Monatliche Archive: Februar 2010

Fische

Von | 25. Februar 2010

Eins Vielleicht kann ich heute froh darüber sein, mich bei bestimmten Dingen zurückgehalten zu haben. Der Abstand zu dem, was wir gemeinhin die Realität nennen, hat in mir eine Art des Wirklichkeitssinnes geschärft, die in der heutigen Zeit rar geworden ist. So bin ich nicht den Sinnestäuschungen der Technik erlegen, halte ein Lederfauteuil bis heute… Weiterlesen »

Sergej Jessenin – 1924

Von | 25. Februar 2010

Gehen wir unmerklich nun davon nach Jenem Lande, wo die Ruhe als Erfüllung ist. Möglich, dass auch ich in Bälde Meine Siebensachen packen muss. Meine lieben Birkenstämme! Dickicht – Du bist Erde! Ihr – der weiten Ebenen Schlaf! Angesichts des in die Ferne Schreitens dieser Menge fehlt die Trauer zu verbergen mir die Kraft. *… Weiterlesen »

Gedanken aus der Sägemühle

Von | 23. Februar 2010

Was soll ich dort, wo ich hin will! Ich fahre trotzdem weiter. Das Gras erzitterte… Ob es einmal gut wird, dort? Zunächst Übungen, Was will ich dort, wo ich hin soll? Ich fahre erstmal weiter. Trotz alledem! *** Als Mühlrad dann wie Müller sein, Shakespeare-Kleksographie Kafkaschen Ausmaßes Gesungen unterm Rauschen des Wassers In den Cobble… Weiterlesen »

Robinson Crusoe (6)

Von | 22. Februar 2010

Die Sprache der Tiere, die Zeichen im Wald Mit dem Himmel erwachten die Stimmen zum Leben. Ihre Körper durchstöhnten die Phantasie. Ihre Leiber versuchten Antwort zu geben Auf die Fragen des Suchenden wer, wo und wie? Erst waren die Körper nur in Gedanken zu sehen. Die Gestalt offenbarte sich gleich oder nie. Später dann begannen… Weiterlesen »

Ballade vom verlassenen Schiff – Wladimir Wyssozkij 1971

Von | 21. Februar 2010

für Andreas An jenem Tag wurde selbst der Käptn geduzt Und der Schiffsjunge galt ihm gleich an Talenten, Mit gestrecktem Rückgrat und zerfetztem Verband Hingen die Matrosen in den Wanten. Die Türen unseres Verstandes Aus den Angeln gerissen Zu den Ufern voller Wunder, Wie eingetaucht in ein Bett In die ewig gewünschten und verheißenen Länder… Weiterlesen »

Robinson Crusoe (5)

Von | 12. Februar 2010

Allein im Paradies Das Meer hebt seine Wellen an den Strand. Ihr Rauschen schiebt sich in die Worte. Im Denken schäumt noch Untergang. Das Träumen findet keine Orte. Der Hunger zeigt sich als Bewegung. Zähne ertasten süße Früchte. Wasser bricht auf, wenn alles schwindet. Ein Himmel steht und spricht zu mir.

20.1.1914 – Innerfaltfilm Zwei

Von | 12. Februar 2010

Von China her weht Warmer Wind gen Westen: Die Temperaturen um den Gefrierpunkt Lassen ein Mutterherz sieden. Erste rasselnde Stimmen in Der Tanne hinterm Haus Zwitschern ihr Sarajevo. Das Vollkommene aber Hat keinen Anfang: Edel, hilfreich und gut Wird es selbst Jahrzehnte später Noch einen Tornister ganz ausfüllen – Mit den Leiden des Herzens, Mit… Weiterlesen »

Gedicht über Bäume

Von | 11. Februar 2010

Der Blitz kam vom Himmel herab. Ein Körper flammte auf: Viel später Wird man diesen Vorgang Mit dem Widerstand des Einzelnen Gegen das universale Fließen In den vorgezeichneten Bahnen seiner Bewegung Erklären. Nichts ist erklärt. Nichts. Der Wald stand in Flammen. Was Beine hatte nahm sie in die Hand: Heute ist die Bekleidungs- Industrie ein… Weiterlesen »

Robinson Crusoe (4)

Von | 10. Februar 2010

Die Elemente: Blitz, Donner, Welle, Sand Bedrohlich, wie es schwankt! Das Meer bäumt sich gen Himmel; Zerrissen in zwei Hälften Zuckt eisiges Licht hernieder: Über dem Rollen der Wellen noch Das Grollen in der Luft. Tief auf dem Grunde – Wie still muss es da sein..!

Temperaturen

Von | 10. Februar 2010

Dieser Winter hat etwas Ewiges : Schnee sträuselt durch den gelben Lichtkegel der Straßenlaterne herab : der Abend ist eine historische Fotografie im Sepiaton : was kehrt noch zurück : aus welcher Zeit : die aussterbenden Dinosaurier des staatsmonopolistischen Kapitalismus : längst totgesagt von unseren toten Genossen : Lenin & Stalin & Bucharin : die… Weiterlesen »

6.2.2000 – Innerfaltfilm Eins

Von | 6. Februar 2010

Der Stein mit dem Auge, Genannt Hühnergott, Konnte einmal fliegen: Emporgeschleuderter Körper kraft innerer Bewegung Drängt in die Ferne. Drei Lungen unter Wasser. Im Herzen zuckend letztes Lächeln, Das Brot im Kopf zerfällt zu Teig – Nun wird es wie es war. Nichts ist mehr wie. Die Bänder Zwischen Kopf und Herz Vibrieren Kraft Trägheit… Weiterlesen »