Monatliche Archive: Januar 2013

dämonen (1)

Von | 26. Januar 2013

Gegen Mittag erreichten wir, während ich auf dem Beifahrersitz im Halbschlaf von einer Horde grauer Lemuren träumte, die im Regen über die Straße tollte, die letzte Hügelanhöhe vor dem Städtchen. Es roch nach Staub und warmem Asphalt, bald würde eines dieser kurzen aber heftigen Augustgewitter über uns und unseren neuen Heimatort niedergehen. Asja saß angespannt… Weiterlesen »

verzagen

Von | 24. Januar 2013

das schweigen gebrochen am wasser trunken die schattenrisse der bäume zwischen himmel und erde liebesperlenmusik schweiss zerquetschter sommernächte bilder erdunkelt und fern wie donnergrollen glückselige meldodei ihrer finsterheit schwärmerei ein leuchten ein leuchten meertief und golden ich flieh in dich hinein wie kann ich leben weidwund dir erlegen eine sehnsucht senkt mir das herz in… Weiterlesen »

aus. satz. olé!

Von | 23. Januar 2013

wieviel gramm wiegt ein jahrzehnt ? heute noch in den fünfzigern. morgen einfach 60. sechzig und aus. das klingt doch schon wie aussechzig, ich meine das mit den pusteln, das, was jeder gerne meidet. aber wie sagt der rühmkorf so tröstlich : etwas marodes, gedacht für die nacht, noch diesseits des todes zum flimmern gebracht…… Weiterlesen »

schmeiß und flieg

Von | 20. Januar 2013

…mal wieder die worte über borte werfen…( ja doch, das is spitze ) http://www.youtube.com/watch?v=hxIuwe1mbmk&playnext=1&list=PLC5ZyVVTorKOKofsep6njAHE9JXI9KL8-&feature=results_video

Wie über mich.

Von | 18. Januar 2013

Cy.   Wie über mich drübergehn. Sabbern. Mich zwischen meine eigene Haut zu drängen. Als obs von innen fein regnet. Oder sich etwas regt. Wie ein von sich selbst Ablösen. Ich spiele nur mein Empfinden als mein einzigstes Instrument. Verstehe sonst nichts vom Leben. Längst hat mein Berühren eine eigene Sprache gefunden. Wie ich dich… Weiterlesen »

ohne ei

schwant nur dahin auf kurzer zeile keine lange weile in weiß über quanten nicht zeit eine klange linie auf langer gewelle die nicht nach findet und geht weile und lacht und kann nach hause nicht an den wasser kreise klinge wellen in kanten wer in der zeit sich nicht ehrt ist der dukaten nicht friss… Weiterlesen »

cleaning my gun

Von | 18. Januar 2013

du bist mir nicht ins aug’ gefallen aber ich dir sogleich in den rücken gesprungen beim rückwärts einworten gott weiss dass du ein grübchen hast das schlapp macht ab und zu wir hatten funken gerissen nein nicht das alte lied mit den zitronenküssen uns’re schreie sind eng beim wasser im mund zusammenlaufen wir sind ganz… Weiterlesen »

Hemmungslos nicht heucheln

Von | 14. Januar 2013

Ach, wie lang, lang ist´s her, seit Heiner Müller gegangen ist? Gestern war´s! Vor bald zwei Jahrzehnten. Müller war der erste aus der Riege des starken Jahrgangs (1929) der deutschen Literatur. Peter Rühmkorf ging 2008, Christa Wolf 2011. Was bleibt? Mit uns sind Kunert und Enzensberger. Müller, Kempowski, Wolf und Kunert haben keinen Platz in… Weiterlesen »

im nein

Von | 14. Januar 2013

ein hin und her auf der stelle gepeinigtes herzunterlaufen im kummer des leibes liebeslos abgeworfen schlafunterlaufen im nein trag ich mein verfressenes herz kein huldigungskleid blickloses abendbrot woher genau nimmst du das herzzerreissende deiner stimme herbstprinzen schämen sich in ihren erigierten gesichtern hochschnellend zu tage

wilde wie worte

Von | 13. Januar 2013

worte waren immer da, wie haare auf dem kopf, doch wehe wehe wilde worte, mit kamm und bürste stillgelegt, zopf und kranz und krone, scheitel punkt und aus. heimelich im kirschenbaum, das haar gelöst, die mähne kurz geschüttelt, ins süße fleisch gebissen, kerne gespuckt, von ast zu ast, die sinnlichsten sätze gemacht.

von texten und viren

Von | 12. Januar 2013

da glaubst du nach tagen schier endloser bettlägrigkeit den virus überwunden zu haben, und plötzlich schnappt er nochmal zu. beißt sich fest. frißt sich in deine zellen hinein. macht sie sich eigen. und streut immer weitere kleine, fiese virenzellen in die blutbahn deines geschwächten körpers. antibiotikum hilft nicht. es sind viren. zähe viren. keine heißblutigen bakterien,… Weiterlesen »

Weiten.

Von | 12. Januar 2013

Du weitest zwar nicht meine Liebesgelüste: aber meine Blutbahnen. Manchmal hätt’ ich mir gewünscht, dich nur so dasitzen zu sehn, wie du deine Füsse vor der Sonne versteckst, wie du deine Vergeblichkeit vom Fleisch lösen wolltest, wie wenn du dich in Flüssen mit Lachsen zusammentust … 

der herr der gullis.

Von | 12. Januar 2013

… er presst seine texte in einen gulli + fängt sie kurz darunter wieder auf … geht damit ganz vorsichtig am liebsten in der nacht nach hause … und legt sie auf dem balkon leise weinend wieder aus …mittlerweile ist er der herr der gullis …  (eine erfindung meiner olderburger freundin)

Figurenlexikon – Nr. 4

Von | 10. Januar 2013

Heute: Der Verein „halbe Lunge“ Der Verein heißt „halbe Lunge“, weil alle, die diesem Verein angehören, den Pneumothorax am Körper tragen, ein Gerät, das Gas in die Lunge pumpt und sie so von ihrem Dienst suspendiert. Das Gas hält allerdings nicht lange vor und muss regelmäßig erneuert werden. Die Mitglieder des Vereins haben sich zusammen… Weiterlesen »

Morgenzauber

Von | 9. Januar 2013

„Wenn stehts in dir verzaubert ruht des Morgens süße Stunde, liegst du bei mir und hebst den Kopf  – zum Kusse frei den Munde. Dann weißt du für dich und ich für mich – es ist so wie es soll sein, mit jedem ersten Sonnenstrahl bin ich dir und du bist mein.“

Eitelkeiten oder Das geborgte Wort

Von | 8. Januar 2013

(gestohlen, geliehen und wiedergegeben) Eitelkeit ist die übertriebene Sorge um die geistige Vollkommenheit, den eigenen Körper, das Aussehen und die Attraktivität oder die Wohlgeformtheit des eigenen Charakters. Die Grenzen sind fließend . Was der eine noch als angebracht empfindet, ist für den anderen schon maßlos. Die Eitelkeit lenkt das Denken des Menschen hin zu sich selbst. Eitelkeit hat… Weiterlesen »

E.tage

Von | 8. Januar 2013

Ordinallappen. Fraktuiert. Sallopage. Dymaster schlug auf gelben Marmor. Feistel. Griff gelöst. Adieu, du Erzengel. Dein menschlicher Anblick bleibt. Korrektes Benehmen, übersteigt jede Flucht nach Vorn.

Eine Frechheit

Von | 6. Januar 2013

„Bei großen Preisen sollte man keinen exotischen Weg gehen und nach Kleinverlagen mit avantgardistischer Lyrik suchen.“ antwortete der renommierte Kritiker Hubert Winkels als Vorsitzender der Jury für den kommenden Preis der Leipziger Buchmesse in einem Gespräch mit dem „Börsenblatt“ (Heft 46, 2012, S. 11). Hat er damit seine Neutralität als Juror verletzt? Gibt er sich… Weiterlesen »

Braune Politik

Von | 5. Januar 2013

„Warum bist du so braun“, fragte mich kürzlich ein Arbeitskollege im Vorbeigehen, „warst du im Urlaub?“ Ich verstand seine Frage nicht. Nun gut, manch böse Zungen behaupten, der Führer hatte Mundgeruch. Das ist eine unverschämte Lüge. Und meine Haut ist blass und ich kann nichts dafür. Blasse Haut wird zum Glück noch nicht als Zeichen… Weiterlesen »

risiken & nebenwirkungen

Von | 4. Januar 2013

beim lesen dieser zeilen wird unwillkürlich eine kopie des inhalts in ihrem hirn gespeichert bitte lassen sie dem autor eine entsprechende gebühr zukommen wann immer sie erneut an diesen text denken unentgeltliches wiederdenken ist untersagt in diesem falle muss die kopie vollständig aus ihrem kopf entfernt werden zuwiderhandlungen werden mit der vollen härte der geltenden… Weiterlesen »

Drei Sätze

Von | 4. Januar 2013

Michaela breitete aus, was unter ihrer Bettdecke Platz fand. Verloren lag es neben ihr und träumte. Nebenan die Kinder hatten jedes ein Zimmer für sich.

Nicht mehr als

Von | 3. Januar 2013

Kreuze sind was für Männer, sagte Carla, aber Lehmann  hörte schon nicht mehr zu. Er wollte noch ins Bolero, wollte nach der Arbeit seinen Arsch freipumpen und brauchte dafür eine Tanzfläche. (…) Hinterm Moritzplatz kam langsam die Suppe hoch, drunten ratterte es schon wieder.

Jugend mit Herzklopfen, wenn der Zug aus Westdeutschland in den Bahnhof Zoo einfuhr

Von | 2. Januar 2013

[…]Und überhaupt… Charlottenburg. Abendsonne über verfallener Pracht. Heute alles andere vergessen, beschließt Sam. Zum Teufel mit der Angst, die sich wie ein pelziges Tier schon wieder in den Nacken gekrallt hat. Heute so tun, als ob. Als ob eine reife Dame zufrieden auf die letzten Jahre blickt, während sie zum ersten mal seit ihrer Jugend… Weiterlesen »

Schweifloser Spaziergang

Von | 1. Januar 2013

alles ist schon da, die ganze DNA. (Max Raabe) Sobald irgendwo irgend etwas herumschwimmt, machen wir uns Gedanken. Fragen uns, was da wohl alles drin ist. Heute stellte ich mir ohne Vorwarnung die Frage, wo überall ist eigentlich DNA drin? Auch in Holz? In Steinen? Etwa noch in Obst und Gemüse? Essen wir die mit?… Weiterlesen »