Haiku

Herbst auf Lesbos
Wind blättert die Zeitung auf
Fotos mit Ratten

Dieser Beitrag wurde von Jutta v. Ochsenstein am 15. Januar 2021 um 23:22 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten, Trauersymmetrie

4 Kommentare »

  1. Also ich würde vorschlagen, den Herbst nicht zu benennen, sondern mit einem anderen Herbstwort zu zeigen.

    Und “Fotos mit Ratten” – warum druckt die Zeitung Fotos mit Ratten? Warum gibt es auf Lesbos eine Zeitung mit Fotos mit Ratten?

    Grundsätzlicher – warum nicht direkt ein Gedicht über die Ratten, die man selbst gesehen hat, statt wieder über irgendetwas, dass man nur aus den Medien kennt?

    Comment by MIttelbar — 16. Januar 2021 @ 12:56

  2. medien spielen in der literatur schon immer eine rolle. das macht es einem schließlich nicht leichter. und leicht soll es wohl auch nicht sein. hier ist schwere kost gefragt.

    Comment by kostverächter — 16. Januar 2021 @ 13:10

  3. Das Gedicht versteht man nicht, wenn man nicht die Medien verfolgt. Ich musste jetzt erst im Internet recherchieren, um es zu verstehen. Meiner Ansicht nach muss ein Gedicht aus sich selbst heraus versändlich sein. Gute Kunst muss klar sein wie ein Bergfluss, auf dessen Grunde man die sie Steine sieht. Natürlich kann in der Kunst auch etwas sein, dass unter den Steinen im Fluss liegt, Aber erst auf der zweiten oder dritten Ebene.

    (Das ist meiner Meinung nach eine leider gerade sehr modische und weit verbreitete Unsitte, den Kontext über den Inhalt siegen zu lassen – und es gibt nun einmal so viele Kontexte, wie es Menschen gibt. Oder grundsätzlicher: Hier spiegelt sich der Zeitgeist wieder: Statt darüber zu reden, was man selbst gesehen hat, redet man darüber, was irgendjemand anderes gesehen hat, aus zweiter, dritter, vierter Hand… )

    Wir leben nur noch im als ob…

    Comment by Zurück zu den Sachen — 16. Januar 2021 @ 17:28

  4. … verständlich statt versändlich …

    Comment by Korrekturfahne zu Nr. 3 — 16. Januar 2021 @ 17:31

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