Monatliche Archive: März 2020

Pandemische Paradoxien 2: Zahlenspiele

Von | 30. März 2020

Nachdem Hand- und Fußballspiele verboten sind, hat Corona den Kopfball als neue olympische Sportart hervorgebracht: die Zahlenspiele. „Die Corona-Krise hat uns alle zu Zahlenjunkies gemacht. Wie entwickeln sich die Fallzahlen? Gibt es neue Todesfälle? Wie hoch ist der Fall-Verstorbenen-Anteil? Wie hängt er vom Alter der Patienten ab? … Es ist in un­über­sicht­lichen Situationen gut, sich… Weiterlesen »

Moment der Schwere

Von | 30. März 2020

Eisen liegt nun auf den Häuten mehr nicht keine Schafe grasen auch am Himmel kein Bewegen ohne Trübung oder Aufwind Frieren verfällt ohne Datum Eisen breitet sich aus der gewohnte Gang atemlos geschnürt auch Erzschuhe und -hüte eingepasst in Eisenmaßstäbe tägliche Schnelldurchgänge durch die Magnetfelder mit klackendem Handschlag Atemrisse

Parabeln auf die Pandemie 3: Die vergeßliche Ameisenkönigin

Von | 25. März 2020

Von einer Brutpflegerin, die sich einsam im Sand eine sonnige Stelle gesucht hatte, hörten wir heute Mittag folgende Geschichte: Unser Volk hatte an einem Fußweg, der sich zwischen Wald und Feld hindurch schlängelte, seinen Hügel errichtet. Wir waren – wie alle Ameisenvölker – fleißig, hatten den Bau bereits mehrfach umgeschichtet und weitergetragen, an sonnigere und… Weiterlesen »

persistent

Von | 25. März 2020

flüstern des atems am scheibenrand: still es kommen nur die mit purpurnen zweigen und gelben flügeln gestorben dereinst über der zeit schweig es kommen nur die schon immer ragten wie türme bis jenseits des aughorizonts auf brennenden zungen verkohlte töne lila und rot wie singendes glas die ränder beschrieben weiß und blau wie das meer… Weiterlesen »

Parabolischer Hyperbelast, elliptisch getrieben

Von | 24. März 2020

Zweimal hatten sie ihr nun schon den Rechner lahmgelegt, ihr Arbeitsgerät. Ja bilden die sich wirklich ein, dass sie das dürften?! Sie begann zu atmen, Bilder glitten ineinander und verwandelten sich eins ums andere ineinander. Quantentränen in Kadmiumträumen das Meer, das Meer unsäglich Lichtquanten: ich mag minimal art, ich mag David Hume. * In einer… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 2: Die einäugige Alte oder vom Glück, im eigenen Bett sterben zu dürfen

Von | 22. März 2020

Eine alte Frau verbrachte ihre letzten Tage im Pflegeheim. Sie war mit einem biblischen Alter von 86 Jahren gesegnet, hatte Mussolini, die deutsche Besatzung und schließlich die Nachkriegszeit durchlebt.  Ihre rüstige Tochter, die gerade ihren 60. Geburtstag gefeiert hatte, besuchte sie beinahe täglich. Die Alte war – soweit sie sich erinnern konnte – zufrieden. Sie… Weiterlesen »

Corona

Von | 22. März 2020

Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde. Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn: die Zeit kehrt zurück in die Schale. Im Spiegel ist Sonntag, im Traum wird geschlafen, der Mund redet wahr. Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten: wir sehen uns an, wir… Weiterlesen »

Pandemische Paradoxien 1: Krankheitsfolgen vs. Folgen der Krankheitsbekämpfung

Von | 18. März 2020

Taiwan und Südkorea zeigen, daß der Umgang mit der Infektion anders gehen kann, ohne unkalkulierbare ökonomische Kollateralschäden, die beim Über­bie­tungs­wett­bewerb der Länder hier billigend in Kauf genommen werden: ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollen sich schützen und geschützt werden, es wird flächendeckend getestet, Erkrankte sollen zu Hause bleiben, sofern sie – wie es in… Weiterlesen »

Featuring Esser mit Braten im Wiesengrund

Von | 16. März 2020

Sie aber : Argument und Erfahrung der gedanke, der nichts positiv hypostasieren darf außerhalb des dialektischen vollzugs, schießt über den gegenstand hinaus, mit dem eins zu sein er nicht länger vortäuscht; er wird unabhängiger als in der konzeption seiner absolutheit, in der das souveräne und willfährige sich vermengen, eines vom anderen in sich abhängig vielleicht… Weiterlesen »

zur feier

Von | 16. März 2020

hohläugiger blick mit augen von jenseits der schatten ins schwarz der äonen hingemeuchelt an tischen aus fels unbehauen sitzen wir stumm im geschleiften gebein zum gelächter der irren die reichen uns wein aus mitternachts- trauben wallt das blut bis über die ufer uralter gesänge gen morgen erhängt am stirngebälk krähte der hahn viermal das pochen… Weiterlesen »

* * *

Von | 15. März 2020

Nun werde ich endlich geliebt um der Liebe willen. Kälte im Ostwind auf früh erwachenden Tages Lippen. Nun werde ich auch geliebt vor den leeren Spiegeln, keine Bilder darin als die reine, die nackte Geometrie. Nun werde ich wieder geliebt für das Kind einer Liebe, die aus Zweien eins macht mit Rest Un- endlich. *… Weiterlesen »

ephemer

Von | 8. März 2020

rauscht in der brust traumverloren im innern der knochen abgegolten am rande des hirns synapsentaumelnd neuronen- geflochten hingeschüttet in singenden staub tagblind und nacht- vergessen ursprungsgerissen wie totes segment käme einer höbe das wort aus erstarrter zunge ließe es stürzen blutrot hinab ins zerstäubte gedicht käme und fiele vom silbenrand den würgte der achtlose sohlentritt… Weiterlesen »

morgens

Von | 3. März 2020

eine Hand hält sich am Zwielicht hellmorgens vor dem Absturz ins Getriebe wieder das Frühjahr im Aufwachen Ungeduld der Vögel der prallen Knospen den soundsovielten Lebenstag anfangen Visionen sprießen lassen bis klimaxähnlich die Mauer höher ist als die Hoffnung bis ein Brand entfacht im unterschiedenen Dunkel deine Hand lodert durchs halboffene Fenster in den nackten… Weiterlesen »

Leipziger Buchmesse: abgesagt

Von | 3. März 2020

Natürlich konnte Aldous Huxley 1932 nicht wissen, wie ein Fledermaus-Virus zuerst China, dann die Menschheit im Jahr 2020 in Atem hält. Großereignisse werden abgesagt, Arbeiter bei vollem Lohnausgleich in häusliche Quarantäne geschickt – man könnte geneigt sein zu glauben, es sei eine gute Zeit zum Lesen und für die Literatur. Tatsächlich können Texte dramaturgisch kaum… Weiterlesen »

Gebet nicht für Marilyn Monroe

Von | 3. März 2020

Du lebtest wie ein Junge und starbst wie ein Junge. Ein junger Mann, Letzter Kniefall aus der Sicht Gottes, Beweis: Hartherzigkeit des Hirten, Karol König, Kriegers Hinterland. Kommunismus & Antikommunismus, champ-contrechamp. Was noch? Wünsche: 1. Die Erde sei blau wie eine Orange. 2. Die Anzahl der Engel, die auf einer Nadelspitze Platz finden, sei stets… Weiterlesen »

flugbahnen

Von | 2. März 2020

        grauer fels                einer mondnacht entstiegen flogst ins gestirnte augen-                                             licht                                                                                   zerschlissen… Weiterlesen »