Monatliche Archive: November 2020

Dein Museum : Für die Musen

Von | 30. November 2020

f. U.R. & R.B. Hier in F. füttern sie die Ultras mit Politik. Wasserhäuschen allerorten, eine Frage der Tradition. Der Arbeiter-Samariter-Bund erhielt eine eigene Schule, sollen sie sich doch selbst, ohne fremde Hilfe, zugrunde-richten. Du hattest die gleiche kehlige Schwarte um den Hals wie ich: „Ouma, sollisch dier die Flasche uf-f’n Nischel hauen?!“ Wir lachten.… Weiterlesen »

** *

Von | 27. November 2020

Das Wasser der Meere steigt. Nein! Es sind nur die Inseln, die untertauchen & weil angeblich alles relativ ist – relativ und verhältnismäßig – nehmen wir die Endlichkeit unserer Leben ernst. Angeblich ändert sich nichts. Angeblich sind wir * Und immer die Sanftmut deren (Vorsicht, Zuversicht, „freie“ in der Geschichte vom Riesen in Bewegung Auf… Weiterlesen »

Featuring : Josif Brodsky : Wiegenlied

Von | 24. November 2020

Ich gebar dich in der Wüste nicht zum Spaß. Sondern weil im bittenden Gedenken sie keinen König hat. In ihr sucht man dich umsonst. In ihr wälzt Sich des winters mehr Kälte um, als ihr Raum selbst. Manche haben Spielzeug, einen Ball, und das Haus ist hoch. Du hast für die Kinderspiele allen Sand –… Weiterlesen »

Und auf dem Grabstein soll man lesen

Von | 24. November 2020

Und auf dem Grabstein soll man lesen: er kämpfte gegen den Schwein-Schein/die Art// die Grammatik und riss seine/ihre Schwere von sich herunter. Er sah keinen Unterschied zwischen der menschlichen Art und den Arten aller Lebewesen und stand für die Verbreitung des Gebots & seiner Maxime „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Er nannte die unteilbaren… Weiterlesen »

Aus: Gespräch mit Dir (2013 – ?)

Von | 21. November 2020

Die Lust, etwas zu schreiben. Die Erinnerung an gestern Abend, mit dir. Der Duktus des gerade Gelesenen, wirkend. Spiegelneuronen… Das Gelesene wirkt, die Phantasie arbeitet. Du bist nicht du, und nicht sie. Sie – eine andere, ferne. * So sind wir beieinander & kennen uns nicht. ** Anarchisches Teetrinken (Baal…) und der Schnitt, Entschluss zum… Weiterlesen »

Rhythmen

Von | 19. November 2020

auf trockenes Laub der Klang fallender Tropfen ist fraglich auch Winter haften nicht (am Boden) für nichts, weder Schnee noch Stille wie Zugvögel, Zeitgenossen dünn ist das Brot der Magerjahre mit Durst in vier Himmels-Lichtungen das Licht kreist und fällt Wasserläufe in Schluchten ermächtigen den Keimling

* **

Von | 17. November 2020

Weil die fremde Erfahrung verständlich ist, braucht man sie selbst nicht zu machen. Der Chronist schaut sich selbst beim Leben zu, der Leser wendet sich schaudernd ab. Die dunkle Romantik sollte die wahre Romantik werden, Gefühl ohne Strich und Komma. Was davon bliebe: Strich & Faden, nach den Gewittern ist vor dem Gewitter. * Das… Weiterlesen »

in den wind

Von | 11. November 2020

erdengesenkt ein lichtendes wort schädelbrandig verdunkelt behangen mit eisenlippen aschen- stumm aus geschleiftem mund weinberauscht schwanken gassenlieder auf wimper und stirn fraßgesänge verloschen im flimmernden augenschein zungendürftig in trümmerklängen zum schläfen- schlag wimmern die hungrigen ratten … wie sie quieken in deinem mund als letzter laut noch minuten- lang ins leere gerichtet der silbenflug

Parabeln auf die Pandemie 9: Die Kulturrevolution – ein Plädoyer

Von | 8. November 2020

Noch war der Kapitalismus nicht verloren. Zwar häuften sich die Stimmen, die be­haup­teten, das alte Gegensatzpaar – Sozialismus und Kapitalismus – sei gebrechlich geworden, habe ausgedient. Doch hinter den Kulissen bewegte sich etwas. „Vorhang auf“, rief die Große Vorsitzende, „ihr habt mich bereits abgeschrieben, doch ihr kennt meine Blaupause nicht. Im Westen geboren, bin ich… Weiterlesen »

Die Farbe von November

Von | 8. November 2020

Sturmschwalben ziehen über das Watt. Das Meer atmet lauter. Du sammelst Fragen, die das Wasser tiefer spülte als meine Worte. Dort hinten ist die Sehnsucht weites Hügelland, und ihre Gräser schweigen. Ein Bild von ihr hängt schief noch immer zwischen Bücherwand und Tür.

[oden | wälder … wir ruderten die themse hinauf nach maiden | head]

Von | 4. November 2020

[oden | wälder wir ruderten die themse hinauf nach maiden | head] wörtliche rede wir legen hörrohre in die weit verzweigten enden der wälder die fein verästelten adern ihrer wurzel und blattwerke in das grüne auge mit der herbstfarbenen iris die pulst unter der rinde quillt als harz aus allen schnitten süß duftende wunden verletzungen… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 8: Die verrückte Feuerwehr

Von | 3. November 2020

In den südlichen Ländern war eine seltsame Feuersbrunst ausgebrochen: Sie befiel nur die Pinien. Die Zypressen ließ sie stehen. Auch die Föhren und Tannen, von Birken und Eschen ganz zu schweigen. Vor allem, nein, nahezu ausschließlich fraß das Feuer die wunderbar knorrigen, alten Pienen­bäume, die im Wind, der vom Mittelmeer heraufwehte, behaglich knurrten. Es war… Weiterlesen »