Archive for August, 2012

immer nur um sich herum.

Freitag, August 31st, 2012

Die Stillstellung des Kopfes. Nach der Befreiung des Zwischenstandes: Was bleibt sind 1 Wahrheit. Oder das übliche Geplänkel.

Blütenwiderstand.

Freitag, August 31st, 2012

Ich hab mir vor dem Leben nie die Hosen ausgezogen, tat immer so, entzückt: wie einen Tunnel graben mit eigenen Fingern, aber bitte kein Dreck unter den Fingernägeln, das würde mich an den Rand der Sprachlosigkeit bringen. Kannst du das wollen, wie eine fast verlungerte Zunge im Blütenwiderstand zu schmollen, Lippen wie ein Aufbegehren, sein Leben zu verlängern im Verleumden: mit all der Strenge der Moral, um an sich vorbeizuschlingern. 

kleines résumé (an h.)

Freitag, August 31st, 2012

relativ kurz der weg
den wir gegangen sind
unerreichbar das ziel
wenn wir bald verweh’n
war es nicht viel
und doch
das muss ich dir sagen
das stirbt auch keinen tod zurück
in meinen glücklichsten tagen
warst du
ja ja
das glück

Himbeere.

Mittwoch, August 29th, 2012

Dekonstruktion als methodisches Verhalten schreibt sich ein in eine Geschichte als die seine selbst: die Geschichte der Philosophie und damit die Geschichte als Problem der Sprache. Indem Dekonstruktion sich selbst problematisch geworden ist, ist ihr Bemühen, „die“ Bedingungen der Möglichkeit von Sinn und Bedeutung zu eruieren, zugleich immer auch ein  Versuch, der die Bedingung seiner Unmöglichkeit darstellt. Mit dem Ausdruck Dekonstruktion scheint „etwas“ auf den Begriff gebracht worden zu sein, was dem philosophischen Geist unserer Zeit offensichtlich zusagt.

restsüsse

Mittwoch, August 29th, 2012

dunkler frühling war einsam bei uns poetisches karo wuchernde blösse frisst sich deine zunge durch meinen schritt klitorisse im schädel zungenschlägereien wer möchte nicht im leben bleiben voller morgenkühle mit füssen am himmel kaum eulenvogerln wo ist meine helle freude die wörter heilen vorbei wie meine magere mutter in knöchellanger erinnrung und schauer erregender eintracht du berserker du bist nicht aller stille gegenwart

Steile Karriere

Mittwoch, August 29th, 2012

Fräulein Pikante hatte eine herzallerliebste Tochter. Sie malte, spielte Flöte, turnte – Frl. Pikante schickte sie auf die Ballettschule. Dort wohnte sie wochentags im Internat und hatte ihre Ruhe. Den Vater ihrer Tochter hatte sie einst schon zu Beginn der Schwangerschaft verlassen, denn er war beruflich erfolgreich und verdiente gut. Frl. Pikante konnte es nur schwer ertragen, einen tätigen rastlosen Menschen in ihrer Nähe zu wissen, selbst aber ans Wochenbett gefesselt zu sein. Mit den Unterhaltszahlungen gab es nie Probleme und sie war befreit von Meinungsverschiedenheiten. Nun wirkte Frl. Pikante auch als Mutter nicht unattraktiv. Ein Jahr nach der Entbindung hatte sie ungefähr ihre frühere Gestalt zurückgewonnen, ja sie war noch schlanker, geradezu dünn geworden, derweil das Kind diverse Fettanteile aus ihr herusgesaugt hatte. Die etwas zahlreicher gewordenen Fältchen um die Augen als Folge durchwachter Nächte ließen sie gereift erscheinen, daß man beinahe nicht mehr Fräulein zu ihr sagen mochte.

Kurz: Gegen ihren Willen sie war wieder ein auf die Männerwelt anziehend wirkendes Weibsbild geworden. Ihr Talent, dem Gespächspartner jedes Wort im Mund herumzudrehen, hoffte sie, würde die Verehrer abschrecken. Tatsächlich fühlten sich von ihrem scharfen Verstand gerade die in Frauenangelegenheiten versierten, akademisch gelangweilten Herren herausgefordert, die zunächst auf eine intellektuelle Eroberung aus waren, es aber billigend in Kauf nahmen, wenn sie intime Folgen hatte. Fräulein Pikante betrachtete es als Sport, innerhalb einer Mensapause den eingebildeten Herren den Kopf zu verdrehen, Hoffnung zu wecken und am Ende der Fuffzehn die heiße Kartoffel fallen zu lassen. Zurück in ihrem Büro hatte sie Stoff zum Schwätzen und Kichern mit ihren Assistentinnen, die bald begannen, sich an ihr ein Beispiel zu nehmen. Doch diese Geschichten sollen hier nicht erzählt werden.

Eines Tages geschah es, daß es Frl. Pikante wider Erwarten nicht gelang, ihren mittäglichen Herausforderer abzuschütteln. Es handelte sich um ein Objekt, das genau das Gegenteil von Frl. Pikante selbst darstellte: Mr. Rumpel war gebürtiger Inder, stammte aber von britischen Vorfahren ab. Untersetzt, um nicht zu sagen kleinwüchsig, war er von rundlicher Gestalt und trug eine beachtliche blonde Mähne, die in vollkommenem Kontrast zu dem schwarzen Kurzhaarschnitt von Frl. Pikante stand. Zu Höflichkeit und Bescheidenheit erzogen, kannte sich Mr. Rumpel mit den Kulten in Kerala und Goa aus, hatte seine „Teepartys“ hinter sich und war im besten Sinne ein Freak, der über dem Hanf erstaunlicherweise sein logisches Denkvermögen nicht eingebüßt hatte und wie kein zweiter programmierte.

Frl. Pikante erkannte rasch das Potential, das Mr. Rumpel in sich barg und gedachte, es für ihre weitere Karriere zu nutzen. Dabei unterschätzte sie jedoch die emotionale Bindung. Gerade noch gelang es ihr, mit Mr. Rumpel ein date am Wochenende außerhalb der Mensa zu vereinbaren, was immerhin bedeutete, daß sie ihre Babysitterin engagieren mußte – ein Höchstmaß perönlicher Wertschätzung, geradezu eine Investition. Mr. Rumpel mußte sich also für sie amortisieren. Tatsächlich übernahm er fortan die statistische Auwertung ihrer qualitativen teilnehmenden Beobachtungen von „Genderperspektiven“, so daß sie ihre Artikel und Vorträge mittels empirischer Daten gegen Kritik und Verleumdung immunisieren konnte.

Gern hätte sie Mr. Rumpel eines Tages wie seine Vorgänger als heiße Kartoffel fallen lassen – doch: sie war in Abhängigkeit geraten. Wenn es sich nur um die Statistik gehandelt hätte, so hätte sie wohl einen Ausweg gefunden. Ab und zu gab es eine studentische Hilfskraft mit leidlicher mathematischer Begabung. Nein, die Höflichkeit und Bescheidenheit ihres Freundes erschwerten ihr die fällige Trennung. Er lebte weiter als Junggeselle in seiner Wohnung, besuchte einmal im Quartal seine alternden Eltern in London, war ansonsten aber immer zu Stelle, wenn sie ihn rief. Sie fand seine blonde Mähne richtig „süß“ und konnte es sich nicht ausmalen, wie es wäre, wenn sie sich irgendwann nicht mehr wie ein Spinngewebe auf ihrem Sofakissen ausbreitete. Armes Frl. Pikante.

Zum Glück wußte niemand von ihrer Beziehung, sie achtete streng darauf, sich in der Öffentlichkeit mit Mr. Rumpel nicht blicken zu lassen. In der Mensa hatte er stets einen Platz auf der gegenüberliegenden Seite einzunehmen, damit niemand auch nur den leisesten Verdacht an ihrer Autarkie schöpfen konnte. Klara Klarsack hatte sie erfolgreich abgewimmelt, nun überraschte sie den Lehrkörper mit der Empfehlung, Mr. Rumpel auf den Listenplatz Nummer eins zu setzen. Er sei ein ausgewiesener Gender-Forscher, habe einschlägige Publikationen vorzuweisen und auch die Frage nach der Stammwürze sei von ihm souverän, ja geradezu revolutionär beantwortet worden.

Mr. Rumpel hatte nach der Niederlage von Frau Klarsack genügend Zeit, eine originelle Erklärung dieses Phänomens auf den Etiketten der Bierindustrie zu finden, zu dem man ihn mit Sicherheit bei seinem Probevortrag befragen würde. Die Stammwürze, dozierte er in seinem lieblichen englischen Akzent, stehe in einem signifikanten Zusammenhang zur Oktanzahl. Er habe durch seine Forschungen unwiderlegbar nachweisen können, daß Männer, die eine höhere Stammwürze beim Biergenuß bevorzugten, auch Benzin mit höherer Oktanzahl tankten. Wer Original Pilsner mit 12° trinkt, könne seinem Auto doch auch nur Super mit 100 Oktan zumuten. Was in gewisser Weise einen Widerspruch darstelle, wenn Trinken und Fahren unmittelbar aufeinander folgten, dann wäre eine niedrigere Oktanzahl eigentlich sicherer. Dies aber könne als Hinweis interpretiert werden, daß es betreffenden Männern nicht in erster Linie auf Sicherheit ankomme, sondern auf Kräftemessen. Ein offenes Forschungsfeld sei der Zusammenhang zwischen Stammwürze und Oktanzahl bei Tankerinnen. Vermutlich lasse er sich bei ihnen nicht beobachten.

Frl. Pikante klopfte lange und laut Beifall, auch die übrigen Mitglieder der Berufungskommission schlossen sich ihrem Votum an. Mr. Rumpel hatte sich zudem nicht in müßige Sophismen zum Alkoholgehalt verstrickt. Er besaß die für den Eintritt in den Lehrkörper erforderliche Klarheit – konsequenterweise konnte er sich als berufen betrachten.

eingereiht

Montag, August 27th, 2012

Lenin war meine erste Leiche… Ja, das war noch vor meiner Großmutter.
Wir haben stundenlang angestanden, unglaublich diese Schlange, es hat geregnet, sie haben uns vorgelassen, weil wir Ausländer waren, dabei hatten wir einen Schirm, wie die meisten anderen auch, alles Einheimische, mit Klappstuhl und Proviantkorb, das mußt du dir vorstellen, eingereiht und seelenruhig versitzen und verstehen die ihre Zeit, einen halben Tag, einen ganzen, und alles nur, um am Ende einen Blick auf eine aschfahle Leiche zu nehmen.

waschsalon

Sonntag, August 26th, 2012

was sind wir leichtens zu erschüttern.
da ist einer, getrieben und gespalten, wie so viele, und schreibt, und nicht mal unoriginell, von unserm körperlichen wahn. und ja, da unterläuft die überschreitung. der grenzen. doch wer legt die denn fest. und andrer wahn, der impliziert den übergriff, mit name und adresse, durchaus nicht gut. aber sind wir denn ein waschsalon. ihr garant für sauberkeit und frische.  jedem seine waschtrommel. schmuddelkinder reiner art.
ich beiße bald ins gras. aber es wird mir ein vergnügen gewesen sein, hier sowohl von kleist als auch van hengel gelesen zu haben. und manches andre mehr. salut.

votze lecken.

Donnerstag, August 23rd, 2012

bin doch zu was fähig! zur unzurechnung … 
suche noch nach einem nachweis … einem zeugnis …

geistig krank .

Donnerstag, August 23rd, 2012

pass auf kai … bevor ich dir das gesicht blutig schlage: du triffst es genau! schreiben, als ob es für unter dem grabstein wäre … löst das nicht … frei … und es geht ja nur darum, die mehrheit von unten anzupissen (auch post mortem) … aber vorher kann man sich im angesicht des todes ja schon von gefallsüchtigen schreiberabhängigkeit lösen … wieso schreibt jemand einen text und geht vorher arbeiten … es kann nur eine missgestalt an leben sein … aba sie giebt es: zu 94 % … alle die, die so schreiben, sind krank … wie die moral, die sie mitmachen, mitgestalten, weil sie einen mund, kein maul haben und sich nicht wie ein tier oder wie ein geistig kranker fühlen … wer sich zurzeit nicht wie ein geistigkranker fühlt, wird nie was schaffen …

Paul VI.

Donnerstag, August 23rd, 2012

Ich berühre ihn jeden Abend vor der Verdunklung des Himmels, da klingst am schöhnsten, sein steifer Blick sagt alles: er weiss mit sich umzugehen, ich bin da ganz ruhig, im Gegenteil, er giebt mir die Kraft, noch ein weiteres Bier aufzumachen: es geht nicht darum, flüstert er mir über Hunderte Kilometer zu, sich darin zu verlieren … weiss ich P, antworte ich ihm: sich zu finden, bei mir dein dicker Bauch, den ich auch so gerne vor mir hertrage, bleib noch ne Weile still liegen und flüster mir noch ein paar Sätze zu, du bist so tief und ich hab nur Lust, mich in dir zu erledigen, machste mit, Alter … dein angewinkelter Arm unterm Kopf genügt mir, wie einer, der bald beim Cämping einschläft,

atempause

Donnerstag, August 23rd, 2012

für einen niemandkommtmoment verblendetes augenrollen vorausgegeiltes liebesgetue die sechswochenwimpernspirale wartet die nachtcreme da genau so unberührt wie dein italienischer zopf dein kaltes sperma dein wintergesicht kannst du überhaupt etwas erraten ausser deinen schniefenden herzgeräuschen aus nervengestränge wort brech mir eine liebe von fern kartoffelbrothautig in der meine kühle atempause endlich verzürnt von unendlich tief unter den wurzeln

Ich will Spass

Mittwoch, August 22nd, 2012

“…macht so spass mit sprache also auf menschen zu scheissen” – das verbirgt sich also hinter der Pluderhose. Verachtung, nichts als Verachtung. Hab ich übrig. Für dich. Oh sorry… kannst ja über meine Humorlosigkeit lachen. Oder neue Gülle ausschütten. Weil es so einen Spass macht.

mein gesicht.

Mittwoch, August 22nd, 2012

o.k. ich bin fett … ich bin widerlich … ich stinke aus dem mund … habe dauernd fettige haare dazu grau … sie hängen zum teil lose und zutiefst beobachtet auf meiner schulter: hemd, shirt, pullover … ich ufre aus vor weizensaft … vor humorlosigkeit … aber ich lache am liebsten über meine humorlosigkeit … lache über mein eingeschweisstes lachen … schüttle den kopf ans schicksal heimlich vorbei … schon wider schiefgegangen .. macht so spass mit sprache also auf menschen zu scheissen oh sorry manchmal ganz anders zu seyn als man fühlt wie in je diesem augenblick vor deinem lippenstift …

Sloterdijk

Mittwoch, August 22nd, 2012

… um gleich in medias res zu gehn: Meike Fessmann über Sloterdijk schreiben zu lassen, ist, wie sie mit ihren bunten Jaketts beim Zubereiten eines Omeletts zu beobachten.

Sie hat sich – wie beim Bachmann-Preis – nervlich zu beobachten war, als Fürsprecherin der Elftklässer (hoch gegriffen) herausgestellt … also mit überhaupt keinem Gefühl, um über etwas hinauszuschauen … hinauszufühlen … und dann setzt man die Arme auf Sloterdijks Notizen an. Das konnte nicht gut gehen. Wobei man sich kurz fragt, was bei dieser Autorin überhaupt gut gehen kann??

Intelligente Schreiberlinge von Artikeln in Tageszeitungen lassen in Nebensätzen ihre heimlichen Gelüste frei schweben. Aber was macht Frau Fessmann? Sie kokettiert mit ihrem Googlewissen. Sloterdijk hat schon mal was über Zorn geschrieben: heititeiti. Sloterdijk ist ein Denker … heititeiti … und er ist bald mit ihr tabu, äh, per du (oder: perdü?). Man weiss von allem nichts. Vor allem nicht, wie Sloterdijk zwischen den Zeilen atmet … Aber wie will eine Elftklässlerin das auch wissen: nur, sie ahnt es in ihrem jetzigen Alter nicht einmal …

softcover

Dienstag, August 21st, 2012

leck deine worte aus dem rachen mein herzkammerjäger worte wie gräten in zartesten fisch gespuckt entkältet züge stürzen ins meer überschlagen im schatten deiner ohrmuschel annabell trägt ne tote qualle zum strand prima gemacht mäusespeck aus der tasche ich baue dir auch schneckenscheuchen will kommen tief verliere mich nach deinem sein ein sandgepeitschter happen haut meerscharf in softcoverblau dein hoher mund steht still millionenfach komm

august mainstream III

Dienstag, August 21st, 2012

3 mal fug – ist genug.

august mainstream II

Sonntag, August 19th, 2012

( eine sendung. über den äther )

ein hoch dotierter dröger drops, der sich doch wirklich minderwertig fühlt, weil er im osten hat gelebt, nach der wende erst recht, spricht er.
mein gott, wie weit hast du’s gebracht, du vater unser aller. jede mittelmäßige mörtelwespe sorgt besser für ihr seelenheil als wir fürs unsere.
und wenn nun auch noch das neunauge die neunschwänzige katze aus dem ärmel zieht und damit die gemeinen luftschnäpper aus dem tümpel treibt, was bleibt ?

august mainstream I

Sonntag, August 19th, 2012

 

nichts

als in der stille

sein

im mittagsblau

nur eine

weiße

wolke

zieht

 

 

Anweisungen für den Ausnahmezustand

Samstag, August 18th, 2012

1.) Keine Kommentare zu den Faulgasen anderer.

2.) Ignorieren Sie Beiträge, die die Menschenwürde missachten, sowie deren Beiträger.

3.) Verlassen Sie Orte, an denen das Auftreten von Beiträgen, die die Menschenwürde missachten, wahrscheinlich ist.

4.) Sprechen Sie gegenüber Dritten von der Unmöglichkeit dieser Orte.

5.) Begreifen Sie die allmähliche Entleerung (oder Befüllung) dieser Orte als Chance…

Geschmacklosigkeiten

Freitag, August 17th, 2012

Ich weiß, ich habe dir das Ende prophezeit. War dort unten mit meinem Latein. Meine Grenzen gesehen. Muss sie nun überschreiten. Der Geschmacklosigkeit wegen. “Der Künstler – ein Ästhet” , Hauptseminar. Mattenklott? Ein innerer Drang, diesen geballten Mist, diesen Non-Sense, diese billige Provokation, den durchgekauten Gehirnmüll so nicht stehen zu lassen. Nun komm ich noch einmal und dann nimmermehr. Ich kann nicht soviel fressen wie ich kotzen könnte. 

Freitag, August 17th, 2012

das schöhnste ist: BEITRAG VON DER REDAKTION GELÖSCHT

Freitag, August 17th, 2012

halten dich so kurz wie wirklich … BEITRAG VON DER REDAKTION GELÖSCHT

Intrigantenstadl

Montag, August 13th, 2012

Da gab es also eine Gelegenheit, den Kollegen eins auszuwischen. Eine Stelle war zu besetzen. Klara Klarsack genoß nach Abendgymnasium und Studium des Klassischen Materismus bei Heidi Gotthold-Morgenroth, das sie mit Auszeichnung bestanden hatte, die besten Chancen, ihren Job in der philosophischen Praxis einzutauschen gegen eine „eigenverantwortliche Lehrtätigkeit“. Zu erzählen hatte sie wahrlich einiges. Zuvor hatte sie jedoch – unter den ersten drei Bewerbern war sie dank ihrer hervorragenden autodidaktischen Qualifikation gelandet – zum Vorsingen anzutreten und dies bot die  Gelegenheit, Madame Pikante zu begegnen. Klara hielt einen Probevortrag zum bedeutungsschwangeren Thema „Die Bedeutung des Bieres in Abgrenzung zum Wein in der männlichen Sozialisation“, womit sie grundsätzlich schon mal den Geschmack von Fräulein Pikante zu treffen wußte. Alkohol war Pikantes Lieblings-Topos, in der Theorie versteht sich. Sie konnte stundenlang über die Wirkungen, physiologischen Veränderungen, die kreativen und adiktionalen Potentiale der weltweit anerkannten (na die muslimischen Länder gehörten nicht zu Pikantes Spezialgebiet…) referieren. Zugleich bedeutete das einschlägige Fachwissen Fräulein Pikantes, das in ihrem Falle nicht an einer geröteten, sondern einer leicht erhobenen Nase zu erkennen war, einschlägiges Glatteis für Klara Klarsack, die sich keinen Fehltritt bei ihren Ausführungen erlauben durfte. So zählte sie zu den Vorteilen des Bieres den – relativ gerechnet – niedrigen Alkoholgehalt im Vergleich zum Wein, der durch Mixturen mit Cola oder Limonade noch weiter zu verringern sei, so daß Bier als Begleiter für länger andauernde Festivitäten geeignet erscheine, ohne daß sein Konsum zwangsläufig zum berüchtigten Koma führen müsse, den Umzug der jugendlichen Komiker im einschläfernden Vollrausch, der schon den Griechen ein Begriff war. An dieser Stelle hakte Fräulein Pikante scharfzüngig ein und erhielt Schützenhilfe von einem älteren Lehramtskollegen, der durchaus Selbsterfahrung auf dem Gebiet ausweisen konnte. „Wie kommen Sie darauf“, hub Fräulein Pikante an, die Stimme gefährlich nach oben schraubend, “daß Bier weniger Alkoholgehalt enthalte als Wein? Auf den Etiketten ist doch allgemeinverständlich zu lesen 10, 11 oder 12 Grad Promille.“ Fräulein Pikante senkte die Stimme wieder und blickte mit blitzendem Auge über den oberen Rand ihrer Brille, die sie auf die leicht erhobene Nasenspitze vorgeschoben hatte. Der ältere Kollege nickte bestätigengend. Die beiden waren sich ihres Triumphes sicher. Sie hatten Kandidatin Klara Klarsack bei einem faux pas erwischt, den sie nicht durchgehen lassen konnten, wollten sie die „Qualität der Lehre“ nicht gefährden. „Das ist nicht der Alkoholgehalt“, widersprach Klara kleinlaut, aber vernehmlich, „das ist die Stammwürze.“ „Stammwürze, Stammwürze“, höhnte Fräulein Pikante, „reden Sie keinen Unsinn.“ Damit war das Vorsingen beendet und dem akademischen Geschmacksnerv alle Ehre erwiesen.

Jessenin 1925 – f. Schw. Schura

Freitag, August 10th, 2012

Ach, was bietet die Welt an Katzen
Dir und mir, niemand kennt ihre Zahl.
Und das Herz träumt von luftigen Erbsen,
Und es läutet ein blauer Stern.

Ob nun klar, ob im Rausch, ob erwachend in
Des Gedächtnisses offener Bahn -
Zwischen Decken miaute ein Kätzchen,
Trübe Augen schauten mich an.

Damals war ich selbst ein Kindchen,
Und in Großmutters Lied hinein
Mit dem Schrei eines jungen Tigers
Stürzte es sich auf ihren Knäuel.

Zeit verging. Die Alte verlor ich
Und ein paar Jahre später dann
Wurde aus dem Kater ‘ne Mütze,
Darin wärmte sich lange ihr Mann.

Inmösen.

Mittwoch, August 8th, 2012

Wie im Alleinleben: streitest du das ab? dass du seit 22 jahren alleinlebst oder länger dass du dilemma oder zwiespalten lebst … selbst beim Inmösen oder grade da überkommt es dich …

müsste.

Mittwoch, August 8th, 2012

wo komm ich her … müsste eigentlich sagen, wenn ich ehrlich wär to me, wer will sein leben aba schon eine einsicht beifügen: das leben fügt einem genau dir deinen empfinden hinzu … dem einenn dorthin dem andern zu mir an den mund oder von meinen lipppen davon …

Berlin-Lichtenrade

Dienstag, August 7th, 2012

Kleinbürgerliche Wohngegend, warnt der Berlinreiseführer, den eine vermögende Verwandte letzten Monat bei mir liegen ließ.

Ich war froh, als die ältliche Tante nach Ostern wieder verschwunden war, ihren Reiseführer hätte sie gern mitnehmen können.

Ich überlegte noch, ihn ihr hinterher zu schicken, sie ist so sparsam. Als sie ihre Ausflugspläne für Ostern meiner Mutter mitteilte, hatte die ihr sicher verraten, wie es um mich bestellt war, außerdem gebeten, die Tante möge aus diesem Grund lieber in ein Hotel gehen, wozu die aber zu geizig war.

So wohnte sie zwei Tage in meinem Arbeitszimmer, schlief dort trotz ihres beachtlichen Alters von fast 70 Jahren im Schlafsack auf dem Holzfußboden, denn eine Isomatte besitze ich nicht, und ihr mein Bett zu überlassen fiel mir nicht ein, da sie beteuerte, die Schlafgelegenheit wäre für sie perfekt.

Normalerweise hätte sie sich später bei sämtlichen Familienmitgliedern über mich und meine Auffassung von  Gastfreundschaft beschwert, aber davon sah sie dieses Mal höchstwahrscheinlich ab, denn ich war das gesamte Osterwochenende für sie das arme Kind.

Trotzdem, wenn die Tante zwischen ihren vom Reiseführer empfohlenen Besichtigungen kurz aufkreuzte, klopfte und schüttelte sie den Schlafsack aus, als wollte sie mir damit etwas sagen.

Zum Schluss bot sie mir noch zwanzig Euro für die zwei Übernachtungen an.

Ich hätte das Geld nehmen sollen, dachte ich später. Wahrscheinlich wäre sie dann nächstes Mal gleich in eine Jugendherberge gegangen. Mir kam übrigens sofort der Verdacht, sie habe den Reiseführer absichtlich bei mir liegen gelassen, als Bezahlung statt der zwanzig Euro.

Abends blätterte ich das Ding durch. Dass man sich einen Ausflug ins kleinbürgerliche Lichtenrade sparen könne, ätzte der Verfasser, ein gewisser Herr Jürgen L. unter anderem zum Thema sehenswerte Berliner Bezirke.

Herrn L.s Vita nach zu urteilen, ist er selber ein Kleinbürger. Er absolvierte nach der Fachhochschulreife eine Lehre als Fremdenverkehrskaufmann, dann heiratete er und zeugte zwei Kinder. Jetzt schreibt er  Reiseführer. Ob in diese persönliche Erlebnisse mit einfließen oder Herr L. sich sein Wissen im Internet zusammen klaut, verrät er nicht.

Sein Heimat- und Wohnort, eine hessische Kleinstadt, lässt auch nicht unbedingt darauf schließen, dass er ein Bohémien ist.

Um es ganz deutlich zu sagen: Jürgen L. verrät seinesgleichen. Schlimmer noch, er verrät die, die zumindest authentisch sind, in ihren Häuschen in Lichtenrade leben, weil sie Ordnung und Ruhe lieben, wohingegen Herr L. zu den zerrissenen Zeitgenossen gehört, zu denen, die in einem Dauerkonflikt leben, weil für sie Ordnung und Ruhe ebenfalls groß geschrieben wird, sie es aber auch dahin zieht, wo es ihrer Auffassung nach spannend ist.

Falls Herr L. eines Tages tatsächlich an einem solch aufregenden Traumort landen sollte, würde er sich aber vermutlich erst mal beim zuständigen Ordnungsamt über zu viel Lärm beschweren.

Trotzdem, es bleibt dabei, in Lichtenrade gibt es nichts zu sehen und nichts zu erleben!  Andere Stadtteile erregen Herr L. da schon eher. Kreuzberg und Neukölln beispielsweise. Weil da Künstler leben.

Außer für den Stadtführer, Herrn L. und seine Leserschaft kann das allerdings nichts gutes bedeuten, für die Künstler selbst schon gar nicht.

Siedeln die sich in einem Bezirk an und wird das wenig später allgemein bekannt, strömen neugierige Menschen herbei, unter anderem auch die, die solche Stadtführer lesen. Menschen, die ständig auf der Jagd nach Unterhaltung sind und da sein wollen, wo das ´echte´ Leben tobt.

Im allerschlimmsten Fall wollen sie da auch bleiben.

Ein bisschen Erspartes haben sie, nicht so viel, dass sie nach New York oder an die Südsee ziehen können, aber für eine Wohnung im Künstlerviertel von Berlin reicht das Geld, das sie sich mit Hilfe eines öden Jobs zusammen klaubten, schon.

Wenn viele von denen oder ähnliche kommen, müssen sich die Künstler, die wenig Geld haben, einen anderen Stadtteil suchen und bald darauf geht das Spiel von vorne los.

Drei Abende, nachdem die Tante weg war, stellte sich heraus, dass sie Herrn L.s Machwerk tatsächlich als Geschenk bei mir zurückgelassen hatte.

Sie rief an, tat, als habe sie mir ihren Goldschmuck vermacht und fragte, was ich von dem Reiseführer hielte, falls ich ihn bereits gelesen hätte. Herr Jürgen L. wäre doch ein ganz witziger, unkonventioneller, oder?

Ich antwortete, dass Herrn L. ein Verräter sei.

Die Tante schwieg daraufhin einen Moment, dann flüsterte sie mit betont gütiger Stimme, ich solle mich ausruhen, ich hätte es sicher momentan nicht leicht.

Zwischen deine Pobacken …

Samstag, August 4th, 2012

Bring mir eine Handvoll …

BEITRAG VON DER REDAKTION GELÖSCHT. VERZICHTEN SIE AUF BEITRÄGE, DIE DIE MENSCHENWÜRDE MISSACHTEN.

Be Nice

Donnerstag, August 2nd, 2012

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