Monatliche Archive: September 2012

storno.

Von | 29. September 2012

Vor allem bei geöffnetem Fenster. So wie letzt beim Verlassen der Kathedrale. Deine Füsse inmitten oder weit ab deines Stornolebens. Ich weiss ja nicht, ob du dir noch selber glaubst. 

Du weisst gar nicht …

Von | 28. September 2012

Nachher hatt ich den Eindruck, als sei’s dein Lieblingsthema gewesen. Ohne Ohrensessel geht kein Mensch ehrlich durchs Feld. An die Welt. Uhh, das ist es. Mein Bekenntnis. Zumindest für den heutigen Tag. Ich gehe bloss an die Welt. Mehr nicht. Mit ihr würde ich mich wohl verstopfen. Und weisst du, wie elendig du daran krepiern… Weiterlesen »

John Locke in Russland (1)

Von | 28. September 2012

Im Sommer 1680 reiste er überraschend für seine Freunde in Richtung Holland ab. Was er dort wollte ist nicht überliefert. Vermutlich trieb ihn eine der immer zu gewärtigenden Kampagnen aus dem Land, mit denen Gerichtsprozesse vorbereitet wurden. Er interessierte sich nicht sehr für China, aber die Richtung seiner Fluchtgedanken ließ ihn dieses Mal nicht an… Weiterlesen »

futurgrün

Von | 27. September 2012

ich wandere meine einsamkeit überall hin auch zu dir mein glücksrittersporn im spriessenden alphabet der enthüllungen wenn du mir sprachgesellschaft leistet mein herzrasen schneidest einander wiegend im schritte unsrer innigkeit dein milchfarbenes dorf in der manteltasche wie eine murmel im frühlingsmund die blutsaugerouvertüre gen himmel verpufft als sprächen wir draussen anders als dasselbe in grün… Weiterlesen »

Friedlicher, schlummernder Atem

Von | 24. September 2012

In der Nüchternheit meiner fast besoffenen Freude fragte ich dich, ob du nicht hier einziehen willst. <Einige Jahrhunderte Pause, das Schweigen war selbst bereits Ausdruck geworden> Als Reaktion auf eine klar gestellte Frage erklang deutlich die Antwort: Warum nicht? Mir fiel nichts ein, also schwieg ich. Eine weitere Gegenfrage hatte sich aus pragmatischen Gründen verboten,… Weiterlesen »

Der Helm Fehlt.

Von | 24. September 2012

Vom verfeinerten Haar hatt ich vorhin gesprochen. Hatten wir die farblose Lippe schon. Und ich lache plötzlich auf: aus dir. Mir wär da eine Erkenntnis geblieben. Du wunderst dich, weil ich Bauarbeiterhandschuhe trage beim Spülen. Und mir Resttomaten innen Mund schiebe. Es könnte mal eine grosse Geschichte werden, denke ich, und hör von dir, dass… Weiterlesen »

Abgelegtes Zuvorkommen.

Von | 22. September 2012

Die Versäumnisse in deinen verschärften Gedanken, die nur gegen die letzten Tage deines Fleischs angegangen sind – an deiner Lippe hing ein feines Haar. Es bewegte sich immer mit, wenn du etwas sagtest. Du wusstest genauso gut wie ich, dass sich dafür niemand mehr interessierte. Das abgelegte Zuvorkommen, gut drauf, liess mich noch mal kurz… Weiterlesen »

Verabscheu.

Von | 22. September 2012

Als sei die Zeit der leitenden Signifikanten vorbei, so zittern mir oft die Glieder. Es entsteht dann wieder so etwas wie in Anführungszeichen. Weisst du, wie schöhn es ist, dass du mir meine Begreifbarkeit lässt. Gefiederst. Unendlich tief getroffen, aber vielleicht zurecht, war ich, als du in der Tür sagtest, dass du mich nur aufgrund… Weiterlesen »

Zum Faulen See.

Von | 22. September 2012

–           Der andere Schritt zum faulen See: wie verbrennt meine Seele über den Tag. Mehr noch in der Nacht. Was ist wahrhafter als die mich erwürgenden Wörter. Uh, ein Auflachen im Schacht, wir hatten schon so viel Licht. Nun entträumt es uns manchmal. Mach dir nix draus.  

Blassblaue Bedingungen

Von | 22. September 2012

Die Erde ist der Abendstern des Mars. Wer auf dem Mars steht und mit seiner Erscheinung die geschrumpfte Sonne verdunkelt, kann sie sehen. Sie. Die Kontaminierte. Die Abgerissene. Der kann sehen, was ihm, nach Besuch der Sonde, blühen wird. Apropos Blühen: Seit einiger Zeit ist klar, dass gewisse primitive Pflanzen durchaus von günstigen Bedingungen träumen,… Weiterlesen »

fall

Von | 22. September 2012

        falle vom fahrrad in die gracht falle vom dach vom stein vom ast in den einmannsegler falle falle falle durch das morgen durch die nacht in die tränen falle über dich unter dich neben dich mit schmelzenden knien zuckender scham flehenden augäpfeln deine braut ist die see to sad to tell… Weiterlesen »

weiss anmalen.

Von | 20. September 2012

hättst du was dagegen, den weissen see anzumalen … mit einer grundguten farbe vielleicht? mir wär dann so, als hätte ich nen grund, könnte also nicht ausweichen, mich seinem wasser bis zum bauchnabel hinzugeben …

die farbe beim aufwachen.

Von | 20. September 2012

es leugnet sich manchmal an dir ab … bleib … oder wie aus den stimmen der andern gehn .. wie aus sich eine wolke machen .. am blau eines himmels kratzen …. du hast worte: sie haben flügel : anschnabeln …

Schrieb.

Von | 20. September 2012

Ich rede ab jetzt mit Widerhall. Echo im Hals beim Aufwachen. Glaubst du an deine nachgesprochene Seele. Immer noch. Ich lass die Fragezeichen weg vor lauter Aufsässigkeit. Es könnte Antworten geben.

ruinen wandern vorbei

Von | 19. September 2012

etliche bissen ins gras. da kommen noch all die weil ähnlich gebaute ruinen, in einigem abstand, vorbei, steinerne gemäuer ohne fensterläden, viele bereits occupiert. die tageszeiten wandern. von morgengrau über nachmittagsblau in die abendschatten, zur mattschwarzen nacht. später wieder grau. mittendrin und darunter, das kleine kraut. die, welche hinein beißen, sind kaum mehr zu sehen.

Pfirsichgelungen.

Von | 19. September 2012

   Wie aus gefangenen Schleiern herausgeschwemmt. Überlebensgesabber! Herausgelöstes Auge. Schwülste. Schweissausbrüche. Chromatieph oder ist dein Leben keine Absonderung. Ameisenanhäufung von Pflichtgefühlen. Ohne Auswurf in alles oder nichts. Pfirsichgelungen zum ersten Mal seitdem wir uns im Bahnhof vergleist sind. Mit deinem Haar auch, so grundlos …

Mitten in Berlin.

Von | 19. September 2012

Aus deinem Diesseits, ohne viele Worte darüber verlieren zu wolln: am Telefon muss man dauernd reden: Atemlöten. Nun, mitten in Berlin berührst du deinen Schatten. Und läufst nicht mehr davon. Bist noch nicht so krank: also wann wirst du dein eigener Lobbyist?   Du weisst, ich könnte mich sofort in dir verbrennen, dein Feuer zermürbt… Weiterlesen »

die metaphysik der abbitten.

Von | 19. September 2012

Mein Restzüngeln lässt nicht locker. Amorph. So wie dein Blick ausschnaubt. Als wär dir fast etwas Gelungenes aus deiner Speichelspur gelungen. Ein kaum so vernachlässigtes Zischen zwischen deinem Schweigen. Ging ich doch vorhin, da war es noch Mittag an einem Sonnensamstag, an 2 Alten vorbei, sie sass da, er stand mit seiner Einkaufstüte vor ihr… Weiterlesen »

Septemberfenster

Von | 18. September 2012

Die Sonnendukate vegetierte seit Stunden auf der entgegengesetzten Seite. Der Blick ging aufs Fensterbrett und auf die Blöcke aus der Kaiserzeit gegenüber, fröhlich saniert oder sträflich vernachlässigt. Die Häuser reflektierten ein vorsichtiges Ziegel-Ocker-Orange, komplementär zum Ultramarin darüber. Eine Stubenfliege, einzeln, tauchte an der Fensterscheibe. Mit einem harmlosen Pusten beförderte ich sie, die gerade halb schwebend,… Weiterlesen »

ziertratschherbarium

Von | 17. September 2012

(altweibermutation) ein duft wie von kaffee & wurstgulasch hier tagesreste und gurkengerüchte blühen wieder wie wilde flecken auf mattschimmernden tischgebetstafeln melancholisch üppig überziehen klappernde attitüden & affirmationen kunstvoll bespuckte//bestickte bildschirme bunte einfalt in geilheit oh wir sängen fortwährend ein jeder ein geborgtes lied vor sich hin was eine hübsche krähenwiese nicht ersetzen kann

Sonntagsgespräche

Von | 16. September 2012

Deine Tante hat Sekt gebracht. Zum Frühstück. Deine Tante, meine Schwägerin. In die Werkstatt. An ihrem Geburtstag. Und was Süßes dazu. Stell dir vor, zum Sekt was Süßes! Es ist ja nicht meine Sache. Das muss jeder selber wissen. Und danach hat sie Gäste. Nicht viel Zeit. Hat nur den Sekt aufgemacht, eine Viertelstunde Frühstück,… Weiterlesen »

spiegel .

Von | 13. September 2012

wir sind alle grazien + schrein : nach (ein) wenig gesichtsverlust  : schein als wärs einmal unser gesicht . brichst mir die kehlkopfsanfte verlogenheit . kommst du ins gelaubte land wo noch nie ein baum stand …

Wasser im Quadrat

Von | 13. September 2012

Er ist durchscheinend, gedrängt, kompakt – kalt und kantig: Der Eiswürfel. Im Inneren spiegeln sich Kristalle aller Art. Die Lust an solcherlei Verfertigungen potenziert sich. Wasser im Quadrat lässt bei Berührung die Haut schmerzen, wird hierdurch aber selbst in die Formauflösung getrieben. Alle Formgebung, aller Formenzerfluss ist ein Phänomen der Thermodynamik, ein Phänomen der Munterkeit… Weiterlesen »

P passt.

Von | 13. September 2012

P ist da. Sein immer schon schöhnes Gesicht besticht: Endlich – sich nur noch an sein eigenes Interesse wagen. Deine listige Evokation des Hierbleibens schuf mein nicht mehr feststellbares Lächeln.

Gefieder, kurz

Von | 13. September 2012

Im Flur klimpert die Nachbarin mit Flaschen. Vielleicht will sie noch zum Container. Ich vermute, die Flaschen sind grün. Anfang Herbst. Die Abende machen es vor. Dunkeln zeitiger, und kühler. Im Flur ist es stumm, das Licht sicher schon aus. Vorgestern kamen junge Schwäne geschwommen, auf kurzer Zeile, und sie werden tranig schmecken. Das braune… Weiterlesen »