Archive for April, 2010

Offenheit des Meers

Donnerstag, April 29th, 2010

Eingeschlossen im Eis bleiben
Zwei zwei, Drei viele und
Alle Weiteren nur
Phantasien
Im Hochseilzirkus der Objekte

Ohne Netz und doppelten Boden
Turnen sich die Gedanken
Von gestern nach heute
Hier zu den Sternen,
Dazwischen
Nichts als Schwärze und Traum

überall sein lächeln

Dienstag, April 27th, 2010

die prinzessinnenwohnung ist leer.

Sie, die Prinzessin, hat die Erbse

auf das Fensterbrett gelegt.

Ein Vogel

pickt sie auf.

Verliert sie im Flug.

* * *

Montag, April 26th, 2010

So träumen sich die Dinge

Immer neu durch den Menschen hindurch,

Und das große Auge der Seele

Schaut zu.

Lückenbüßer

Sonntag, April 25th, 2010

in der partiellen

sonnen

finsternis

eine platonische

nacht

schonkost, schonungslose

tauwettererotik

skurrile gesichter

kreuzen einander

herzkönig sticht

pikdame

ein ausgeklügeltes system

von blutstürzen

amputation einer

beherrschten frau.

Du willst : es ist

Freitag, April 23rd, 2010

In diesem frühjahr ist das holz vermoost : die flüsse
Sind gestiegen : wie dieses feld
Noch grünen kann : ein kalter sumpf
Zieht sich am gleis entlang : die schwellen
Modern : daß ich friere
Ein kalter hauch hat mich gestreift : sag
Was du willst : es ist nicht
Zu verstehen : was hält uns
Noch : wir sind nur reif
Zu fallen : ich bin nicht frei
& du bist ungebunden : bindest
Dich nicht & mich nicht & hältst mich
Für gebunden : denn meine freiheit
Hängt von andren (kindern) ab : wie grün
Wir sind : in diesem frühjahr
Setzt das moos uns zu : hölzern
Sind wir unbeschnitzt : wir biegen uns
Im kalten sumpf : wir lieben das erstarren

Hey Roy,

Freitag, April 23rd, 2010

Die Worte tropfen auf den Asphalt

Als hätte jemand seinen Senf dazu gegeben,

Die Blätter rauschen ihren Sound

Als wär’ der Wind der Wind ein echtes Baumblätterleben,

Die Wolken wollen heute hoch hinaus

Und ich kann sie wohl verstehen,

Ich sitze hier ruhig unterm Baum

Und versuch’ einfach ‘mal nich’ hinzusehen -

Hey Roy, noch zwei Umdrehungen

Und der ganze Mist fängt wieder ganz von vorne an,

Die grünen Blätter werden gelb

Damit man sich schon ‘mal aufs Rot freuen kann,

Und nach dem Rot nicht mehr lange

Kommt auch schon bald der Weihnachtsmann,

Hey Roy,

Hey Roy,

Lass’ uns einfach ‘mal ruhig bleiben dann

Immerhin kommt auch ohne uns bald der Weihnachtsmann,

Hey Roy, hey Roy,

Hey Roy, hey Roy…

Wenn ich ‘ne Wolke wär’, ich würd’s auch nich’ anders machen,

Ich würd’ frech überm Pflaumenbaum hängen und später drüber lachen,

Und nach’m siebten Kind würd’ ich sagen: So das wär’s -

Alte Hippe, Mary-Lou, such dir

Such dir jetzt so langsam mal wieder so’ne Krippe,

Haben die heute auch so Klappen mit Henkeln dran,

Machste einfach so auf & wieder zu

Und das war’s dann,

Hey Roy, hey Roy

Lass uns einfach nur’n Weilchen hier unterm Baum sitzen,

Lass uns morgen mal in die Sauna gehen und da ‘ne Weile rumsitzen,

Hey Roy

Hey Roy

Könn’wer auch mal rauswandern

vor die Tore, die’s nich’ mehr gibt,

Da erzählste mir dann, wie man gut schöne Reden tippt -

Hey Roy

Ich  werd’ einfach zuhören und vielleicht leise summen

Und wenn’s gut kommt hab’ ich vielleicht auch ‘was dazu zu brummen -

Hey Roy,

Kennste Gott Tod, der wollt’ den Menschen helfen,

Aber seine Werke war’n dann doch eher was zum Schuldenüberhelfen,

ach Roy

ach Roy

lass’ uns hier einfach noch ‘ne Weile so sitzen

Pen>g>>ramm

Freitag, April 23rd, 2010

Angenommen man habe sich nicht geirrt. Tatsächlich recht gehabt: der erste Irrtum, das letzte größere Wollen – nichts wäre geschehen. Man würde es heute noch sehen können: Du verlangst zu sterben, ich weigere mich zuzuhören. Nun sieht man in Dir nur das Opfer. Und ich weiß noch immer nicht, was aus Dir geworden ist. Unsichtbar hängt die Zukunft in nichts, Deine Züge lagern sich an immer neue Wolken an, von Zeit zu Zeit bricht hier ein Vulkan aus. Hätten wir uns nicht geirrt, könnte man sich wohl dran gewöhnen. Das erste kleinere Müssen – und nichts Schlimmes daran. Und nun so ein riesiger Stein. Ich will hier weg, weg

Kritik

Dienstag, April 13th, 2010

Meine Herren! Ich möchte zu fryxells Ausschweifungen, die hier völlig unangemessen sind einen  Ausschnitt aus Moravias ” Der Konformist” wiedergeben .

“Angenommen ich habe mich geirrt. In diesem Fall war mein erster und größter Irrtum der, daß ich – um aus der Abnormität herauszukommen und in die Gemeinschaft meiner Mitmenschen aufgenommen zu werden – unglücklicherweise eine Durchschnittlichkeit anstrebte, die im Grunde anormal, nichts anderes als eine leere Form ist, und bei der ersten Bewährungsprobe in Stücke brechen mußte. Und so machte mein menschlicher und mächtiger Instinkt aus mir den Schlächter jenes Opfer, das es gab. “

???

Montag, April 12th, 2010

He, was ist hier los, wieso erscheinen die Kommentare nicht, die man zu Roy Kral abgibt ? Genießt der Königliche irgendeine besondere Immunität oder versagt die Technik ?

12.04.2010 Vorschau aufs Dicke

Mittwoch, April 7th, 2010

Lässt nun hier schwer vernagelter Köpfe schamhaft Fluten  START  fluten schamhaft vernagelte Köpfe schwer hier

Diese hässlich schöne Sprache immer weiter ausbluten  SCHWENK  bluten Sätze trotz Wörtern immer mehr mehr

Bis die Schwäne neigen ihr Haupt über alter Gluten Muff  PARABOL  oder Spießrutenlauf und Kampftrinkerfreibier

Bis zum Spießrutengewölle und Himmelshühnerleitersuff  JA-JA-WOHL  rufen Katerbürger nach der Fuchs- und Hühnerfeuerwehr

Die hilfreichen Dinge

Sonntag, April 4th, 2010

Erst war es nur ein Ofen: Wohin die Familie auch kam, immer war er schon dagewesen. Er lehrte das Gras zu schmelzen, aus Lava wurde Brot. Mit dem Brot kam die Fähigkeit auf sie, den Blitz heimzurufen. Wenn als seltener Gast er sich einstellte, loderte der Körper vor Leben. Übrig blieb das Gedächtnis, Narben in der Landschaft. Später dann kam eine Angelrute hinzu. Finger lernten zu denken, aus der Krümmung des Holzes sprach der Hunger der Fische. Fische. Auf dem Wasser bildeten sich Kreise, und das Auge erschuf ihnen ihren Himmel. Als Mond und Sonne begannen, sich aufeinander zuzubewegen, gebaren sie die Zukunft. Seitdem dreht sich die Welt, darum

Erhaltung von mehr und weniger [3, 2]

Freitag, April 2nd, 2010

Der Kühlschrank wurde immer leerer. Wir hatten uns darauf verständigt, entgegen den Gewohnheiten des planenden Geistes der Freiheit keinerlei Fesseln anzulegen: Wer Hunger hätte, sollte irgendetwas mitbringen. Immerhin gab es ja hier einen Herd, und die von Tag zu Tag stärker werdende Sonne kitzelte schon gehörig an den Nervenenden. Ob nun auf der Haut oder an den dünnen Stellen der holzigen Zylinder vor dem Fenster, überall regte sich der Frühling und kündigte dem Leben sichtbare Veränderungen an. Es war eine Sehnsucht nach Veränderung, die in der Luft lag, und manchmal erklang Musik.

Wir lebten auf mehreren Ebenen. Es war noch nicht ganz klar, ob sie sich irgendwo schneiden würden. Vorerst sah es aus, als seien Sehnsucht, Außentemperatur und Kühlschrank drei parallele Welten in einem Gesamtuniversum chaotisch zitternder Bestandteile, von Freunden der Zufallsdeutung einmal Temperatur genannt. Mal zitterte es mehr, mal zitterte es weniger. Im Ganzen aber war klar, dass auf heute morgen folgen würde, so wie auf gestern heute gefolgt war.

Wir begannen zu experimentieren: es waren noch einige Spaghetti da; erste und zweite Welt dehnten sich in die prinzipiell gleichen Richtungen. Dein Hunger wuchs schneller als meiner, obwohl auch meiner im nichtharmonischen Mittel streng monoton anstieg. In den Nächten blieb es schon wärmer als im Kühlschrank. Das Zylinderbündel vor meinem Fenster ging über Nacht in eine neue fraktale Phase über, von deinem Fenster aus hätte man den Blick in genauer Richtung des Herzschlags wenden müssen, um seiner grünen Iteration gewahr zu werden. Zwar gab es schon Fundamentalgruppen, aber die Fundamentalisten hingen fast alle noch im Spektrum zwischen rot und schwarz.

Niemand wollte der erste sein – die Verabredung war und blieb heilig. Legte man drei Spaghetti windschief in den Raum unter der Küchenlampe, konnte sinnvoll gefragt werden, ob sich die zugehörigen Vektoren irgendwann einmal berühren würden. Außerdem gab es da noch die Anfrage nach dem Wesen des Glücks: Welche Erscheinungen müssten in den Blick genommen werden, um sie in absehbarer Zeit beantworten zu können? Nachdem der Ketchup zur Neige gegangen war, blieb nur noch Senf. Logischerweise warst du es, der zuerst einkaufen ging.

Amalias Rache

Freitag, April 2nd, 2010

Wirkliche Befriedigung erlangte sie immer nur
Auf zwei Arten: Sie konnte das Spiel, dieses
Ewige Drama der ausgeschnittenen Figuren
Vor dem Hintergrund des gestrigen Tages
Neu abrollen lassen – ein kleiner Klaps
Auf Sisyphos’ Hintern genügte, ihn
Für Bruchteile von Sekunden abzulenken
Von seinem kosmischen Spaß (der Stein
War ihr treuester Verbündeter) oder sie ließ
Sich ganz einfach fallen, wie für immer, der
Fels  mit den Kanten eines Hauses war
Dann ihr liebstes Kopfkissen; und war sie einmal
Herausgefallen aus der Welt, selbst Figur wie einstmals
Van Hoddis’ Dachdecker auf der Höhe seiner Zeit, die
Finstre Welt der nächtlichen Klänge zeigte
Nicht länger sich mehr als Feind – dann dann
Wurde der Raum zu Musik, und der Tod
Tanzte mit dem Leben seinen schönsten Grabstein