Monatliche Archive: Mai 2020

semantische absurditäten

Von | 19. Mai 2020

schon morgens die tage beginnen zu altern wir müssen nur noch die stunden erschlagen die stadt liegt trunken am straßenrand fensterscheiben erbrechen licht … ich … (du) nur der auswurf des augenblicks um m(d)ich herum blutende wände waagerecht übereinander- gestapelt die ordnung der dinge verlor sich im herbst m(d)eine glieder (wahllos) im zimmer verstreut ein… Weiterlesen »

Eisgrau

Von | 19. Mai 2020

fallen [https://inskriptionen.de/?p=] achtundvierzigfünfundachtzig brennend aus dem Himmel des Sterns mit Namen * – Besser als ein Stern ohne Namen. – Wieso? – Na, die bleiben so klein. Fast unsichtbar… (zweifelnder Blick) – Hm, aber dann gleich – SUPERNOVAAH? (Stirnrunzeln) – Ah.

eisgrau

Von | 18. Mai 2020

fächelt der atem aus dem mund fiebert die nacht nach unverbrauchten worten vor das fensterbrett habe ich ein sehnsuchtsnest gelegt aus der stimme des letzten frühlings forme ich mir eine zeit für danach

Ein Sprung von Mathematik

Von | 12. Mai 2020

Ein Ereignis ist, wenn Sie mit einem einzigen Würfel eine 7 würfeln. Oder eine 8. Jedenfalls keine der Zahlen auf dem Würfel. Aber bitte, bleiben Sie dem Ereignis treu. Akzeptieren Sie die 7. Würfeln Sie nicht noch einmal. Bleiben Sie der 7 treu. Folgen Sie ihrer Spur.

Ein Sprung

Von | 12. Mai 2020

Haben Sie schon mal versucht, ein Gedicht zu erzählen Ohne Stockung, gar Lüge Wer das kann, der werfe den ersten Stein Masken, Zeichen: Stein auf Stein,

Featuring : Josif Brodskij : Erinnerung 1995

Von | 9. Mai 2020

Je n’ai pas oublié, voisin de la ville Notre blanche maison, petite mais tranquille Charles Baudelaire Das Haus war ein Sprung von Geometrie ins taubstumme Grünen des Parks, dessen Statueninfanterie, wie der Eingang zur Orangerie Bewohner – nie! lümmelte in den Alleen, abgestolpert vom Straßenknie; als sich die Fenster erhellten, war unklar – wessen und… Weiterlesen »

Pandemische Paradoxien 2 (Update): Zahlenspiele, frisch frisiert

Von | 3. Mai 2020

„Es wird ja fleißig gearbeitet und viel mikroskopiert, aber es müsste mal wieder einer einen gescheiten Gedanken haben.“ (Rudolf Virchow, Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, Bd. 40, S. 4)  „Wähle eine Maske, die einen deiner Mängel übertreibt, dann wirkst du sympathischer.“ (Baron James Ensor, ordentliches Mitglied der Königlichen Akademie von Belgien, Ostende  im August… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 7: Kammer-Bühl

Von | 3. Mai 2020

An einem leicht bewölkten, nicht allzu heißen Augusttag des Jahres 1822 trafen sich Jöns Jakob Berzelius, ein Chemiker aus Schweden, der gerade in Marienbad zur Kur weilte, Graf von Sternberg, Johann Baptist Emanuel Pohl, ein Botaniker, Christoph Nepomuk Drostig, Mineraloge und Goethes Assistent, hm, nein, damals hieß es noch Diener, sowie schließlich, nicht zu vergessen,… Weiterlesen »

portfolio für eisenwarenhändler

Von | 1. Mai 2020

engelsgeplärr aus wolken blechblasmusik über talnebeln saßen wir auf einer datenbank das loch schon im kopf ausgeschlagen von einem grünspecht grünspan auf allen dächern heimwärts! sollte es gehen nur weg aus der ferne legten sich träume auf wüstensand schlaflos kippten die bäume in jener nacht in ein meer deine lippen formten wörter du ahmtest stimmen… Weiterlesen »

maigedicht

Von | 1. Mai 2020

hältst du in den händen die enden der welt wie die enden einer gerissenen perlenkette leuchtet lyrik ihrer wege gehen die brandstifter das eine ende der welt liegt hinter einem apfelbaum du schüttelst ihn und tapst in die schneewittchenfalle wer in meinem bettchen geschlafen hat kommt nimmer um ich saß in der küche und dachte… Weiterlesen »

natur belassen

Von | 1. Mai 2020

vor der stadt lagern monde und bögen aus papier wellen sich felder über deine mondmilchhände ergießen sich stimmen in ein langgedicht im fluss verwandeln sich die kurzen atempausen in den weidenruten zu flusskrebssalat im amselgelächter in schnittmusterbögen am sternenhimmel schneiden schnitter wellengebirge aus deinem mund