{"id":16121,"date":"2023-04-02T21:33:52","date_gmt":"2023-04-02T20:33:52","guid":{"rendered":"https:\/\/inskriptionen.de\/?p=16121"},"modified":"2023-08-06T16:56:11","modified_gmt":"2023-08-06T15:56:11","slug":"zwischen-himmel-und-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/inskriptionen.de\/?p=16121","title":{"rendered":"Zwischen Himmel und Erde"},"content":{"rendered":"\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.iudicium.de\/katalog\/86205-559.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Anthologie taiwanischer Literaturen, herausgegeben von Thilo Diefenbach<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich beginne gerne von hinten. Wohl wissend, dass chinesische B\u00fccher dort beginnen, wo europ\u00e4ische B\u00fccher aufh\u00f6ren. Sie werden von hinten aufgeschlagen und r\u00fcckw\u00e4rts aufgebl\u00e4ttert. Vor mir liegt \u201eeine Anthologie, die nicht \u00fcbertroffen werden wird\u201c &#8211; mit diesem Superlativ von Paul Ingenday auf der vierten Umschlagseite eingestimmt, schlage ich das Buch auf. T\u00fcrkisblaue Vorsatzseiten erinnern an Meeresrauschen und einen strahlenden Himmel. In <em>Tintenherz<\/em> hat Cornelia Funke das Vorsatzpapier mit dem Vorhang im Theater verglichen: Zu Beginn \u00f6ffne es den Blick auf die B\u00fchne, auf der das Buch spielt; am Ende symbolisiere das Vorsatzpapier, wie sich der Vorhang wieder schlie\u00dft. In der Anthologie <em>Zwischen Himmel und Meer<\/em> ist das Vorsatzpapier vorn und hinten t\u00fcrkisfarben \u2013 es ist also egal, ob wir hinten oder vorn zu lesen beginnen. Wenn wir \u2013 europ\u00e4isch von hinten, chinesisch von vorn \u2013 anfangen, begegnet uns zuerst ein Foto, das von den Bergen Taiwans Ostk\u00fcste \u00fcbers Meer hinweg geschossen wurde. Ausgedehnte Pinienw\u00e4lder, die abrupt an der Wasserkante enden, wo der Himmel mit Horizont ansetzt. Der Betrachter blickt gewisserma\u00dfen in Richtung der Westk\u00fcste Amerikas. Eine Perspektive, um die es im Buch explizit nicht geht, die aber unausgesprochen methodisch zugrundeliegt. Das Foto tr\u00e4gt keinem Namen, nur einen Hinweis als Bildunterschrift: siehe Seite 20. Also bl\u00e4ttern wir im europ\u00e4ischen Sinn nach vorn, traditionell chinesisch ans hintere Ende des Buches. Hier offenbart der Herausgeber und \u00dcbersetzer, dass ihn dieser Anblick zum Titel des Buches inspiriert habe. Es handelt sich um ein altes Motiv: Himmel und Erde, der Raum zwischen den vier Meeren \u2013 das ist schon in der altchinesischen Literatur die natursymbolische Beschreibung des \u201eReiches\u201c, des herrschenden lokalen Staates. Sympathisch, dass das Buch mit einem Epilog in Form eines zweisprachigen Gedichts endet (bzw. anf\u00e4ngt), einem Gedicht, das die Insel Taiwan auf geradezu universelle Weise als Menschheitsthema beschreibt: \u201eIch mag den Umriss dieser Insel &#8230; In diesem Augenblick, da kehren wir \u2013 postume Kinder unsrer gro\u00dfen Erde \u2013 zur\u00fcck zu einem schlichten Glauben.\u201c<br \/><br \/>Die Anthologie selbst ist nicht zweisprachig konzipiert, das h\u00e4tte ihren Umfang von knapp 550 Seiten nahezu verdoppelt. Doch: immerhin die Gedichte sind auch im Original wiedergegeben. Die ausgew\u00e4hlten Texte repr\u00e4sentieren \u2013 und das ist erstmalig \u2013 sechs Sprachen, die in der Kultur und Geschichte Taiwans eine Rolle gespielt haben: indigene Sprachen, klassisches Chinesisch, Taiwanesisch, Hakka, Japanisch und Mandarin. Den Texten ist ein informatives Vorwort des Herausgebers und \u00dcbersetzers Thilo Diefenbach vorausgeschickt, das die wechselvolle Geschichte der Insel knapp zusammenfasst und zugleich die chronologische Gliederung des Buches erkl\u00e4rt. Tats\u00e4chlich d\u00fcrfte es ein Alleinstellungsmerkmal dieser Anthologie sein, sich im ersten, etwa einhundert Seiten umfassenden Teil der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung \u2013 in modernes Chinesisch transkribierten \u2013 Texte der austronesischen Ureinwohner Taiwans zu widmen. Die  16 indigenen Volksgruppen bilden heute nur noch zwei Prozent der Bev\u00f6lkerung. Sie wurden in der zwischen Holl\u00e4ndern, Japanern und Han-Chinesen wechselnden Fremdherrschaft zunehmend unterdr\u00fcckt und verdr\u00e4ngt. Erst in den letzten Jahrzehnten erfahren die Sprachen der Ureinwohner mehr Akzeptanz und F\u00f6rderung. Bemerkenswert ist die lange Ballade von der \u00dcberfahrt nach Taiwan, im Buch als Elegie bezeichnet, tats\u00e4chlich eher ein Lamento, ein Klagelied, ja sogar eine Taiwanbeschimpfung, von einem unbekannten indigenen Autor, niedergeschrieben in chinesischen Schriftzeichen um 1938. \u201eIch rate dir dringend ab: setze niemals nach Taiwan \u00fcber! Taiwan ist so etwas wie die Schwelle zum D\u00e4monenreich: Tausende Menschen kommen hierher, nur um die Stra\u00dfe des Todes zu betreten, und wenn sie dann tats\u00e4chlich sterben, k\u00fcmmert das niemanden.\u201c Diese S\u00e4tze klingen nach Ironie und Sarkasmus, sie beinhalten eine doppelb\u00f6dige Wahrheit.<br \/><br \/>Der zweite Teil mit Beispielen aus der schriftlich fixierten Literatur Taiwans ist deutlich umfangreicher als der erste Teil der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferungen. Der Leser wird auf einen Ritt durch Texte aus dem 17., 18., 19., 20. und dem Anfang des 21. Jahrhunderts mitgenommen. Die meisten Texte sind belletristischer Natur, aus der fr\u00fcheren Zeit meist Gedichte, aus der Gegenwartsliteratur meist Prosasplitter, kurze Erz\u00e4hlungen. Zuweilen sind Essays dazwischen gestreut, z.B. Betrachtungen zur multiethnischen Literatur Taiwans, zur Industrialisierung, zur Rolle der christlichen Kirche oder \u00fcber den Flughafen in Taipeh. Auf diese Weise erh\u00e4lt der Leser nicht nur einen Eindruck von abgehobenen literarischen Diskursen, sondern auch von Problemen aus der Lebenswirklichkeit. Besonders erkenntnisreich f\u00fcr den Leser, der noch nicht mit der taiwanischen Literatur vertraut ist, d\u00fcrften die z.T. recht umfangreichen biographischen Anmerkungen zu den Autoren sein, die der Herausgeber jeweils unter die \u00dcbersetzung gestellt hat \u2013 insofern ist die Anthologie auch ein Kompendium und Lexikon der taiwanischen Literatur. Ein Beispiel daf\u00fcr ist der erste Eintrag zur schriftlich \u00fcberlieferten Literatur. Es handelt sich um das achtzeilige Gedicht <em>Entw\u00fcrfe aus der Bucht<\/em> von Shen Kuangwen aus dem Jahr 1658. Der zweiseitige Kommentar des \u00dcbersetzers schildert die Lebensgeschichte des Dichters und ordnet sie kenntnisreich ins Zeitgeschehen ein. Auf diese Weise erh\u00e4lt der Leser ein vertieftes Bild der taiwanischen Kultur: Es werden nicht nur abstrakte Zusammenh\u00e4nge geboten, sondern sehr pers\u00f6nliche Einblicke, die auf poetische Weise Geschichte vermitteln. Apropos Poesie: hier ist anzumerken, dass der \u00dcbersetzer selbst kein Dichter ist, sondern von der Wissenschaft (Sinologie und Germanistik) herkommt, und seine Lyrik\u00fcbersetzungen zuweilen etwas sperrig oder gestelzt wirken und sich nicht immer klar auf die Vorlage zur\u00fcckbeziehen lassen. Das Bem\u00fchen, um eine poetische Ausdrucksweise ist den deutschen Versionen anzumerken. Zu erw\u00e4hnen ist an dieser Stelle, dass einige der Texte dieser Anthologie von sieben weiteren \u00dcbersetzerinnen und \u00dcbersetzern ins Deutsche \u00fcbertragen wurden. Gewinnbringend f\u00fcr den Leser ist vor allem der weite Horizont und Gr\u00fcndlichkeit der Quellenkenntnis, mit dem Thilo Diefenbach die Textauswahl vorgenommen und die Anmerkungen zu den Texten zusammengestellt hat.<br \/><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Anthologie taiwanischer Literaturen, herausgegeben von Thilo Diefenbach Ich beginne gerne von hinten. Wohl wissend, dass chinesische B\u00fccher dort beginnen, wo europ\u00e4ische B\u00fccher aufh\u00f6ren. Sie werden von hinten aufgeschlagen und r\u00fcckw\u00e4rts aufgebl\u00e4ttert. 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