Die Kaperung des Staates

Hallo! Mein Name ist Walter Thümler. Ich bin Schriftsteller.

Aktuell erleben wir die Ka­perung des Staates. Man kann es auch Putsch nennen. Ein paar Bemerkungen.

Die Erfindung des Staates, sie sollte segensreich sein, die Wolfsnatur des Menschen befrieden, sollte für Interessenausgleich, für gerechte Verteilung der Güter, die die Erde hervorbringt und von menschlicher Ar­beit ergänzt werden, sorgen. Dieser Staat, wie wir ihn heute vornehmlich in der westli­chen Welt kennen, mit seinen drei Säulen, der Legislative, Judikative und Exekutive, ist ein großartiges Ord­nungsinstrument. Regierungen können je­doch dieses Instrument missbrau­chen. Und das tun sie, wenn sie ihrerseits missbraucht werden: von der Ka­pitalwirtschaft, den Monopolkonzernen. Wer diesen Staat kapern will, muss die drei Gewalten und die Medienan­stalten besetzen. Was ehemals mit Gewalt geschah, pas­siert heu­te ganz un­scheinbar, geradezu sanft. Denn der direkte Feind ist nicht ein Volk, sind nicht Regierungstruppen, sondern der Feind ist die Freiheit des Einzelnen. Diese Freiheit behindert das unmittelbare Ausagie­ren der als Philantropie getarnten Übernahme. Sieben Milliarden Men­schen impfen zu wollen, heißt, die Freiheitsrechte von sieben Milliarden Men­schen (wenngleich nicht allen diese Rechte gesetzlich zugesichert wurden) mit Füßen zu tre­ten. Das tut man natürlich, weil man das Gute will. Man hat die besten Ab­sichten. Man verfügt über die ultimative Erkenntnis, was das Gute ist. Wel­cher Dikta­tor hat nicht das Gute gewollt? Mit einem Menschen, der sich seiner Freiheitsrechte bewusst ist, kann man in­des die neue Ordnung, die eine globale Ordnung sein muss, nicht aufrich­ten. Gleichzeitig zeigt sich überdeutlich: Die meisten Men­schen be­gehren nicht Freiheit, sondern Si­cherheit und Zugehörigkeit. Aber es ist ein Unterschied, ob ich auf Freiheit verzichte oder sie erst gar nicht habe. Ge­nau besehen wusste die Mehrzahl der Menschen mit Freiheit noch nie etwas anzufangen. Darum wehren sie sich auch nicht, wenn ihnen Freiheiten ge­nommen werden, sondern begrü­ßen Einschränkungen und Repressio­nen sogar. Bei unserem Bedürfnis nach Sicherheit und Zugehörigkeit packen uns seit jeher faschistoide Sys­teme. Wer sich nicht gleich fangen lässt, wird hinei­nerpresst. Sicherheit und Zugehörigkeit haben ein Stück Selbstauf­gabe zum Preis. Um uns diese Selbstaufgabe schön zu reden, nennen wir sie Solidarität. Das bisher er­strebte Ideal von Freiheit, sozialer Gerechtig­keit und Selbstbestimmung wird ausgehebelt und umgelenkt zum globalen Herdenverhalten, zu sozialer Teilhabe infolge von Belohnung für Wohlver­halten und zu Aufkündigung der körperlichen Selbstbestimmung zuguns­ten eines globalen Mensch­heitskörpers, für den Gesundheit als oberstes Ziel proklamiert wird.

Eine derartige Kaperung des Staates und Neuformulierung seiner Aufga­ben sind nur möglich im Ausnahmezustand. Dieser wurde verhängt, weil man ein Gespenst an die Wand gemalt hat: Ein ganz böses, böses Virus. Die so bewirkte Angst musste täglich befeuert werden. Das war Aufgabe der Medienanstalten, die für ihr Tun mit großzügigen Spendengeldern aus­gestattet wurden. Das ist Realpolitik. Neu ist der globale Charakter. Wenn wir zweimal im Jahr um den halben Globus reisen, dürfen wir nicht erwar­ten, dass Probleme noch national oder kleinstaatlich gelöst werden. Das ei­gentlich Schurkenhafte an dieser Kaperung ist die Aufrichtung eines kon­spirativen Lügengebäudes angesichts einer weitgehend harmlosen Vi­rus-Erkrankung. Viel schwerer wiegt jedoch die Zerstörung abendländisch grundsätzlicher Übereinkünfte, was das Bild des Menschen betrifft: kurz, seine Freiheitsrechte, an die seine Würde unlöslich geknüpft ist. Das ist die eigentlich böse Stunde, die uns schlägt. Das neue Bild, das Leitbild des Putsches, kommt aus China. Ein Land, dessen Rechtssystem und dem dar­ausfolgenden Umgang mit dem Menschen man in der abendländisch ge­prägten Welt stets als Menschenrechtsverletzung verurteilt hat.

Die Kaperung des Staates ist ein Überfall. Damit haben wir nicht gerech­net. Wir befanden uns im Tiefschlaf der Gewöhnung. Auch hat man sich diese klandestine Verwandlung, diese seltsame Gehirnwaschung, die einem wie eine unausgesetzte Gespensterstunde vorkommt, nicht vor­stellen kön­nen. Wie kann ein Mensch, der gestern noch mit dir in allen grundsätzli­chen Belangen eines Sinnes war, sich heute für eine Zwangs­impfung ent­scheiden und sich von dir abwenden wie ein Rassist von einem Schwar­zen oder Juden, oder als wärst du ein an sichtbarem Aussatz Er­krankter? Er ist wie vom Vampir gebissen, innerlich verwandelt. Dieser vom Vampir Ge­bissene hat plötzlich eine Mis­sion. Er kann zum Thema „Covid“ nicht mehr sprechen, nur noch beißen. Er hat die Fähigkeit zum Gespräch dar­über verloren, denn er hat eine schreckliche Wahrheit gewonnen: Die Wahrheit der Herde. Er hat sich qua Zugehörigkeit zu ei­nem Teil einer Ver­schwörung der Normali­tät gemacht. Jetzt wit­tert er als Wiedergänger sei­ner selbst überall Ver­schwörung. Sein Leben ist die Ein­samkeit des vom Vam­pir Gebissenen. Diese Einsamkeit endet erst, wenn alle anderen auch gebissen, sprich ge­impft sind. Also impfen wir die ganze Welt. Und wir impfen sie mit einem Impfstoff, dessen schützende Wirkung gegen Null geht, der aber zahlreiche ge­fährliche Nebenwirkungen hat, wozu auch der Tod gehört. Und wir impfen nicht ein Mal, sondern drei oder vier Mal, und wir wissen nicht, wie oft noch. Die Impfung ist medizinisch für die meisten nicht indiziert, sie ist eine Herrschaftsgeste, eine Unterwerfung.

Die Kaperung des Staates, der Putsch durch kapitalwirtschaftliche und so­genannte philanthropische Interessen, zerstört grundmenschliche Errun­genschaften eines wertvollen Selbstverständnisses. Die notwendigen Kor­rekturen wie Klimaschutz, Ressourcenschutz sowie das Gebaren der Öko­nomie wären auch in Referenz zum abendländischen Werte-Haushalt mög­lich gewesen. Der edelste Wert dieses Haushalts ist die Freiheit und damit unverbrüchlich die unantastbare Würde des Menschen. Eine solche Kor­rektur wäre jedoch teuer, denn sie muss das Recht achten (das Recht ist immer teuer), wäre langsam, denn sie kann nicht diktatorisch sein, aber sie wäre gerecht und hätte den Frieden auf ihrer Seite und damit die gesell­schaftliche Einheit und so auch die Zukunft. „Meine Freiheit endet, wo die des andern beginnt“, wird gerne zitiert. Aber sie endet nicht, wo die Angst des andern beginnt, muss man korrigierend einwerfen. Der aktuelle Putsch will uns an das chinesische Erfolgsmodell anschließen. An jenes China, dessen aktuelle Kultur nicht einmal hundert Jahre alt ist und aus nichts als aus so­zialistischen Versatzstücken eines besonders gierigen Kapitalismus besteht, darin der Einzelne das erste und notwendige Opfer ist. Wir haben versäumt die eigene Transfor­mation zu gestalten. Darum wer­den wir jetzt von Putschisten umerzogen und wie Sklaven von unseren Körpern ge­trennt und in Ketten gelegt. Den­noch: Widerstand ist möglich. Er ist das Gedächtnis unserer Würde.

Walter Thümler, Januar 2022

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Walter Thümler
schreibt Poesie, Philosophie, Erzählprosa

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