Archive for September, 2016

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Freitag, September 30th, 2016

fließen stimmen den abhang der zeit hinab
drängt gedankenschutt zu tal
im netz der landschaft
verfangen sich die letzten flüssigkristalle
einer früheren epoche
geh ich den weg der monde und gestirne
sind sanduhren gefüllt mit falterstaub
erinnerungen einsamkeiten
schwarze löcher
bleibst du bleibe ich
stehen
staunen wir
fülle ich noch einmal die zeit mit moränen
rotkehlchen gesängen stille
stille
so groß wie zwei karseen im winter
so weit die arme reichen
die hände begreifen
deinen leib unter schnee
den amselleib
lass die haut blühen im frühling
mit den himmelsschlüsseln
buschwindrosen auf rabatten zwischen kieswegen
und mauern
zählen wir magnetisch im schwerefeld der liebe
21   22   23   schatten legen sich neben uns
durchschnitten von einem strom aus stimmen
können wir durch glas gehen
mit den zugvögeln kehren die raketen zurück
die flakgeschütze landminen kindersoldaten
in aussichtslosen stellungen an einem abhang
reicht weit der blick über nomadenzelte

Manchmal häutet sich

Donnerstag, September 29th, 2016

die Zeit,
und aus dem Innern tönen
Melodien früher Träume.
Die Adern pochen leis den Takt.
Als Ahnen hallt ein jeder Ton
Sekunden in mir nach.

Dann finde ich dich noch
in Harmonien
zwischen Tag und Schlaf.

Der Hüter der Herde

Dienstag, September 27th, 2016

Der Hüter der Herde ist allein : ohne sich einsam zu fühlen
Sonne : Gras : Mondschein sind seine Begleiter
Er sieht sie : er fühlt sie und daher liebt er

Er denkt nicht darüber nach : weil er nicht nachdenkt
Spürt er keine Einsamkeit : keinen Haß : keine Rache
Weil er nicht nachdenkt : ist er nicht enttäuscht

Wer kann den Mondschein hassen : vom Gras enttäuscht sein
Sich an der Sonne rächen : der Hüter der Herde
Spricht mit allen : indem er schweigt

Citron

Montag, September 26th, 2016

Ich stand vage
sie sagte,
mit deinem fernen distanzierten
blick,
und lehnte

im Türrahmen wie eine figur
aus japanischem
porzellan -

Scheue Wildtiere wollen
gezähmt sein.

Es, es war ihre,
die gehst du mit mir spielen -
- Stimme,

quer im Raum, wechselseitig,
ohne Anfang – oder Ende
around
around, in der Mitte.
Esther,
schwerelos,

ihr herber
Geschmack,
Zitronensoufflé.

In jenem Moment
als das Gemisch
aus Hitze und Monotonie
und Trunkenheit -
brodelte -

[...]

Eduard schüttete schwarzes Pulver in eine lackierte Schale, wartete darauf, dass das Wasser zu kochen begann. Vyvyan lockerte seine Samtjacke und hörte au fond de la ballet. Für Esther war es genug, nur einen Rotwein zu trinken. Und fehlerhaft zu lesen. Oder den ganzen Abend schweigend in der Sofaecke zu sitzen.

 [...]

 Eifersucht ist ein Spiegel, aus den Scherben der Geschwätzigkeit zusammengefügt.

Flucht und Wiederkehr IX

Sonntag, September 25th, 2016

Herr, schnell! Dreh eine neue Zeit,
dass bald wieder bunte Tage werden
einer schwarzmilchig befllissenen Welt!
An vom Eise befreiten Strömen
erlöse uns, die wir selbstverwunschen
nach Vergebung lechzen
als totgeglaubter Friedensspross.

Ewiger Sommer -
weich schimmert Licht.
Dein sanftes Gesicht
streicht  alle Winde,
treibt aus -
ein Lächeln, ein Schwingen -
herzblutig rinnendes Ringen
erspiegelter Zeit.

Erst hell und grün, nun bräunlich -
da welken sie dahin.
Wenn scharf und kühl
ein and’res Windchen weht
und Dunkel täglich wächst
irrt’s klamme Volk
in Klagemut gehüllt
umher,
sucht Holz und Pilz’
bei feuchten Nebelgeistern.

Schneeweiße Nacht
und
endlos langend rauchen Schlote.
Ausharrend: Halbtote
in engen Verschlägen.
Ein leiser Gesang
ruft an
eine höhere Macht.

Heim zu dir

Sonntag, September 25th, 2016

Nicht die Stunde,
das Leben neu zu leben,
ohne Vergangenes zu verwerfen.
Schmaler werden die Abende.

In sich zu ruhen. Das Leben
zu leben inmitten, wer das
könnte. Suchen, solang
deine Zeit währt.

Und lieben. Farben des
Herbstes noch einmal und wieder.
Die Winter wechseln
in ewige Sommer.

Der Wachtraum Leben.
Arbeit, bis dir der letzte
Hahn kräht. Sacht, unmerklich
kommt das Begreifen.

Libre

Donnerstag, September 22nd, 2016

Er bietet mir eine von den herben Zigaretten an und betrachtet dabei mein Profil. Im Grün der Blätter käme es vielleicht noch besser zur Geltung, im Gelb des Herbstlaubes wirkt es eventuell schon zu scharf. Oder es löst sich auf im Kontrast zum Licht in der bereits teilweise fehlenden Belaubung der Bäume, und so schauen wir uns an und hoffen, dass Esther und Miranda nicht streiten, was sie vor uns auch so bald nicht tun werden, wenn es überhaupt einen Anlass dafür gibt und geben wird.

Wir werden sehen, die Ebene ist blank und kein Weg vorgezeichnet. Wir treffen auf die Dinge erst, wenn sie uns hautnah begegnen. Zuvor sind sie eine Illusion. Und weil die Glückserfahrung eher eine Seltenheit bleibt und auch schnell wieder zur Ausnahme wird, pflegt man sie nicht. Sie verschwindet einfach. Es gibt in ihr keine Körperlichkeit, die uns erinnert, dass sie noch da ist, keine Körperlichkeit, die einen Vorwurf entfalten könnte – wie der Körper vielleicht eines Kindes, das erkrankt, weil es vernachlässigt wurde – während seine Seele, Eduard, lass mir ausnahmsweise dieses altmodische Wort, ich werde jetzt nicht Descartes vor dir und vor Esther bemühen, um es zu rechtfertigen – also lass mir einmal dieses altmodische Wort.

Auch wenn wir sonst mit Worten fechten, so sehr, dass wir andere damit indignieren. Also nutze ich Seele als eine Metapher und gehe zurück in eine Zeit, in der dieses Wort gerade obsolet zu werden begann. Zurück in die junge Erwachsenenzeit meiner Urgroßmutter, die anscheinend ihren ganz eigenen Entwurf von so etwas wie Glück hatte. Sie wurde vorgeführt und war zynischer als jeder Mann ihrer Generation. Was ist schon ein Glück, eine chemische Einheit, an der sich die Medizin damals gerade abzuarbeiten begann.

Chorin (6)

Montag, September 19th, 2016

Die Landschaft

Abgetaut alles Eis, nur im Winter
manchmal
materialisiert sich die Erinnerung.

Parsteinwerder schiebt
seine Zunge in den See
wie ein junges Mädchen ihren Geliebten küsst.

Vor der Endmoräne
angestaut
stilles Wasser, tief.

Deine Wimpern, die Bäume
hängen
kopfunter in den Himmel -

Ostern ereignet
sich
im Schilf. Flöte & Oboe,

im Schlaf. Diese
Landschaft:
ein einziges Fallen.

Fallen sich Menschen
in die Arme, fällt
dir niemand in den Rücken.

Geboren in Herzsprung, von Serwest
her
knackt es im Gebälk des Kirchturms.

Der südliche Wald
fast noch
ein Park.

Hier ließ man
die Fische wandern,
hieß sie springen bergauf.

Nach hundert Jahren
dann
hatte die Wasserscheide sich verschoben.

All die Erinnerung
zu rekonstruieren, Eis taut
bis an die granitene Pforte &

Steine sprechen. Steine
sprechen nicht – mehr, mehr!

Über die Ästhetik der Volksverbundenheit in einer schriftlosen Kultur

Montag, September 19th, 2016

1. Gedichte müssen leicht verständlich sein. Wünschenswert ist der Reim, ein Gleichklang in Verbindung mit einem – festen – Metrum immer an der gleichen Stelle.

2. Gedichte müssen auswendig gelernt werden. Wünschenswert wäre ein entweder erbaulicher oder moralischer – d.h. an sich wertvoller – Inhalt.

3. Gedichtbücher müssen dem potenzielllen Leser und seinem Stellvertreter in der bürgerlichen Gesellschaft – dem Käufer – immer auf Augenhöhe begegnen. Es darf sich also weder um Bückware noch um Deckenabstützungen – etwa in eingerüsteten Innenräumen – handeln.

* * *

Anm.

Hier ist nun der Ort, den Humischen Zweifel aus dem Grunde zu heben. Er behauptete mit Recht: daß wir die Möglichkeit der Kausalität, d.i. der Beziehung des Daseins eines Dinges auf das Dasein von irgend etwas anderem, was durch jenes notwendig gesetzt werde, durch Vernunft auf keine Weise einsehen. Ich setze noch hinzu, daß wir ebenso wenig den Begriff der Subsistenz, d.i. der Notwendigkeit, darin einsehen, daß dem Dasein der Dinge ein Subjekt zum Grunde liege, das selbst kein Prädikat von irgend einem anderen Dinge sein könne, ja sogar, daß wir uns keinen Begriff von der Möglichkeit eines solchen Dinges machen können

gez.  Thomas? Berhhard??

Chorin (5)

Sonntag, September 18th, 2016

Geschichte

Neun zu elf wie elf zu dreizehn,
annähernd? Woher
die Gewissheit, dass es morgen
genauso werden könnte
wie es heute
ist?

Aber wie
ist es denn?

Ruinen wachsen & wachsen
wieder empor,
verschollen
ihre einstige
Grazie.

Wieder wachsen
die Illusionen, annähernd
alles wird gut -

dem Besseren feind
bleibt es, was es
ist … ewig
unwirklich; bleibt

nichts als Schattenland
aufgeplusterten
Trümmergefühls:

Verglichen mit der Zeit
ihrer Entstehung ist
jede Renaissance
bereits eine Lüge.

Schaffet das Neue! Was
hat es mit dem
Alten zu tun?

Romantik ist Lüge
im Quadrat.

Barock war die Er
findung des Falschen,
der Fälschung.

An der granitenen Pforte
aber
entscheidet sich das
Schicksal, Klima für
hundert Jahre.

Triple

Sonntag, September 18th, 2016

Aus unendlichen Sehnsüchten steigen
endliche Taten wie schwache Fontänen

(Eduard, Vyvyan und der Professor treffen sich in der Akademie)

“Wir haben noch eine andere Dame zur Auswahl. Sie ist selbstverständlich nicht alt. Sie ist reif. Es hätte Vorteile. Stil bildet sich erst ab einem gewissen Alter heraus. So wäre es auch Jugendstil.”

“Jugendstil… ich bin kein Freund dieses Begriffs, Eduard. Er riecht zu sehr nach München. Sag bitte Sezession oder Art Nouveau. Und fang mit Rilke an. Mit Initale. Erfinde das neu. Herr Professor, Sie rügen mich, weil ich in Begleitung Eduards bei Ihnen erscheine. In Begleitung eines Kunsthistorikers. Nun, Eduard und ich ergänzen einander. Wir sprechen über Tiere und meinen uns selbst. Eventuell noch die Dame mit dem Fuchspelz. Und stellen Sie sich vor, Eduard und ich wären zusammengewachsen. Dann müssten Sie ihn in Kauf nehmen.”

 

 

Casting

Sonntag, September 18th, 2016

Der Wunsch,
niemandes Zeitgenosse zu sein,
nicht dieser Zeugen, nicht dieser Orte,
nicht des Wahnwitzes Zeit.

Die Wahrheit
liegt im eigenen Anblick, der uns
erschüttert, solange wir
das Innere des Spiegels suchen.

Ins Schweigen fallen
am Ende. Die Rollen besetzen, sich
ein Bild machen, das sich auf dem Markt
der Gesichter verkaufen lässt.

Chorin (4)

Freitag, September 16th, 2016

Chor

Abschluss sieben Zwölftel, selten
gebaute Version. Ob
das wohl die Idee
einer Stimme war, einer
Stimme inmitten?

Interferenz eines Glocken
tons, dem die Glocke
abhanden kam,
mit einer Kammer -
Zelle genannt?

Oder Superstrat
wilder Gänse in
mitten dieser Landschaft,
Richtstätten hinterm
Tanzplatz in den Lüften?

Kondakion
einzig, Teil
einer übergreifenden
Erzählung, Erzählung aus den Lüften.

Nach dem siebten beginnt
etwas Neues: Wandel
gang, zur Treppe
aufgetürmt!

So steigt diesen Weg empor,
denn
das Wesen
will diese Welt erlösen,
steigt auf bis zur Dreizehn

und verabschiedet es, auf dass
im Gedächtnis es
blühe,
wirke &
gut uns beschließe.

Sieben Zwölftel, ein Problem:
das Zwölfte als
die Mitte zwischen gestern
und morgen, Mittag
fortschreitender Addition? Oder
waren es immer schon
die Elftel, auser
sehen der Dreizehn
annähernd
Paroli zu bieten?

Himmelselegie

Freitag, September 16th, 2016

Hinab die Wolkenstraße,
wo der Mond im Herzen der Nacht
Aufenthalt nimmt. Hinab,
Träumerin.

Gebrochen flammt, was mich
sehen lässt. Trunkener Sturz eines
glühenden Kometen. Es ist
seine Stunde.

In der Dünung der Wolken
ein verzweifelter Planet, hilflos.
Tief drunten, unterm Sonnenrand, nackt,
im Werden der Tag.

Kürzeste Bilanz

Mittwoch, September 14th, 2016

Einmal, im Wust der Worte,
als alles gesagt war, einmal
gab es da einen Laut wie einen
kleinen Schrei, der nicht sein sollte,
der aus der Kehle kam oder
aus der Hölle.

Einer saß hinten am Tisch,
der sah keinen an, der hatte
zuviel gehört, zuviel gesehen,
der wollte nichts mehr wissen,
für den war alles geschehen.
Und dann dieser Schrei.

Als der so dasaß,
den Kopf in den Händen,
sein Glas, das wievielte, halbvoll,
da wusste ich, wer braucht denn
Worte, wenn ein Schrei
schon alles sagt.

Chorin (3)

Montag, September 12th, 2016

Proportionen

Observatorium oder Gotteshaus,
Höhle oder System
von Kornkreisen?

Mein unförmiger Körper lässt
sich
in keiner anschaulichen
Beziehung zum Geist denken -

so verzichte ich
denn,
verzichte vorerst
auf mein Observatorium hier
& jetzt.

Verzichte
auf die Instrumente,
Luftkanäle & zitternde
Saiten.

Verzichte auf
die Freude – und doch!
warum sollte ich;
selbst
im Verzicht noch ist
Freude, Freude.

So will ich die Musik
also
ausschließlich denken:

Die Hälfte zeigt den Grundton an,
deren Hälfte etwas Neues.

Das Neue sei mir neu,
Intervall
in mir. In sich

gewinnt es seine Dif
ferenz zum Anderen -

anders klingt es
gedrittelt
in dem Ganzen; drei

zu vier will ich
hören mit
anderen Ohren – -

bis hinauf
zum Septem.

Nach den Blumen die Segel

Freitag, September 9th, 2016

Wie es sich entfaltet,
dieses Leben -
aus dem Erdreich durch
die Lüfte zum Licht!

Elfen hinter der
Scheibe, Scheibe
auf
der wir alle
geboren … wir

vergessen manchmal
den Raum, den
Raum aus
dem wir entsiegen.

Die Blumen, die Segel.
Eine Hose im Wind,
Windeseile
zwischen zwei Atem

Zügen. Zogen. Sie. Alle
dahin

Flucht und Wiederkehr VIII

Montag, September 5th, 2016

Obschon der Belagerungsring der alevitisch-schiitischen Allianz gestern nach dreiwöchiger Unterbrechung wieder geschlossen wurde, hat eine Sunnitenmiliz in Aleppo angeblich achtzig Prozent eines loyalistischen Stadtviertels (Al-Amiriyah) eingenommen.

Währenddessen ich die Ruinen des einst eintausendfünfhundertzimmrigen Palastes von Knossos besichtigt habe, sind junge, angeberische Engländer auf Quad-Bikes die Partymeile von Malia, an der mein Bed-and-Breakfast liegt, hoch- und runtergesaust – um diverse Gruppen fish-and-chips-geschwängerter, abschleppbereiter albionischer Landfrauen, umhüllt von Wolken billig gefälschten Markenparfüms, das in hiesigen Souvenier-Shops ab drei Euro erhältlich ist, laut ratternd zu beeindrucken.

Da ich diese Zeilen schreibe, zieht aus dem Erdgeschoss Zigarettenrauch in den ersten Stock, und übertüncht den Jasminduft der Hotel-Hecke: unter meinem Balkon sitzt eine Gruppe männlicher Deutscher, Anfang zwanzig, jammert in Bezug auf dreißig Stunden Arbeit am Stück, räsoniert darüber, was sie auf dem Rechner haben. Die Nächte in Kreta sind stets lau. Es ist der Todestag des Vaters meiner Frau und sie zieht sich zurück. Ich tippe auf meinem Handy herum.

Die Deutschen lachen angetrunken, Elektro-Handymusik schallt nach oben, wird übertönt von dem einsetzenden Sound der Clubs und dem Hupen, Rufen und der vibrierenden nächtlichen Luft, die Anfang-zwanzigjährige stets vor Mitte-dreizigjährigen selbstbewußt zu beanspruchen wissen.

M-V hat AfD gewählt lese ich, Usedom zu 52,4% AfD+NPD. So what? Alles so fern, was mich früher extrem gestört hätte, ist ein Fliegenschiss der Zeitgeschichte – heute habe ich den Diskos von Phaistos, die Kykladenidole und die Schlangenpriesterin im Museum von Heraklion live! gesehen.

Ist dumm. Genau der. Schallt es von unten. Hoch zieht, einmal mehr, Zigarettengestank. Ausm Arsch. Vom angrenzenden Lokal der Rauch gebratener Sardellen. Göttlich. Es ist, als hätten die kargen Gebirgszüge, an denen sich die seichten Buchten gesundstoßen, gesprochen.

Boulevard

Montag, September 5th, 2016

September, ein grauer Tag,
das Jahr macht einen Sprung.
Der Zeitungsmann, hagerer
Graukopf, ist neu im Geschäft.

Wind lässt die Blätter flattern,
die Schlagzeilen schreien.
Wer kommt, eilt vorüber.
Ihm nach der Blick des Alten.

Teuer das Leben, die Rente
schmal. Nie würde er eine der
Zeitungen kaufen, mit denen
er handelt.

Es hat zu regnen begonnen.
Der Mann zieht das Zeitungsgesell
besorgt unter die schützende Passage.
Bares Geld seine Ware.

Ob er versteht, denke ich,
warum und für wen es ihn hierher,
in den Wind, in den regendunklen Tag,
verschlagen hat?