Archive for Dezember, 2013

Venus im Pelz 2

Sonntag, Dezember 29th, 2013

Film von Roman Polanski

„Der Herr, der allmächtige Gott, aber hat ihn bestraft, ihn in die Hand einer Frau gegeben und ihn zuschanden gemacht.“  BUCH JUDIT (Jdt 16,7)

Polanski_Venus_im_Pelz

Sie stehen sich gegenüber in klar verteilten Rollen: der Mann hat die Macht, die Frau macht ihn an. Gerade ihre Unvollkommenheit, an der sie eindeutig schuld ist – Zuspätkommen, Nichtwissen, Rücksichtslosigkeit –, ist die vollkommene Tarnung als Unschuldige. Damit wickelt sie ihn ein, den armen, willensschwachen, zaudernden Autor, der in nächtlichen Stunden die Regieanweisungen in den Computer hackt. Dazwischen eine Phase der Unbestimmtheit: Ist das noch Vorspiel, proben sie noch oder spielen sie schon Theater? Lächerlich: diese Ausstiege aus dem Spiel, das Vergewissern, wer den Hut auf hat, das stylische Hundeband um den Hals trägt. Konsequent: am Ende ist das Spiel Realität, das Handy, das noch mit der „Verlobten“ daheim verbindet und die profane Alltagsliebe außerhalb der Bühne mit Wagnerklingelton zu Bewußtsein bringt, in den Saal geworfen. Die Bühnenbeziehung droht in einen Seitensprung zu kippen, den die Frau souverän, selbstbewußt, fehlerfrei befiehlt. Sie kippt aber nicht, sondern mündet in einer antiken Tragödie, die als Komödie trapiert ist: die Macht, die der Frau dank sexueller Energie verliehen ist, taugt nur zum Heldendrama. C’ est tout. Denkst du nicht, das sei sexistisch?

Schneider

Donnerstag, Dezember 26th, 2013

Ich bin der Schneider des Lebens, und maße mir das Leben an.
Ich schneide auf, und schneide zu,
Und schneide ab den Faden.

Platons Tod

Montag, Dezember 23rd, 2013

Text wurde am 05.01. von Heideggers Hand gelöscht

Lieblingsdichter

Donnerstag, Dezember 19th, 2013

am liebsten mag ich
diese weißen blätter
im herbst
wenn der nebel  über dem talkessel hängt
und der wind sich um das haus schleicht
wie ein alternder räuber

dann tauche ich ein
in dein gedicht
als könnte ich dich erkennen
in den wortspielen
und spüren was du nicht sagst

die botschaft

Montag, Dezember 16th, 2013

ereignis reich die nacht
liefen hunde zu einem sternbild
zusammen
hinter wolkengedröhn

mitten im kalten winter

fressen licht von der milch
straße schwarze löcher
ein bellen am himmel

wohl zu der halben nacht

ein streunen
und im fell stallgeruch

wie uns die alten sungen

kritik

Montag, Dezember 16th, 2013

bei aller fernsichtabsorbtion: ich erkenne unkonturiertes, das fett und schläfrig in seinem möglichkeitsbettchen ruht. das mag meiner fehlsichtigkeit geschuldet sein und besitzt keine allgemeinbildlichkeit. ich erinnere mich nur wieder einmal an träume: kinderzimmer, puppenkissen, fühlen, was drin ist, wattefüllung, aufschneiden und schlafen auf stroh, zuvor noch dünn umhüllt von blau-kariert, könnte, müsste, sollte –

http://www.physiologus.de/moegl_sinn.htm

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Für M.

Sonntag, Dezember 15th, 2013

Die Liebe hängt am Silberfaden
Leid und Klagewolken verhüllen
ihre klaren Scheiben

Ich willose leidlich. Die Geburt
der Zeit schreit abwärts
taumelnd: Wo bist Du?
Wo nur bist du, mein Herzstück?

Sie raubt den Verstand,
fesselt, zerstückelt, knechtet
- und fordert Erlösung.

Mein Jadestern, ich reiße
alle Himmelsdecken nieder
und flehe dir zu:
Vergebung!

Dämonen, Dämonen

Samstag, Dezember 7th, 2013

Michael Jackson am Ende seiner Grundausbildung im Kampf für den Frieden.
Kommandant Leonidas: Immer kurbeln, ob rechts ob links, mit Mut gelingt’s.
Michael: Hä?
Leonidas: Wenn sie im Sichtfenster auftauchen, brauchst du am Anfang den Taschenrechner: Welche Note hattest du in Mathe?
Michael: Hm-hm.
Leonidas: Also nicht nachlassen. Damals an den Thermopylen hatten wir noch nicht mal Hallöfeln, um die Verzerrungen der Wahrnehmung wegzuschlürfen. Wir schaffen das schon, alles nicht so schlimm. Vorsicht! Diesen Knopf nicht. Den nehmen wir erst nächste Woche dazu.

Zwickau : Äußere Plauensche

Freitag, Dezember 6th, 2013

Alles ist angemalt : alles ist ausgebaut
Sächsischer Barock : Bergbauinsignien
Die Mulde strömt eingezwängt durchs Tal
Liebliche Figürchen auf Säulen und Treppen
Sauber ist diese Stadt : adrette Menschen
In mittlerem Alter stöckeln ins Kino : ruhiger
Feierabend : und was sehe ich

Verfallene Straßen : die Äußere Plauensche
Das Dunkelgrauschwarz der Häuser : Klo
Halbe Treppe : Fliegengesumm über der Fallgrube
Hier hab ich gesessen als Kind und gefürchtet
Hinunter zu fallen durchs Loch
Des Aborts ins Grünglitschige : während
Die Eltern : Onkel und Tante weiterkauen
An Omas Karpfen Blau : während sie weitertrinken

Den unbestechlichen Klaren : der den Magen
Putzt : sie habens gut : müssen nicht mehr
Aufs Klo : mich haben sie vergessen und aus Protest
Schlucke ich einen Löffel Salz : nur einen kleinen
Aber der reicht : um zu kotzen
Und den Rest des Nachmittags überm Waschbecken
Zu verbringen : dann gehe ich hinaus
Und hänge selbstgemalte Verbotsschilder

Entlang der Straße auf : die keiner beachtet

Kommentar

Freitag, Dezember 6th, 2013

zu: “Zukunft”

ich glaube, das hier wird so ähnlich wie der traum, (da wir nun schon bei dieser kategorienbildung angelangt sind): also der traum, in dem mein ehemaliger professor sagte, das exposee müsse komplett neu geschrieben werden, da es ohne methode sei, und wer immer noch den faltern im licht nachschaue, würde es in der ernst zu nehmenden wissenschaft nie zu etwas bringen. gut war, dass ich saß.

Zukunft

Freitag, Dezember 6th, 2013

ist die Fortsetzung der Kindheit mit anderen Mitteln

Das Tragische

Mittwoch, Dezember 4th, 2013

Wie würdest du spüren
das ein Treffen mit dir

wie Weihnachten
für mich ist?

Wie konnte ich nur annehmen,
du würdest es fühlen ?