Archive for März, 2013

Stockdunkel

Sonntag, März 31st, 2013

Sobald es stockdunkel ist, beginnt die Zirbeldrüse mit ihrer Produktion.

Vergeblich

Sonntag, März 31st, 2013

Vergeblich

zeit los

was morgen zu spät

ist heute zu früh

wenn das so ist

ist alles vorbei

und die zukunft

hat die vergangenheit

schon lange

vergessen

Wetterleuchten

Sonntag, März 31st, 2013

Wenn dich etwas drückt

wenn dich etwas stört

wenn dich was ärgert

wenn etwas

nicht so bleiben soll

oder etwas bleiben muss

:du kannst es ändern.

Aber manchmal geht

es nicht von heute

aber meistens

geht es nicht allein.

Und immer nie

geht es ohne dich

wenn sich etwas ändern soll.

Und überhaupt

:es dauert eine zeit

und sowieso

:nicht immer ist sie deine.

Deine zeit

ist unsere,

:nur wenn

wir begreifen:

Unten gegen

oben

Wenn nicht zusammen

wie denn sonst

sonst geht es nie

was bleibt ist?

Deine zeit ist

unsere ist deine

:bald!

© Niko2602012

Wörtermörder

Sonntag, März 31st, 2013

Ganz normale Wörtermörder

 

Nein sie hat veabscheuend +

… verschiedenes gesagt aber

nie wie du gemeint weil

es war donnerstag und hinterher auch nicht

streit wo immer keiner was

immer einer meinte ganz kausal

:nie banal + definitiv deshalb

authentisch, nicht genitiv

zumindest ichnichtich

es gibt assoziationsketten

total vergessen?

 

Dreimal geraten du schizzo wörterauseinander

zusammenfallen alles durcheinander weil

nein nicht immer für alles eine erlaubnis

für welche sprache früher

ging vieles schon mal gar nicht

 

weil schizzo fetzen wörter

setzen kann doch jeder

bloss rein linguistisch

deskriptiv

war alles einfach?

 

geh mir weg mit sickofsick

nie normativ spinnen geht so

schon mal gar nicht

und immer gibt es einen sinn

 

sonst heißt es wieder

jeder spinnt für sik of

sik allein

sik o soft?

 

mal wieder

die asche

in die tonne treten

die tage folgen

 

fast auch gestorben

die letzten tage

mit drohenden türen

 

zeigen sich

:verschlossen

bastian hat nicht

 

gewonnen.

(Die Brüder Grimm sind erste Pflicht)

 

 

Gottlos

Sonntag, März 31st, 2013

Die natur kommt ohne gott aus

wenn sie nicht sich hindern läßt

durch uns durch gläubige

geht sie ihren weg nach darwin &

lässt den glauben hinter sich

ach lasst uns leben einfach so

:sagen die kreaturen.

Sonntag, März 31st, 2013

vor dem tiefdruckgebiet

im kopf taucht ab und

an der himmel zwischen

den wolken auf um luft

zu holen ist das haus mit

fenstern bebrillt die vögel

kehren heim ins exil ihres

gesangs

Früher, oder: die Zukunft im Glas

Samstag, März 30th, 2013

Bei vielem verspürt er ein zeitraubendes Gefühl. Früher war die Zukunft schöner – aber: in der Zukunft ist es nicht besonderer als zu Haus. Und deshalb nehmen Sie sich und andere nicht so ernst, das spart. Zeit und Energie, Masse und Bewegung. Sobald es stockdunkel ist, beginnt die Zirbeldrüse mit ihrer Produktion.

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zwei gründe

Freitag, März 29th, 2013

wie glücklich, der wer stirbt

und auf seinem grabstein steht

er hatte keine chance

:und trotzdem

wie tot sind jedoch alle

die jammern, wir doch

hatten keine chancen niemals

und deshalb …

Liebeserklärung

Donnerstag, März 28th, 2013

Liebeserklärung

Pinselstriche ins Gesicht

streicheln wortreich

:malen

kann ich leider nicht

mit meinen worten

mein ich dich

Rätsel

Donnerstag, März 28th, 2013

Rätsel

Lass mich zu hause sein, wenn ich dich besuche

und wenn du gegangen bist, nie ratlos rastlos

nie vergessen

meinen weg zurück zu dir

mir eine fremdvertraute

lass mich sein!

Lass dich zu hause sein, wenn du mich besuchst

und wenn ich geh, dann bleib bei dir

und wenn du gehst dann weiß ich

:du bleibst DU bei mir.

Fischschwanzschatulle

Donnerstag, März 28th, 2013

Ortho-Oxe Krallenpartie.
Perrythmie der Zungenlunge.
Daumenschmaus.
Lärchenknopf
Häm
e
am
Seilband
der
Küchenschwalbe.

Gesang eines Abwesenden

Mittwoch, März 27th, 2013

AusgeXt die Fontäne

Vor dem Schloss, die ehe-

Mals schwebende Kugel

Hängt zwischen Himmel & Erde

 

Goldener Ball, Quadratur des Lebens

Auf der blanken Fläche

Hinter der Grenze steckt

Die Verbindung der Teile zum Nichtigen

 

Nicht das Ganze & nicht der Teil

Suchen die Klumpen im Wesen

Mensch sich zu finden, drift-

End von Ost nach West

Süd nach Nord

 

XX

 

Diamantene Klarheit, geschliffenes

Wasser vom Grunde der Flut Fl

N – II

Mittwoch, März 27th, 2013

2. Teil einer Serie für Spezialisten in Weichteilchenphysik

Zwischenmenschliche, freundschaftliche oder auch erotisch-sinnliche Bande zu häuslichen Mitbewohnern können begütigend sein: hier wurde schon so manchem sehr geholfen – unter anderem. Nachts: Im Schlafanzug knapp vorm Geländer: Schwerpunktsenergie zum Quadrat. In der Morgendämmerung: Nackt im Aufzug: Bruchteil des maximal möglichen Longitudinalimpulses. Zur Mittagsstunde: In praller Sonne, mit dem Paar Hausschuhen auf dem Kopf, am Briefkasten: 3-Jet-Ereignisse: Indiz für die Existenz von Gluonen. Da hat sie ihn dann ganz sanft bei der Hand genommen, in die eigene Wohnung zurück geführt und psch-psch gemacht. Sie, ich und er wünschen Euch allen ein besonders schönes Osterfest.

Weiße Riesen

Mittwoch, März 27th, 2013

die tatsache
dass bisher
ichduersiees
noch keine freien
quarks gemessen
werden konnten
jajajajajaaaa
stellt eines
der größten
ungelösten
stupsrästsel
der nichtvirtuellen
weichteilchenphysik
dar

kein quark!
(w.z.b.w.)

Schwarze Löcher

Mittwoch, März 27th, 2013

Schwarze Löcher

deklinieren, konjugieren?

Ich stupse du stupst er stupst

sie und ES

In meinen virtuellen welten

bin ich nie einsam

und bilde mir

:ich bilde

bildest du wer

bildet mir

er und es & es & sie

ach himmel

stupst und wie

also noch einmal

wer bildet mit

ich&du&erersie&Es

und wir, wie bitte nie?

es bildet sich

was bitte?

im Weltraum

bilden wir uns ein

digital & virtuell

niemals

nicht mehr

einsam?

© Niko, 30122012

Wislawa in der Manteltasche

Dienstag, März 26th, 2013

oder:
Die nützliche Reise
oder:
Das Ende der Selbstgespräche

Dem eigenen Vorgarten mal wieder entkommen. Das ist Glück. Von Zeit zu Zeit. Allem zu entkommen was allzu vertraut ist. Es gibt kein bessres Elexier. Sagte ich mir. Brich auf, brich ab, brich nicht den Stab. Über das Fremde. Das Rohe, das Graue, das Harte, das Weiche. Wird so viel geredet. Sagte ich mir. Such das Gespräch mit dem Stein. Und finde Hundert Freuden. Mitten im Winter. Im widrigen Winter. Und setzte den Fuß vor die Tür.
Je ost desto best. Hatte ich gesagt. Und promt bekommen, was ich verdiente. Den eisigen Ostwind. Ein tobendes Meer. Der Strand menschenleer. Eine erstarrte Wüste. Jeder einzelne Stein thronte festgefroren auf seinem eigenen Sandhügel, nach hinten (oder war es vorn?) mit einem kleinen Schweif versehn. Jedem sein Schiffchen. Dachte ich. Eine ganze Armada. Bereit. Wozu. Abweisend und stumm. Warum. Fragte ich mich. Ich klopfe an die Tür des Steins…Geh weg, sagt der Stein..ich hab keine Tür….
Na egal, sagte ich mir, rede ich eben mit den Wanderdünen. Aber die warfen mich ab. Wie eine lästige Ameise. Rückwärts rollend oder auf dem Bauch hinunterrutschend, mit lang ausgestreckten Armen zum Gipfel, endete jeder Versuch, sie zu erklimmen. Glatt, gefroren, unnahbar wie Pyramiden. So standen sie da und schwiegen.
Und das Wasser ? Das Wasser blähte sich auf und machte einen Höllenlärm. Doch sobald die Gischt das Ufer erreicht hatte, erstarrte sie zu Perlen. Ein stilles zartes Eisgewebe. Unter den tiefgefrorenen Sandschollen hingen Myriaden von Eiszapfen.
Wie wunderbar, sagte ich mir, und erweiterte den Sehschlitz zwischen Schal und Schapka um einige Millimeter.
Nach 2 Stunden aber hingen mir die Füße wie Eishufe am Bein. Ich erreichte mit Mühe die Krüppelkiefern und lahmte auf Elch- und Schweinepfad zurück ins Dorf.
Der Ort schien ausgestorben. Die Straßen leer, die Fischerbuden zugenagelt. Verriegelte Fensterläden, verschlossene Türen. Und überall das kleine Schild mit seiner großen Drohung: video monitoring. Mir wurde unbehaglich. Und hungrig war ich auch. Keine Sprotte weit und breit. Dafür schwarzer Rauch. Aus grauen Häusern.
Kein Rauch ohne Feuer. Sagte ich mir. Kein Feuer ohne Mensch. Meistens jedenfalls.

Bei Bigos und Wodka kam ich zu mir. Die erste Verklärung hatte sich schnell gelegt, sozusagen in Rauch aufgelöst. Stinkender Torfrauch. Wo war ich hingeraten. Dazu diese Sprache. Furchtbar. Nicht zu verstehen. Geschweige denn zu sprechen. Chrzaszcz brzmi w trzcinie. Ein Käfer zirpt im Schilf. Ich – verfiel in Schweigen. Wochenlang. Sagte ich mir nichts. Fragte ich mich nichts. Die Worte um mich herum blieben unverständlich. Und ich blieb stumm.
Selten so viel verstanden…Lob der Schwester…Meine Schwester schreibt keine Gedichte…

Emotionen im Glas

Dienstag, März 26th, 2013

Dinge im Glas – Teil 2

Vor einem Jahr standen wir ratlos vor den Einmachgläsern: alte Kartoffeln, frischer Spargel von anno darzumal, Sauerkirschen, Erdbeeren mit Braunstich und dünnen Haaren, schrumpliger Haut, Gurken, die in ewiger Starre miteinander kämpfen. Heute wissen wir, dass es sich dabei um Emotionen handelt. Wer hätte das für möglich gehalten. Erzählen wollen wir davon, doch uns fehlen die Worte.

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Endzeit

Dienstag, März 26th, 2013

Wenn fische weinen

wer blickt morgen

dann zurück

Wenn bienen sterben

wer lebt morgen

& was bleibt ?

Die Kapitänin verläßt das Schiff

Samstag, März 23rd, 2013

Wir hatten es geahnt: Fräulein Pikante fühlte sich zu Höherem berufen und wir sollten vorsichtig sein in unserer Schilderung, um nicht ihren Argwohn zu erregen, an den sie sich gewiß erinnern würde, wenn sie einst Ministerin oder Ministerpräsidentin geworden war. Welch fernes Ziel am leuchtenden Horizont, welch Jubel unter den Spatzen und Möwen auf ihrem Weg durch den stolzen Himmel.

Noch aber träumte sie, die Schule sei ein edles, weißes Kreuzfahrtschiff, auf dem sich die Schüler als Passagiere fröhlich tummelten, und noch sei sie nur Kapitän, besser gesagt Kapitänin. Dabei war ihr nicht entgangen, daß das Schiff auf Grund gelaufen war, daß es festsaß, während auf dem Deck und den Zwischendecks gebadet und getanzt wurde. Der Steuermann, ein attraktiver Mann, der viel über den Wind und die Windrose zu reden wußte, aber wegen seines Heimwehs die nahen Seewege entlang der Küste bevorzugte, hatte die Felsen übersehen, die knapp unter der Wasseroberfläche lauerten. Er hatte die Passagiere auf die Schönheit der Landschaft hingewiesen, die von Bord aus bequem zu sehen war. Währenddessen tönte vom Kiel ein knirschendes Geräusch herauf.

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Die Kapitänin hatte es geahnt: Sie mochte ihren attraktiven Steuermann und blinzelte ihm gerne zu, aber sie vertraute ihm nicht, denn sie vertraute niemandem. Der Steuermann hatte Talent, schöne Geschichten zu erzählen, doch das Steuer zu bedienen, mit dieser Fähigkeit war er nicht gesegnet. Die Kapitänin, die ebenfalls die Arbeit scheute, sobald sie konkreten und unmittelbaren Charakter annahm, ahnte, daß zwei Schönredner auf der Kommandobrücke früher oder später ins Verderben führen würden. Für diesen Fall hatte sie vorgesorgt.

Nun geschah es: Es knirschte und das Schiff hing fest. Die Wellen plätscherten sanft an die Außenhaut, kein Grund zur Panik. Der Steuermann lächelte und behauptete, Herr der Lage zu sein. Die Kapitänin lächelte zurück und behauptete, man habe die Zukunft fest im Blick. Haha, die Zukunft. Wie ihr die Mannschaft und die Passagiere an den Lippen hingen! Entzückend, wie hörig sie ihr alle waren, fast alle.

Noch während sie sprach, erteilte sie ihrem Schiffsjungen flüsternd den Befehl, ein Rettungsboot loszutäuen. Jaja, die Retterin müsse sich, logisch, zuallererst selbst retten, sonst könne sie niemandem weiterhelfen. Nichts außer der Zukunft des Schiffes und der Reise stünde ihr im Sinn, flötete sie laut vernehmlich, um die verhaltenen Zweifler unter den Schiffsoffizieren zum Schweigen zu bringen.

Währenddessen hatte sie ihr Täschchen gepackt und gab vor, auf die Kommandobrücke zurückzukehren. Bog kurz davor ab und bestieg das Rettungsboot, das ihr Adjudant zu Wasser ließ, sich hineinschwang und mit ihr davonruderte, so rasch er konnte. Wußte er doch als erfahrener Leichtmatrose, welchen Abwärtssog das sinkende Schiff entfalten würde, wenn es einmal vom Felsen abrutschte in die Tiefe des Meeres.

Kaum waren sie zweihundert Meter entfernt, da kippte das Schiff, es neigte sich um zehn Grad, die Gläser fielen von den Tischen. Die Passagiere aber feierten weiter, als sei nichts geschehen. Sie waren wie Jugendliche derart betrunken oder berauscht, daß sie die Kippbewegung des Schiffes so wenig wahrnahmen wie das Klirren der Gläser.

Die Mannschaft aber war bestürzt. Eilends schickte sie den stellvertretenden Offizier auf die Kommandobrücke, damit er die Befehle der Kapitänin entgegennehme. Der stellvertretende Offizier suchte nicht lange nach ihr: Er hatte schon geahnt, daß sie verduften würde. Doch er sagte nichts; vielmehr erteilte er loyal die Befehle, als wäre seine Herrin noch auf der Brücke, niemand sollte ihr Fehlen bemerken.

Die Kapitänin ließ sich zum Festland rudern. Als sie beobachtete, wie das Schiff kippte, seufzte sie leicht, seufzte aufrichtig, und wandte sich entschlossen der Küste zu, wo die Berge verheißungsvoll im Sonnenlicht blinkten. Plötzlich erstarrte sie: Vor ihr, kurz vorm Ufer, erblickte sie ein zweites Rettungsboot. Darin saß nur ein Mann, der sich ungeschickt mit den Ruderblättern abquälte. Je näher ihm die Kapitänin kam, desto deutlicher zeigte sich auf ihrem Gesicht ein Lächeln: Da vorn ruderte der Steuermann, bald hatte er das Ufer erreicht.

Beide waren gerettet, während hinter ihnen ein langgestrecktes Zischen zu vernehmen war. Das Schiff rutschte schräg vom Felsen in die Tiefe. Die Passagiere sprangen kopfüber ins Meer. Die Mannschaft schrie wilde, unkoordinierte Befehle. Der stellvertretende Offizier blickte versteinert auf die sachten Wellen, die stoisch an die Bordwand plätscherten. So hatte er sich sein Ende nicht vorgestellt.

ronnie

Freitag, März 22nd, 2013

dritter dienstag geköpfte topfpflanze du fädelst deine strichgewimmel wir schmulen unsren aufgespreizten fingerblick dein spitzes gelächter im nirgendwo durchstösst mein kummerkleid bevor ich die beine in die hand nahm und kaum mehr trost war das ungefügte in den tagen vor ronnie wird gefügig in sänften als ob das leben sinn ergäbe der grosse cy dir über die schulter lugt zwölfmal die schlacht von lepanto vier versuche deinen reissverschluss zu schliessen alle wörter wie schlieren immergleich versiegt

wider so schöhn

Donnerstag, März 21st, 2013

berührung schrei mich in deine aufgründe liebst du auch meinen gaumen obwohl ich die tiefroten rosen wie wenn du hinter mir gestanden hättest wieder zurückgestellt habe ich vermisste pracht ausgemurmelte verwehungen dein aufduften mit jedem tag aus denen man mich minütig schneidet vervollkommnet wahrannahme auserwacht du weisst dazwischen darf die sonne somnabuhlen mit meinen sich dahinschleppenden widerholungen lass es ohne e lass es ohne e hast du gesagt und wurdest immer lauter immer lauter wie mich fesseln wie dich an mir vertun abtropfen bei mir im erinnern war noch nie juni es straucht sich meist alles auf und dann erscheinen du-aufschreie warum muss ich immer alles zerstören 

sprachlos

Donnerstag, März 21st, 2013

Sprachlos

wieviel blut

in deinen schönen lippen

dein gesicht spricht bände

gesehen hab ich dich

nur einmal

vergessen?

Werd ich Dich

:nicht

sprachwut

Donnerstag, März 21st, 2013

ich sattel meine verse

lass worte rasen

:vokale springen

über meine klingen

konsonanten krachen

brechen grenzen

:lachen!

Das Ende nach dem Ende

Mittwoch, März 20th, 2013

Eigentlich war ja voriges Jahr schon alles zu Ende. Aber dann war da noch dieser Lichtblick mitten im fünften Kapitel: Du betratst den Raum. Es war eine von fernher vertraute Dünung. Nicht einmal der verstaubte Gestus hundertfünfzigjähriger Kulturkritik störte mich wirklich. Die Ansatzpunkte so real wie eh und je, die Suche so, wie wir sie kennen. Du hättest gut und gerne jener Bösewicht sein können, Maldoror, auf den sich die Meute stürzt, um ihn schließlich aufzuhängen. Sie taten es nicht, stattdessen übten sie sich in Integration. Wären wir noch im dritten Kapitel, könnte ich jetzt einen Exkurs über die Verknüpfung von Integration und Differenzierung montieren. Was soll’s! Stattdessen will ich, wie es sich für ein Fazit geziemt, Abschied nehmen. Ich nenne diesen Raum seit einiger Zeit Giovannis Zimmer. So viele verschiedene Menschen – und doch immer nur ein Feuer!! Die jetzt darum herum sitzen bleiben, haben die Verantwortung dafür zu tragen.

X1: Schulmädchenhafte Art, die Welt mit seiner Schwäche zu piesacken; großer Entwurf – Suche nach sich selbst.

X2: Der Augur-augurator; beschwert sich über die Möglichkeit der Kopie seines Stils – als ob allein die Möglichkeit Grund zur Angst wäre! Andere würden glücklich sein … Festhalten am Gefundenen wie an seinem Personalausweis … aber Freund – alles fließt.

Y1: Der eigentlich Neue. Leider nichts Neues. Schreibt immer über sich selbst. Mal beim Bäcker, mal auf der Couch – hat Kinder. Problem: “Kinder im Roman” … hat seit Rousseau niemand mehr wirklich überzeugend hingekriegt. Nebenbei der Traumjob in der Politikberatung – in der Manteltasche des Ministers incognito UNTERWEGS. Das geschmuggelte  Kätzchen, Geheimcode Nachbarschaft. Scheint allergisch gegen sich verfärbendes Herbstlaub zu sein. Wird wohl auch noch lernen, Eichenlaub von Buchenlaub zu unterscheiden. Träumt manchmal wie in der Gartenlaube.

Der Text wird immer länger, Zeit aufzuhören. Die Avantgarde nach der Avantgarde steht im Rückstau: WEGUNTER Land, companero. Irgendwann sind wir alle tot. Das Gequatsche in den Zeitungen aber wird bleiben. Und Feuer brennt nieder,

politisch korrekt (aber nicht theoriefähig) mit abnehmender – Die Gedanken sind frei! – Hitze

nachmittagsgrau im februar

Dienstag, März 19th, 2013

das schneelicht fällt aus dem boden, imprägniert die augen mit kältebissen. füsse walzen den knarzenden grund ins schweigen der luft: fossile echos, die konsonantisch und dumpf durch eine zellwand aus eis dem wintergrab entweichen. angeplatzte knospen starren aus den buschzweigen, kleine sonden, die in die nächste wärme reisen, halblind nach innen wachsen. schon jagt der wind in böen das dunkel heran.

umgeniessen.

Dienstag, März 19th, 2013

Palimpsest

 

Cy.

 

Wie über mich drübergehn. Sabbern. Mich zwischen meine eigene Haut zu drängen. Als obs von innen fein regnet. Oder sich etwas regt. Wie ein von sich selbst Ablösen. Ich spiele nur mein Empfinden als mein einzigstes Instrument. Verstehe sonst nichts vom Leben. Längst hat mein Berühren eine eigene Sprache gefunden. Wie ich dich suche.

Wie tief du mich kränkst, wenn du sagst, dass ich dir nur deshalb an den weissen See gefolgt bin, weil du ein laut- und gesichtsloses Liebeszeichen abgegeben hast, ohne zu bedenken, dass ich sechs Jahre allein war, es hätten auch noch elf Jahre sein können, kannst du nicht in einem einzigen Halbsatz alles (emp)finden?

Umgeblättert liege ich nun am Ufer deiner Vernachlässigung. Umzugeniessen. Wie wenn ein Grashalm umknickt, wenn ich mich auf ihn lege. Wie wenn ein Sandkorn kichert am Strand. Wie wenn ein Leben noch ohne Text ist.

Also geht es nur um zweierlei: Die Sichtbarmachung der herzuzeigenden Unbehaustheit. Oder um die Ohnmacht des sich Abfindens (Auffindens). Vorsicht: Die conditio sine qua non ist der Rausch, der sich an immer mehr Momente des Lebens heranschleicht.

Schmeißfliegen aus nah und fern

Dienstag, März 19th, 2013

Er stellt sich dichter ans Fenster, denn da kann er besser kucken. Seine braune Beute hält er bereit. Drinnen hängen die Büsten-Halter nahezu konturlos am Wäscheständer. Draußen schwimmt der Nebel wie ein Schleier des Maya vor der Sonne und verhüllt das Tatsächliche: Nämlich das Datum der Schmeißfliege, das unaufhaltsam näher rückt. Echte Politik, eben.

Traditionelles Geflüster

Dienstag, März 19th, 2013

Vor einigen Monaten begann ich damit, mein im Entstehen begriffenes Romanprojekt “Jenna liebt Gin” hier in Teilen einzustellen. Vielen Dank schon mal für die vielen tollen Hinweise und Kommentare. Dennoch habe ich inzwischen das Gefühl, dass mein Projekt hier nicht so richtig rein passt: es ist zu modern für diesen Blog, der zu großen Teilen aus traditionellem Geflüster besteht. Meine Figuren sind jedoch eher Animationen des eigenen Bewusstseins. Wahrscheinlich habe ich hier auf ein falsches Pferd gesetzt, nach dem Motto, knapp daneben ist auch vorbei. Wer hilft mir mal? Ich bin ja leider noch etwas jung und unbeholfen, was die Einschätzung von Publikationschancen betrifft.

Senf

Montag, März 18th, 2013

Das beste hier ist doch der Mustard, der an den Kommentaren klebt wie der Bär am Honigfaß. Oder sind die Comments mistbehaftet und ziehen deshalb Schmeißfliegen aus nah und fern an? Klärt mich mal jemand auf?

Und wieder grüßt der Kuckuck

Montag, März 18th, 2013

Da geht es ja schon los. Es ist das Unterbewusstsein, welches das Verhalten steuert. Und das einem gehörig auf den Zeiger geht. Es gibt den Ton an, es düpiert die bewusste Aktion. Diese scheißige Kuckucksuhr! Dieser mistige Frühlingsanfang auf dem Kalender, der Biorhythmus der Amsel, der nur noch durch Schneemassen von uns fern gehalten wird. Die ganze Terrasse liegt voller Vogelfutter, Kiesberge türmen sich, ohne dass sie jemals weggeräumt worden wären. Man hat ja auch gar keine Zeit, sich mit der Vogeluhr zu beschäftigen. Hektisch flatternde Tiere, hektisch flatternde Nerven. Vogelkacke auf dem Schneeschieber. Der Blutdruck fährt ins Obergeschoss. Herrgott, kann uns diese Jahreszeit nicht endlich mal erspart bleiben. Der Klimawandel machts im Moment noch möglich.