Monatliche Archive: März 2011

doppelte buchführung

Von | 31. März 2011

ich hab geheult um dich sagst du – und was du meinst klingt wie ein angriff: ach ich will nicht daß du weinst wie sirenen deine tränen :sie hinterlassen brandspuren in meinen taschentüchern.

Störfall Restrisiko

Von | 31. März 2011

9 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki wurde ein Horrorfilm in Japan gedreht. „Godzilla“ war der Versuch, sich mit dem Grauen auf einer kulturellen Ebene auseinander zusetzen ein Jahr später war er Kult – und blieb bis heute ……   Störfall Restrisiko Zehn jahre nach hiroshima Trat godzilla auf die bühne Sein heißer rauch verstrahlt Nein… Weiterlesen »

steinkorallen, hornkorallen

Von | 30. März 2011

auf kontaminierten segmenten wuchert rachitisch das polyptoton der polypen, augenhändige, nesselfüßige fibrillenwälder tentakel-tektonik, gestische verwachsungen um hohlwüchsige gastralräume, die wieder und wieder das wasser pflügen und löchern, sich mit ihren saugmündern schwarmleibern landwärts entrollen. symbiontischer tauschtourismus im großstadtbasar der atolle – insuläre meer-akkorde, luftbildamöben, saumselige interpunktionen im atlas der kartographen.

mikronesische karte

Von | 30. März 2011

das meer schwingt in den küstengelenken, rippt den sand mit schwerewellen die wirbelsäulen der inselketten zeugen sich fort bis zum kalkigen hirn der korallen: weg-arterien, evolutionäres vorspiel der ankerfilamente

sehrinde

Von | 30. März 2011

das bild entsteht erst im umkehrschluß auf der netzhaut, auf dem äquator der schädeltangente, dem knochenpanzer aus fahrenden wänden, an dem sich der blutfluß der schallblasen bricht, vielwendige teilchenbewegung amphibischen denkens, echofrakturen, die das auge fältelt, in der konjunktion von pupille und lidrand nach außen zurückflunkert

schädellagune

Von | 30. März 2011

nachts denkt das auge farbig, atmet das ohr lautverschiebungen, ißt die stille die zunge. mit schwimmhäuten genabelt ans mark der sproßachse: zelluläre erosionen des schoßwarm gedoppelten u-boots

blendung

Von | 30. März 2011

das schlagadernhelle streulicht auf der netzhaut des himmels sirrt in das plasma der augenkammern, tätowiert sie mit unschärfen und elektrisch zuckenden umkehrbildern jeder sonnenuntergang ein sex flush mit irisverschluß

ohne Titel

Von | 30. März 2011

ich pflanze meine zunge in die erde um zu vergessen um die zeit zu verwandeln in lebendige Hecken in die falten des alphabets in das asymmetrische spektrum des windes

10. Woche Psychiatrie

Von | 30. März 2011

stets gleiche wege im kopf an türen die orakeln durch flure insgeheim vorebei an sehnsüchtig blickender fenster durch türen die fragen in räume wie taub. ich schwelg in dämmerungsnuancen trete leise

output in

Von | 29. März 2011

zeiten der inkontinenz da gibt es kein halten kein zurück affekte daten dreck auf raten halbe ganze garnicht zahlen zeugen nicht vom zeug zungensalat an der theke gibt es cirka 400 sorten käse reden kann jeder und pampers gibts im angebot schweigen ist auch nicht besser aber den mund halten halt zurück es hält nicht… Weiterlesen »

Krise

Von | 27. März 2011

wir alle sehen mit an, wie unsre seele geschunden. wir alle tragen daran, wie unsre hände gebunden. es scheint ein haufen kalter leiber, der weltenbühne ausgespiehn, darunter gütige, vor allem weiber, der menschenwürde-boden selbst entziehn. das kapital die erdenhure, trägt vor den längsten totentanz. es lahmen die herden im schwure, untergang vom menschenglanz.

Willkommen zwischen meinen Schenkeln

Von | 26. März 2011

Es gibt einen Ort in dieser Welt Da träumt sich Pythagoras Zurück in den Tod: 1 + 1, In sich selbst verharrend Was fehlt wird kurz sichtbar In der Dämmerung, Zu verteilender Rest auf dem Weg Zwischen den Tresoren Mit langer Brennweite, mit Spiegelblick auf die Häuser Am Rande des Gleiscarré, kleidet sich Die Phantasie… Weiterlesen »

IKARUS

Von | 26. März 2011

bin ein schöner junger mann, der nicht laufen kann. ERDE NEIN, ich flehe bitte lass mich wehe. SONNE  SONNE  SONNE bin ein schöner junger mann, der das fliegen kann. SONNE MEIN, ich strebe bitte lass mich lebe. SONNE  SONNE  SONNE

der Künstler II

Von | 26. März 2011

grüße dich paolo, bitte zeige mir! welch künstler werd ich sein? über felder schreiten? ganz allein? im Triasland? das natürlich gegebene nutzen und chiffrieren: CÄSAR ZESAN flüstre mir zu, ein maler ich bin um meiner hände vor dir nicht scheu stumm orakelnd ja ich bins!

März

Von | 26. März 2011

ich geh so neben her, neben meinem ich. im garten ich spazier, im schatten nun erkenn ich mich. die zweig noch kahl, es weht die klare milde luft. ein vöglein spricht zu mir, es ist der frühlingsduft.

der Künstler

Von | 26. März 2011

all künstler sind allein, schaffend in ihrm kämmerlein. fliegen über stadt und feld, ein jeder sich fürn könig hält. sie träumen tage-nächte lang, vom königreich-das niemand bezwang. die welt verlockend wie sie scheint, der künstler-der verneint.

* * *

Von | 21. März 2011

Im Fundus ist es still; ausgebreitet Über die Pläne der Inszenierungen liegt Nicht der Staub, nicht was man Erinnerung nennen mag – Nur körniges Licht steigt aus der schwer lädierten Pracht des Parketts & legt sich knisternd Ins entleerte Gedächtnis

Serbien sehen!

Von | 16. März 2011

Die Verwandtschaft der Sprachen erzeugt die Illusion einer gemeinsamen Kultur. Doch die Geschichte und konfessionelle Gebundenheit der ehemals jugoslawischen Teilrepubliken könnten kaum unterschiedlicher sein. Jugoslawien war im Auge eines Ostblockbewohners die Alternative schlechthin: der Bruch mit Stalin, die Bewegung der paktfreien Staaten, auf Partizipation zielende kollektive Eigentumsformen und die beibehaltene Reisefreiheit – all dies erschien… Weiterlesen »

apathie der moleküle

Von | 15. März 2011

das baguette bleibt heute kalt: die apathie der moleküle hält nichts von bewegung. der backherd ist zu bekweem, seine Stäbe auf „275“ zu heizen: ab in den steinofen mit der brotsorte, im toaster rösten selbst diese teigblättchen.

Weltschmerz

Von | 15. März 2011

Nennt man es Weltschmerz oder sehnsucht oder liebe oder was als ich Deinen Dicken Bauch sah träumte ich mich hinein und hoffte, es würde noch einige Tage dauern bis zur Geburt. Niko 4.03.09

per Express

Von | 14. März 2011

Endlich wird der Staub entzündet, in grauer Zelle, chemisches Begehren, der Mann sucht gähnend nach der Post, wo stand denn geschrieben : „…“ 100 Seiten, engmaschig, liest er zum letzten Mal. – Was wäre wenn – er sein Denken dem Auditorium zeigte – es enthüllte, wie unter cremefarbenen Wolken, sich die Fläche der Venus.

home sweet home

Von | 13. März 2011

Home, sweet home Manchmal wenn ich zuhause bin in meinem gehäuse wo ich manchmal nicht weiß ob ich zu hause bin in dieser wohnung, mit meinen katzen die hier zu hause sind und sich auch so benehmen – manchmal schau ich dann auf das thermometer um zu wissen wie kalt oder warm es mir sein… Weiterlesen »

Blütenreiches Sendai

Von | 12. März 2011

Der erste Schnee! Er liegt schwer auf den Blüten der Narzissen… Dainichi Gongen Sonnenfrau – darf ich mit Dir sprechen? Geliebte Pflaumenblüte kam dem Verbannten nachgeflogen, zu erhellen künftig die Hochzeit des Menschen. Bald wird es dunkel. Über der Lagunenstadt braut schwer sich der Abend zusammen. Weiter müssen wir, bleiben dürfen wir nicht. Es ist… Weiterlesen »

HANDEL & HANDWERK

Von | 10. März 2011

Von denen du leben kannst in verschlungenen Gassen  Vor niedrigen Häusern schmort Fleisch über Holzkohle Fladen aus Mehlteig werden mit Kräutern gemischt Nudeln werden aus Knetrollen geschnitten Auf vier Rädern hastet der Fortschritt vorbei