Archive for November, 2017

phyllit

Mittwoch, November 29th, 2017

das buch leuchtet
und manchmal wachsen ihm flügel
oder augen
das tal leuchtet
der fluss in dem tal fließt schnell
das gras wiegt sich im wind
dein haar

die marder flüstern
sich verstecke zu

in den augen verschwinden
geheimnisse

du blätterst
seitentäler auf

und manchmal ziehen berge vorbei

von den abschieden weiß ich

Montag, November 27th, 2017

und vom schmerz in den blicken
bunte farbtupfer
die aus dem leben verblassen

und solche

die dich demütig beugen
hüter der vergangenheit
verpackt in seidenpapier

und dann noch

DEINER

tischgespräche

Montag, November 27th, 2017

die gabel sticht
in das brot
der mann wartet auf den aufschrei
die zeitung liegt gefaltet
neben der einsamkeit
das messer wartet
auf den dritten akt

die suppe wird kalt
sagt die frau in der küche
und schlägt die stille entzwei

Sonntag, November 26th, 2017

EIN EISBERG
mit Sprüngen der Schwärze darin
die brechen ab im Zählen
die springen menschenleer
da der Cut & deutet
als Cowboy freilich oder Kopfgeldjäger
aufm Hocker sitzend John Wayne
nüchtern ganz
schwenk
dorthin wo´s ihm passt
& behauptet gewissheitsumkränzt
stiegen die Menschen kämen von dorther
alle/
aus MONTEVIDEO.

Guinea-Bissau (Djiu di Galinha)

Samstag, November 25th, 2017

für Super Mama Djombo, Dulce und Sylvain

es gibt keine anderen als politische gedichte
keine anderen als vom kampf
für das lesen
die bildung
und die liebe
des kindes zu seinem huhn
erleuchtete den ganzen himmel
und das gesicht der mutter
mit stille
bescheidenheit
rührung
und als der tag sich in der nacht versteckte
war auch das huhn tot

Unauffällige, ganz und gar unscheinbare Frage, so nebenbei

Freitag, November 24th, 2017

Hallo Leute,

für ein unglaublich großartiges literarisches Projekt sammle ich noch Material. Ich habe dazu eine Frage:

Was ist eigentlich Eure größte Angst?

Bitte zahlreich in den Kommentaren posten. Das bleibt unter uns. Vertraut mir.

Danke.

Quartett

Freitag, November 24th, 2017

*
* *
* * *
* * * *

Zwischenreich

Donnerstag, November 23rd, 2017

Lichter kreuzen überm Gerümpel,
das sind Lebensäußerungen der Sehnen, Muskeln

wenn die Schuhe klacken, dem Rauschen der Stille lauschen
wir aber sind im Zwischenreich, darin Müll wüst

ich steige über Armgebinde, Beinverwüstungen
& suche der Lebern Aussprache

immer Bögen,
nie die gebotene Härte

Ananas

Donnerstag, November 23rd, 2017

Eduard, der nicht zu gleiten
schien aus seinem Gerede,
mit Ironie gespickt,

gespickt,
wie eine Ananas
mit alkoholisiertem
Obst.

#Me2 (Flucht und Wiederkehr XIX)

Freitag, November 17th, 2017

I have been failing all of you,
no ambiguity of what about and who.
Boo! Me too.
‘Cause I was stoked I poked,
to quickly stick the dick,
to calm the palm too tall,
I fapped and grabbed you all -
eh, uh, me too!
Yes, everlasting shame:
it’s finally fair game
and in the deepest depths of hell
remorse is swelling oh! so well -
choo-choo!
A devil laughs within us men,
his dick is big, his morals thin,
shall he now burn and mourn
and never ever sin or grin
again – he too.

Das Smartphone ist dein Jugendwerkhof

Donnerstag, November 16th, 2017

(Allen dumpfen und weltfremden Träumern, die Fragen um ihrer selbst willen stellen, zum Trotz: Bei Mc Geiz liegen mögliche Antworten. Gesche Blume am 4. November 2017 um 18:34 Uhr)

Ich sah F. im Wald. Er hatte seinen Dederonbeutel dabei. Ich dachte, er sucht nach Pilzen. War voll, der Beutel. Hatte schon viele gefunden. Maronen, Steinpilze, Goldröhrlinge, die wachsen hier. Eine schöne Pilzpfanne. Kann man auch einfrieren. Das spart Geld. Ich grüßte ihn und lunzte heimlich in seinen Beutel. Mussten ja große Pilze sein, so wie der sich wölbte. Waren es aber nicht. Nur Bierflaschen. Leer oder voll, das konnte ich nicht erkennen. Egal. Aber was wollte der F. mit den ganzen Flaschen mitten im Wald? Proviant? Sein Goldstoff? War jedenfalls vernüftiger, was er tat, viel klüger, als bei McGeiz nach Antworten zu suchen. F. hatte wenigstens seine Fragen schon gefunden. Aber ich hatte bloß die Antworten vom Pfennigfuchser, und als ich in meinem Talleyrand blätterte, fiel ein Aphorismus heraus. Durch nichts in der Welt ist so viel Unsinn verhindert worden wie durch fehlendes Geld. So kann das Material wenigstens nicht in die Empfindung übergehen. Weil es ist ja nicht da. Es gibt nur die Empfindung. Jedenfalls, das Knacken der Zweige, die F. auf seinem Weg durch das Unterholz bricht, das hat keinen Rahmen. Mit unendlicher Geschwindigkeit rast das alles an mir vorbei. An uns.

Donnerstag, November 16th, 2017

Das Schwesterbruderzebra sagte zum Schwachtelwuchtelbüffel: “Plong!” Der Quantenfeldacker bebte, und alles wurde rot. Der Schwachtelwuchtelbüffel war weg, ein Schwuchwachlöffel lag neben einer Kaffeetasse. In einer Pfütze Sahne tanzten die Neuronen. Dann wird es diffizil. Subtil. Gentil. Propellerventil mit Gentilhomme an der Leine. Madame. Hätte es doch lieber “Pling!” gemacht.

Montag, November 13th, 2017

Weiß Weiß Weiß

strahlt die Dynamo Welle
aus feuchten Augen
Ismen – trichter
Filter keucher
Latio
n. . .

Maschinen stehen auf
Ihre Gesichter brennen die Sonne

Kohleanzünder

Freitag, November 10th, 2017

Er holt
das Feuerzeug
benzin
und den Kohle
anzünder
aus
dem
Schrank
neben der
Spül
maschine

unendlich zeit verlieren

Montag, November 6th, 2017

den zylinder mit
der hand
in bewegung setzen

zuschauen wie
er die sterne
einsaugt, ausstößt

zuhören als
sei das ohr
kommandozentrale

die tage mit den
nächten biegen
zur oberfläche

kaubewegungen
beim sprechen,
nichts als kaubewegungen

mit jan wagner
in verhandlung treten:
alles hat seinen preis

mit dir, ohne dich
leben & sterben -
immer wieder

die luft einer
kalten küche
mit liebe beheizen

den ekel vor metaphern
zwischen den zähnen
des gehirns

Schwermut

Sonntag, November 5th, 2017

In den Wäldern
fällt die Zeit
vom Geäst.
Ich fange sie
mit meiner Kleidung
und trage schwer
an deiner Stimme,
die noch immer
in den Tagen ruht.

Am Abend wasche ich
den Stoff mit deinem Schweigen
im großen Fluss.

Fasten in der Vorweihnachtszeit

Samstag, November 4th, 2017

Mc Geiz war die Avantgarde der Saison. Zwischen Bügelstärke, Kochwäsche, Scheibengardinchen, Plastikrosen, Chefhasser-Kaffeetassen, Persipan mit extra viel Süßstoff, Barbiepuppen und Frauenarzt Dr. Mühsal entdeckte ich eine Paperbackausgabe mit der Photographie echter, malvefarbener Tulpen auf einem grünem Umschlag. Der darin enthaltene Text, so verhieß die Titelaufschrift, war das Meisterwerk der literarischen Décadence, Joris Karl Huysmans Roman Gegen den Strich, gut und gerne zu erlesen bei germanistisch bedingter, durch nachhaltige Inferioritätskomplexe chronisch am Gedeihen gehaltener Antriebslosigkeit in abrissreifer Jugendstilvilla im über 30 Quadratmeter großen Salon ohne Zentralheizung – aber mit Wanne und fließend Wasser… Allen dumpfen und weltfremden Träumern, die Fragen um ihrer selbst willen stellen, zum Trotz: Bei Mc Geiz liegen mögliche Antworten.