Archive for Mai, 2015

Hawaii

Sonntag, Mai 31st, 2015

Martin hatte angerufen und gesagt, dass es ihm schlecht gehe. Ob wir uns treffen können, war er ohne umschweife zum punkt gekommen.
Klar, hatte ich geantwortet.

Was ist los? fragte ich ihn.
Martin ist mein bester freund, und mein einziger.
In der zeitung las ich, dass ein radioteleskop auf Hawaii die am weitesten entfernte galaxie entdeckt habe.
Dreizehn komma acht milliarden lichtjahre entfernt. Dreizehn komma acht milliarden jahre sei das all alt. Die galaxie liege damit am rand des universums.
Was beunruhigt dich daran, fragte ich.
Wenn sich das all ausdehnt, waren wir vor dreizehn komma acht milliarden jahren eins mit dieser galaxie.
Wie konnte sie uns verlassen und sich derart weit entfernen? Weißt du eine antwort darauf?
Ich schaute ihn nur an.
Stell dir vor, das licht, das sie auf Hawaii von dieser galaxie empfangen haben, ist so lange unterwegs gewesen, wie das all alt ist. Genauso gut könnten wir heute am rand des alls sein.
Was soll ich darauf sagen? Stell dir vor, fuhr ich fort, wir hätten keine radioteleskope erfunden und entwickelt, wir wüssten garnichts von dieser galaxie am rande des universums.
Und stell dir weiter vor, in dieser galaxie hätten sie radioteleskope erfunden und entwickelt, und würden damit uns in einer entfernung von dreizehn komma acht milliarden lichtjahren entdecken. Sie würden annehmen, dass wir am rande des universums lebten. Das ist in der tat höchst beunruhigend. Was mich dabei aber tröstet, ist, dass wir garnicht wüssten, am rande des universums zu leben. Denn wir haben ja kein radioteleskop erfunden und entwickelt.

Was mich aber wirklich beunruhigt, ist, dass die menschen auf Hawaii am rande des todes leben.
Martin schaute mich an.
Ich verstehe, sagte er nach einer weile, ich verstehe.

Vielleicht hast du recht. Und nach einer pause: nicht nur auf Hawaii, auch wir hier in Mitteleuropa, leben am rande des todes.
Du und ich.

 

D.S.i.A

Samstag, Mai 30th, 2015

H

erzuwiesen streifen
au

fund niedera
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schlecht

S

Der Stein der Weisen

Donnerstag, Mai 28th, 2015

Phosphor und Kupfer – Lernhilfen für die fügsame, vielfach in sich gefaltete
Struktur, man möchte Euch ansprechen können als Wesen das denkt, weil es ein denkendes Ding ist, – - – - – - – - –
Aber der Weg
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ist weit vom atomaren Pentagondodekaeder über die menschlichen Formen der Hitze, Kälte und Wärme bis in die Zwischenräume der Sätze, wo der Sinn ein ausatmen bleibt. Aureole, Engelskrone in Raum & Zeit, Ausstülpung von Erinnerungen der Materie an die Kristallpotenz von Glyzinien und Impressionisten, es
Sei eine Treppe aus Photonen in der Dunkelkammer

Überm Stein

Freitag, Mai 15th, 2015

Joggen bei vierzig Grad
Dafür muss man schon verrückt oder verliebt sein:
Was schlimmer ist?
Das Klappern der Laute
Im Satz, ihre Spaltung
Wenn einfach nicht stimmt was da steht
Oder gestern stimmte, zufällig
Zusammengewürfelte Reihe von Augenblicken
Das sich selbst genügende Hämmern, bis alles Material
Zerbrochen oder zerstört -
Die Äpfel auf der Wiese
Werden ihren fauligen Duft entwickeln
Um sich darauf zu betten und
Tragen zu lassen
In die Niederungen, bis es wieder
Aufwärts geht in die Strudel

* * *

Freitag, Mai 1st, 2015

Geflügelte Pferde und Autos mit
a-a-a-a-a eckigen Rädern, die
Sprache der Gleichheit bleibt
b-b-b-b-b letztlich ohne Vergleich.
Zwei unendlich ferne Punkte -
c-c-c-c-c ein und dieselbe Sicht.
Und alle Teile wirken zusammen,
d-d-d-d-d wenn es einmal zur Frage
Kommt: Wer
x-x-x-x-x-x-x-x zerfiel – zu – -
y-y-y-y-y Schimmelpilz & Lindenblütenhonig?
Es wirbelt vor den Augen und kann
e-e-e-e-e seinen Begriff nicht finden -
Trostlose Durchdringung aller
f-f-f-f-f menschlichen Vermögen,
Interesselos sei es und bleibt
g-g-g-g-g doch gefangen ohne Grund.
Sei grundlos. Sei trostlos. Sei

unfertiges

Freitag, Mai 1st, 2015

müde erde und
verwelkte blicke
der tod kommt ungelegen
ich kaufe heidekraut und chrysanthemen

du sagtest noch
ich solle dir
den kamm
und ein paar bücher bringen

und als ich ging
bist du leise auch gegangen