{"id":15246,"date":"2022-04-04T23:45:36","date_gmt":"2022-04-04T22:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/inskriptionen.de\/?p=15246"},"modified":"2022-04-04T23:45:36","modified_gmt":"2022-04-04T22:45:36","slug":"vom-denken-in-geld-und-dem-glauben-an-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/inskriptionen.de\/?p=15246","title":{"rendered":"Vom Denken in Geld und dem Glauben an Gott"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Getrieben von dem Wunsch, das aktuelle Geschehen zu verstehen, es in einen gr\u00f6\u00dferen zeitlichen und historischen Kontext einordnen zu k\u00f6nnen, schreibe ich diese Zeilen in den Schluchten des Balkans, genauer: in meiner zweiten Heimat Bulgarien, in einer Art Notwehr nieder. Eine Art Notwehr gegen alle Falsch- und Nichtinformationen des Informationskrieges, in dem wir uns nicht erst seit dem angeblichen Krieg gegen Corona befinden. Der r\u00e4umliche Abstand zu meiner ersten Heimat Deutschland hilft mir dabei, einen k\u00fchlen Kopf zu bewahren, meine Gedanken zu ordnen und festzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine st\u00e4rkste Assoziation, die bereits bei Beginn der Hygiene-Demos im Fr\u00fchjahr 2020 in Berlin einsetzte, war die an die Ereignisse des gesamten Jahres 1989 in der DDR. Denn der Protest auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, bei denen ich zugegen war, hatten einige Parallelen mit den Demonstrationen in Leipzig, beispielsweise das rigorose Eingreifen der Polizei gegen bestimmte Plakate und das Hochalten der Verfassung. In Leipzig wurde dieser Job noch von Mitarbeitern der Staatssicherheit in Zivil erledigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der bekannte Ausgang der Proteste in Leipzig, deren Augenzeuge ich ebenfalls war, machte mir Hoffnung, aber nicht nur Hoffnung. Im selben Moment machte er mich auch nachdenklich und vorsichtig. Vor allem deswegen, weil bis heute eine charakterstarke, machtvolle Pers\u00f6nlichkeit wie Michail Gorbatschow fehlt, ohne die eine Wende in der Form, wie wir sie 1989 erlebt haben, nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Ein gro\u00dfer Wandel, ganz bewusst kein \u201egro\u00dfer Umbruch\u201c, ist trotzdem prinzipiell auch heute m\u00f6glich, so denke ich, auch wenn gerade nicht nur Deutschland und Europa, sondern die ganze Welt den gesunden Menschenverstand verloren zu haben scheint, was Nietzsche so erkl\u00e4rte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer&nbsp;Irrsinn&nbsp;ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, V\u00f6lkern, Zeiten die Regel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere wichtige Erfahrung, vielleicht besser Lehre, aus dem Jahr 1989 ist, dass es am Ende immer anders kommt, als man denkt. In dem Fall, dass aus \u201eWir sind das Volk\u201c \u201eWir sind ein Volk wurde\u201c. Dazu muss man wissen, dass niemand in der DDR auf die Stra\u00dfe gegangen war, zumindest am Anfang nicht, um sich mit der alten Bundesrepublik zu vereinigen, und schon gar nicht um ihr beizutreten, sondern weil man eine bessere DDR wollte. Aber so ist es wohl immer in der Menschheitsgeschichte, oder zumindest meistens, und vermutlich auch diesmal bei Corona. Am Ende kommt etwas anderes heraus, als man es sich erhofft hat \u2013 so oder so. Ich bef\u00fcrchte, dass auch diesmal zum Schluss alles wieder nur \u201ebesser\u201c aber nichts \u201egut\u201c wird. Das ist auch ein Grund, der mich in der gegenw\u00e4rtigen Situation l\u00e4hmt, und ich vermute nicht nur mich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits: Was habe ich zu verlieren? Eine m\u00f6gliche Impfpflicht, f\u00fcr die ich mich ganz \u201efrei\u201c entscheiden darf. Einen obligatorischen Gr\u00fcnen Pass, den ich f\u00fcr nicht notwendig erachte. Einschr\u00e4nkungen beim Reisen, mehr Kontrolle und \u00dcberwachung und vieles andere mehr &#8230;&nbsp; Meine Arbeit als Taxifahrer habe ich bereits vor zwei Jahren verloren. Auch eine T\u00e4tigkeit als Krankenpfleger, in meinem erlernten Beruf, ist f\u00fcr mich demn\u00e4chst nicht mehr m\u00f6glich. &#8211; So gesehen lohnt es sich schon aufzustehen, auch f\u00fcr mich. Nicht nur manchmal hadere ich deswegen mit mir, jetzt nicht in Berlin auf der Stra\u00dfe zu sein, auf der ich einst viele Jahre mit meinem Taxi zu hause war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als in der DDR gro\u00df gewordener Mensch glaubte ich, ich gebe es offen zu, lange an die allgemeine und stetige Fortentwicklung der Menschheit im Marxschen Sinne. Die marxistische Dialektik besagt aber auch, dass sich jeder einzelne Mensch weiter einwickeln kann, und das tue ich. Die vielen Jahre auf der Stra\u00dfe, meiner Universit\u00e4t, und die zahlreichen Gespr\u00e4che mit Fahrg\u00e4sten und Kollegen haben mir dabei geholfen. Es hat etwas gedauert, aber am Ende habe ich die f\u00fcr mich wahrere Deutung gefunden. Diesmal nicht bei Marx, sondern bei seinem Landsmann und Zeitgenossen Nietzsche:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Menschheit stellt nicht eine Entwicklung zum Besseren oder St\u00e4rkeren oder H\u00f6heren dar, in der Weise, wie dies heute geglaubt wird. Der \u201aFortschritt\u2019 ist blo\u00df eine moderne Idee, das hei\u00dft eine falsche Idee. Der Europ\u00e4er von heute bleibt in seinem Wert tief unter dem Europ\u00e4er der Renaissance; Fortentwicklung ist schlechterdings nicht mit irgendwelcher Notwendigkeit Erh\u00f6hung, Steigerung, Verst\u00e4rkung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es etwas gedauert hat, die Dinge zu durchschauen, mich zu korrigieren und damit auch annehmen zu k\u00f6nnen, dass ich lange Zeit falsch gelegen habe, liegt auch am falschen Gebrauch der Sprache, den es ebenfalls nicht erst seit Corona gibt. Corona hat es mit dem Missbrauch der Sprache und seinen ganzen Falschw\u00f6rtern wie \u201eCovidioten\u201c, Coronaleugner\u201c und \u201eImpfgegner\u201c, um nur einige zu nennen, nur auf die Spritze, Verzeihung, Spitze getrieben. Und dabei h\u00e4tte ich als Halbbulgare darauf vorbereitet sein k\u00f6nnen. Denn wenn, wie in Bulgaren, JA NEIN und NEIN JA bedeuten kann, dann muss LINKS-GR\u00dcN, dem auch ich lange Zeit zugeneigt war, nicht automatisch immer und f\u00fcr alle Zeit LINKS-GR\u00dcN hei\u00dfen. Der falsche Gebrauch der Sprache kann fatale Folgen f\u00fcr das gesamte Gemeinwesen haben, das meinte zumindest Konfuzius:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWenn die&nbsp;Worte&nbsp;nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht. Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und K\u00fcnste. Darum achte man darauf, dass die&nbsp;Worte&nbsp;stimmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Missbrauch der Sprache ist DAS Mittel, mit dem uns der Glaube an den Fortschritt verkauft wird. Denn verkauft und gekauft werden muss, am besten jeden Tag ein neuer Glaube, eine neue Wahrheit, obwohl es unter der Sonne kaum etwas Neues gibt. Um wirklich etwas Neues zu erfahren, schaut man am besten in B\u00fccher &#8211; je \u00e4lter, desto besser. Aber selbst das ist keine Garantie, wie ich k\u00fcrzlich erfahren musste, als ich den ber\u00fchmten Roman \u201eDie unertr\u00e4gliche Leichtigkeit des Seins\u201c des bekannten tschechischen Autors Milan Kundera aus dem Jahr 1984 erneut in die Hand nahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er beginnt folgenderma\u00dfen: \u201eDie Ewige Wiederkehr ist ein geheimnisvoller Gedanke, und Nietzsche hat damit manchen Philosophen in Verlegenheit gebracht: alles wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal erlebt hat, und auch diese Wiederholung wird sich unendlich wiederholen! Was besagt dieser widersinnige Mythos?\u201c \u2013 Fast m\u00f6chte man fragen: Was besagt diese widersinnige Frage? Und zwar deswegen, weil mit der Ewigen Widerkehr, auf die schon andere Philosophen vor Nietzsche gekommen waren, eine Idee, ein Schema gemeint ist, und eben nicht: \u201ealles wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal erlebt hat, &#8230; .\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie nun diese Idee, dieses Schema aussieht, beziehungsweise aussehen k\u00f6nnte, darauf bin ich ausgerechnet in Orwells \u201e1984\u201c gesto\u00dfen, das den meisten wegen seinem \u201eBig Brother\u201c, dem \u201eMinisterium f\u00fcr Wahrheit\u201c, der \u201eGedankenpolizei\u201c und dem \u201eNeusprech\u201c bekannt ist. Genau genommen ist es auch nicht Orwells Schema, sondern das von Emmanuel Goldstein, aus dessen Buch \u201eTheorie und Praxis des oligarchischen Kollektivismus\u201c Winston seiner Geliebten Julia im zweiten Teil von \u201e1984\u201c vorliest:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eVon Anbeginn der geschichtlichen \u00dcberlieferung und wahrscheinlich seit dem Ende des Steinzeitalters gab es auf der Welt drei Arten von Menschen: die Oberen, die Mittleren und die Unteren. Sie waren auf vielerlei Weise untergliedert, trugen verschiedenartige Namen, und sowohl ihr Verh\u00e4ltniszahl wie ihre Einstellung zueinander \u00e4nderte sich von Epoche zu Epoche: doch die Grundstruktur der Gesellschaft hat sich nie gewandelt. Selbst nach ungeheuren Umw\u00e4lzungen und scheinbar unwiderruflichen Ver\u00e4nderungen stellte sich stets das gleiche Muster wieder her, genauso wie ein Gyroskop sich immer wieder aufrichtet, wie sehr man es auch aus dem Gleichgewicht bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ziele dieser drei Gruppen sind unvereinbar. Das Ziel der Oberen ist es, dort zu bleiben, wo sie sind. Das Ziel der Mittleren, mit den Oberen den Platz zu tauschen. Das Ziel der Unteren, sofern sie \u00fcberhaupt eines haben \u2013 denn es ist ein bleibendes Charakteristikum der Unteren, dass sie von der Plackerei zu ausgelaugt sind, um \u00f6fters als nur sporadisch etwas Interesse zu zeigen, das au\u00dferhalb ihres Alltagslebens liegt \u2013, ist es, alle Unterschiede abzuschaffen und eine Gesellschaft zu errichten, in der alle Menschen gleich sein sollen. Und so wiederholt sich durch die ganze Geschichte ein in seinen Grundz\u00fcgen immer gleicher Kampf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber lange Zeitr\u00e4ume scheinen die Oberen ungef\u00e4hrdet an der Macht zu sein, doch fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kommt der Augenblick, in dem sie entweder ihr Selbstvertrauen verlieren oder die F\u00e4higkeit, wirksam zu regieren, oder beides. Sie werden dann von den Mittleren gest\u00fcrzt, die die Unteren dadurch auf ihre Seite ziehen, dass sie ihnen vorspiegeln, f\u00fcr Freiheit und Gerechtigkeit zu k\u00e4mpfen. Sobald die Mittleren ihr Ziel erreicht haben, sto\u00dfen sie die Unteren wieder in ihre alte Knechtschaft zur\u00fcck und werden selber zu den Oberen. Schon bald spaltet sich von einer der beiden anderen Gruppen oder von beiden eine neue Mittelgruppe ab, und der Kampf beginnt von Neuem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was mich so sicher macht, auf der richtigen Spur zu sein, m\u00f6glicherweise das richtige Schema auch f\u00fcr das aktuellen Geschehen gefunden zu haben, das nicht wenige mit der Erfindung des Geldes und des Zinses in Verbindung bringen, ist mein Eindruck, dass \u201eEs geht um Leben und Tod\u201c Lauterbach m\u00f6glicherweise gerade dabei ist, wie beschrieben entweder sein Selbstvertrauen zu verlieren oder die F\u00e4higkeit, wirksam zu regieren, oder beides, so sehr verstrickt er sich in Widerspr\u00fcche. M\u00f6glicherweise dienen diese Widerspr\u00fcche, wenngleich vom sich Widersprechenden angeblich beliebtesten Politiker unseres Landes unbeabsichtigt, aber auch einem anderen Ziel, und zwar dem des \u201ekontrollierten Wahnsinns\u201c, wie Emmanuel Goldstein alias George Orwell es nennt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSoll die Gleichheit der Menschen f\u00fcr immer verhindert werden \u2013 sollen die Oberen, wie wir sie genannt haben, ihre Stellung dauerhaft behaupten -, dann muss der vorherrschende Geisteszustand kontrollierter Wahnsinn sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht denkt man aber auch schon an die Zeit nach Corona und nach Karl Lauterbach. Klaus Schwab geht in seinem Buch \u201eCovid-19: Der gro\u00dfe Umbruch\u201c davon aus, \u201edass uns die Pandemie zwei Jahre erhalten bleibt.\u201c Er beruft sich dabei auf Experten, er selbst ist ja keiner. Danach, also ziemlich bald, k\u00f6nnte ein neuer Virus und mit ihm ein neuer \u201eGesundheitsminister\u201c kommen, oder ganz und gar ein neuer Krieg. Diesmal nicht gegen einen winzig kleinen Mikroorganismus, sondern gegen das gr\u00f6\u00dfte Land, obwohl dessen Einwohner &nbsp;m\u00f6glicherweise gar keinen Krieg wollen. Zumindest stellte dies ein bekannter Pop-Song in den Achtzigern noch in Frage: \u201eDenkst du, die Russen wollen Krieg?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis es so weit ist, sei rasch noch ein weiteres Ph\u00e4nomen erw\u00e4hnt, das von Emmanuel Goldstein in Orwells \u201e1984\u201c wie folgt beschrieben wird, das es bereits in der DDR gab, und das aktuell auch wieder aufgetaucht ist. Es wird als \u201eDelstop\u201c bezeichnet, im englischen Original hei\u00dft es \u201eCrimestop\u201c, die deutsche Umschreibung f\u00fcr das Ph\u00e4nomen ist \u201esch\u00fctzende Dummheit\u201c:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDelstop bezeichnet die F\u00e4higkeit, geradezu instinktiv auf der Schwelle jedes riskanten Gedankens haltzumachen. Es schlie\u00dft die Gabe ein, Analogien nicht zu begreifen, logische Fehler zu \u00fcbersehen, die simpelsten Argumente mi\u00dfzuverstehen, wenn sie <em>dem g\u00e4ngigen Narrativ widersprechen*<\/em>, und von jedem Gedankengang, der in eine ketzerische Richtung f\u00fchren k\u00f6nnte, gelangweilt und abgesto\u00dfen zu werden. Kurz gesagt, Delstop bedeutet sch\u00fctzende Dummheit.\u201c (* im Original: \u201eEngsoz-feindlich sind\u201c)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass das g\u00e4ngige Narrativ aktuell von vielen nicht mehr in Frage gestellt wird, liegt auch daran, dass bereits das Hinterfragen nicht ganz ungef\u00e4hrlich ist. Im Normalfall wird es \u201enur\u201c mit sozialer Ausgrenzung geahndet, im d\u00fcmmeren Fall mit einer Geldstrafe belegt. Der Grund daf\u00fcr ist, dass aus der Wissenschaft von einst, also aus Rede und Gegenrede, aus These, Gegenthese und Synthese, DIE Wissenschaft geworden ist, eine Art orthodoxer Glauben einer Sekte, den \u201eZeugen Coronas\u201c, in der Abw\u00e4gung und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit unbekannt, Zweifel verboten und Zweifler Auss\u00e4tzige sind. Von einem gl\u00e4ubigen Sektenmitglied wird ziemlich genau das erwartet, was in Orwells \u201e1984\u201c von einem Parteimitglied verlangt wird:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eVon einem Parteimitglied wird nicht nur verlangt, dass es die richtigen Ansichten, sondern auch, dass es die richtigen Instinkte hat. Viele der ihm abgeforderten \u00dcberzeugungen und Verhaltensweisen werden nie direkt formuliert und k\u00f6nnen auch nicht formuliert werden, ohne die dem <em>g\u00e4ngigen Narrativ<\/em>* innenwohnenden Widerspr\u00fcche aufzudecken. Ist das Parteimitglied von Natur aus orthodox (in Neusprech: ein Gutdenker), dann wird es in allen Lebenslagen ohne Nachdenken wissen, was der richtige Glaube oder die erw\u00fcnschte Emotion ist.\u201c (* im Original: \u201eEngsoz\u201c)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worum es im aktuellen Glaubenskrieg geht, das erkl\u00e4rt folgendes Zitat aus Harald Walachs \u201eBr\u00fccken zwischen Psychotherapie und Spiritualit\u00e4t\u201c: \u201eA Catholic knows he is a Catholic. A Muslim knows he is a Mulim. A Jew knows he is a Jew, and a Hindu knows he is a Hindu. Only a materialist doesn\u2019t know he is a materialist. He thinks he is a scientist.\u201c &#8211; Im gegenw\u00e4rtigen Glaubenskrieg geht es nicht um DEN einen Gott, auch nicht um DIE Wissenschaft, und auch nicht einfach um Besitzstandswahrung, sondern um die Erweiterung des Besitzes an Gut und Geld. Geld, von dem Super-Reiche beispielsweise gerade im gro\u00dfen Stil Land kaufen, \u00e4hnlich wie der wei\u00dfe Mann bei der Besiedlung Amerikas f\u00fcr eine Handvoll Dollar vom \u201eNative American\u201c, dem Indianer, Land kaufte, der gar nicht verstand, wie er etwas verkaufen kann, das ihm nicht geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Glaubenskriegen kennen wir Deutsche uns aus, der bekannteste Glaubenskrieg hierzulande war die Reformation. Sie nahm ihren Ausgang am Ablass, genauer am Ablasshandel, mit dessen Einnahmen der Petersdom zu Rom errichtet wurde. Der Ablass von heute ist die Impfung. Wer sie \u00fcber sich ergehen l\u00e4sst, dem wird ewiges Leben versprochen. Derjenige, der sich dagegen entscheidet, ist des Todes, eine Gefahr f\u00fcr die Volksgesundheit, ein Gef\u00e4hrder, ein Ketzer, ein Ungl\u00e4ubiger, praktisch ein Untermensch und so gut wie tot. Wof\u00fcr die Einnahmen aus dem aktuellen Ablasshandel verwendet werden, kann bisher nur vermutet werden. M\u00f6glicherweise f\u00fcr neue, noch perfidere Ablassh\u00e4ndel. Die einmal in Gang gesetzte Spirale ist bereits dabei, sich immer schneller zu drehen, die Abst\u00e4nde zwischen den Impfungen werden immer k\u00fcrzer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reformation folgten die Gegenreformation, der Bauernkrieg und sp\u00e4ter der erw\u00e4hnte Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg, ein Krieg voller Gr\u00e4uel. Das ganze w\u00e4hrte etwa 150 Jahre. Dem Westf\u00e4lischen Frieden, der den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg beendete, gingen zweij\u00e4hrige Friedensverhandlungen voraus, so gespalten waren die Kriegsparteien &#8211; damals schon. In diesen geschichtlichen Kontexten und auch zeitlichen Dimensionen denke ich mittlerweile, wenn ich an den \u201eKrieg gegen Corona\u201c denke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wallenstein, ein gro\u00dfer Profiteur des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges, sagte angesprochen auf die vielen Truppen, die er aufzustellen beabsichtigte, ohne dass er \u00fcber das daf\u00fcr notwenige Geld verf\u00fcgte, sinngem\u00e4\u00df, dass der Krieg den Krieg ern\u00e4hren w\u00fcrde. Und so scheint es mir auch mit diesem Krieg zu sein. Denn auch in diesem Krieg geht es ums Geld. W\u00e4hrend weltweit die gro\u00dfe Mehrheit der Menschheit immer weiter und schneller verarmt, ist noch nie zuvor eine einzelne Person innerhalb nur eines Jahres um mehr als 100 Milliarden Dollar reicher geworden. Aber nicht nur f\u00fcr Elon Musk ist Corona eine gute Zeit. Die Milliard\u00e4re der Welt haben 3,9 Billionen Dollar hinzugewonnen in 2020. F\u00fcr wen Corona ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft ist, d\u00fcrfte kaum etwas gegen Corona haben. Vielleicht ginge es mir genauso, wenn ich mit Corona Geld verdienen w\u00fcrde. Da dem nicht so ist, stellt sich mir diese Frage nicht, muss ich sie nicht beantworten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich f\u00fchre auch keinen Krieg. Ich halte es mit Corona wie Muhamed Ali es mit dem Vietnamesen gehalten hat. Der habe ihm nichts getan, weswegen er nicht einsah, gegen ihn in den Krieg zu ziehen. Ali ging damals ins Gef\u00e4ngnis daf\u00fcr, dass er nicht gegen den Vietnamesen k\u00e4mpfen wollte. Heute gibt es bisher \u201enur\u201c Geldstrafen, die einen aber schnell in den finanziellen Ruin treiben k\u00f6nnen, wenn man sich nicht, so wie Ali, f\u00fcrs Gef\u00e4ngnis entscheidet. Mit Zeitangaben, sowohl was einen Gef\u00e4ngnisaufenthalt, als auch den \u201eKrieg gegen Corona\u201c angeht, tue ich mich schwer, was daran liegt, dass unsere Zeit schnelllebiger ist als noch zu Luthers, M\u00fcntzers und Wallensteins Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem ich vor vielen Jahren, damals aus eigener Dummheit, ich sa\u00df im verkehrten Bus, der ins Grenzgebiet zu Griechenland fuhr, die Bekanntschaft mit einem Gef\u00e4ngnis in Bulgarien gemacht habe, ganz genau waren es drei verschiedene Gef\u00e4ngnisse gewesen, kann ich dazu mit Bestimmtheit sagen, dass mich nichts dorthin zur\u00fcckzieht. Andererseits ist es f\u00fcr mich mittlerweile zu einer Frage der Ehre und auch der W\u00fcrde geworden, mich in dem derzeitigen Krieg zu positionieren, den man mir Tag f\u00fcr Tag aufs Neue aufzwingt, weswegen man auch hier von Notwehr sprechen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuell liegt wie gesagt ein Krieg gegen Russland in der Luft, wobei hier in Bulgarien der Westen von nicht wenigen als Kriegstreiber wahrgenommen wird. Praktisch so wie fr\u00fcher von Linken im Westen, jetzt wohl eher linken Linken, die in Personen wie Bush, Blair und auch Obama noch Kriegstreiber sahen, wohingegen Biden und auch Gates heute ihre Freunde zu sein scheinen, m\u00f6glicherweise auch Schwab. Wahrscheinlich glauben die \u201eLinken\u201c von heute wirklich, dass dieselben Herrschaften, die viele Jahre am Mitverursachen des Klimawandels gutes Geld verdient haben, jetzt ernsthaft mit einem \u201eGreen Deal\u201c die Welt retten wollen. Ganz abgesehen von den Akteuren denke ich, dass man mit der Natur, also mit Gott, grunds\u00e4tzlich nicht dealt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrheiten erkennt man nicht daran, dass sie einem gefallen, sondern daran, dass sie wahr sind, genauer: wahrer als andere Wahrheiten. Ein m\u00f6glicherweise bevorstehender Ablenkungs-Krieg gegen Russland ist eine solche tiefere, wahrere Wahrheit. Und auch, dass ein B\u00fcrgerkrieg in manchen L\u00e4ndern des Westens offenbar bereits begonnen hat, angesichts der sich t\u00e4glich wiederholenden Auseinandersetzungen auf den dortigen Stra\u00dfen, beispielsweise Br\u00fcssels. Bei beiden Kriegen geht es vor allem um Geld und Gut, auch wenn dies nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Mit einer Impfung kann man viel Geld verdienen, mit einer Impfpflicht mehr, mit einer Dauer-Impfpflicht, einem Impf-Abonnement, noch mehr. Billiges Gas aus Russland <s>ist<\/s> war gut, selbst die Vorkommen zu kontrollieren oder auch nur sein eigenes Gas zu verkaufen, ist besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Denken, Urteilen und Beurteilen in Geld ist tief in unser Bewusstsein und Unterbewusstsein eingedrungen. Oskar Wilde beschrieb das Ph\u00e4nomen so: \u201eHeutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wohin dieses Denken f\u00fchren kann, daf\u00fcr habe ich eine Erkl\u00e4rung in einem Buch gefunden, das als Gesamtwerk erstmals 1922 erschien, also vor genau 100 Jahren. Die Rede ist von Oswald Spenglers \u201eUntergang des Abendlandes\u201c. Das \u201eSchwergewicht\u201c endet \u00fcberraschenderweise mit dem Kapitel \u201eEndkampf zwischen Geld und Politik; Sieg des Blutes\u201c. Auch wenn der Schluss insgesamt etwas kryptisch und apokalyptisch klingt, in gewisser Weise erinnert es an die \u201eOffenbarung\u201c, m\u00f6chte ich ein paar Gedanken aus dem Buch wiedergeben und einige S\u00e4tze aus ihm zitieren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Banken und damit die B\u00f6rsen haben sich &#8230; zur eigenen Macht entwickelt und sie wollen, wie das Geld in allen Zeiten, die <em>einzige Macht<\/em> sein. Das uralte Ringen zwischen erzeugender und erobernder Wirtschaft (nach Spengler \u201azugleich ein Ringen zwischen Geld und Recht\u2019) erhebt sich zu einem Riesenkampf der Geister, der auf dem Boden der Weltst\u00e4dte ausgefochten wird. Es ist der Verzweiflungskampf des technischen Denkens gegen\u00fcber dem Denken in Geld.\u201c &#8230; \u201eDie Diktatur des Geldes schreitet vor und n\u00e4hert sich einem nat\u00fcrlichen H\u00f6hepunkt &#8230;\u201c &#8230; \u201eDer letzte Kampf beginnt, &#8230; : der zwischen Geld und Blut.\u201c &#8230; \u201eDas Schwert siegt \u00fcber das Geld &#8230;\u201c. &#8211; So weit aus dem zweiten Teil des den f\u00fcnften und letzten Kapitels vom \u201eUntergang des Abendlandes\u201c, der den Titel \u201eDie Maschine\u201c tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was Spengler mit \u201eDenken in Geld\u201c genau meint, beschreibt er im vorherigen ersten Teil des f\u00fcnften Kapitels mit dem Titel \u201eDas Geld\u201c so: \u201e &#8230; an Stelle <em>des Denkens in G\u00fctern tritt das Denken in Geld<\/em>\u201c, was bedeutet: \u201eDas Wirtschaftsbild wird ausschlie\u00dflich auf Quantit\u00e4ten zur\u00fcckgef\u00fchrt, unter Absehen von der Qualit\u00e4t, die gerade das wesentliche Merkmal des Gutes ist.\u201c Was dazu f\u00fchrt, dass: \u201eWer dieses Denken beherrscht, ist Meister des Geldes. Die Entwicklung geht in allen Kulturen diesen Weg. Lysias stellte in seiner Rede gegen die Getreideh\u00e4ndler fest, dass die Spekulanten im Pir\u00e4us manchmal das Ger\u00fccht verbreiteten, eine Getreideflotte sei gescheitert oder ein Krieg ausgebrochen, um eine eintr\u00e4gliche Panik (sic!) hervorzurufen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spengler f\u00fchrt weitere Beispiele der Menschheitsgeschichte an, unter anderem wie der Finanzverwalter Alexander des Gro\u00dfen f\u00fcr \u00c4gypten mit einer durch Buchk\u00e4ufe verursachten Hungersnot einen \u201eungeheurer Gewinn\u201c erzielen konnte. Eine \u201eeintr\u00e4gliche Panik\u201c, wenngleich nur f\u00fcr einige wenige, die meisten hungerten oder verhungerten einfach, gab es also damals schon, und m\u00f6glicherweise ist sie nichts anderes als Orwells \u201ekontrollierter Wahnsinn\u201c oder hat zumindest Parallelen mit ihm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All dies f\u00fchrt Spengler in \u201eDer Untergang des Abendlandes\u201c am Ende des vierten Kapitels \u201eDer Staat\u201c zu folgender Feststellung: \u201eDurch das Geld vernichtet die Demokratie sich selbst, nachdem das Geld den Geist vernichtet hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Zusammenhang f\u00e4llt mir ein Traum ein, den ich neulich hatte, und dessen Hauptakteure bewaffnete Guerilla-K\u00e4mpfer waren. Dazu muss man wissen, dass die Guerilla fr\u00fcher zu den Guten geh\u00f6rte, beispielsweise ein Che Guevara, und das nicht nur bei den Linken. Viele kennen heute nur noch das Guerilla-Marketing, wof\u00fcr mitunter ein bekanntes Guevara-Foto herhalten muss, das aber mit der Guerilla von einst und ihrem Befreiungskampf nichts zu tun hat. In meinem Traum gibt es noch die gute alte Guerilla \u00e0 la Che &amp; Robin Hood, und sie dringt dort in das Schlafzimmer von Mark Zuckerberg ein. Oder war es das von Klaus Schwab? Am Ende ist es egal. Man l\u00e4sst Mark, oder wegen mir auch Klaus, f\u00fcnf Minuten Zeit seine Sachen zu packen. Offensichtlich soll er irgendwohin verbracht werden. Wohin ist unklar, spielt in dem Zusammenhang auch keine Rolle. Man will ihm jedenfalls nicht ans Leder, es flie\u00dft kein Blut, und man hat auch keine Spritze dabei. Irritierend f\u00fcr mich an dem Traum ist, dass Mark beziehungsweise Klaus gar nicht erstaunt sind, sondern im Gegenteil so tun, als h\u00e4tten sie irgendwie damit gerechnet. Denn sie sagen beide unisono etwas wie: \u201eIch wusste, dass es irgendwann so kommen w\u00fcrde &#8211; am Ende war ja alles nur geklaut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem, geht es nach Spengler, das Schwert \u00fcber das Geld gesiegt hat, bleibt noch die Frage nach dem Glauben, oder wie Goethe es im \u201eFaust\u201c formuliert hat: \u201eWie h\u00e4ltst du\u2019s mit der Religion?\u201c. Ausgerechnet bei Michel Houellebecq findet sich eine Antwort, die sich wiederum auf Nietzsche bezieht, von dem der franz\u00f6sische \u201eSkandalautor\u201c alles andere als ein Fan ist, eher das Gegenteil. Umso ernster sollte man m\u00f6glicherweise Houellebecq an dieser Stelle nehmen, wenn er sagt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e..&nbsp; dass Nietzsche, wenn er heute lebte, vielleicht der erste w\u00e4re, der eine Erneuerung des Katholizismus w\u00fcnschen w\u00fcrde. W\u00e4hrend er damals hartn\u00e4ckig das Christentum als eine \u201aReligion der Schwachen\u2019 bek\u00e4mpfte, w\u00fcrde er heute einsehen, dass die ganze Kraft Europas in jener \u201aReligion der Schwachen\u2019 begr\u00fcndet war, und dass Europa ohne sie verloren ist.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Getrieben von dem Wunsch, das aktuelle Geschehen zu verstehen, es in einen gr\u00f6\u00dferen zeitlichen und historischen Kontext einordnen zu k\u00f6nnen, schreibe ich diese Zeilen in den Schluchten des Balkans, genauer: in meiner zweiten Heimat Bulgarien, in einer Art Notwehr nieder. 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