Monatliche Archive: Dezember 2012

trommeln

Von | 30. Dezember 2012

sie stürzen mich hin und runter von den tonleitern ein senken ein ins auge beben tausend kleine zungen heben meine stiefeletten noch in ihre gleissende bleistiftspur sonne mond und güldensterne ich habe meine schande doch schon hinter mir und stinkende küsse auch mein herr fang auf mein blut rühr meine trommelfelle im gnadenkraut der fast… Weiterlesen »

skulptur am bau (neuchâtel)

Von | 29. Dezember 2012

als wir über dürrenmatts bauch tanzten und auf der aufgebrüsteten terrasse das seepanorama mit 180 grad wolken und sonnenschein zuknipsten, verknäulte diese halbwelt ein vom föhnwind angewehter ballen aus stahl, faltete sich psychedelisch vom rand her ins firmament, tentakelte mit seinem zerplatzenden korallenrot ins auge, zersang das gegengrün die zirpende stille

Kokonkurzeil

Von | 28. Dezember 2012

Die Türen hängen verzogen, die Fenster verklemmt. Dächer ziehen im Klimmzug weiter sich auf. Die Häuser, sie bremsen, in Schräg angesetzt. Die Tischplatte dehnt sich und wiegt sich in wellige Fischform. Weiter Spalt liegt auf und geklappt vor dem Licht. Ein hellbraunes Laken glänzt seidig und feucht neben der Haut wie ein Ei, der Wandschirm… Weiterlesen »

BEMBELHERZ

Von | 27. Dezember 2012

Tesa ist den Mädchen vorgesetzt. Die Mädchen kennen keine Verwöhnung. Sie bleiben guter Dinge im Dreck. Der Molkereidirektor bringt seine Milch persönlich, allerdings mehr Tesa als sonst einer. Tesa schmeichelt so gut sie kann, aber klar, das können andere besser. Die Mädchen sind im Bahnhofsdienst, sie haben keinen größeren Wunsch, als vom Militär mitgenommen zu… Weiterlesen »

Königinnenpastete

Von | 25. Dezember 2012

Landsberger Straße in München, das war die Puffgegend, geh da bloß nicht allein, wir holen dich ab, mit der Straßenbahn, ich war ja naiv, na du, du weißt ja von gar nichts, mich aufgeklärt, weißt du denn nicht, was das bedeutet, da im Fenster, die Püppchen, die eine, die war leicht behindert, hat sich zur… Weiterlesen »

tellkamp

Von | 25. Dezember 2012

„Der ist ein Jahr jünger als du“. Ihr vergeht das Lachen. Wie fett er sie ansieht mit seiner Tolle. Und Breshnew ist 1982 gestorben. Definitiv früher als Stalin, wie Sigrid trocken bemerkt. Sigrid und ihr Mann wurden von ihr durch den Turm geshreddert. Sigrid hat einen kleinformatigen Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten. Im kleineren Viereck:… Weiterlesen »

Intensivstation

Von | 24. Dezember 2012

 Ich sehe meinen Atem als beschrifteten Luftballon davoneilen, über den Gang hasten, hin- und herrollen, zur Ruhe kommen mit dem Nabel am Boden.   Ein unruhiger Wind geht auf Reisen. Geisterklang mit Licht.   Der Wind ist eifrig; bläst durch die Flure des Krankenhauses und rüttelt an allem, was er zu fassen bekommt. Heult und… Weiterlesen »

Angenommen [3, 3]

Von | 24. Dezember 2012

man habe sich nicht geirrt. Ich hätte tatsächlich recht gehabt: der erste Irrtum, das letzte größere Wollen – und nichts wäre geschehen. Man hätte es heute noch sehen können. -: Du verlangst zu sterben, ich weigere mich zuzuhören. Nun sieht man darin nur das Opfer. :- Ich weiß noch immer nicht, was aus dir geworden… Weiterlesen »

First Song for U.

Von | 23. Dezember 2012

Versbein stranguliertes Karottenrost. Die Türme im Vögelchenkäfig jagen die Nacht wie laternös flatternde Bäume über Hügelgräbern. Der Zeitungsmacher schabt Glockenküsse aus dem Wind. Goldfingerchen plättere von der geölten Mehlhaut rinde, goldbraun. Unter deiner Kaputze sprach der Mond zu mir.

Spiegelbild der Scheibe des Zuges.

Von | 22. Dezember 2012

Wie die Entdeckung eines Haars die Sinne verzweigt. Und blosses Interesse sich in Leidenschaft verwandelt. Dann steigt man aus seinem Schlauchboot + begreift die Welt nicht mehr. Dann schleift man sich an einen Bahnsteig. Und versteckt sein Gesicht im Spiegelbild der Scheibe des Zuges, der sich allmählich in Bewegung setzt.

Star Wars

Von | 22. Dezember 2012

Wie heißt der Lehrmeister des Jedi-Ritters Anakin Skywalker alias Darth Vader? Richtig: Obi-Wan Kenobi! Auch „die Redaktion“ genannt. Darth Vader im Anmarsch? Keine Angst, die Dunkle Macht wird uns nicht ereilen. Dank Obi-Wan Kenobi. Er zügelt den emotionalen und unbeherrschten Anakin mit dem Strahl des Laserschwertes! Der Mechanismus scheint ein wenig zu klemmen (Hier geschickt in Szene gesetzt. Die Community hält den Atem… Weiterlesen »

Berlin, noch immer August

Von | 20. Dezember 2012

Spiel du doch mal mit deinem Einufern, Abgraben, leisen Tönen, hab dich noch nie so geliebt, weil dieses weisse Wesen dazwischen sich feinsilbig hör nur mal wie sie spricht das Strömen das Rinnen das Auswaschen deiner Träume: wolltest du mit mir stehenbleibn berühr mich nicht wenn ich in der Gegend liegen bleibe, spuck auf mich… Weiterlesen »

Bembelherz

Von | 20. Dezember 2012

Opa Hesselbach war sein Berufsleben lang beim alten Ankermann in der Regel- und Messtechnik beschäftigt. Er brachte da auch einen Sohn unter. Meinen, so hieß es, dämlichen Vater. Der Radfahrer schied auf einer privaten Hessenrundfahrt für immer aus. „Herzinfarkt am Berger Hang: Zum letzten Mal hat sich der Amateur Hannes Hesselbach zu viel vorgenommen!“ So… Weiterlesen »

kleines zitat (zum abschied)

Von | 18. Dezember 2012

„In der Schweiz hatte ich mal eine kleine Geschichte von drei Einsiedlern gehört: Jeder saß auf einem Viertausender, aber sie besaßen nur ein einziges Beil, um ihr Frühstücksholz zu zerkleinern. Also warfen sie sich das jeden Morgen von Berg zu Berg zu. Dazu erklärte mir ein gebildeter Mann, das sei eine total unlogische Geschichte: In… Weiterlesen »

blutschau

Von | 18. Dezember 2012

expression mal wieder rauf mit der wut sonst fühlst du nur hasen geäderte unterarme leblos gekniffen träumt doch euren elitentraum zuschanden in farbgeschwätzte pinsel wenn’s hochkommt liebst du dich selbst bin ich die erfüllungsgehilfin deiner akribischen herzkurven expression mal wieder schärf deine sehnsucht liebster in maulgeflechte und immer wieder und wieder ihre körperabdrücke gggrrrgrreif deine… Weiterlesen »

Bembelherz

Von | 18. Dezember 2012

Fast jeder Schneider/ Will jetzt und leider/ der Sprach erfahren sein/ und redt Latein/ Welsch und Französisch/ Halb Japonesisch/ Wenn er ist toll und voll/ Der grobe Knoll. / Der Knecht Matthies/ spricht bona dies … Aus dem Jahr 1617 als Gegenschrift zur Mode à la Versailles Hannes schreibt: In Westpreußen bezeichnete man freie Bauern… Weiterlesen »

Dezemberwetter

Von | 17. Dezember 2012

(alltagstitanischer banalcalypso) Die Brote liegen stumm in dem Regal, auf flachen Schirmen flimmert unsre Zeit. Geldkurse steigen auf und werden breit Und für die Künste – liest man – steigt der Preis. Der Strom ist grün, die Winterwinde zupfen am Glockenspiel, um hochbegabte Kinder zu entzücken. Die Menschen haben heuer keinen Schnupfen. Die Züge gleiten… Weiterlesen »

nix

Von | 17. Dezember 2012

(winseln & pinseln) konnte nicht gut ertragen dass die tippser freihändig schlierige meinungen nicht teilten pinselte immer weiter schlabberdoktrinen mit gelbem strahl in den breitschnee der bildschirme damit nichts anderes zu lesen sei als der kindliche flunsch & wunsch verdammt noch mal schnauze schnauze recht zu haben nützte gar nix kapierte aber auch nix also… Weiterlesen »

auslaufender kugelschreiber

Von | 17. Dezember 2012

oder: knochen und perlen klamm samt heimlich habe ich sie aufgehoben. welch ein lüster. ich werde sie auffädeln und mir um den hals hängen. zum bedenken. ich verdenke mich. mir nichts. dir nichts. du verschreibst dich. jeder ist ein bündel folgen.

Bembelherz

Von | 17. Dezember 2012

I dont want to go back to war“, sagt Tim an seinem letzten Abend vor Afghanistan in diesem Irish Pub am Bahnhof. Britta kostet ihn ein Getränk und das Zimmer, sie vermutet viele Laufhäuser in der Landschaft seines Lebens. Für Tim kann Britta einfach ein Fick sein. Er klappt sie auf wie er es gelernt… Weiterlesen »

große kunst

Von | 17. Dezember 2012

(für w.s.) vielleicht ist auch alles ganz anders ganz klar und weniger selten vielleicht ist es einfach dieses mädchen in nahaufnahme die einen knopf an den mantel näht das studiopersonal läuft zusammen seht ihr das auch diese finger diese bewegung und das schmale handgelenk von wo kommt das bild was für aufmerksam versunkene blicke welch… Weiterlesen »

felictas hoppe …

Von | 15. Dezember 2012

felicitas hoppe empfand die frage von iris radisch, dass sie eine glückliche kindheit hatte, als affront … felicitas begreift wohl immer noch nicht, dass dann so ein scheiss (schiess) rauskommt … alles langweilt sich … hast du den strom schon bezahlt … können wir den abend schöner beenden … herrliche nichtshinterlassung … um wen giengte… Weiterlesen »