Archive for August, 2016

Chorin (2)

Montag, August 29th, 2016

Selbstvergewisserung

Wer baute die ersten Tempel,
Stonehenge- & Carnac-
Ensembles,
Erfahrungen des Himmels
auf Erden?

Wer konstruierte das erste
Fünfeck, Gehäuse
der Welten
harmonie wie des Fluchs
aller Ausnahmen?

Gehäuse des Menschen
wie der harten Steine, eisige
Kontur der im Innern
des Vergänglichen wirk
enden Form?

Prinzip der Erzeugung
des Mannigfaltigen
aus dem Gleichen, des Einen
aus dem Verschiedenartigen
gleichermaßen?

Gleichermaßen? Gleicherweise?
Ungewissheiten der
Formulierung, Ur
bild aller Sag
bar
keiten, un
möglich auf den Begriff
zu Bringendes?

Wer erfand die Idee
des Wunders, in dessen Ge
häuse des Menschen
Wohnstatt
sei – Seele
im Geist, Er
kenntnis der einen Be
weg
ung, die wir sind?

Wer baute mit den Händen
seinen Tempel, in
dessen Grund wie
ein Grab die Klarheit end
losen Übergehens ein
gebettet liegt?

All diese

Montag, August 29th, 2016

Denn man soll nicht,
ließest du mich wissen,
nicht in den Niederungen
wildern.

Ich hatte kein Abitur.
Nur meine Liebe.
Einmal glaubte ich
an sie.

Das verging.
Verging wie alles,
kein Lärm, kein Schmerz.
Alles im Grenzbereich.

Altern

Sonntag, August 28th, 2016

für Micha

Verliebt
in die eigenen
wünsche treideln
wir richtung quelle

Die Kinder beobachten uns. Du
gibst den durch
sichtigen Spiegel,
ich
die schwarze Wand.

zu zweit, du
& nicht du sind
wir eine un
entzweite Dreiheit,
während wir über erziehung reden

viel : leicht

Freitag, August 26th, 2016

der satz, das schwein und die selbstaussage – objekt, nichts sonst – - man sagt mir die objektivität nach – - – warum eigentlich – - weil sie es selbst nicht besser wissen – ? – manche glauben – - ich sei – das gesetz – - – welch kinderglaube – - nicht einmal die gnade will ich sein, sonders einzig die erlösung. wer spricht hier von versöhnung – ! – geist – - indem er urbild und bild geschaut – - – der ihre differenz – - und kommt mir nicht mit der ähnlichkeit, dieser ana – logie von sondern hausen – - was habe ich schon mit meinem steinernen bild zu tun – - – all – - so glaubt, selbst – wenn ich zwei fel t/e – - also glaubt – - – also, etc.

Du bist mein Licht …

Montag, August 22nd, 2016

Ich liebe hemmungslos und ohne Schranken,
bin gefangen in meinen Gedanken,
Sklave meiner Leidenschaft,
wie lange habe ich die Kraft,
auf dem Seil zu balancieren,
gewinne ich dich, werde ich verlieren?
Doch eines möchte ich dir sagen,
du bist mein Licht an dunklen Tagen,
und erreiche ich dich auch nicht,
so bleibt mir doch, ich liebe dich.

Portale

Montag, August 22nd, 2016

Dünn geworden,
was man uns serviert. Verschrien,
verleumdet die ungeliebte Klarheit
des Gedankens, die, mitunter noch,
anklagend die Stimme erhebt.

Glücklos sind wir.
Die Massen machen das Spiel,
man las es in Glanzbroschüren,
und gemeint waren Wirrnis, Leere
und Gleichgültigkeit.

Überall Melancholie,
sie hockt vor geschlossenen Portalen,
und wir, arme Hunde, warten in
Gottvertrauen, warten und warten
und wissen nicht, worauf.

Es

Freitag, August 19th, 2016

gibt keine Null
Reflexion, außer

in der reinen
Anschauung

elefantensamba

Mittwoch, August 17th, 2016

fliegt ein schiff durch meinen kopf
ein hamburger viermaster
die segel gesetzt

von den bergen und schlachtfeldern
von einer trauernden mutter und geliebten
trägt der wind stimmen
in die städte

wir pflücken nächte und binden sie
zu einem großen strauß
der elefant schaut in den himmel

die bienenzüchter und kriegstreiber
haben zulauf
füttern königinnen und kronprinzen
mit honig und waffenarsenalen aus den bergen

das haus ist ein sprechender zigarettenautomat
darin wohnen kann tödlich sein
aus den schachteln und hülsen drängen stimmen

die haut ist ein geduldiges raubtier
jede nacht macht sie beute
wandern elefanten in die stadt
trompeten und tanzen samba

Chorin (1)

Sonntag, August 14th, 2016

Vision

Schwebendes Dreieck,
rechteckiger Grund.

Das Licht holt sie zusammen
in der Sieben.

Reine Addition, nichts
Räumliches oder
Zeitliches.

Schattengrund, Gründe
für Schatten, nichts
Unerklärliches.

Wenn Licht & Schatten zusammen
treten, entsteht Raum
aus sich selbst heraus.

In der geschauten Einheit
verteilt sich das Ungleichartige.

Ungleiche Hälften, ein Wider
spruch – gemurmelt

oder geschaut, vom Auge
wie vom Ohr aus
springt

dieser Stein in die
Höhe: Schluss
stein,

Schicht auf Schicht,
Kulmination:
das

Leichte
ruht auf
dem Schweren als

Illusion -
niemand könne ernst
haft glauben, dort &

nur
dort sei der Mittelpunkt der Welt.

Also tapfer weiter strampeln

Dienstag, August 9th, 2016
Tapfer weiter strampeln

Tapfer weiter strampeln!

Gegenglück

Montag, August 8th, 2016

Den kleinen Abend
zwischen den Häusern ertragen,
hinter denen ein Sonnenball
aufsteigen wird.

Dem Glück entkommen,
hineingeglitten ins Gleichgültige,
ins Dunkle, in die Nacht
mit ihrem Schweigen.

Ein Licht wartet
hinter dem Horizont, das des Zuspruchs
bedarf, den wir uns selbst nicht
erlauben.

Und auf dem Straßenpflaster
ein verlorener Vers.

Was

Freitag, August 5th, 2016

ist eigentlich schlimm an der Langeweile?
Dass man sie aushalten muss,
bevor dann
die Musen antreten auf deinem
Fußabtreter
wie zum Morgenappell?

Neues Genre: A u s w a h l p r o b l e m e

(Die Drei Fragezeichen für Erwachsene)

spinnengespinst

Freitag, August 5th, 2016

da spann eine spinne ihr netz
und eine dicke fliege verirrte sich hinein
ach, wie kuschelig, dachte sie
da grinste die spinne nur
während der wind dem schweren gespinst
unheimlichen schwung gab
und die fliege
inzwischen
trocken blutleer klumpig
aus dem netz fiel

da kam mama mit dem staubwedel
und fegte sie beide zusammen
in den müll …

Spinnen und Blätter fressen,

Freitag, August 5th, 2016

IMG_20160805_122245

das ist unsere Aufgabe.

Realitätsschatten

Freitag, August 5th, 2016

Und x

Wer ist Edith Stein?

Was ist das hier

Snorris Bad?

Matrixphänomene?

Maya?

Durchreise Röcken

Potsdam!

Tagebucheintrag

y Abschied

Schnitt “Neuer Eintrag

Berlin, Landsberger Allee

Donnerstag, August 4th, 2016

Weiß der Tag,
von einer Weiße, die Taubengeschrei
und Mittagsgeklirr übertönt.

Die hohen Häuser, Geranienbalkons,
Autolawinen mit jener
rasenden Trunkenheit, der sich nur
ein Ampelgott in den Weg stellen kann.
Fußgänger laufen dem eigenen Schatten nach,
lärmgetrieben, sonnendurchtränkt.
Und am Wasserwerk Fest der Heuhüpfer,
blauer Wegwarte Stunde,
roter Weidenröschen.

Drei Nächte noch, und der Mond
wiegt sich als Schaukelpferd über der
Landsberger Allee.

Flucht und Wiederkehr VII

Donnerstag, August 4th, 2016

Durch dichte Blatterbüschel
schweift Wind,
olivgrün tanzen
ihre Unterseiten Reigen:

unter schweren Kronen
versteckt sich,
der Fülle nicht geheuer,
Sommer;

fließt ein in
gesättigtes Fragen
nach Zyklen der Nacht.