Monatliche Archive: Oktober 2019

_ _ *

Von | 31. Oktober 2019

Das Perfide an der Rede vom Krieg der Geschlechter ist der Umstand, dass die Männer ihn erfunden haben. Frauen hätten also überhaupt nur eine Chance, ihn zu gewinnen, wenn sie ihn sich zu eigen gemacht hätten. Sie taten das, indem sie ihre Nachkommen als Waffe einsetzten. Aber: „… niemals nur als Mittel, immer auch als… Weiterlesen »

Mandellikör

Von | 30. Oktober 2019

Du wolltest nicht zahlen. Der Klempner kam nicht. Der alte Gigolo, und wir badeten in der Wanne aus den Fünfzigern, deren Rand bereits braun war, aus der wir die Füße über den Rand baumelten, damals, in unserer Wohnung mit dem Teppich im engen Flur, du sagtest, ich mach jetzt was Tolles, und gingst noch mal um… Weiterlesen »

ramstein und gomorrha

Von | 25. Oktober 2019

nur ein rauschen hören wir nur ein rauschen des windes in den blättern der bäume des baches unter den bäumen des regens in den bäumen und im bach ein rauschen des alls sonst nichts es ist nacht [15. Oktober, 01:09 uhr] die toten haben sich abermals schlafen gelegt

Nothhaas trifft Kohlhaas im Himmel

Von | 21. Oktober 2019

erinnerung : vater johannes – Wir sollen das Dehnungs-h abschaffen. – Was? Nein. Das geht nicht… – Kolhaas, ich soll es dir sagen. – Wer schickt dich? – Er. – Und Sie? – Weiß davon. – Ah – äh – aa. Aha. (Pause) Und die doppelten Selbstlaute? – Kommen erst mit Hofmanns Erzählungen dran. –… Weiterlesen »

Ilo

Von | 20. Oktober 2019

Sie war das Paradies mit der Welt die sie erschuf. Sie war das Paradies. Sie war das Para dies. Sie war das Paradies mit der Welt die sie erschuf. Sie war das Königreich. Sie war der Boden, der herabfallende Stern. Aus ihren Lippen brach die Musik. Aus ihren Augen sprachen Herzen. Sie war das Königreich… Weiterlesen »

* * _

Von | 19. Oktober 2019

featuring robert gernhardt Erdogan und Ötschalan trafen sich beim Bier. Der eene war’n Terrorist, Der an’re nich‘ von hier. Erdi sacht zu Ötschalan: Wat trinkst’n du für Suppe? Ötschi saacht zu Erdogan: De Sorte Izmir-Schnuppe…

Fundsache

Von | 17. Oktober 2019

ein Schlüssel verloren die Gartentüre offen in der Abenddämmerung er hängt an nichts an niemandem der Faden verloren in Ereignissen Irrtümern die Erinnerung ist abgerissen ein Fund ohne Anfang stellt Fragen

/ / *

Von | 13. Oktober 2019

featuring fried gomringer etc. sofa profanica fehlt das i lässt sich der : : : : : : : arsch hemmungslos darauf nieder ein zeichen ein zeichen stumm visuell i die stimme im innern bricht hin aus / / au ssssssssssssssssss in schreibschrift niedergelegt spürt man die kette-kette kett-e-e-e-e-e stimm Apparat in Bewegung „ist das… Weiterlesen »

tastsinne fallen mir ein

Von | 5. Oktober 2019

ein wenig Musik zum Abschied wäre trotzdem nett (Nancy Hünger)   werden begleitet heute von oboen die wörter fadenscheine in der nacht zwischen straßenbahnschienen stolpert einer über das kopfsteinpflaster gucken aus den häusern fenster aus den fenstern leute welche leute haben abgestellt um die hausecken einsamkeit ein zwei einsamkeiten für jeden holt sie am morgen… Weiterlesen »

Unsere hum. Bildung 8

Von | 5. Oktober 2019

Heute: Die Omelette Surprise genannte Nachspeise – „Kaltes unter dem heißen Eierschaum“, ein philosophischer Erguss Castorps, der wieder einmal nur Stirnrunzeln bei seinem Vetter Joachim hervorbrachte. – Dem Sonntag mit der unnatürlichen Herbstwärme war ein kühler, nebliger Morgen gefolgt, und die Sonne sollte sich nun für länger kaum zeigen. – Außerdem handelte das Seminar nicht… Weiterlesen »

Chósebuz

Von | 4. Oktober 2019

Ich saß im Lauterbach und wartete. Nicht im hauptgeschäft in der Sprem, sondern in der filiale in der Fürst-Pückler-Passage, gegenüber dem bahnhof, gleich neben dem schwedischen hotel, in dem ich wohnte. Ich wartete auf P, wir waren verabredet. Ich war zu früh. Ich nahm sein manuskript und las. Wir haben den krieg schon lang vergessen,… Weiterlesen »

sand

Von | 4. Oktober 2019

Jedes korn in der sanduhr des lebens ein traum. Sie rieseln langsam und beständig, nach jedem umdrehen des glases neu. Reiben sich aneinander, reiben sich ab, gegenseitig, nach jedem umdrehen des glases, langsam und beständig, jeder mensch ein korn. Und der sand ist der sand im getriebe der geschichte, ist der sand, auf den wir… Weiterlesen »

steine

Von | 3. Oktober 2019

Ein paar steine fehlten bereits, fehlten schon lange, nur hatte es bis dahin keiner bemerkt. Konnte es nicht bemerkt haben, weil der blick in eine andere richtung gelenkt war, nicht auf die steine in der mauer, die unsichtbaren und die sichtbaren, sondern nach westen, nicht nach osten, wo der feind stand. Wir hatten uns gewöhnt… Weiterlesen »

Hilde

Von | 3. Oktober 2019

Hilde wohnt jetzt im Briefzentrum 39. Gestern kam ein brief von ihr, und mein erster blick geht immer auf den poststempel. Sie reist viel und ist immer unterwegs. Hilde schreibt über die zurückliegende landtagswahl, den zunehmenden egoismus in der politik, den rechtsruck, die rückkehr der faschisten: ein spiegelbild der zeit und der zeit zwischen den… Weiterlesen »