Spiegelungen (Table talks II)

Frau Spiegel,  die es immer noch nicht geschafft hatte, ihren Strom per Fahrrad um den Esstisch zu erzeugen und somit fette Minuspunkte auf der Nature-Shame-Skala kassierte, wurde Opfer eines Verleseprozesses.

Der für den Job überqualifizierte Kundenberater öffnete nach der standardisierten Begrüßung die Datenbank und wollte schon Namen und Adresse abfragen, da stutzte er. Wer heißt denn mit Namen Darm Spiegel? Er zwinkerte ein paarmal. Dagmar Spiegel. Er entschuldigte sich bei der Kundin. Wozu brauchen Konzerne überqualifizierte Arbeitskräfte.

Der Kundenberater geriet nach diesem Ereignis ins Grübeln. Sollte er nicht besser einen Augenarzt konsultieren? Die Prüfung seiner Augen hätte er jedoch selbst bezahlen müssen, während es die Koloskopie kostenlos von der Kasse gab. Nach zehn Minuten war ihm klar: Die Grübelei hatte seine Überqualifizierung für diesen Job eingeebent. Und die Darmspiegelung, so unnötig sie auch sein mochte, würde er der Kasse nicht schenken.

Dieser Beitrag wurde von schwaene werden nicht gegessen am 17. November 2019 um 11:27 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

2 Kommentare »

  1. Schlecht gestaltet, schlechter Aufmacher: Wenn der das nimmt, dann weißt du, wie es um das Magazin bestellt ist

    Comment by Kritik — 17. November 2019 @ 14:42

  2. Hier versucht jemand, ein paar geistreich scheinende Einfälle in ein klobiges Korsett zu stopfen.

    Comment by Sehe ich auch so — 27. November 2019 @ 21:32

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