Monatliche Archive: August 2012

Blütenwiderstand.

Von | 31. August 2012

Ich hab mir vor dem Leben nie die Hosen ausgezogen, tat immer so, entzückt: wie einen Tunnel graben mit eigenen Fingern, aber bitte kein Dreck unter den Fingernägeln, das würde mich an den Rand der Sprachlosigkeit bringen. Kannst du das wollen, wie eine fast verlungerte Zunge im Blütenwiderstand zu schmollen, Lippen wie ein Aufbegehren, sein… Weiterlesen »

kleines résumé (an h.)

Von | 31. August 2012

relativ kurz der weg den wir gegangen sind unerreichbar das ziel wenn wir bald verweh’n war es nicht viel und doch das muss ich dir sagen das stirbt auch keinen tod zurück in meinen glücklichsten tagen warst du ja ja das glück

Himbeere.

Von | 29. August 2012

Dekonstruktion als methodisches Verhalten schreibt sich ein in eine Geschichte als die seine selbst: die Geschichte der Philosophie und damit die Geschichte als Problem der Sprache. Indem Dekonstruktion sich selbst problematisch geworden ist, ist ihr Bemühen, „die“ Bedingungen der Möglichkeit von Sinn und Bedeutung zu eruieren, zugleich immer auch ein  Versuch, der die Bedingung seiner… Weiterlesen »

restsüsse

Von | 29. August 2012

dunkler frühling war einsam bei uns poetisches karo wuchernde blösse frisst sich deine zunge durch meinen schritt klitorisse im schädel zungenschlägereien wer möchte nicht im leben bleiben voller morgenkühle mit füssen am himmel kaum eulenvogerln wo ist meine helle freude die wörter heilen vorbei wie meine magere mutter in knöchellanger erinnrung und schauer erregender eintracht… Weiterlesen »

Steile Karriere

Von | 29. August 2012

Fräulein Pikante hatte eine herzallerliebste Tochter. Sie malte, spielte Flöte, turnte – Frl. Pikante schickte sie auf die Ballettschule. Dort wohnte sie wochentags im Internat und hatte ihre Ruhe. Den Vater ihrer Tochter hatte sie einst schon zu Beginn der Schwangerschaft verlassen, denn er war beruflich erfolgreich und verdiente gut. Frl. Pikante konnte es nur… Weiterlesen »

eingereiht

Von | 27. August 2012

Lenin war meine erste Leiche… Ja, das war noch vor meiner Großmutter. Wir haben stundenlang angestanden, unglaublich diese Schlange, es hat geregnet, sie haben uns vorgelassen, weil wir Ausländer waren, dabei hatten wir einen Schirm, wie die meisten anderen auch, alles Einheimische, mit Klappstuhl und Proviantkorb, das mußt du dir vorstellen, eingereiht und seelenruhig versitzen… Weiterlesen »

waschsalon

Von | 26. August 2012

was sind wir leichtens zu erschüttern. da ist einer, getrieben und gespalten, wie so viele, und schreibt, und nicht mal unoriginell, von unserm körperlichen wahn. und ja, da unterläuft die überschreitung. der grenzen. doch wer legt die denn fest. und andrer wahn, der impliziert den übergriff, mit name und adresse, durchaus nicht gut. aber sind… Weiterlesen »

geistig krank .

Von | 23. August 2012

pass auf kai … bevor ich dir das gesicht blutig schlage: du triffst es genau! schreiben, als ob es für unter dem grabstein wäre … löst das nicht … frei … und es geht ja nur darum, die mehrheit von unten anzupissen (auch post mortem) … aber vorher kann man sich im angesicht des todes… Weiterlesen »

Paul VI.

Von | 23. August 2012

Ich berühre ihn jeden Abend vor der Verdunklung des Himmels, da klingst am schöhnsten, sein steifer Blick sagt alles: er weiss mit sich umzugehen, ich bin da ganz ruhig, im Gegenteil, er giebt mir die Kraft, noch ein weiteres Bier aufzumachen: es geht nicht darum, flüstert er mir über Hunderte Kilometer zu, sich darin zu… Weiterlesen »

atempause

Von | 23. August 2012

für einen niemandkommtmoment verblendetes augenrollen vorausgegeiltes liebesgetue die sechswochenwimpernspirale wartet die nachtcreme da genau so unberührt wie dein italienischer zopf dein kaltes sperma dein wintergesicht kannst du überhaupt etwas erraten ausser deinen schniefenden herzgeräuschen aus nervengestränge wort brech mir eine liebe von fern kartoffelbrothautig in der meine kühle atempause endlich verzürnt von unendlich tief unter… Weiterlesen »

Ich will Spass

Von | 22. August 2012

„…macht so spass mit sprache also auf menschen zu scheissen“ – das verbirgt sich also hinter der Pluderhose. Verachtung, nichts als Verachtung. Hab ich übrig. Für dich. Oh sorry… kannst ja über meine Humorlosigkeit lachen. Oder neue Gülle ausschütten. Weil es so einen Spass macht.

mein gesicht.

Von | 22. August 2012

o.k. ich bin fett … ich bin widerlich … ich stinke aus dem mund … habe dauernd fettige haare dazu grau … sie hängen zum teil lose und zutiefst beobachtet auf meiner schulter: hemd, shirt, pullover … ich ufre aus vor weizensaft … vor humorlosigkeit … aber ich lache am liebsten über meine humorlosigkeit …… Weiterlesen »

Sloterdijk

Von | 22. August 2012

… um gleich in medias res zu gehn: Meike Fessmann über Sloterdijk schreiben zu lassen, ist, wie sie mit ihren bunten Jaketts beim Zubereiten eines Omeletts zu beobachten. Sie hat sich – wie beim Bachmann-Preis – nervlich zu beobachten war, als Fürsprecherin der Elftklässer (hoch gegriffen) herausgestellt … also mit überhaupt keinem Gefühl, um über… Weiterlesen »

softcover

Von | 21. August 2012

leck deine worte aus dem rachen mein herzkammerjäger worte wie gräten in zartesten fisch gespuckt entkältet züge stürzen ins meer überschlagen im schatten deiner ohrmuschel annabell trägt ne tote qualle zum strand prima gemacht mäusespeck aus der tasche ich baue dir auch schneckenscheuchen will kommen tief verliere mich nach deinem sein ein sandgepeitschter happen haut… Weiterlesen »

august mainstream II

Von | 19. August 2012

( eine sendung. über den äther ) ein hoch dotierter dröger drops, der sich doch wirklich minderwertig fühlt, weil er im osten hat gelebt, nach der wende erst recht, spricht er. mein gott, wie weit hast du’s gebracht, du vater unser aller. jede mittelmäßige mörtelwespe sorgt besser für ihr seelenheil als wir fürs unsere. und… Weiterlesen »

Anweisungen für den Ausnahmezustand

Von | 18. August 2012

1.) Keine Kommentare zu den Faulgasen anderer. 2.) Ignorieren Sie Beiträge, die die Menschenwürde missachten, sowie deren Beiträger. 3.) Verlassen Sie Orte, an denen das Auftreten von Beiträgen, die die Menschenwürde missachten, wahrscheinlich ist. 4.) Sprechen Sie gegenüber Dritten von der Unmöglichkeit dieser Orte. 5.) Begreifen Sie die allmähliche Entleerung (oder Befüllung) dieser Orte als… Weiterlesen »

Geschmacklosigkeiten

Von | 17. August 2012

Ich weiß, ich habe dir das Ende prophezeit. War dort unten mit meinem Latein. Meine Grenzen gesehen. Muss sie nun überschreiten. Der Geschmacklosigkeit wegen. „Der Künstler – ein Ästhet“ , Hauptseminar. Mattenklott? Ein innerer Drang, diesen geballten Mist, diesen Non-Sense, diese billige Provokation, den durchgekauten Gehirnmüll so nicht stehen zu lassen. Nun komm ich noch einmal und… Weiterlesen »

Intrigantenstadl

Von | 13. August 2012

Da gab es also eine Gelegenheit, den Kollegen eins auszuwischen. Eine Stelle war zu besetzen. Klara Klarsack genoß nach Abendgymnasium und Studium des Klassischen Materismus bei Heidi Gotthold-Morgenroth, das sie mit Auszeichnung bestanden hatte, die besten Chancen, ihren Job in der philosophischen Praxis einzutauschen gegen eine „eigenverantwortliche Lehrtätigkeit“. Zu erzählen hatte sie wahrlich einiges. Zuvor… Weiterlesen »

Jessenin 1925 – f. Schw. Schura

Von | 10. August 2012

Ach, was bietet die Welt an Katzen Dir und mir, niemand kennt ihre Zahl. Und das Herz träumt von luftigen Erbsen, Und es läutet ein blauer Stern. Ob nun klar, ob im Rausch, ob erwachend in Des Gedächtnisses offener Bahn – Zwischen Decken miaute ein Kätzchen, Trübe Augen schauten mich an. Damals war ich selbst… Weiterlesen »

Inmösen.

Von | 8. August 2012

Wie im Alleinleben: streitest du das ab? dass du seit 22 jahren alleinlebst oder länger dass du dilemma oder zwiespalten lebst … selbst beim Inmösen oder grade da überkommt es dich …

müsste.

Von | 8. August 2012

wo komm ich her … müsste eigentlich sagen, wenn ich ehrlich wär to me, wer will sein leben aba schon eine einsicht beifügen: das leben fügt einem genau dir deinen empfinden hinzu … dem einenn dorthin dem andern zu mir an den mund oder von meinen lipppen davon …

Berlin-Lichtenrade

Von | 7. August 2012

Kleinbürgerliche Wohngegend, warnt der Berlinreiseführer, den eine vermögende Verwandte letzten Monat bei mir liegen ließ. Ich war froh, als die ältliche Tante nach Ostern wieder verschwunden war, ihren Reiseführer hätte sie gern mitnehmen können. Ich überlegte noch, ihn ihr hinterher zu schicken, sie ist so sparsam. Als sie ihre Ausflugspläne für Ostern meiner Mutter mitteilte,… Weiterlesen »

wie 1 sau vor die perlen

Von | 2. August 2012

Unnötige Unermüdlichkeit im verstrudelnden Geröchel. Auffelln, alkalisch. Diaboloid dir in dich selbst getaumelte Komischkeit gebote. Dann wähntest du sie stumm vor deinem Gebahren. Prosaische Blasen, Schwäche gegelt in drastischen Schwällen getippt und verloren. Du hattest Dir keine Ohren geträumt, nur Münder woraus das Wortgewringe unaufhörlich bricht immerdar. West schnaubend über schlüpfrigen Gelenkverrenkungstänzen, ohne Frage löchrig… Weiterlesen »