Monatliche Archive: Dezember 2011

Potsdam

Von | 31. Dezember 2011

In den Alleen, zwischen den Seen Hebt sich die Brise gen Mittag. Erst in der Nacht sind die Sorgen zu sehen, Sonntag im Park ist kein Werktag. Und bloß kein Werk mehr! Wirke das Leben, die Kunst – Tot, toter, weiter!

Überlebenshilfe

Von | 30. Dezember 2011

Bitte bis gleich ob ich weinen kann verbittert vergessen außer tränen angesichts ob ich lachen kann angesichts der kommenden katastrophen bleibt nichts :höhnische tränen bitter vor lachen ob ich lieben kann ja aber nur mit dem geschmack deiner tränen der bleibt wie dein lachen :und für immer und immer wie schön denn das bleibt und… Weiterlesen »

Tänze des Donnervogels

Von | 29. Dezember 2011

Daß die Rechten in Deutschland immer wieder Zulauf haben, hat drei strukturelle, im Kern aber äußerliche Gründe, die auch zusammengenommen nicht ausreichen, den aufkeimenden Radikalismus zu erklären, geschweige denn zu verstehen: Als Erstes ist die Wirtschafts­misere zu benennen. Sie treibt den Keil tiefer in die Gesellschaft, spaltet die Mitte, polarisiert. Einer Minderheit von Krisengewinnlern gelingt… Weiterlesen »

Steckbrief

Von | 29. Dezember 2011

Erst beim zweiten blick springt mir deine schönheit ins gesicht was denn sonst auch vorher fiel mir deine frechheit und die schöne intelligenz in mein genick und nach dem dritten streit wie schön dass wir uns streiten streiten seit an seit geb ich mich geschlagen du hast : wir beide uns noch lange  

Zug in Kampanien

Von | 29. Dezember 2011

mit finsteren Brauen hockt der Patron nahe der Tür & läßt seinen Blick über die Wortwolke wandern : die Gladiatoren tragen Lederjacke sind bewaffnet mit Schlips & Computer : die Rhetoriker stecken ihre Nasen in Heftchen zur Java-Umgebung währenddessen umrundet der Zug den Vesuv blonde Damen recken den Kopf nach Ruinen : nichts zu sehen… Weiterlesen »

was mich hält

Von | 27. Dezember 2011

Was mich hält Anfänge immer wieder springen mich an spazier ich durch leipzig wird poesie ein jeder schritt lyrische klänge – wie schön das ist – finde ich manchmal doch kein ende + ehrlich gesagt ich will es manchmal – auch nicht.  niko 29082011

DuZen

Von | 21. Dezember 2011

Diese Momente sind bekannt: vor Scham erstarren, geflissentlich wegsehen, eifrig etwas Unsinniges tun, verständnisvoll lächeln, diskret weghören. Jedoch aufstehen und ohne ein Wort den Raum verlassen, das verbietet dann doch die gute Kinderstube. Hier in Bloggers Anonymität können wir diese getrost zusammenfalten und in die Hosentasche stecken. Folgendes: Ich saß mit drei mir seit einigen Monaten flüchtig… Weiterlesen »

Dinge im Glas

Von | 20. Dezember 2011

Wir wissen seit langem Bescheid: Testosteron macht den Mann zum Tier. Da sehen wir Monster, fast vollständig behaart, und denken bestürzt an Mutters Worte, nicht so weit hinaus zu schwimmen (dachte sie dabei an unsere Eizellen?) Nun ja, deren Produktion nährt sich nun so langsam dem Ende. Da können wir schon einmal unbeschadet ein bisschen… Weiterlesen »

Der dritte Raum

Von | 19. Dezember 2011

im dritten Raum lassen wir alles fallen was uns wie hüllen vom leib fallen möchte. Keiner bückt sich wir beide richten uns ein in den gefallenen hüllen. die fenster öffnen sich zu dir und zu mir. die wände erdrücken mich ich will hinaus schreie ich in meine verletzlichkeit. mein kern leistet widerstand noch gegen mich… Weiterlesen »

Strenge Bettruhe

Von | 18. Dezember 2011

Nein, ich bin nicht wehleidig. Ich gehe beispielsweise auch mit akuter Seitenstrang-Angina zur Arbeit und erfreue die Belegschaft mit Kleinstlebewesen, die nur darauf warten, neue Wirte zu finden, an denen sie sich laben und in denen sie sich fortpflanzen können. Umso günstiger ist dabei, dass ich gerne rede. So kann die Erzählung eines betriebsinternen Skandälchens… Weiterlesen »

Cinque Terre

Von | 17. Dezember 2011

ich liege auf warmem Stein : auf dem Dach eines verfallenen Hauses : moosbewachsen flach : geduckt in einen verwilderten Garten der Pflaumenbaum : umgestürzt am Hang überm Meer : weit oben genug : um drüber hinweg zu blicken faltenreiche Buchten : am Tag verschwommen im Dunst : am Abend tauchen sie auf aus dem… Weiterlesen »

Vyvyan und Eduard

Von | 13. Dezember 2011

Ein Stück für rapunzel. Und für Oscar Wildes zweiten Sohn. Sie ging zum Dozieren in engen Frauenhosen und lüftete sich hier in den weiten Kleidern der Jahrhundertwende aus. Er sagte, er wolle morgen beizeiten beginnen, in der Dämmerung, er brauche das Grau. Oder das rötliche Licht. Im November musste das am Nachmittag sein. Er trat… Weiterlesen »

Piazza Santa Maria Novella

Von | 4. Dezember 2011

Wettrennen um zwei marmorne Obelisken : sündhaft enger Raum die Spucke flog zentrifugal aus den Mäulern der Rosse : gesegnet vom winzigen Kreuz auf der grünweißen Fassade der Santa Maria Novella anno 1470 : heute lagern Spieler & Dealer auf dem dürren Gras : die Rennbahn ist asphaltiert : für die Motorroller ihr Knattern :… Weiterlesen »

Gesunde Haut

Von | 3. Dezember 2011

Es gibt sie noch, gesunde Haut. Und damit ist nicht etwa die Wurstpelle im Supermarkt gemeint oder das leidige Delial bräunt ideal – ich meine tatsächlich die Haut des Menschen und die der Menschinnen vor allem – und mit all ihren Schichten. Der Doktor (jeden Tag nackte Haut)  lässt diese Personen eintreten und sich entkleiden,… Weiterlesen »

Suppenkasper // modern

Von | 3. Dezember 2011

Jeder tut es. Jeder braucht es. Manche verzichten. Manche hungern. Freiwillig. Andere. Ja, was machen Andere? Klar. Nicht essen. Einfach nicht essen. Ja. Nicht essen ist nicht hungern. Nicht essen ist eine freie Entscheidung. Frei. Ja. Sagen Manche. Eine Not von Innen heraus. Unerkannt oft. Manchmal gehört. Zumindest das. Der Schrei. Der aus der Tiefe… Weiterlesen »

Suse,liebe Suse

Von | 2. Dezember 2011

Suse, liebe Suse Ich war Schuhe kaufen. Das ist aus der Perspektive einer Frau gesehen mit Klischees behaftet. Die schlechten Witze darüber tragen alle einen langen Bart oder Barth, wie es die sozialistisch angemalte Jugend unseres Landes auf einem Plakat schreibt. Seit Monaten komme ich mir wie Aschenputtel reloaded vor, der Schuh ist im Kopf, nicht… Weiterlesen »