Archive for September, 2010

Portbou

Montag, September 27th, 2010

der Tag ist so kurz, so lang ist die Nacht…

Zwischen den Steinen sickert das Wasser
Den Abhang hinunter : sich einfach
Fallen lassen, Erforschung
Der Schwerkraft im Moment
Ihrer Aufhebung – vielleicht
Bleibt am Ende der Messreihe
Das Lächeln eines Engels, auf der
Dem Paradiese abgewandten Seite.

Der Wind wird stärker. Die Lungen
Versuchen das Herz anzupumpen,
Das Herz – schlägt zurück und bleibt
Plötzlich stehen; noch
Fünf Minuten
Bis zum Ende des Lichts,

Bis zum endgültigen Anbrechen
Der ewigen Nacht unterm Himmel
Unterm Schädel, Jahrhunderttod

Wüste

Donnerstag, September 23rd, 2010

Wolkenschatten : alle paar

Hundert Kilometer : ein Salzsee

Fläche

Überleben als Arbeit

Mittwoch, September 15th, 2010

Wenn der Atem stockt aber das Denken weitergeht
Wenn die Träume erwachen und wissen nichts
Weil nichts stimmt was Stimme hat

Wenn die Augen ins Rot starren und sehen die Farbe
Wenn die Ohren das Schwarz zu hören beginnen
Weil es innen im Blau wohnt

Wenn es innen sich dehnt wie im Fernrohr
Wenn es eine große Erinnerung wird
Weil einst die Welt, erschaffen

Offene Zimmer

Mittwoch, September 15th, 2010

Tritt näher,

lass mich mein Haus mit dir teilen.
Und sind auch Zweifel und Angst deine Begleiter,
du darfst sie mit hereinbringen,
- sie sind hier nicht fremd.

Ich muss mich entschuldigen,
es ist alles etwas
durchgesessen, die Ideale,
die Zeit, die süßen Versprechen.

Ich kann dir nicht mehr bieten
als den Schrecken und die Lust
dieser offenen Zimmer.

Wenn du magst, tanzen wir hier
Pirouetten um unser Leben,
ein sinnliches Verhängnis
wie Motte und Licht.

Doch zum Abschied

schenke meinen Spiegeln dein Lächeln
und ehe du gehst,
erleichtere mich
um ein paar Einsamkeiten.

13.09.2010 – 21 Uhr, f. H.R.

Dienstag, September 14th, 2010

Hinterm Weiß
Das pulsierende Spektrum -
Kanäle voller Mondwasser
Tunnel im Trichter des Tages
Darin das letzte Licht
Kurz aufschäumt
Und dann verstummt -
Die letzten gewisperten Worte
Verglühen am Horizont
Bevor die Ferne ganz
Besitz von ihm ergreift
Hinterm Weiß
In der dunklen Mischung des Abends

Gezierte Erfahrung : Experiment mit Affekten : Drückings Vision

Dienstag, September 7th, 2010

Ich finde, das Wetter ist bezaubernd,

Und erbitte den reizenden Federfinger

Elegant die Betonung zu wechseln,

Damit so es sei :  das Wetter in B. – Sau[Bernd!
xxx Tod auf Rädern 3o9 kommt in die Jahre, dort
yyy hinten weiß auf dem Weg erhob sich und steht
zzz ein Seher[Sau,Recke/mit Augenklappe!! zyx

Der Abend? Ein Baum? Eine meiner Launen?

Ach, gestattet diesen Text mir mit Augenklappern!
xyz Eher Sau,Recke 3o9 als Tod im Körbchen zyx

An Ihn trete ich heran elegant / gemessenen Schrittes.

Und, mich verbeugend, ruf ich : falls Sie nicht die
xxxxxxxxxxxxxxxx Bedeutung von / der Liebe Sauberey
yyyyyyyyyyyyyyyy negieren / ablehnen,

So ruf ich Sie zum Abendfeuer / zur Abendfeier.

Da werden Frauen- und Männer (träume) sein,

Und zwischen Fingern im Glas (werden / Schäume) sein.

Mit den Fingern ein Wölkchen erhaschend,

Empfängt der Wind den Schlag von Ihr & nicht von Ihr.

Und die mit/von / in den Augen geborgten / entzündeten Glühwürmchen/Leuchtkäfer / Fackeln

Sagen mir, dass B.s/ziehungen in die jenseitige Welt (nicht lange fackeln)

Mannigfaltigkeit [3, 3]

Samstag, September 4th, 2010

Zur gleichen Zeit, als sich in einem Haus mit Garten südlich der Hauptstadt die Runde versammelt, der es bestimmt sein sollte, in Raum und Zeit zum Tisch zu werden, der weitere Wunder ankündigen würde (Esel mit Wasserzeichen zwischen den Augen? Knüppel in Knüppelsäcken?) – es muss aber zu der Zeit gewesen sein, da die Sonne sich mit ihrem Gelb bereits als Ahnung in den entferntesten Zweigen der grünen Bäume eingenistet hatte – liegt Johnny träge unterm Himmel, dessen strahlendes Licht in den Schneeresten neben seinem Rucksack ein schmutziges Gleißen hinterlässt. Keine Ahnung, keine Frage. In der Ferne rotierten die Galaxien in ihren Haufen und hinterließen in den Kopfhörern der Observatorien ein leises Rauschen. Hinterlassenschaft, Schlummern. In den Schlummer hinein mischt sich ein Gesicht – schwer zu bestimmen, woher. Johnny schlummert ein Weilchen. Hitze und Wind, die Haut dampft wie ein Haufen frischer Erde. Nach der Rast setzen sich Johnny und Mickey schweigend in Bewegung. Es ist schon spät. Bis zum Zeltplatz sind es noch einige Kilometer. Am Haus fährt ein Auto vorbei. Der Garten taucht allmählich in abendliches Licht. Sie beschließen, den Text noch einmal zu überarbeiten und in der nächsten Woche endgültig darüber abzustimmen. Es ging um viel. Konsens minus Null. Es ging um alles.

Sinnile Profile

Freitag, September 3rd, 2010

Liebe Gemeinde. Oder wie sagt man unter Dichtern und Denkern : Liebe Köpfe. Oder sollte ich besser sagen : Liebe Schreiberlinge. Und Linginnen. Linglong, Hauptsache lieb. Jedenfalls geht hier etwas Liebenswertes den Bach hinunter, was doch den Berg erklimmen sollte. Russisches Geschwätz und englisches Palaver füllen die Spalten der Kommentare. Wofür wirbt hier er, oder darbt da wer ? Tribut ans Medium ? Überblickt das noch jemand ? Und die Beiträge ? Bedeutungsschwangerer Kurzsinn. Wenns doch ein Leichtsinn wäre. Auch Trübsinn wär Gewinn. Wahnsinn war schon. Scharfsinn scheitert. Sinnlos, sinnfrei, sinnlich, hoppla, das war wohl ein Irrtum. Vielleicht greifen wir ja nächstens zur Sinnkarte, blue velvet, um unsere völlig zeitlosen und geschmacksneutralen Botschaften zu übermitteln. Sinnkrise. Sinn-Leffers war ja auch schon mal pleite und hat es überlebt. Aber das ist ein Textilfilialist und kein Sprachverwalter. Also was. Konkurs anmelden ?