Archive for Juni, 2011

Vor einem Monat

Mittwoch, Juni 29th, 2011

f.L.M.

Der schönste Mensch der Welt ist ein

Dichter. Walross ohne Bart, Haare & Zähne -

Berg in den Weiten des Wassers, darin die

Worte ertrinken wie Eisschollen; alles schmilzt. Dieses

Seltsame Wesen aus Witz, Schmerz, Freude & dem

Blitzen eines Salztröpfchens auf der Oberfläche des Planeten

Ist Teil der Kristallstruktur des Universums.

Eine Drehung

Mittwoch, Juni 22nd, 2011

Die Windpferde wüten auf ihrer Weide, eine
Rose ist eine Rose ist Rose eine Rose, nur für
Wind gemacht & ohne feste Richtung sucht
Der Impuls nach dem Ort, da die Umfriedung
Des Kosmos eine Lücke: Rose, Rose mit Dorn

verschiebungen

Sonntag, Juni 19th, 2011

aus dem periskopischen hals
wächst der
vegetationskegel zweiäugig
kragen nase und ohr in
all die richtungen
des windes

Pompeji

Montag, Juni 13th, 2011

verkohlte Wände : verstohlene Blicke
Epikurs Lebensfreude : Priapus vorm Haus
Gebete um Fruchtbarkeit : nicht zur Einkehr

lüsterne Blicke der Stoiker auf dichtes Wohnen
der Lust gewidmet : nicht der Rechnung
Mikrokosmos : Zeugnis einer glücklicheren Zeit

wäre nicht der Vesuv
räschend über sie
hergefallen

Umbaupause

Montag, Juni 13th, 2011

Nach einer technisch bedingten Umbaupause laufen die Inskriptionen wieder … 

Held des Himmels

Samstag, Juni 4th, 2011

Inmitten finsterer Weite, wüst & leer.
Das Licht ist eine Wolke weißer Punkte.
Ein jeder sticht das Helle in die Schwärze.
Am Rande blüht es leise vor sich hin.
Das Ganze ist ein Ohr, darin die dünne
Luft der Räume Dunst in den Synapsen bildet.
Die unsichtbaren Teile ziehen in Schwärmen
Durch finstere, wüste, leere, weite Räume.
Das Licht ist eine Wolke warmer Dünste.
Am Rande blüht es leise vor sich hin.
Die Linie zwischen Punkten, fern im Dunkel
Füllt Möglichkeiten in die Dimensionen. Schwach
Schimmert es am Rande. Fetzen blühen,
Ein Blitzgeruch weht nach der Mitte hin.
Der Linien viele von den Rändern – des Himmels
Her verstricken sich im Raum. Es ist ein
Großes Ohr nun in der Weite, darin die dünne
Luft der Räume Dunst in den Synapsen bildet.
Es ist ein Zucken weißer Punkte nun.
Der Kosmos sucht sich einen eigenen Körper.

* * *

Freitag, Juni 3rd, 2011

taube bleiben stumm

blinde sehen mehr

aber

aber das muss nicht so sein

(sterne leuchten, nicht mehr)

leergeräumt

Donnerstag, Juni 2nd, 2011

leergeräumt

Siehst du die Sterne, sagt er und zeigt in den Himmel.

Aber klaro sehe ich die Sterne!

Erkennst du den Kleinen und den Großen Hund?

Wo rennen da Hunde herum?

Siehst du den Hasen? Und da, neben den Hunden, siehst du den Jäger Orion?

Eine richtige Jagd!

Erkennst du da drüben den Stier?

Gibt es jetzt auch schon Rindviecher im Himmel?

Aber den Fuhrmann erkennst du, schau dort hinüber, siehst du ihn?

Den Großvater? Er ist tot! Papa, du hast Halluzinationen!

Den Löwen, dort drüben, wo die Sonne bald aufgeht, den siehst du doch?

Liegt jetzt Afrika im Himmel?

Die Zwillinge wenigstens wirst du doch sehen!

Hast du zu viel getrunken, Papa? Die liegen im Bett und schlafen hoffentlich!

Wenn du in den Himmel schaust, was siehst du dann?

Ich sehe den Himmel.

Und weiter?

Nichts weiter!

Du musst doch die Sterne sehen!

Natürlich sehe ich die Sterne.

Und weiter!

Was weiter?

Was siehst du, wenn du in den Himmel schaust?

Nichts!

Ohne Worte frage ich dich

Donnerstag, Juni 2nd, 2011

Darf ich deine Puppe berühren?

Wer bist du?

Magst du diesen Ball mit meinem Würfel tauschen?

Sind seine Ecken nicht spitz?

So wie ihr Köpfchen glatt?

Und dieses Aufflattern, ist es nicht erschreckend und beglückend zugleich?

Willst du mit mir spielen?

Ist das Leben nicht schön?

Kommst du mit?

Wollen wir gemeinsam hier schweben, schweben?

Du bist missmutig, warum?

Gefällt dir denn mein Schweigen nicht?