Monatliche Archive: Juli 2017

Würde

Von | 30. Juli 2017

du gehst über frisch aufgeworfene Felder streckst dich über die Erdkante dein Grün ist unantastbar du erreichst die Würde der Wurzel Bäume werfen Schatten über dich in denen du ahnen kannst dass du dich brauchst      

„Von daher ist Ästhetische Theorie tatsächlich Gebetsmühlendynamik.“ (chlebnikov)

Von | 26. Juli 2017

Gebetsmühlendynamik, seltsames Wort, aus Gebet und Mühle und Dynamik, natürlich ist das deutsche Wort „Mühle“ bloß eine Übersetzung, hier wird ja gerade nichts gemahlen, keine Körner in Pulver verwandelt, hier ist es ein Mantra, eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder ein heiliger Vers, der außen auf einem Rad, eine Rolle oder Walze geschrieben steht,… Weiterlesen »

Auf der Halde (5)

Von | 25. Juli 2017

Kein Fazit, keine Theorie der Ritualbeobachtung, höchstens ein kleines Gluonengewitter zum Ausklang der Sommermeisterschaft. Im Winter hatten diese Häuser noch Stiefel an, jeder Schaft ein abgehackter Mensch, damit die einhellig erzählte Geschichte auch auf ihr Brennholz kommt, wenigstens das Feuer nicht ausgehen lässt, Licht in der Dunkelheit, trübes Scheinen. Worauf es ankam war die Wärme… Weiterlesen »

Rituale (1)

Berenike hieß das Café, in dem sich Rosanna und Philippa gern trafen. Hier saßen sie, bis die letzten schönen Herbsttage vorüber waren, am liebsten draußen. Nun regnete es seit Tagen. Die Kellner hatten vergessen, das Mobiliar vom Vorplatz wegzuräumen. So konnte das Holz in aller Ruhe aufquellen. Und der Stempel der ostdeutschen Designer-Marke „Theodor“ war… Weiterlesen »

Moderne

Von | 23. Juli 2017

Ein Vogel, komisch vor Stolz, zeigt sein Gefieder. Du holst für mich nie den himmel her – Käfigstäbe, Liebesmakel, . Samtfüße streifen seine nieder.

Schutt (5)

Von | 16. Juli 2017

Schutt, was ist das überhaupt, eine Anhäufung von Bruchstücken, etwas, das einmal größer war, das verwittert und erodiert ist, und immer noch verwittert und erodiert, Bruchstücke, sich immer weiter aufsplitternd, erst irgendetwas Großes, dann Blöcke, Blockmeere, und sie zersplittern weiter, Schotter, Geröll, Kiesel, Sand, und die können ja auch wieder versteinern, wieder größer werden, oder sie verschwinden,… Weiterlesen »

Schutt (4)

Von | 14. Juli 2017

Überall im Schutt vor dem Poco standen Steinmännchen. Manche waren schon fertig. Andere wurden noch gebaut. Wieder andere waren schon wieder eingestürzt. Willi fragte sich, ob diese Steinmännerversammlung zufällig war. Natürlich, jeder der Troglodyten, zu denen auch Willy gehörte, hatte sein Steinmännchen allein gebaut. Und jeder glaubte, allein, weil er es wollte. Aber diese ganze… Weiterlesen »

Willi warf Fleischstücke in den Schutt

Da das Imperfekt die vollendete Gegenwart ist, fragen wir uns, was in den letzten drei Tagen mit den Fleischstücken geschehen ist, die Willi in den Schutt geworfen hat. Wurden sie gegessen? Waren sie zum Zeitpunkt des Reinwerfens überhaupt noch genießbar? Wessen Fleisch wurde da in Stücke gerissen, zerschnitten, zerteilt, um als Köder für Ratten im… Weiterlesen »

Schutt (3)

Von | 11. Juli 2017

Willi stand im Schutt. Unter einer Peitschenlampe. Die Ratten hatten sich um ihn versammelt. Ihnen hielt er folgende Rede: In früheren Zeiten waren wir grausam zu euch. Haben euch gejagt, erschlagen und mit vergifteten Ködern getötet. Wir hatten unsere Gründe. Ihr trugt den Schwarzen Tod in euch. Ihr habt unsere Vorräte gestohlen. Ihr zahltet keine… Weiterlesen »

Schutt (2)

Von | 10. Juli 2017

Willi hatte eine Idee. Er schrieb sie auf die Rückseite des Schnipsels. In winziger Schrift. Das Papier war löchrig. Die Worte, die Willi in die Löcher schrieb, sind für immer verloren.   Geschmolzener Teer, gebrochene Regale, das Werk der Kräne, der Betonmischer, Kälte stürzte das Vordach Kälte sprengte die Fugen. Das Dach ruiniert, die Rohre… Weiterlesen »

Schutt

Von | 9. Juli 2017

Der kreative Schutt, die Gladiolen, das Gras.  (frau kleist, am 6. Juli 2017 um 19:19) Gestern wühlte der Willi im Schutt vor dem Poco. Wühlte darin herum. Dachte, er fände etwas. Eine Kinderwagenradspeiche. Ein Medaillenband. Ein Schalmeienmundstück. Ammoniten. Etwas in der Art. Da hielt er eine alte Photographie in der Hand. Fast verblichen. Irgendetwas konnte… Weiterlesen »

Floris

Von | 8. Juli 2017

er entglitt sich selbst wie eine straßenbahn entgleist. er zog an der zigarette, die lange rauchsäule, blassgelbe solopartie. ziegenlederne handschuhe, die gefaltete stirn zeichneten linien.  

Das Erotische ist ein Störgeräusch

Von | 8. Juli 2017

Heute: Er verbrannte an Clawdia, wie eine Motte am Licht (Für diese Idee wurden Ideen von frau kleist, Rapunzel und Thomas Mann durch den Wortwolf gedreht. Die Überschrift „Das Erotische ist ein Störgeräusch“ ist (C) 2017 by frau kleist. Diese Überschrift wurde direkt von frau kleist geklaut, ohne sie vorher zu fragen.  Das ging so:… Weiterlesen »

herzen und ammoniten

Von | 8. Juli 2017

die berufskrankheiten der dichter ziehen sich zurück in die städte auf die wiesen vor den städten die felder und wälder jenseits des flusses malt der himmel flugbilder von zugvögeln fast reimlos zeichnet mein mund die konturen deines körpers nach die linie deiner schulter deines nackens pulst gegen den morgen [wir dachten an vergangenes] lyrisches fleckfieber

Weiß

Von | 7. Juli 2017

Weiße Farbe ist doch nun wirklich etwas, das sich jeder hier leisten kann. (frau kleist, am 6. Juli 2017 um 19:19)   dieses Gedicht ist ganz in weiß die Fenster sind weiß weißes Licht eine weiße Tür liegt aufgebockt als weißer Tisch wir tragen weiße Kleider weiße Sonnenbrillen auf der Tür liegt ein Schachspiel die… Weiterlesen »

Leipzig, City: Wenn es hell wird

Von | 6. Juli 2017

…und etwas anderes bleibt uns ja nicht übrig als zu erzählen und zu akzeptieren, es ist doch viel einfacher die Welt zu akzeptieren, wenn wir zu ihr „Es werde Licht“ sagen. (Wassili Busskläff) Diese Woche: Bei Poco Diese Woche ist es bei mir erstmal richtig hell geworden: Ich war bei Poco! Bei Poco Domäne, direkt… Weiterlesen »

Der Geheimniszustand

Von | 4. Juli 2017

Also das Thema dieses Jahr ist ja „Der Geheimniszustand“, ja? Und da haben sich ja jetzt auch schon viele beteiligt, richtig? Also die frau kleist zum Beispiel, und der Zhenja, und die crysantheme und der Kraba vel Jop, und der Wassili, und die rapunzel, und die Faron Bebt, und mein Schwager Theodor Holz und der… Weiterlesen »

porös

Von | 2. Juli 2017

tiere II november war warm november. neugier. licht. hals. mich gleich aber ich wollte noch meine beste kraft war schwarz wie keine farbe.

Deine Worte werfen keinen Schatten

Von | 1. Juli 2017

Sie zwängten mein Leben in sechsundzwanzig Buchstaben. In den Leerzeichen klangen die Töne lauter und widersprachen dem Gesang der Lerchen. Ich pflückte weiße Worte von den Lippen und legte sie in Zwischenräume. Ohne Schatten hallten sie durch meinen Tag.