>denn niemand wird kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Blick folgt dem Licht, das sich von den D\u00e4chern zur\u00fcckzieht<\/p>\n\n\n\n<p>wie in dir selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein r\u00f6tlicher Fleck auf den H\u00fcgeln<\/p>\n\n\n\n<p>zwischen den segelnden Nebeln, und die Kr\u00e4he fliegt auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist die Saison! Erinnerst du dich wie du<\/p>\n\n\n\n<p>die roten Bracken herbeigepfiffen hast?<\/p>\n\n\n\n<p>Unter deinen Stiefeln knirschte fr\u00f6hlich der Frost.<\/p>\n\n\n\n<p>So stumm sehe ich dich und kenne nicht<\/p>\n\n\n\n<p>deine letzte Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p>fange ein fernes Echo nur auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz leise sprichst du mit den Toten<\/p>\n\n\n\n<p>und z\u00e4hlst die Zeit:<\/p>\n\n\n\n<p>von Weihnachten bis Ostern.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter deinem wei\u00dfen Nacken<\/p>\n\n\n\n<p>schl\u00e4gt die alte Pendeluhr die Stunden<\/p>\n\n\n\n<p>eurer entwurzelten Existenzen<\/p>\n\n\n\n<p>und immer schwerer wird das Herz<\/p>\n\n\n\n<p>im bleiernen Strudel der Tage.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anders ist jenes Meer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unruhig wittert der Verbannte die Luft<\/p>\n\n\n\n<p>und sucht nach einem verlorenen Geruch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer vergisst die heiteren Segel<\/p>\n\n\n\n<p>in der leichten Brise des S\u00fcdwinds,<\/p>\n\n\n\n<p>und das Rollen der Karren<\/p>\n\n\n\n<p>wegelang um den Weinberg?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer vergisst die engen Gassen vertieft<\/p>\n\n\n\n<p>in das Summen des Nachmittags<\/p>\n\n\n\n<p>und auf den Schwellen das Gefl\u00fcster der Alten<\/p>\n\n\n\n<p>im violetten Feuer des Abends?<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Land, jede Stadt ist fremd \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>anders ist jenes Meer, anders ist jener Wind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo ist mein Laut? Wo ist mein H\u00fcgel?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Parenzo<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin gekommen um zu suchen<\/p>\n\n\n\n<p>was ich verloren habe.<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Erinnerung stand es fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter unwissenden Leuten<\/p>\n\n\n\n<p>finde ich eine Menge Schatten<\/p>\n\n\n\n<p>und die Leere, das Meer, den Wind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Svevo<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Du kehrst zur\u00fcck mit den runden, freundlichen Augen<\/p>\n\n\n\n<p>den schwarzen, im gelblichen Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Du tr\u00e4gst \u201eMelone\u201c und gehst wie ein Kaufmann<\/p>\n\n\n\n<p>durch die Stra\u00dfen von Triest wo die Kutschen widerhallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand wei\u00df von deinem \u201estillen Leiden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In Gedanken versunken, h\u00e4lt dich ein verborgener Fluss<\/p>\n\n\n\n<p>ab von den kleinen Dingen des Zufalls.<\/p>\n\n\n\n<p>Du denkst nicht an deine Erscheinung<\/p>\n\n\n\n<p>an dein vagabundierendes Gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der pr\u00e4chtigen Villa, dem bequemen Gef\u00e4ngnis<\/p>\n\n\n\n<p>nimmst du die \u00fcbliche Haltung an.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist es wichtig zu lachen, zu lachen wie Chaplin:<\/p>\n\n\n\n<p>die Frauen erwarten dich, neugierig,<\/p>\n\n\n\n<p>lachen vor den zerstreuten Enkeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht einmal du wei\u00dft in deiner Doppelb\u00f6digkeit<\/p>\n\n\n\n<p>was die Wahrheit ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Gierig umklammerst du die Zigarette<\/p>\n\n\n\n<p>gestattest dir ein Nickerchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Du rauchst, rauchst und verbrennst dich innerlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie letzte\u201c bettelst du, bevor du stirbst.<\/p>\n\n\n\n<p>So sehr hast du den Tod gef\u00fcrchtet, und dann kam er still und sanft.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWeine nicht, Letizia, sterben ist gar nichts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer schmerzten die langen Jahre des Schweigens.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geige, ach, ein Komplize!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein grausames Schweigen hattest du dir auferlegt<\/p>\n\n\n\n<p>und dich verletzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stra\u00dfen bei Nacht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf B\u00fcrgersteigen gehe ich<\/p>\n\n\n\n<p>\u00fcber die m\u00fcden Abf\u00e4lle des Tages.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nacht fehlt der Atem des Geheimnisses<\/p>\n\n\n\n<p>das mich mit dem verlassenen Meer verband.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich suche es an den Ufern wo traurig sind<\/p>\n\n\n\n<p>die Augen der Kinder gerichtet auf ein Meer<\/p>\n\n\n\n<p>das dicht wie Pech nicht zu atmen scheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach, k\u00f6nnte ich die Traurigkeit \u00e4ndern<\/p>\n\n\n\n<p>den Himmel des Exils in schwarzer Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Tags\u00fcber t\u00e4usche ich mir einen Bodensatz an Besch\u00e4ftigungen vor<\/p>\n\n\n\n<p>w\u00e4hrend meine Tr\u00e4ume ins Schleudern geraten.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; *<\/p>\n\n\n\n<p>Immer neu bist du mit deinem Wind<\/p>\n\n\n\n<p>und den wei\u00dfen Felsen mit einem Fu\u00df im Blau.<\/p>\n\n\n\n<p>Freudenspenderin scheinst du zu sein jedoch<\/p>\n\n\n\n<p>wirbelst du st\u00e4ndig aufr\u00fchrerische Seelen durcheinander.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Winter des Lebens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die tiefsten Gedanken<\/p>\n\n\n\n<p>nehmen mich nicht an der Hand.<\/p>\n\n\n\n<p>Schl\u00e4frig h\u00e4nge ich<\/p>\n\n\n\n<p>ein m\u00fcdes Blatt am Zweig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Rest in der irdischen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schritt, der sich entfernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts rei\u00dft mich aus dem Fluss der Dinge<\/p>\n\n\n\n<p>keine Erinnerung an mein heimliches Brodeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur im Traum gehe ich st\u00e4ndig<\/p>\n\n\n\n<p>steige Stufen, steile Pfade<\/p>\n\n\n\n<p>wohin wei\u00df ich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist das der Winter des Lebens?<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch gibt es immer noch &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>das endlose Lauschen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Traum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie kommen im Traum<\/p>\n\n\n\n<p>die vergessenen Tage.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Unbewussten bl\u00fchen sie wieder auf<\/p>\n\n\n\n<p>die verlorenen Gesch\u00f6pfe,<\/p>\n\n\n\n<p>die verletzten Augenblicke, die unm\u00f6glichen Erwartungen,<\/p>\n\n\n\n<p>die verbotenen Vereinigungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einem Durchgang schie\u00dfen Forderungen,<\/p>\n\n\n\n<p>Blicke von Verdammnis, von entt\u00e4uschter Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verschwundenen tauchen auf<\/p>\n\n\n\n<p>in verwandelten H\u00e4usern, in unbekannten Landschaften<\/p>\n\n\n\n<p>auf steilen Stufen, wir suchen sie<\/p>\n\n\n\n<p>auf einst\u00fcrzenden Korridoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Traum erf\u00fcllt sich<\/p>\n\n\n\n<p>was uns nicht gew\u00e4hrt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Unaufh\u00f6rlich sickern sie durch<\/p>\n\n\n\n<p>diese Erinnerungen, verborgen<\/p>\n\n\n\n<p>im vermeintlichen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei sind wir in einem.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verlangen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese herabst\u00fcrzende Lawine<\/p>\n\n\n\n<p>ach, sie aufhalten k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ein Geizhals die M\u00fcnzen z\u00e4hlt<\/p>\n\n\n\n<p>festhalten k\u00f6nnen die verbleibenden Tage.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Wort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Wort:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTod\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>und ich werde nichts als getr\u00e4umt haben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Ilse Pollack<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\"><\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[1] Mit dem italienischen Wort Foibe, abgel. von lat. Fovea, fossa, werden unzug\u00e4ngliche H\u00f6hlen im Karst bezeichnet. Der Begriff Foibe-Massaker bezeichnet brutale Kriegsverbrechen, die im und nach dem Zweiten Weltkrieg von jugoslawischen Partisanen an Italienern aus Rache ver\u00fcbt wurden, v.a. in den istrischen und dalmatinischen K\u00fcstengebieten. Vgl. dazu z.B. Cristin, Renato Hg. 2007, <em>Die Foibe. Vom politischen Schweigen zur historischen Wahrheit\/Foibe. <\/em><em>Dal silenzio politico alla verit\u00e0 storica<\/em>. Berlin u.a.: LIT.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[2]<\/a> Nur wenige Orte wie das istrische Aurania\/Vranja haben durch die Operationen der Partisanen Gewalt und Hinrichtungen erlitten, so betont Dario Alberti 1997 in seiner Monographie <em>Istria. Storia, arte, cultura<\/em>. Trieste: Lint.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\" id=\"_edn3\">[3]<\/a> Daniela Picamus, bei der ich mich f\u00fcr die elektronische \u00dcbermittlung ihres 2014 publizierten Textes bedanke: La stesura di Lina Galli di \u201aVita di mio marito\u2018 di Livia Veneziani Svevo. In: <a href=\"https:\/\/www.libreriauniversitaria.it\/libri-autore_baroni+g-g_baroni.htm\">Giorgio Baroni<\/a>\/<a href=\"https:\/\/www.libreriauniversitaria.it\/libri-autore_benussi+c-c_benussi.htm\">Cristina Benussi<\/a>&nbsp;Hg., <em>L\u2019esodo giuliano-dalmata nella letteratura. Atti del Convegno internazionale. Trieste, 28 febbraio-1 marzo 2013<\/em>. Pisa\/Roma: <a href=\"https:\/\/www.libreriauniversitaria.it\/libri-editore_Fabrizio+Serra+Editore-fabrizio_serra_editore.htm\">Fabrizio Serra Editore<\/a>, 103-109.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[4]<\/a> Der in Triest geborene und in Klagenfurt gestorbene Schriftsteller Piero Rismondo (1905-89) hatte bereits 1929 seine \u00dcbersetzung von <em>Zeno Cosini<\/em> publiziert; <em>Senilit\u00e0<\/em> wurde in seiner \u00dcbersetzung unter dem Titel <em>Ein Mann wird \u00e4lter<\/em> im Jahr 2000 im Wagenbach Verlag ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\" id=\"_edn5\">[5]<\/a> Galli, Lina 1989, <em>I Sogni.<\/em> Trieste: Edizioni Triestepress (mit einem Portr\u00e4t der Dichterin von Marcello Mascherini und einem Vorwort von Licio Damiani).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[6]<\/a> Die Gedichte stammen aus folgenden Lyrikb\u00e4nden von Lina Galli: \u201e10. Februar 1947\u201c, \u201eEsuli\u201c, \u201eGanz leise sprichst du mit den Toten\u201c, \u201eAnders ist jenes Meer\u201c. Aus: <em>Notte sull\u2019Istria. Poesie. <\/em>Pola: L\u2019Arena di Pola, 1958. \u201eIn Parenzo\u201c. Aus: <em>Eppure ancora un mattino<\/em>. Padova: Rebellato Editore, 1973. \u201eSvevo\u201c, \u201eStra\u00dfen bei Nacht\u201c. Aus: <em>Mia citt\u00e0 di dolore. Poesie<\/em>. Trieste: Societ\u00e0 artistico letteraria, 1968. \u201eDer Winter des Lebens\u201c, \u201eIm Traum\u201c, \u201eVerlangen\u201c, \u201eEin Wort\u201c. Aus: <em>Il tempo perduto<\/em>. Milano: Istituto propaganda libraria, 1986.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungen an die Triestiner Lyrikerin Lina Galli War es das Caf\u00e9 Stella Polare oder das Danubio gewesen, so frage ich mich, wo Giorgio Voghera mich an einem Februartag des Jahres 1979 mit einer \u00e4lteren Dame bekannt gemacht hatte, der, wie es bei ihrem Tod 1993 in der Lokalzeitung Il Piccolo hie\u00df, \u201eletzten Dichterin der Stadt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1301,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[60],"tags":[],"class_list":["post-16205","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ecosdaescrita"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack-related-posts":[{"id":4153,"url":"https:\/\/inskriptionen.de\/?p=4153","url_meta":{"origin":16205,"position":0},"title":"Gedichte","author":"J. 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