Archive for Dezember, 2020

seidenstraße virtuell

Donnerstag, Dezember 31st, 2020

die minzehändler in ihren cabriolets bringen die einnahmen
eines ganzen jahres ins land des sonnenaufgangs
von karawanserei zu karawanserei bei jeder ein motel
mit minztee und mädchen in safrankleidern
kardamom und weihrauch würzige kräuter
auch opium gegen die schmerzen und für das vergessen
von zeit zu zeit ziehen heilige krieger auf kamelen
durch heilige kriegsgebiete
auf den bergkuppen flakgeschütze luftabwehr
raketen im schatten des halbmonds
unterwegs in den dörferm sprechen die menschen farsi
ein paar mandarin
und eine alte weise sanskrit
die minzehändler lachen trinken
vergnügen sich mit den mädchen
das geld wird weniger
wie das benzin in den tanks der staubigen cabriolets

Tränen trocknen im Sonnenschein feat. “Utopischen Stress” (U. Hassbecker)

Sonntag, Dezember 27th, 2020

Tränen trocknen im Wind allein

Wenn die Katze kindlich ihren Schwanz jagt
Wenn der Hund seinen Nachbarn schwanzwedelnd

Wenn der Mensch stumm seinen Worten hinterherblickt
Wenn es hinterher nicht schlechter ist als vorher

Wenn gestern und morgen Freunde geworden
Wenn’s Geworden ein dampfendes Einst, bergend

*

Wenn hinter der Mauer die Steine einen Plan

Weihnachten alleine feiern: Das können Sie tun

Donnerstag, Dezember 24th, 2020

Bier

Mittwoch, Dezember 23rd, 2020

„Bier ist die totale Einlullung.“

„Was? Wieso denn gerade Bier?“

„Na, Bier hole ich mir, wenn ichs mir gemütlich machen will. So zum Abend. So nach harter Arbeit. Da geh ich dann schnell noch mal in die Kaufhalle, hol mir drei oder vier Flaschen Bier, und dann zieh ich mich in mein Bett zurück und trinke.“

„Und das tut dir gut?“ (Ehrlich gesagt, finde ich Alkohol im Bett die totale Schlamperei. Rotwein? D’accord, meinetwegen. Aber Bier!?)

„Klar!  Klar tut mir das gut. Deshalb mache ich es ja. Bier, das ist Kindheit, das ist Geborgenheit und ich kann wunderbar schlafen. Bier macht selig in der eigenen Welt. Und A. lebt auch in seiner eigenen Welt.“

„Whiskey dagegen macht wach?“

„Wiskey? Habe ich nicht so die Erfahrungen mit. Auf jeden Fall lullt er dich nicht ein.“

Drei Tage vor Weihnachten

Freitag, Dezember 18th, 2020

Nun rattern die Erntemaschinen drei Tage
Vor Weihnachten übers Feld : grün reckt sich
Das Futter empor für die murrenden
Kühe in offenen Ställen : bald gehört
Der Mammutbaum mit seinen mächtigen
Wurzeln zum “heimischen Gewächs”
Schnee kennen die Kinder
Aus Filmen der hundertjährigen Eltern

Wahlkampf 2021

Donnerstag, Dezember 17th, 2020

Zarathustra antwortet Anne W.:

“Deshalb war die Westschule eine Volksverdummungsmaschine.”

[...]

“Und: Bitte entschuldigen Sie meine volkstümliche Ausdrucksweise!”

PENG\

“Sie sehen: das hier ist kein nachträgliches Plädoyer für die sogenannte volkstümliche Bildung, sondern die polytechnische Kritik daran…”

Hurz-Murz-Kurz

Dienstag, Dezember 15th, 2020

Auf ver-
dichtetem engsten Raum
drei Worte – alles
gesagt

Was gibt es da
zu schwärmen in Gefühlen, frage ich Sie?
Na, sehen Sie! Alles Dichten
vergebens,

es hat sie keinen Deut weiter-
gebracht

Text.verlust

Dienstag, Dezember 15th, 2020

J. W. Rosch (1.6.16)

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Vater, reloaded

Sonntag, Dezember 13th, 2020
Eingereicht am 15.10.2016 um 09:37

1) Mutter erzählt mir von Vater. Dass er wieder nicht mit ihr redet und dass er jetzt bekloppt wird
2) Vater sagt zu mir, deine Mutter, die kannste vergessen
3) Tante Adelheid ist abwesend, denn zur Verwandtschaft besteht kein Kontakt mehr
4) Das hier ist ein Inselgrundst+ck
= Stoff für einen großen Roman: Eine Generation schreibt sich ein. Und das seit fast 10 Jahren. Also doch kein Leerstand, keine Hohlbirne? Aber der Mirabellenbaum.

Tante Adelheid erschreckt ihren Nachbarn (Relaunch)
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Dienstag, Dezember 8th, 2020

Meine liebe Tochter,

ich glaube, dein Vater, der wird jetzt bekloppt. Und manchmal, wenn ich mir dich so ankucke, denke ich, der Apfel, der fällt auch nicht weit vom Stamm…

* * *

Samstag, Dezember 5th, 2020

Winter –
Bahnhof der Erkältung.