Monatliche Archive: April 2014

Mauser

Von | 26. April 2014

Zwischen den Zeilen tummeln sich Wesen, dickhäutig und bedeutungsschwanger, renitent gegenüber den Konventionen der Stille. Reinliche Phantasiegebilde, Märtyrer des Lauteren, Grimassen großer Brüder anerschlichenen Geunzerstelltens: Scheren brüten die Flucht in Harmlosigkeiten aus, säugen federleichte, rosa Elefanten. —   Und dazu, weil mir die Szene gerade in den Sinn kam:   (…) Man kann ihm nichts… Weiterlesen »

Verwanderschaft

Von | 25. April 2014

Eine Kurzgeschichte wird oft nicht zum Roman, wenn ihr Autor nach einer gewissen Zeit – entweder aus Langeweile vor dem Thema oder aus Langeweile vor sich selbst, aus ideologischer Trägheit oder intellektueller Unlust heraus – die Handlung verdichtet. Der Autor forciert dann eine mehr oder weniger subtile Pointe, sei es auch nur eine solche, dass… Weiterlesen »

In Psalmen der Liebe

Von | 24. April 2014

  Feigenvogel, Zeitenwandler ~ gelobt sei dein Klang, der Lüfte streichelt, Sonnen strahl’n und Ewigkeiten weinen lehrt.   Bestaunt sei dein Flug ~ Sehnenssegler, Blütenträumer, dem schollendonnernd Wellen klatschen und Wolken röten.   Alle Sorgen, Hoffnungswütiger, jegliche Ängste, Lächlerschäumer, ersuchen, ehrfurchtsvoll ob der Gischt deines maßlos schwebenden Blickes um Zuflucht ~

Kamasuddamam, 2XXX

Von | 21. April 2014

Ein grelllackfliesener Morgenbunker: träges Sonnenblumentagsfundament; in der Ferne Farbbetonstauwehen auf der Abendhimmelsautobahn – Lysergsäure trifft Plattenbaukinder.   (Also redete Zarathustra in der Stadt, die er liebte und welche zubenannt ist die bunte Kuh.)

Evolutionärer Leinenzwang

Von | 17. April 2014

Zwei Hunde zanken sich um Knochen. Der eine Hund trägt einen Maulkorb, sein Bellen hallt gedämpft. Ein Pekinese schaut aufmerksam dabei zu und pisst, spitzbübisch in Gedanken versunken, seinem Halter unauffällig auf die Schuh. Die schwachen Knochen tanzen unter den Pfoten gespenstisch und brechen zum Teil, frisches Mark liegt frei, der Pekinese leckt in geradezu… Weiterlesen »

unter allen ausgerechnet

Von | 14. April 2014

der fewr-rer ist, der fewr-rer wie, das ge hirn. – kiss the fewr-rer natur um uns herum das sind doch alles hohle phrasen ortsveränderung – programmverzweigung – anders kann man das nicht machen. verlaufe energetisch – gegenwehr das leben vergibt keine schwäche, was man tut – kapitulationsangebot. dies erledigt hochgezüchtet datenverarbeitung: ein segen in erhöhtem… Weiterlesen »

Neues aus der Extremismusforschung

Von | 14. April 2014

Der Extremismus der Mitte schleicht, gutbürgerlich getarnt, durch Nebel selbstgefälliger Satuiertheit und knabbert lüstern im toten Winkel des matten, gaucklerhaften Lichts maroder Rechtsstaatlichkeitslaternen am morschen Gebälk „unveräußerlicher“ Freiheiten. Jede Nacht legt er die Reste seiner konstitutionellen Opfer in einer ungenießbaren Lake aus Halbwahrheit ein, bevor er sie, garniert mit Ressentiments, die der Vorherrschaft seiner Auftraggeber… Weiterlesen »

artificial trolling

Von | 10. April 2014

„Guten Tag“, sagt die Stimme – zwar durchaus nüchtern aber mit einem subtilen, spöttisch anmutenden Robodialekt – „Ich bin für heute Ihr persönliches Feindbild. Ich repräsentiere alles, was Sie so gern hassen mögen. Wenn Sie mich einmal am Tag verfluchen wollen, ächzen Sie bitte nach dem Kreide-Quietsch-Ton ‚Jhäärgs‘. Möchten Sie mich mehrmals am Tag zur… Weiterlesen »

Das Prozedere

Von | 6. April 2014

Prolog — In der Vergangenheit zu wühlen, das ist eine schwierige, verantwortungsvolle Aufgabe. Denn selbst wenn es aus hehren Motiven heraus geschieht, wie zum Beispiel sich eine fremdartige Perspektive übergreifender Lebensweltrealitäten aus Selbstschutz anzueignen oder auch aus erhofft inspirationsschwangerer Neugier (dieser Grund ist der sympathischere), nutzen manche Autoren intime Einblicke nur dazu sich daran abzuarbeiten,… Weiterlesen »

ohnmeldig

Von | 5. April 2014

schläferstadtbewegung erflüstert gesternsprach, schnitzt bleiern szenen alpverhallas ab – herdenstempel eingebrannten fleischs zischt quälend hoch – niemals ver- tiert!

Von | 2. April 2014

Die Sonne ist eine Ampel auf meinem Fußrücken und die Ewigkeit lebt Malvenrot Gedrungene Lüfte vom Laternenglanz geöltes Straßenpflaster nach dem Regenkuss Zerschmetternde Leichtigkeit Nachts zittern die Atembetten der Häute Aufbruch. Geräumige Zeiten vereisen Wir sind nur Stimme und Neon Götter flüstern das Blut

Stellwerk

Von | 1. April 2014

Apex: Schrift auf Schienen im Nirgendwo der Syntax Wagons voller Sterne Splitternackter, weißer Rauch am Horizont alle Wege führen dahin. Fahren wir den Sprachhof befrieden Ich liebe doch alle Menschen

Subtile Synchronizität: das Darknet des Denkens

Von | 1. April 2014

Die parallele Ausbreitung von Inhalten, die scheinbar nur der Form halber zueinander in Bezug stehen, offenbart von Zeit zu Zeit „gangbare Pfade“, Denkspurrillen die dabei helfen können, auf imaginative Weise zu einem tieferen Verständnis von Natur, Geschichte und Selbst zu gelangen. Diesem unbewußten, gewissermaßen intuitiven, „automatischen“ Lernen – in Analogie zum „automatischen“ Schreiben –  möchte… Weiterlesen »

Cowl-hearted

Von | 1. April 2014

O so alive! today she feels, will even jump and prance; a tiny, curly lock may fall right down and play with angel-eyes in France Asparagus‘ scent is worth a dozen windy smiles; just now thy earthly things can stay beneath her greenish ties In dusty haze when moons show up a bird will quietly… Weiterlesen »

Abendsonnenmahl

Von | 1. April 2014

Sanft und lockend muss es sein, mit feinen Noten wildern – von Muskat und Zeder über Myrrhe und Zibet; Orangenpfeffer im Nachklang Flakon aus kristall’nem Pinienzapfen, zum Danke eines Lehens um Akkon Strahlendes Gewand – buntes Seidentuch bestickt mit verschlungenen Arabesken; es wallt und wallt und wallt noch mehr – im Sattel sitzt, mit lichtem… Weiterlesen »