Selbstredend

Es ist schwer, sich nicht zu verfangen

in Worten die nur zum Schein

Laut geben, den Placebo-Affekt

zu überstehen.

 

Nichts liegt näher

als ihre Bedeutung von der Hand

in den Mund oder gar

für bare Münze zu nehmen.

 

So halten wir uns

die Auflösungserscheinungen vom Leib,

ersparen uns jenem, was unversprochen

bleibt, entgegen, den Dingen

 

auf Grund zu gehen.

Nichts schwerer als auf sie zu zählen ohne

die Sonne, den Schnee und die Sterne

zu übersehen.

Jens Rudolph
geb. 1976 in Leipzig, Jurastudium in Dresden. Lebt und arbeitet als Familienrichter in Berlin und Potsdam.

2 Kommentare

  1. Auf den ersten Blick sperrig und ungewöhnlich. Doch heute, nach einer Woche täglichen Lesens, stelle ich fest, wie schwer es ist, sich hierin nicht zu verfangen. Es sollte in jedem Parlament hängen oder am besten noch als Vortext zum Grundgesetz: „Ersparen uns jenem, was unversprochen bleibt…“
    Jens Rudolph, da haben Sie uns harte Nüsse hingelegt. Es lohnt sich, die zu knacken!

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